Sonntag, 27. Oktober 2013

Ärger, nichts als Ärger ...

Sehr geehrtes Elbhotel,

fünf Tage hatte ich mich bei Ihnen eingemietet und mich dreimal ordentlich geärgert. Eine Diskussion zur Klärung verlief leider in Richtung:  Wenn Sie sich nicht wohlgefühlt haben, können wir nichts dafür (können Sie wohl!), also ganz im Sinne von: selber schuld.
Weil also die Diskussion lief, wie sie lief und Sie in einem Bewertungsbogen ja geradezu "Lob, Kritik, Hinweise oder Vorschläge für Verbesserungen" einfordern, hatte ich Ihnen folgenden Brief geschrieben:

"Am Donnerstag zeigt man mir wo ich mein Auto parken soll, da alle offensichtlichen Parkplätze belegt sind. Das Auto genau dort abgestellt, finde ich am Samstagabend einen Zettel mit folgendem Inhalt in meinem Zimmer: Sehr geehrte Frau S... Bitte, fahren Sie Ihr Auto auf den hinteren Parkplatz, da Sie die Ausfahrt blockieren. Vielen Dank."
Ja, was gilt denn nun? Woher, bitteschön, soll ich wissen, dass am Samstag nicht mehr gilt, was am Donnerstag angewiesen?
Aber es kommt noch dicker. Da ich schon mal dabei bein, nun noch folgende Meisterleistung: Darauf vertrauend, dass stimmt, was mir die "freundliche Stimme" an der Rezeption erklärte und ich in Ihrer Gästeinformation nachlesen konnte (z. B. unter "H" wie Hoteleingang, "R" wie Rezeption oder "S" wie Schlüssel, Fußnote), gab ich beim Verlassen des Hotels am Mittwochmorgen den Schlüssel ab, fuhr nach Dresden und kam mit der Fähre im 21.30 Uhr zurück (Beleg vorhanden). Am Hotel war ich um 21.45 Uhr , durchaus rechtzeitig im von Ihnen angegebenen Zeitrahmen (Zeugen vorhanden). Nur: das Hotel war bereits geschlossen, der Eingangsbereich abgedunkelt, keine Menschenseele weit und breit. Selbst wenn "nicht mehr viel los" war (Zitat Küchenhilfe), genügt ein Blick auf das Schlüsselbrett um festzustellen, dass man - so lästig das sein mag - an diesem Abend bist 22.00 Uhr ausharren muss. Erst danach wäre ich für mein Zuspätkommen zu Recht bestraft worden. Aber so? Können Sie sich meine Panik vorstellen? Was ist das für ein merkwürdiges Verständnis von Gastpflege oder Verlässlichkeit?
Aber es ist ja nochmal gut gegangen - für Sie und für mich. Irgendwo in der Küche brannte noch ein schwaches Licht und eine freundliche "Küchenfee" ließ mich schließlich nach vehementem Klopfen ein.
Bevor Sie mich jetzt als lästige "Mecker-Wessie" abtun, möchte ich Ihnen sagen, dass ich mich hier ansonsten einigermaßen wohl gefühlt habe und mein "Gemeckere" nichts mit West-Ost-Mann-Frau-blond-dick-doof oder dünn zu tun hat. Das alles war einfach nur überflüssig, gedankenlos und schlechter Stil."


Soweit mein Brief an Sie, den ich - ich gebe es zu - recht angesäuert verfasst habe. Vielleicht - sogar wahrscheinlich - hätte ich ihn gar nicht abgegeben sondern beim Räumen des Zimmers eingepackt oder zerrissen, der größte Ärger verraucht ja meist schnell wieder, wenn die Tage ansonsten angenehm verlaufen. Aber Merkwürdiges geschah damit: ich ließ ihn am Tag der Abreise auf dem Tisch (keineswegs offensichtlich) unter anderen Papieren liegen und brachte gegen 8 Uhr eine Tasche ins Auto, das war vor dem Frühstück, das Zimmer noch nicht bezahlt und bis 11.00 Uhr gemietet. Eben stand ich an der Rezeption um meine Rechnung zu begleichen, als eines der Zimmermädchen hinzukam, mit breitem Lachen im Gesicht meinen Brief schwenkte und ihn selbstverständlich an der Rezeption abgab. Mir blieb die Spucke weg ob dieser Dreistigkeit und die anschließende Diskussion war so atemberaubend, dass ich sie kaum noch wiederholen kann. Fakt bleibt für mich, dass Sie ein Schreiben, das (noch) nicht Ihr Eigentum war, aus meinem noch gemieteten Zimmer entwedeten und das auch noch für völlig in Ordnung erklärten. Das geht ja wohl mal gar nicht, so etwas darf durchaus als Diebstahl bezeichnet werden und ich bin im Nachhinein froh, kein Geld oder anderes vertrauensvoll im Hotelzimmer zurückgelassen zu haben. Seltsam fand ich auch, dass, kaum hatte ich das Zimmer verlassen, offensichtlich ein "Kontrollgang" stattfand. Das weckt ganz unheimliche ehemalige-DDR-Assoziationen, ich kam mir in diesem Augenglick überwacht und mein Zimmer durchsucht vor. Haben Sie nichts (dazu) gelernt?

Noch kurz zu meiner Diskussion an der Rezeption: negative Werbung verbreitet sich um ein Vielfaches schneller als zufriedene Rückmeldungen. Erlebnisse der unheimlichen Art sind einfach interessanter zu erzählen - das ist Ihnen ja bestimmt bekannt. Um so unerklärlicher war für mich die Reaktion der diensthabenden Dame, die genau das bedauerte, Verbreitung von (negativen) Erfahrungen via Internet nicht in Ordnung fand aber keinerlei Fehlverhalten an Ihrem Haus ausmachen konnte. Nicht einmal ein leises Bedauern klang an.

Zurück zum Auto, das ja nun leider zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle abgestellt war. Da war die Lösung der Rezeptionsdame ganz einfach, denn schließlich könne sie nicht jedem Gast erklären wie lange er wo sein Auto parken dürfe, so würde sie ja nicht mehr fertig werden mit ihrer Arbeit. Da bin ich ganz anderer Meinung: das genau nämlich sehe ich als ihre Arbeit (und nicht das Schwatzen und Schwadronieren untereinander) - die Koordination innerhalb des Personals muss stimmen, so dass nicht die eine als Lösung verkündet, was die andere wenn auch zwei Tage späterfür unmöglich erklärt. Ein kurzer Hinweis hätte genügt. Und zum zu früh abgeschlossenen Hotel noch dieses: Sie - die Rezeptionsdame - konnte meinen Verdruss nicht nachvollziehen, ich sei ja schließlich noch (irgendwie) ins Hotel gekommen. Kein Wort der Erklärung, kein Wort des Bedauerns. Alles also halb so schlimm und letztlich "selber schuld". Wie einfühlsam.


Klar für die Dame an der Rezeption war während unserer Auseinandersetzung, dass sie - die Belegschaft - nichts dafür könne, wenn ich nicht zufrieden war.
So geht das natürlich auch. Schuld sind immer die anderen, vornehmlich die, die sich nicht alles gefallen lassen (wollen); eine gewisse Differenzierung meinerseits (Ärger über das eine, Zufriedenheit über vieles andere) war wohl zuviel verlangt; ich sah mich mit Schwarz-Weiß-Denken und Pauschalisierungen  konfrontiert, entweder ich bin für Sie oder gegen Sie, dazwischen scheint es nichts zu geben.
Wozu fragen Sie eigentlich explizit nach "Lob, Kritik, Hinweise oder Vorschläge für Verbesserungen", wenn Sie diese gar nicht hören wollen, wo es doch offensichtlich gar nichts zu verbessern gibt?
Ich werde Sie weiterempfehlen.

Fußnote
Zitat: Bitte nehmen Sie den Eingangsschlüssel mit, sollten Sie nicht bis 22.00 Uhr im Hotel sein (Herv.Verf.).
Umkehrschluss: bis 22.00 Uhr brauche ich ihn also nicht. Richtig?



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