Mittwoch, 3. April 2013

und mit der Sommerzeit kam die Sonne ...

Kaum hat die Menschheit an der Schraube der Sommerzeituhr gedreht, schon hat das Wetter ein Einsehen. Sonntagnacht umgestellt - und gleich zwei Tage lang Sonnenschein. Gestern zwar etwas diesig und nicht ganz so  osterspaziergangsmäßig und für heute hat sich das Wetter noch nicht schlussendlich entschieden. Dafür fühlen sich die Tage schon jetzt leicht frühlingswarm an. Frühling goes on. Weil es so einfach scheint, bin ich dieses mal mit der Uhr-Umstellerei einverstanden.
Ausnahmsweise. Dieses Jahr.
Früher, als mein Kind noch ein Kind war und abends der Sommertag kein Ende nehmen wollte, schien es mir es fast ein Unding die Schlafenszeit durchzusetzen. Warum auch in die Federn fallen, wenn draußen der Tag noch tobt. Der nächste Morgen zeigte sich natürlicherweise verschlafen, einmal wegen der frühen Dunkelheit - um halb sieben war es auch damals erst halb-sechs-Uhr-hell - als auch wegen der Morgenmuffelei da sich Kind am Tag zuvor mal wieder durchgesetzt.
Ich selbst habe auch so meine Umstellschwierigkeiten, es fällt mir schwer, an einem Tag in die eine oder andere Richtung eine Stunde auszublenden oder einzuplanen. Obwohl: die andere Richtung - die mit der geschenkten Stunde - läuft bei mir wesentlich reibungsfreier. Dieses mal hatten wir Glück. Durch den Ostermontag konnten wir - und ich im speziellen - die Umstellung langsam angehen lassen. Stehe ich an diesem Sonntagmorgen zur gewöhnlichen Zeit auf, die  Zeiger der Uhr am Vorabend noch nicht weitergerückt, irritiert mich als erstes die Zeitansage im Radio: Oha, diese eine Stunde  hatte ich vergessen, verplant, verpennt. Um neun ist es schon zehn. Die Wirklichkeit beginnt mich einzuholen. Und ich werde - kaum dem österlichen Frühstückstisch den Rücken gedreht - schon das Mittagessen vorbereiten müssen. Am Nachmittag des verkürzten Tages falle ich von der ausführlichen Kaffeetafel mit Verwandtschaftsbesuch direkt in die Abendbrotvorbereitungen. Der Tag fühlt sich satt und ermüdend an.
Diesen ersten  Sonntag kann ich noch als Übergangstag mit einem geheimen Halbstundenverschiebungstakt  bemogeln, normalerweise ist es spätestens am Montagmorgen, wenn der umgestellte Wecker frühmorgens klingelt, mit solchen Annehmlichkeinten vorbei. Dieses Jahr hatten wir den Montag als zusätzlichen Schonungstag. Ein kleines Zeitpolster schien dazwischen geschoben.

Und abends bleibt es jetzt schon erstaunlich lange hell. Was sich auf den Sommer zu noch steigern wird und ich erinnere mich mit einem mal, dass seit Sonntag die Zeit begonnen hat, in der ich abends viel zu lange im Garten arbeiten und keinen wirklichen Feierabend, keinen gemütlichen Abspann mehr habe werde: Kein "carpe diem", eher schon ein "nutze den Tag".  Ich gehe rein, wenn es zu dunkeln beginnt: nach der Dusche direkt ins Bett.

Aus der benachbarten Landwirtschaft weiß ich, dass ich nicht die einzige bin, die es zu lange draußen bei der Arbeit hält.  Dort erschweren die Umstellungen zusätzlich die Tierhaltung, es kommt zu  Probleme mit Füttern und Melken der Kühe.

Dagegen nimmt unser Hund gerne eine Stunde früher sein Fressen - da hat er sich flugs dran gewöhnt, anders wird es im Herbst aussehen, wenn er etwas länger warten muss und ich ihm hartnäckig versuche, die Uhrzeit zu erklären ("Schauf auf die Uhr"!). Das interessiert ihn dann einen Pfifferling und er wird auch dieses Jahr wieder versuchen, mich anzutreiben, damit das Esssen endlich in den Topf kommt. Drängelt er nur hartnäckig genug, hat er auch tatsächlich jedes mal Erfolg - davon ist er jedenfalls fest überzeugt.


Um nicht missverstanden zu werden: Ich habe nichts gegen die vorgerückte Stunde der Sommerzeit. Ich bin aber entschiedener Gegner der Umstellerei. Im Winter, wo es so lange so dunkel ist, würde ich  die eine Stunde mehr Helligkeit freudig begrüßen, da wäre sie mir so richtig willkommen. Ob ich um sechs oder sieben Uhr morgens im Dunkeln das Haus verlasse oder die Zeit verschlafe wäre mir nicht so wichtig wie abends ein klein wenig länger hell - und vielleicht auch noch ein klein wenig Sonnenschein, aber ich fürchte, an dieser Schraube kann nun wirklich keiner drehen.
zu guter Letzt:

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