Montag, 9. März 2015

"blaue Stunde"


Begeistert von meiner Patchworkdecke wollte die Tochter sich auch eine solche nähen. Das ist jetzt Jahre her. Gemeinsam kauften wir eine Menge Stoff in Blautönen.
Sie entwarf Pläne - die Decke sollte sich ja von meiner unterscheiden - dann fing sie  an Stoffe zuzuschneiden und zu nähen. Ein, zwei kleine Teilchen waren fertig, da entwich unmerklich die Luft aus dem Projekt. Es überdauerte Jahre in einer großen Schachtel.



Der nächste Anlauf fand während ihres Studiums statt. Damals lebte sie noch bei uns und ich hätte sie gerne unterstützt beim Nähen. Aber, oh Schreck!, die Anordnung, ihr sorgsam ausgetüftelter Deckenplan überzeugte sie nach so langer Zeit nicht mehr.
Neuer Plan, neues Glück! Sofort entstanden zwei weitere Teilchen. Danach wiederholte sich die Luftrausnummer. Stoffe und fertig Stücke wurden wieder mottensicher verpackt.

Nun, alle guten Dinge sind drei, dieses mal hat es mit etwas Verzögerung zwischen Vorhaben und Durchführung geklappt. Ein leicht einsetzender Nesttrieb zu Beginn der Schwangerschaft ließ sie erneut - dieses mal zum Thema Krabbeldecke - über ihr altes Vorhaben nachdenken. Aber auch dieses mal gefielen ihr weder ihr alter Entwurf noch die bereits genähten Teilstücke. Das ganze Vorhaben hätte also wieder zurück auf die Startposition gesetzt werden müssen mit neuer Konzeption und vielleicht auch einigen neuen Stoffen. Deshalb überlegte ich mir eine praktikable Alternative und konnte sie von meinem "Plan B" überzeugen: alle Stoffe beibehalten aber nur ein Muster nähen. Inzwischen ist das Kind geboren, der Nesttrieb ausgeprägt, eine Krabbeldecke erwünscht und die Zeit zum Nähen immer knapper. Damit sie einigermaßen dran bleiben konnte gab ich ihr einer meiner Nähmaschinen mit, Erklärungen fanden gerne auch mal telefonisch statt; aber so kam es, dass sie in den letzten Wochen, wann immer es ihr möglich war, kleine Quadrate schnitt, diese aneinander nähte, danach durchtrennte, neu kombinierte und allmählich viele kleine Sternquadrate erhielt. Jedes anders und doch gleich im Entwurf.


Nach dem Austüfteln des optimalen Zusammenspiels der Einzelteile konnten wir am Wochenende bei unserem Nähtreff das Top mit Einlage und Unterlage zusammentackern - einen Berg Sicherheitsnadeln benötigten wir hierfür und zu zweit über eine Stunde.
Fertig ist die Decke immer noch nicht ganz, letzte Nähte und das Binding fehlen, aber die Arbeit macht mittlerweile nicht nur Arbeit sondern auch Spaß und dem entsprechend gibt es große Fortschritte. 
Auf dem unteren Foto könnt ihr in etwa erahnen, wie mühsam es ist, den Stoff unter die Maschine zu schieben und einigermaßen korrekt im Nahtschatten zu nähen ohne Nadeln zu verbiegen oder abzubrechen. Die Spulen sind schneller leer, als man glauben mag, es gehen da nur Meter und keine Kilometer Faden drauf.



Schon jetzt - als "Rohling" - bekamen Decke und Tochter immer wieder bewundernde Blicke und viele Komplimente. So eine Sternendecke ist halt was Feines und ich bin mir sicher, dass sie auch nach dem Krabbelalter des kleinen Mannes in Gebrauch bleiben wird, also eine schöne Erinnerung an die erste Elternzeit.

1 Kommentar:

  1. Liebe Friederike,

    die Decke wird wunderschön, gut dass die Luft nicht dauerhaft raus war.

    Liebe Grüße
    Gabi

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