Sonntag, 21. Dezember 2014

meine Suche nach dem rot-optimalen Kinderstuhl

Zu Weihnachten beschloss die Familie mütterlicherseits, dem kleinen Mann einen Kinderstuhl zu schenken. Tripp-Trapp, der Stuhl zum Mitwachsen und ein Wunsch der Tochter, wurde mir von meinen Freundinnen und meiner Schwester als ehemaligen Kleinkindmüttern als besonders robust und durchdacht empfohlen. Wir wollten die Variante mit dem Steg als Babysicherung. Ich kann da leider nicht mitreden, wir hatten dieses Mitwachswunder zu meiner Tochter Kleindkindzeiten nicht gekannt.
Die Entscheidungsfindung zog sich etwas hin: die Farbe, die Höhe der Anteilsscheine einzelner Familienmitglieder, die Entscheidung, wo kaufen, schluckte Tage.
Ich recherchierte im Internet. Las Empfehlungen über mehr oder weniger vertrauenswürdige Händler im Umland.
Bei der Firma würde ich direkt bestellen können, ca. 20 Euro Versandkosten. Oha! Also doch wieder die Suche im Kinderland oder einem Möbelhaus? Ich fühlte mich als Kaufbeauftragte der Familie in der Pflicht, die familiäre Geldanlage möglichst sparsam zu verwalten.
Schließlich siegte die Faulheit - es waren noch 14 Tage bis Weihnachten. Also Internet, Direktversand bei der Firma müsste noch gut ins zeitliche Budget passen, zumal die Versandkosten in dieser Preiskategorie mittlerweile - vielleicht auch im Hinblick auf Weihnachten - aufgehoben waren.
Ich bestellte, befüllte erst den Warenkorb dann das Anmeldeformular und stockte an der Zahlweise - Kreditkarte. Ausschließlich. Und was, wenn ich keine habe?
Ein Griff zum Telefon. Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung versichert mir richtig gelesen zu haben: nur mit Kreditkarte könne ich bestellen, keine Vorabüberweisung, keine Nachnahme, kein Paypal, nein, sonst nix. Aber sie würde mir Händler in der Umgebung meines Wohnortes nennen können. Ja, danke, machen Sie mal. Sie kam auf die selben Anbieter wie ich bei meiner ersten Internetrecherche. Nun gut.

Der erstgenannte hatte schlechte Bewertungen in einem Internetportal, also Nummer zwei. Ein Möbelhaus.
Bevor ich mich auf den Weg machen wollte, rief ich an, ob das Teil auch in allen seinen Teilen und in ROT vorhanden sei.
In Rot? Nur der Babysitz. Der Stuhl selbst sei bestellt in rot. Ob sie mir den wohl freundlicherweise reservieren könne bzw. mich anrufen, wenn das Teil geliefert ist? Nein, das gehe nun wirklich nicht, bekam ich zur Antwort. Wenn ich diesen Stuhl gerne haben möchte, solle ich doch bitteschön vorbei kommen, einen verbindlichen "Reservierschein" ausfüllen und 40 Prozent des Gesamtpreises anbezahlen. Nur so könne sie mir garantieren, dass ich den Stuhl auch bekomme. Möglicherweise sogar noch vor Weihnachten. Kosten? Etwa 10 Euro weniger als beim Direktversand.
Eigentlich hoffte ich, mir eine Fahrt in die Kreisstadt einsparen zu können und bot ihr an, den Betrag zu überweisen, eine Bestätigungsmail zu schicken und mich nach einem Anruf sofort (von mir aus in einem zeitlich befristeten Rahmen) auf den Weg zu machen. Keine Chance. Ich solle doch bitte vorbeikommen und anzahlen.
Ich mag einfach nicht zweimal in das Weihnachtsgewusel fahren, also letzter Versuch: Wir sind Kunden bei Ihnen, stehen im Computer, haben schon für mehr Geld bei Ihnen gekauft, als dieser Kinderstuhl kostet. Außerdem würde ich ja gerne die Anzahlung überweisen.
Die Antwort? War absehbar in ihrer Wiederholung: Kommen Sie bitte vorbei und machen Sie eine Anzahlung.
Vielen Dank! Demnächst erföffnet sehr zum Schrecken der niedergelassenen Möbelhändler ein gigantisch-großes Möbelhaus in eben diesem Oberzentrum, unserer Kreisstadt, das diese über lange Zeit zu verhindern suchten.
Die Marktlücke mit kundenfreundlichem oder gar kundenorientiertem Verhalten wurde von diesem Möbelhaus jedenfalls nicht erfunden.

Gut, dann eben nicht, der nächste bitte, das Haus der schlechten Bewertung.
Freundliche Stimme am Telefon, längeres Warten bis jemand aus der Babyabteilung an der Strippe ist - offenbar haben die gut zu tun. Aber dann: Ja, sie verkaufen diese Sorte Stühle, ja, sie sind vorrätig in mehreren Farben vorhanden und ja, auch in Rot. Die Dame freundlich und sehr auskunftsfreudig, bis ich nach dem Preis frage, ab da wird das Gespräch eigenartig. Denn ja, den gibt's schon aber den könne sie mir nicht sagen, da gäbe es ein Gesamtpaket, ich solle doch einfach vorbei kommen. Nächster Versuch, wieder ohne Erfolg! Was soll das Versteckspiel, geht es hier um heiteres Preiserfragen? Oder liegt's an mir, an der Stellung von Mond und Sterne und am üblichen Weihnachtsstress?
Entnervt spiele ich das Spiel mit, ich will die Sache endlich abschließen können, nicht noch mehr Zeit damit verdaddeln.
Und die gute Nachricht ist ja doch die: es gibt ihn - vorrätig - und in Rot.
Am nächsten Tag fahre ich und kaufe: einen Stuhl zum Normalpreis. Wenn ich ein dazugehöriges Kissen nehme, so das Angebotspaket, bekomme ich den Babysafe gratis dazu.
Die Verkäuferin war ausgesprochen kompetent und freundlich, konnte mir aber das Versteckspiel ihrer Kollegin vom Vortag auch nicht erklären.
Wir haben nun einen roten Kinderstuhl mit Kissen und Babysicherung, ich hatte nur eine Fahrt und das gefürchtete Weihnachtsgewusel war auch nicht so schlimm. Der kleine Mann kann jetzt endlich auf dem richtigen Stuhl das Sitzen lernen und Weihnachten darf kommen.
zu guter Letzt:

Auf die in meinem Blog verlinkten Seiten habe ich keinerlei Einfluss - weder auf deren Gestaltung noch auf die Inhalte. Für den Inhalt der von mir verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Dies ist eine private Website, ich untersage jegliche Weitergabe meiner persönlichen Daten. Von mir eingestellte Bilder dürfen erst nach Rücksprache ausschließlich für private Zwecke verwendet werden.