Sonntag, 16. September 2018

Geduldsfaden

 

Nachdem ich meine letzten Häkeldecken - die der Tochter und eine weitere (noch nicht gezeigte) - beendet hatte, konnte ich unmöglich gleich mit einer nächsten beginnen. Ich habe mittlerweile mehr als genug.

Es gelüstete mich aber nach weiteren Großprojekten, Endlosstrickereien und Endloshäkeleien.

Mit dem ersten Kälteeinbruch kam dann plötzlich die Erkenntnis: Pullis oder Westen für die kalten Tage, davon hatte ich eindeutig zu wenig. Dem sollte ich sofort abhelfen.

Wolle brauchte ich hierfür keine zu kaufen, denn da hatte ich doch noch ein Uraltprojekt in einer Schublade liegen, eine halb fertig gestrickte Weste, dem ich mich im letzten Winter schon hatte hingeben wollen.


Leichtsinnigerweise ließ ich diese Weste mit schönem Zopfmuster auf dem Sofatischchen liegen. Leichtsinnig deshalb, weil sich mein junger, süßer Hund, mein bezauberndes Gretelchen, damals innerhalb weniger Augenblicke in einen wilden, ungestümen Löwen verwandeln konnte, der alles verschlang, was ich vergaß, sicher hinter Schloss und Riegel wegzusperren.
Katzengleich spielte sie wohl während einer kurzen Abwesenheit meinerseits mit dem Wollknäuel und fand auch das Gestricke amüsant.

In meinem frustrierten Entsetzen packte ich die verhudelte, vernudelte Wolle ganz weit weg in eine Schublade, damit ich sie nicht mehr sehen müsse. Klappe zu ...

Nun kramte ich das armselige Durcheinander wieder hervor und begann die Fäden zu entwirren. Wegschmeißen war nicht wirklich eine Option - obwohl, ich gestehe, ich auch hierüber nachdachte.


Wegen der Masse an Maschen auf den Nadeln, für eine Endlosstrickerei fast zwingend, begann ich mich mit Raglan von oben - RVO - zu beschäftigen, misstraute aber gleichzeitig der gestrickten Raglanschrägung, mag ich sie schon beim Nähen nicht, wieso sollte ich sie jetzt beim Stricken willkommen heißen?

Ums kurz zu machen: ich machte es mir komplizierter als es ist. Statt eine Anleitung zu kaufen und einfach dieser folgend die Angaben abzustricken, versuchte ich zu verstehen und selbst zu entwickeln - ich strickte und trennte, notierte und hantierte mit verkürzten Reihen und jetzt zum Schluss weiß ich nicht mehr, welche Seite, welches Buch mir welche Hilfeleistung gab, wie ich überhaupt zu einem halbwegs zufriedenstellenden Ende fand. Eines sogar mit Zöpfen als Bund.


Ich habe sicher jede Menge Lehrgeld bezahlt mit meiner do-it-yourself-Strickerei und eine Menge dabei gelernt - unter anderem die Erkenntnis, es mir beim nächsten mal einfacher zu machen. Da kaufe ich mir die Anleitung einer Weste, die mir gefällt und die sich leicht nachstricken lässt.

Strickvergnügen - soweit man hier überhaupt von Vergnügen sprechen kann: 3 Wochen und 5 Tage.
zu guter Letzt:

Auf die in meinem Blog verlinkten Seiten habe ich keinerlei Einfluss - weder auf deren Gestaltung noch auf die Inhalte. Für den Inhalt der von mir verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Dies ist eine private Website, ich untersage jegliche Weitergabe meiner persönlichen Daten. Von mir eingestellte Bilder dürfen erst nach Rücksprache ausschließlich für private Zwecke verwendet werden.