Montag, 27. Juli 2015

Vater-Sohn-Projekt


Besonders viel Freude macht es mir, aus Resten irgendwie ein Kleiner-Mann-Shirt, aus Mama-Röcken vielleicht noch eine Kleiner-Mann-Hose rauszuquetschen. Anders kann ich es kaum formulieren, und in der Zeit, in der ich bis in die letzten Fitzelchen gedacht, zugeschnitten und genäht habe, könnten locker ein bis zwei Teile aus neuem Stoff entstehen. Aber das Querdenken und ausprobieren macht einfach außergewöhnlich zufrieden.


Relativ fix und einfach ging die Sache allerdings mit dem grün-weiß-gestreiften Stoff, da gab es sogar zwei Kleiner-Mann-Shirts inclusive einer Abänderung, ein langärmeliges mit Kapuze für Frühling, Frühsommer und mit Glück noch für den Herbst - bis jetzt war es allerdings zum Fotografieren unzumutbar heiß und seit gestern ist der kleine Mann auf Fortbildung mit seiner Mama.


Donnerstag, 23. Juli 2015

übergangsbequem


 Der Mann für's Leben trägt gerne (Feier-)Abendanzüge, solch lockeren Teile, die die Gemütlichkeit des beginnenden Abends einläuten. Damit signalisiert er deutlich seine Entspanntheit und dass wir nun keinen Besuch mehr empfangen.
Im Winter sind das eindeutig warme Sweat- oder Fleece-Teile, Hose mit Oberteil, meist zum Joggen gedacht, weniger zum Lümmeln. Aber er darf das ja nach dem Kauf verwenden wie er mag. An hochprozentig-heiße Tage trägt er einen Seidenkimono, ein Sonderfall selbst in seiner Garderobe, da schon hundert Jahre alt.
Abendanzüge für Übergangszeiten fehlen.


Zwei an der Zahl hatte ich ihm vor Jahren genäht, einen in dunklem Blau und einen in Rentnerbeige - den Schnitt - ein Burdaschnitt -  angepasst und abgeheftet. Soweit die Erinnerung.
Aber wie das mitunter so ist mit den Erinnerungen, die manchmal verblassen oder sich verselbständigen und zu anderen Geschichten werden als die, die die Wirklichkeit einst schrieb - ich kann den abgehefteten Schnitt nicht mehr finden, er blieb auch nach zwei Tagen emsigen Suchens spurlos verschwunden. Wahrscheinlich ist, dass ich ihn irgendwann einmal verliehen habe, zu Zeiten, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Und sowohl den blauen als auch den beigen Anzug segnete schon vor Jahren das Zeitliche, sie waren reichlich abgetragen.
 
 
Nun habe ich mir den Hundertjährigen als Vorlage genommen, habe feinsäuberlich den Schnitt der Jacke abgenommen, jede erdenkliche Stelle vermessen, gejammert und geflucht um danach ein tatsächlich erstes passables Zwischen-den-Jahren-Teil zu nähen. Nennen wir es Probeteil, Vorlage für weitere und Übergangsjacke in einem. Die Ärmel habe ich dabei in weiser Voraussicht dem tatsächlichen Leben angepasst und sehr wesentlich verjüngt und auch etwas verlängert. Die Weite der Originalärmel sind weder suppen- noch saucentauglich, sie baden so gerne während des Essens. Auch neigen sie dazu, in Türgriffen hängen zu bleiben, das Wort Türfalle hat sicherlich hierin seine ursprüngliche Bedeutung.


Mit der Hose nun wiederum habe ich es mir recht einfach gemacht, sie ist die Verlängerung der oft und oft genähten kurzen Hose mit Taschen, dieses mal mit Gummizug und Bindeband.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Shirts für heiße Zeiten


Für die heißen Tage dachten wir gut gerüstet zu sein. Doch die außergewöhnlichen Temperaturen erforderten einen zusätzlichen schnellen Näheinsatz: der kleine Mann benötigt Shirts und kurze Hosen bzw. Windelhosen. Deshalb hab ich einen heißen Nähmarathon eingelegt: am Samstag den Shirtschnitt kopiert und gleich ein Probeteil genäht; ab Sonntag nach dem Fest bei den Imkern einige Runden weiter gerattert. So wurde in der letzten Woche immer wieder ein Teil fertig.





Grundschnitt für die Shirts aus Ottobre 3/2014, Spot Fish

Die Sommershirts bieten sich an für einen Besuch bei Made4BOYS - Danke für die Plattform und die Organisation.

Sonntag, 12. Juli 2015

Zeit für Lavendel

zum Beispiel: Lavendel(auszugs)öl



Und so geht's:
Lavendelblüten sammeln
Blüten abzupfen
in ein Glas füllen, leicht andrücken
mit möglichst geruchsneutralem Öl auffüllen, z. B. Mandel- oder Distelöl.
2 Wochen in die Sonne stellen, dabei beachten:
wegen des Gärungsprozesses die ersten 4 bis 5 Tage nur mit einem Mulltuch (oder Papier-Küchentuch) abdecken, damit die Feuchtigkeit entweichen kann
danach Deckel drauf, fest verschließen.
Nach zwei Wochen durch ein Tuch filtrieren.

Wem keine frischen Lavendelblüten zur Verfügung stehen, nimmt getrocknete: 100 g Blüten auf 200 ml Öl. Die Wartezeit bleibt gleich.

Sonntag, 5. Juli 2015

Wie das Nähen zu den Bienen kam

Foto: AMS
Heute ist Tag der Imkerei. Bei uns findet am Imkerheim eine Großveranstaltung statt - also ein großes, stattliches Fest. Und ich bin dabei. Bin sonst gar nicht so vereinstüchtig. Aber die Imker mit ihrer selbstverständlichen Hilfsbereitschaft dürfen nun auch mit der meineigen rechnen.

Foto: AMS
Wir sind unter die Hobby-Imker gegangen. Vor drei Jahren fing die Tochter als Jungimkerin an - mit reservierter Unterstützung der Familie und heftiger Ablehnung meinerseits. Mittlerweile sind wir alle begeistert von unseren neuen "Haustieren", kümmern uns gemeinsam, selbst die Bienenkästen schreinert der Mann für's Leben mittlerweile selbst und meine anfänglich Skepsis und Angst ist großer Begeisterung gewichen. Unerschrocken kann ich mittlerweile vor den offenen Bienenkästen meiner Arbeit nachgehen ohne Hut, Schleier oder Handschuhe. Lediglich der Raucher darf nicht fehlen. Die anfängliche Angst ist wie weggeblasen - der Respekt geblieben!
Wir starteten mit zwei Jungvölkern, geschenkten Ablegern, und haben mittlerweile mehrere gut tragende Völker. Vor zwei Wochen konnten wir unsere erste Tracht diesjährigen Honig schleudern. Sehr lecker.

unsere Bienen im Landeanflug - Foto: AMS
In Ermangelung einer geeigneten Abdeckung habe ich kürzlich für einen der Ablegerkästen eine Haube aus LKW-Plane genäht. Passgenau und ohne Korrekturen. Wenn mir das mal so bei meinen Kleidern gelänge ... Die Tochter jedenfalls war begeistert und orderte für einen neu hinzugestellten Bienenkasten eine weiteres "Sahnehäubchen". Jetzt habe ich also auch die Bienen benäht.
zu guter Letzt:

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