Samstag, 27. Juli 2013

Eine Woche voller Rügen

"Dieser Urlaub war der schönste überhaupt", schwärmt meine Freundin nach jedem Urlaub. Sie fühle sich soo erholt. Vielleicht liegt es daran, dass immer der letzte Urlaub bestens in Erinnerung ist, sie belebt, die Eindrücke intensiv sind, der Erholungswert hoch und sie sich an die Erholung vergangener Urläube nicht mehr recht erinnern kann.

Wie dem auch sei - ich wandle ihren Satz einmal ab und behaupte: Dieser Urlaub war einer der schönsten.
Erholung sieht zwar anders aus, die findet im Anschluss zu Hause statt, aber wir nutzten die Zeit, um mit viel Muße viel zu sehen. Schließlich wollten wir Ruhe, Natur und Nationalpark. Dank der vielen Naturfotografen-Freunde meiner Tochter waren wir bestens mit Insider-Tips versorgt, konnten so manche Touristenfalle umgehen und hatten ein ansprechendes Alternativprogramm. Wir wussten, wo es die besten Fischbrötchen ("goldenes Fischbrötchen") gibt, wo den besten Kaffee, die idyllischsten Örtchen, wenig begangene Wege im Buchenwald, wo die 101 Gespensterchen leben und welcher Stadtbesuch sich lohnt. Schließlich waren wir hauptsächlich auf der Suche nach dem "morbiden Charme" der Seebäder.



Schon mit der Ferienwohnung hatten wir großes Glück. Direkt am Nationalpark Jasmund gelegen, keine fünf Gehminuten von den Kreidefelsen und winzig klein: Schlafzimmerchen, Küche, Dusche, kleines Wohnzimmer und ein schöner Terrassenplatz. Die Ausstattung war annehmlich und wohl durchdacht, auch in der Küche fehlte nichts. Als Wilkommensgruß standen sowohl auf dem Küchentisch als auch auf dem Wohnzimmertischchen eine Rose, auf jedem Bett lag eine Schokoherzchen mit einem gebastelten (Schoko)mäuschen, in der Küche Sekt mit Gläsern und neben einem Willkommensgruß der geschriebene Hinweis: Kuchen ist im Kühlschrank. Einmal die Woche bekommt dort jeder Gast Frühstücksbrötchen und frisch gekochte Eier an die Tür gebracht - am Dienstag waren wir dran. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Auch wenn wir vergleichsweise wenig in unserem Domizil waren, es eher wie ein Basislager nutzten, schätzten wir doch dieses friedlich-aufmerksame Heim auf Zeit.



Während andere Urlauber vielleicht lieber Türmchen bauten, hörten wir lange den Rotbauchunken in einem See des Nationalparks bei ihrem traurig anmutenden Gesang zu oder einer Nachtigall, die in einem Busch dicht vor unseren Augen sang, wanderten oftmals weitab vom Menschentrubel durch die Stille und genossen die weite Sicht aufs Meer. Wir schauten beim Fischeräuchern zu und probierten immer neue Sanddornprodukte. Am letzten Tag kaufte ich uns - als Reiseandenken - zwei Sanddornsträucher und in meinem Garten gibt es nun das "Rügener Eck".



Natürlich wollte ich - touristisch hin oder her - Seebäder sehen! Die Seebrücke von Sellin und die Leuchttürme von Arkona! Ich stellte mir zu Hause schon vor, endlich einmal entspannt in einem Strandkorb sitzen zu dürfen und wir wollten beide auch unbedingt nach Hiddensee, dem magischen Klang dieses Namens folgend. All das haben wir auch gemacht. Im Nachhinein würden wir die Zeit teilweise anders nutzen, denn eindrücklich in Erinnerung bleibt uns hauptsächlich anderes. Proras KdF-Bad zum Beispiel. Aber das weiß man alles erst hinterher. Zu entdecken hätte es noch vieles gegeben. Schade war es uns zum Beispiel um den Baumwipfelpfad in Prora. Der hatte leider noch nicht geöffnet.



Am letzten Abend, am Ziel unseres letzten Spazierganges, fanden wir am Strand neben dem kleinen Wasserfall nicht nur das Steintürmchen sondern auch diesen Gruß, mit Kreide der Kreidefelsen geschrieben, von unbekannter Urlauberhand:




Fotos: alle Rechte bei Magdalena Schaaf.
Noch mehr Rügen-Bilder gibt es zur Zeit auf ihrem Blog: www.am-Wegesrand.de 

1 Kommentar:

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