Dienstag, 30. Juni 2015

Wir sind im Garten ... Hortensienplantage



Das vergangene Jahr war kein Jahr der Hortensienblütenschwemme. Dafür das Jahr davor. Nie zuvor hatte ich Hortensien so prächtig, so üppig blühen sehen. Die große Hortensienhecke der Nachbarin begeisterte mich besonders. An zwei Stellen im Garten kann ich mir auch so eine Hecke vorstellen. Das brachte mich vorletztes Jahr auf die Idee, Stecklinge selbst zu ziehen. Ein Versuch sollte es wert sein.
Das Internet bietet in verschiedenen Foren und Beiträgen genaue Anleitungen für Hortensienstecklinge. Danach werden sie Anfang Juli geschnitten und gesteckt. Über den Topf bzw. die Pflanze soll eine Folienhaube gestülpt werden, damit die Stecklinge im feuchtwarmen Milieu gut wurzeln.
Genauso habe ich es gemacht. Das war - natürlich - ein Fehler und hätte mit ein bisschen Nachdenken meinerseits verhindert werden müssen, denn im Juli ist das Wetter in aller Regel so brütend heiß, dass die armen Stecklinge unter einer Plastikhaube nur verbrennen können.

Bei diesem ersten Fehlschlag"verkochten" mir 30 gesammelte Stecklinge.



Der zweite Versuch gelang schon besser. Ich sammelte noch einmal und fuhr zweigleisig. Die einen wurden mit Bewurzelungspulver gleich in Erde gesteckt, einen zweiten Teil ließ ich im Wasserglas Wurzeln ziehen.

Und so habe ich es gemacht:



Anfang Juli frische grüne Triebe ohne Blüten abschneiden. Ich habe nur Triebspitzen mit zwei Blattpaaren verwendet, dabei das untere Blattpaar halbiert und damit die Blattoberfläche deutlich verkleinert.
Erde mit Bewurzelungspulver mischen, kleine Töpfchen mit Erde füllen und die Stecklinge bis zum Blatt hinein stecken.



Immer gut feucht halten und möglichst an einem schattigen Plätzchen unterstellen. So trocknet die Erde nicht so schnell aus, eine große Gefahr im normalsommerlich heißen August.

Im Unterschied zu diesen in der Erde wurzelnden konnte ich an den Stecklingen im Wasserglas nach drei bis vier Wochen erste Würzelchen ausmachen:


und die in Erde gesteckten bildeten erste kleine neue Blättchen:



Die Stars unter allen meinen Stecklingen sind aber diese hier: meine drei Bayreuther Hortensien. In Urlaub Anfang Oktober hatte ich an einem üppigen Hortensienstrauch drei kleine Blattspitzen abgeschnitten, dann leider einen Tag lang in der Handtasche mit mir herumgetragen (ich gestehe: ich hatte sie tatsächlich vergessen!!) um sie dann während des Urlaubs zunächst in einem Glas Wasser zu halten und dann in feuchte Tücher verpackt im Reisegepäck mit nach Hause zu nehmen. Daheim wollte ich alles richtig machen, stellte sie wieder in ein Glas Wasser - zunächst ins Freie - aber mit beginnendem Winter durften sie auf die Fensterbank im Flur.


Im Januar sah ich erste Wurzeln an den beiden ersten Stecklingen, das sind die bereits getopften. Im März war dann auch der Nachzügler so üppig bewurzelt, dass ich ihn einpflanzen konnte. Bis zum Mai behielt ich die Pflänzchen auf der Fensterbank des kühlsten Zimmers. Dann wurden sie geteilt, jede Pflanze ihren eigenen Topf.


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zu guter Letzt:

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