Montag, 4. Januar 2016

mein verhäkeltes Jahr


Jahresende - Jahresanfang.
Zeit einen Blick zurück zu werfen. Schwerpunkte der Vergangenheit festzustellen, Entwicklungen zu würdigen. Vorsätze zu fassen.
Und das alles nur um festzustellen, dass ich im vergangenen Jahr für mich tatsächlich nicht viel genäht habe: ein Shirt und ein Kleid. Mehr nicht. Dazu habe ich einem seit Jahren im Strickkorb vor sich hin schlummernden schönen Tuch endlich die Fäden vernäht, eigentlich nur, um bei der Weihnachtskleidnäherei etwas zu zeigen zu haben.



Hatte ich in manchen Jahren verstärkt Socken gestrickt oder Kleider für mich genäht, so hat dieses Jahr gleich drei Schwerpunkte und hätte - bei gelegentlichem Fotografier-Mehraufwand - tatsächlich seine drei Überschriften verdient:
- mein verhäkeltes Jahr
- mein Babykleider-Ausstattungsjahr
- mein Nähen-für-die-Tochter-Jahr.
Ich habe mich für das Häkeln entschieden. Einfach weil es hiervon die meisten Fotos gibt. Baby- und Kleindkinderkleidungnähen hat mich das ganze Jahr über beschäftigt, zum Fotografieren kommen wir dabei weniger, obwohl sich der kleine Mann durchaus zum Fotostar eignen würde und wir dabei gleichzeitig seine Entwicklungsschritte dokumentieren könnten.


Es gab das selbst entwickelte "Waldmeisterchen", ein dichter und schützender Overall mit der Möglichkeit sowohl die Ärmel- als auch die Fußbündchen umzuklappen, so dass Hände und Füße im letzten Winter doppelt warm geschützt waren.


Regelmäßig musste für untendrunter Nachschub genäht werden, Bodies in allen Größen, alle nach Schnabelinas Regenbogen-Body-Schnitt und -Anleitung.

Hosen gab es ...
warme,

"luftige",


sommerliche






und wieder warme



Pullis und Shirts entsprechend, inclusive zeitraubender Experimente mit Stoffresten und zwei Vater-Sohn-Projekte.




Das und noch viel mehr habe ich für den kleinen Mann genäht, nicht alles haben wir - wie gesagt - fotografiert und davon nicht immer alles gezeigt. Die kleine Auswahl - besonders die mit dem Bub auf dem Bild - finde ich gerade ausreichend genug, mehr wäre natürlich noch besser. Der kleine Mann wurde von uns allen sicher am meisten benäht.

Die Tochter kam dieses Jahr immerhin besser weg als ich, denn auch hier waren es mehr Kleidungsstücke als gezeigt: Röcke, Shirts, Longshirts, ärmellose Shirts, Spaghettiträger-Tops, Kleider ... Ausgehend von ihrem Wunsch, im Beruf abwechslungsreich gekleidet zu sein, habe ich ihr dieses Jahr mehr genäht, als all die Jahre zuvor - dabei nicht mal die Hälfte fotografiert. Zukünftig gibt es nur noch Kleidung gegen Foto - ich glaube, das habe ich mir schon einmal vorgenommen ...




Gehäkelt habe ich in diesem Jahr tatsächlich sehr viel.
An der Decke der Tochter half ich ein bisschen weiter und fing nebenbei eine eigene an, die momentan zwar ruht, deren Hauptarbeit tatsächlich aber schon hinter mir liegt.




Zwei Decken wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, aber beide gefallen mir sehr gut.

Eine Häkelnadel und ein oder zwei Knäuel Wolle passen immer in meine Tasche, meist benutze ich für den sicheren Transport eine ehemalige Schokoladenkugeldose (Idee der töchterlichen Gelegenheitshäklerin). So bin ich eigentlich eher selten ohne Nadel und Faden unterwegs.


Privat war dieses Jahr ein weniger gutes. Und in der Rückschau auf das viele weniger Gute schaue ich auch auf meine häkelnden Hände. Auch deshalb stimmt der Titel: es war tatsächlich mein verhäkeltes Jahr.
Häkeln beruhigt meine Nerven.
Häkeln überbrückt unerträgliche Wartezeiten.
Häkeln hilft mir, mich zu sammeln und zu konzentrieren.
Häkeln hilft mir in kleinen täglichen Portionen, nicht im Erschrecken zu erstarren.
Häkeln birgt ein schönes Maß an Normalität in aufgewühlten Zeiten.
Häkeln lässt mich etwas entspannen und ungewisse Zeiten ertragen.








Das ist - wie könnte es anders sein - nur eine Auswahl. Ich habe bei weitem nicht alles fotografiert und gezeigt, das werde ich im Verlauf dieses Jahres wahrscheinlich nachholen.
Zum Schluss noch ein Bild vom Weihnachtsgeschenk meiner Freundin - sie ist fast noch häkelwütiger als ich. Wir stehen zwar in regelmäßigem regen Austausch, aber von diesem grandiosen Herbstkranz hatte ich nicht den Schimmer einer Ahnung.

(Vorlage hierfür war der Herbstkranz bei Attic24.)

Komme ich zum Schluss noch zu den Vorsätzen. Davon habe ich keine für das neue Jahr. Ich halte es in diesem Fall mit Herrn Schäuble: s'isch wie's isch und 's kommt wie's kommt. Und meine Lebenseinstellung sich erst dann aufzuregen wenn es soweit ist, hat sich bisher bewährt.
Dennoch hoffe ich auf ein gutes Neues Jahr und wünsche allseits Glück, Zufriedenheit und Gesundheit.
zu guter Letzt:

Auf die in meinem Blog verlinkten Seiten habe ich keinerlei Einfluss - weder auf deren Gestaltung noch auf die Inhalte. Für den Inhalt der von mir verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Dies ist eine private Website, ich untersage jegliche Weitergabe meiner persönlichen Daten. Von mir eingestellte Bilder dürfen erst nach Rücksprache ausschließlich für private Zwecke verwendet werden.