Mittwoch, 7. Januar 2015

ein Blick zurück

Das neue Jahr hatte eigenwillig angefangen mit dem Totalausfall der Heizung am 1. Januar, Feiertag mit Neujahrskonzert in Mantel, Kapuze und Handschuhen.
Der gestrige Feiertag - Dreikönig - , mit dem wir zusammen mit einigen wenigen anderen Bundesländern gesegnet sind, war weitaus weniger spektakulär, aber da waren wir ja auch schon fast mittendrim im neuen Jahr.
Dieser Dreikönigstag ist für mich der eigentliche Beginn des Neuen Jahres, er gibt den Startschuss. Bis dahin verharre ich gerne in einer gewissen weihnachtsseeligen Lethargie, wir gehen viel spazieren, besuchen die Verwandtschaft, ich häkle, trinke Tee und zünde Kerzchen an.  Bis Dreikönig steht hier traditionell der Weihnachtsbaum. Da wird er ein letztes mal entdzündet, danach abgeräumt. Bis Dreikönig gehen in BaWü die Weihnachtsferien. Danach beginnt der Schulalltag und auch Kurse, Kreise und der wöchentliche Gymnastiktreff aktivieren sich.Von daher war der Heizungsausfall auch kein eigentliches Feiertagsdrama.
Gestern war also mein Schluss für's alte Jahr, das gemütlich ausklingen durfte - heute beginnt das (aktive) Leben wieder. Höchtste Zeit, einen letzten Blick zurück zu werfen.

Im Nachhinein wundert mich, dass ich relativ regelmäßig meine Posts geschrieben habe, das siebte Jahr in Folge, durchschnittlich so alle drei, vier Tage, obwohl ich wenig für mich genäht hatte und mich kaum am MMM dieses Jahr beteiligte: Ein Rock, ein Sorbetto (beim telefonischen Nähkränzchen mit Frau Küstensocke), zwei Weihnachtskleidversuche, ein Unterkleid und ein Weihnachtskleid. Liest sich nicht nach großem Umschlagsplatz von Stoff und Schnittmustern.
Und doch:
- Da waren wunderbare Nähtreffs mit meiner besten Freundin, deren Schwiegersohn das Nähen entdeckte und der sich mit meiner Hilfe ein sehr schönes, um nicht zu sagen: eigenwilliges Hemd nähte, dessen Schnitt von einer Maximalgröße auf schmal-schmaler-am schmalsten angepasst werden musste.
- Über mehrere Wochen waren die Sonntage ausgefüllt mit dem Nähen der Steckenpferde für ein Mittelalterfest zusammen mit meiner anderen besten Freundin.
- Es gab Pläne für eine Riesenkrabbeldecke meiner Tochter, die wir gemeinsam umzusetzen begannen, und deren letzte Runde eingeläutet ist
- Ich habe für meine eine beste Freundin einen Rock zum Geburtstag genäht,
- das selbe mit der nähbegeisterten Nachbarin, zuerst ein Rock,
- dann ein Kleid, das schwierig in der Anpassung an ihre Figur war, und in dem sie atemberaubend hübsch aussieht und gleich das nächste schon begonnen, das nun noch auf seine Ärmel wartet. Bis zum Sommer haben wir Zeit, es zu vollenden
- ich habe Shirts kopiert und genäht für den Schwiegersohn
- Taschen und Beutel für Verwandte und solche, die es werden wollen 
- Weihnachtsgeschenke mit der Tochter
- eine komfortable Weekend-Tasche mit der anderen besten Freundin (wobei wir zu zweit mehrere Nachmittage uns mit der Anleitung, der Masse an Stoff und dem unvollkommenen Schnitt herum schlagen mussten - aber die beschenkte Tochter war begeistert, das ist das wichtigste!.
- Die Babyhängematte war ein größeres Unternehmen, das mich wochenlang mit der Anschaffung der richtigen Wahl von Stoff, Haken und anderem Zubehör beschäftigte
- Ich habe natürlich jede Menge gestrickt und gehäkelt, dabei Babyschuhe entworfen und war zeitweise mit dem Verschicken der Anleitung mehr beschäftigt, als mit Stricken, Häkeln und Nähen.


Die größte Näh-Herausforderung war der stetig wachsende Bauch der schwangeren Tochter,
ABER
das wichtigste Ereignis des Jahres war er: der kleine Mann


mittlerweile ist er schon mächtig gewachsen, robbt sich durch die Wohnung und wurde von mir natürlich immer aufs neue ausführlich benäht:



er stellt alles was bisher wichtig erschien auf den Kopf, seine Bedürfnisse haben Priorität und so wird so manches mal nicht genäht und eher gespielt, gewiegt, gesungen, geschmust und getanzt ...
Es war ein aufregendes Jahr.

Für den MMM-Rückblick habe ich drei Lieblingskleider anzubieten, mehr habe ich nicht genäht, deshalb fällt die Entscheidung auch ganz leicht:



Zunächst das erste Probeweihnachtskleid, das sich mehr und mehr zu einem oft getragenen Lieblingsteil entwickelt, daheim herum allerdings nur, der Stoff ist zu dünn um sich damit vor die Tür zu wagen. Ein Schnitt von Rosa P., dem ich etwas kritisch gegenüber stand bis ich das Kleid endlich fertig hatte, dann war ich damit versöhnt und die Abnäher nicht mehr so tütig.


das zweite Probeweihnachtskleid, von dem ich froh bin, dass ich es in Angriff genommen habe, und das noch viel viel mehr als das rote Lieblingskleid getragen werden wird, wenn die Temperaturen steigen, denn auch dieser Stoff ist reichlich dünn


und dann das eigentliche Weihnachtskleid: der Schnitt wie oben Audrey von Maria Denmark, beide male in Abwandlung: Ausschnitt und Ärmelbündchen nach eigener Machart, sonst aber die Überraschung des Jahres. Ein wunderbar sitzendes Kleid, wenig Aufregung beim Nähen, exakte Maßangaben, zuschneiden-nähen-fertig, so einfach. Kein Herumgeeiere, keine Hättichdoch-solltichlieber ...Lange schlich ich um dieses Schnittmuster, konnte mich aber nicht entscheiden, es zu nähen. Jetzt, fast als Notlösung, weil ich mit dem ersten ausgesuchten Einfachschnitt nicht so ganz einverstanden war, stelle ich fest: Das Kleid überzeugt, der Schnitt ist mehr als prima.

Mehr Lieblingskleider der vergangenen Nähsaison findet ihr zum Auftakt eines neuen gemeinsamen Jahres auf dem MMM-Blog. Vielen Dank dafür.

Kommentare:

  1. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie wichtig, wie schön es ist, wenn dem Wachsen eines Enkelkindes zusehen kann. Ich habe seitdem erst richtig begonnen zu nähen. Und inzwischen wird unsere Luise bald zwei. Da finden sich in ihrem Kleiderschrank schon eine ganze Menge Teile von Oma ... ;-)

    LG Anke

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  2. Mit der Weihnachtszeit geht es mir genauso wie Dir! Unser Christbaum steht sogar noch bis zum Abholtermin nächste Woche!
    Wie schön, ein kleines Enkelchen so begleiten zu können!
    Deine Kleider sehen alle sehr alltagstauglich, aber schön aus.
    Liebe Grüße, SaSa

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  3. Das hört sich nach einem sehr schönen Jahr mit natürlich einem echten und dauerhaften Highlight an. Tolle Sachen sind entstanden. Auf dass es 2015 so weitergeht.
    LG Inselsommer

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