Montag, 7. Januar 2013

Flops des Jahres 2012

Nachdem meine meist mehr gelungenen Nähvorhaben einen schönen bilderreich-ausschweifenden Rückblick-Post bekamen, dürfen sich nun die Flops 2012 zu Wort melden. Sie haben mich viel Zeit und Energie gekostet, ihnen sei dieser liebevoll gestaltete Post gewidmet.
Flopmäßig startete 2012 erfolgversprechend mit meinem misslungenen Silvesterkleid. Begonnen hatte ich es zwischen Weihnachten und Neujahr, zu retten, was möglich schien, versuchte ich Anfang Januar. Von daher darf ich es ruhig als Auftakt zu einem nicht sehr flopverwöhnten Jahr rechnen.

Ein Flop ganz anderer Art war dieses Kleid:



das einziges gekaufte Kleid der letzten Jahre, dazu noch ein Stokx-Kleid aus dunkelblauem Jersey. Es ist wunderschön, passt gut, steht mir gut, ist ein recht individuelles und kein Stange-Kleid - aber - jetzt kommen wir zum großen ABER:
Frau Stokx überließ mir das Kleid leicht vergünstigt, weil ich es selbst kürzen durfte, ich kaufte es am letzten Tag meines vorletzten Berlinbesuchs. Kürzen kann ich schon, doch es zog sich hin, denn kürzen ist nicht so mein Ding, Kleider nähen schon, also kam ein Kleid jahreszeitenmäßig zum nächsten und das Stokx-Teil blieb im Schrank: Frühjahr, Sommer und den Herbst - jetzt habe ich mich erbarmt, bevor es depressiv wird - nein, das will ich nicht - ich habe es tatsächlich gekürzt, Rock- und Ärmelsäume genäht. Es will vielleicht auch einmal getragen werden!
Und genau das ist der Punkt: ich habe es bisher nur zweimal getragen (und für dieses Foto). Das ist zu wenig. Dafür war es zu teuer. Es flopt, weil ich es nicht trage - fast schon tragisch, dieses Schicksal hat es eigentlich nicht verdient.
Es hat noch Chancen aus der Warteliste gestrichen zu werden, denn eigentlich hängt es noch im Vorlauf und muss sich mühen, ein echter Flop zu werden. Warten wir dieses Jahr ab, dann weiß ich genauer wohin es zielt.



Nun kommen wir zum nervenaufreibendsten Flop des Jahres, mein Knip-Kleid 105. Ich hatte meine Maße, ich hatte den Schnitt, ich hatte die Maße auf dem Schnitt nachgemessen, ich habe ordentlich genäht. Aber es passt nicht. Passiert mir selten, kommt aber vor. Im Unterschied zum Silvesterkleid ist dieses zu groß geraten und beult an allen Ecken und Enden. Für dieses Kleid dürfte ich gerne noch einige Kilos zunehmen. Mit Shirt drunter könnte ich es etwas auspolstern, mit Gürtel in der Taille verjüngen, aber es gefällt mir nicht!! Der Stoff hätte wohl doch eher ein Rock (ein Bleistiftrock) wie ursprünglich vorgesehen werden sollen.





Crepe-Colette ist der Ausnahme-Flopfall des Jahres, denn ich habe es  2011 genäht aber kaum getragen und 2012 getragen aber nicht genäht. Ich hatte schon beim Nähen meine Schwierigkeiten und die setzen sich beim Tragen fort. Ich komme mir vor wie aufgeplustert und eingewickelt, es weckt Knallbonbon-Assoziationen in mir - meine anfängliche Begeisterung ist mittlerweile einer blanken Ernüchterung gewichen. Es scheint bei der Akzeptanz dieses Kleides wie bei einem Pingpongspiel hin und her zu gehen: 2011 gefiel es mir einigermaßen gut, ich fand es zeitweise sommerlich beschwingt, aber der Mann für's Leben fand mich darin kugelig und rund (was erklärt, dass ich es relativ wenig angezogen habe), 2012 war es genau andersrum. Mal abwarten, was 2013 bringt, vielleicht siegt da wieder die Begeisterung. Also auch auf die Warteliste.





Manchmal sollte man es bleiben lassen, wenn man sich nicht 100 Prozent sicher ist und die Familie unisono den Kopf schüttelt. Sie wussten es alle mal wieder besser als ich. Dabei gefiel mir dieser Stoff an meiner Freundin so gut - an mir leider nur mäßig. Wenigstens habe ich den Original-Wasserfall-Schnitt an diesem Stoff testen können, er passt recht gut, aber eigentlich ist mein Wasserfall-Kleid Marke Eigenbau kleidsamer. Ich verleihe diesem Kleid den Status des Probekleides, dann tut die Entsorgung nicht so weh.



Zum Schluss bleibt mir noch das Opernkleid in  die Flopliste einzureihen: Leinenoptik mit Edelknitter, auf Figur genäht und nach einem halben Jahr auf Figur verjüngt - ich hatte abgenommen. Mit etwas mehr Taille gefiel es mir noch viel besser. Trotzdem ziehe ich es nicht an. Untertags - im Alltagsmodus - fühle ich mich darin nicht recht wohl, der Kragen stört bei der Arbeit, ich muss ihn immer mal wieder zurecht rücken. Und abends habe ich selten Gelegenheit, dieses Kleid auszuführen, zumal die Konkurrenz groß ist. Ich friere viel und oft am Hals, aber für einen Schal scheint es nicht geschaffen - eigentlich alles Gründe, es nicht zu nähen und alles Dinge, die mir schon vorher hätten auffallen können. Aber so ist das halt, wenn man unbedingt etwas haben-haben möchte.

Das waren mehr oder weniger große Flops aus dem Jahre 2012 und solche, die es noch werden wollen. Ich habe diese Kleider alle gerne genäht, ich habe bei jedem etwas gelernt und wenn es "nur" die routinierte Vorgehensweise war oder die Auseinandersetzung mit der Anleitung oder deren Übersetzung - Wasserfall, ich grüße dich! Ich empfinde sie also nicht als überflüssig was den Entstehungsprozess oder die investierte Zeit betrifft. Ich finde nur überflüssig, dass sie jetzt auf meiner Kleiderstange hängen. Vielleicht muss ich mich in Zukunft noch mehr fragen: passen Stoff und Schnitt wirklich zu mir und wenn ja: werde ich das Kleid auch tragen? Vielleicht gibt es dann weniger Flops. Das wäre ein Ansatz. Ein ziemlich guter. Ein Vorsatz für 2013.

Kommentare:

  1. Also das erste (gekaufte) Kleid steht Dir doch sehr gut und sollte auf keinen Fall im Schrank versauern!
    Schön, dass Du die Flops so mit Humor nehmen kannst. Beim Stricken kann man ja immer wieder ribbeln, kannst Du beim Nähen auch noch was anderes aus den ungeliebten Kleidern machen?
    Liebe Grüße, Juliane

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  2. Liebe Firederike,
    respekt! es ist mutig,sher sogar,allen fehler in die augen zu sehen und zu akzeptieren,dass man hier und da es doch nicht geschafft hat,wie man es wollte.
    wenn du nichts dagegen hast, könnte ich dir paar tipps geben.
    in der zukunft kaufe dir stoffe, die zu dir passen-eventuell eine farbberatung in anspruch nehmen, oder selbst mit dem farbtyp auseinander setzen.
    bei den flops empfehle ich 2 lösungswege:
    1.du wirfst es weg,damit du dich von der psychischer last befreien kannst und platz für neue gute kleidungsstücke machst
    2.du veränderst/verwandelst die sachen in etwas anderes.
    z.b. aus den kleider röcke machst. dabei kannst du deine kreativität spielen lassen,dass du eventuell diese stoffe verzierrst, beschmückst,mit den anderen kombinierst, neue elemente hinzufügst-was auch immer.
    dein wasserfallkleid kann man in ein sommerkleid für garten- oder schwimmbadkleid umwandeln usw.
    mittlerwiele gehe ich mit den flops so um,dass ich sie ändere.weil ich weiß,dass ich sie sonst nie tragen werde, und dafür habe ich keinen platz im schrank und sie würden mich ärgern und runterziehen.
    na, was meinst du?

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    1. liebe Julia, ich glaube, man wächst an seinen Fehlern. Von daher ist es nur folgerichtig, sich mit nicht so gut Gelungenem auseinanderzusetzen und zu analysieren, worin das MIssfallen liegt. Man muss das ja nicht unbedingt öffentlich machen, andererseits: was vergeb' ich mir, wenn ich zeige, dass nicht alles 100% ist?
      Danke für die Tips, ich habe mir durch deinen Kommentar überlegt, was die Konsequenzen sein könnten und denke so vorzugehen:
      1. dem Stokx-Kleid gebe ich die Chance, sich zu einem Tragekleid 2013 zu entwickeln. War zu teuer es wegzuwerfen, zu zerschneiden oder zu verschenken.
      2. Wenn der Stoff im Rockteil reicht, wird Kleid 105 vielleicht doch noch ein Bleistiftrock.
      3. Crepe könnte ein Kinderkleid werden, der Stoff ist so schön, er gefällt mir immer noch gut, genäht ist es ordentlich, vielleicht verschenke ich es an eine Freundin. Dann ist es entsorgt aber nicht weggeworfen.
      4. Mit dem Wasserfallkleid wird es nichts mehr. Ich kann den Stoff nicht mehr sehen.
      5. Mein "Opernkleid" - tja, darüber grüble ich am meisten. Das Kleid ist schön, der Stoff und die Farbe. Darum wäre es schon schade, wenn ich nicht eine Rettung fände. Ich überlege an einem passenden "Unterteil", sprich Shirt oder ähnlichem. Dann wird es tragbar. Vielleicht finde ich noch was dafür.

      Die meisten Kleider hängen momentan auf der "Sommerstange" auf dem Speicher. Ich begegne ihnen also nicht ständig. Bis zum Frühjahr möchte ich im ein oder anderen Fall eine Entscheidung treffen. Das Silvesterkleid 2012/13 habe ich bereits weggeschmissen, da war nichts mehr zu retten. Ich habe mich immer geärgert, wenn ich es gesehen habe. Also lieber fort damit!!!

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