Donnerstag, 29. November 2012

Pilzköpfe

Nicht nur ich, auch die Kindergarten-"Bastelmuttis" waren fleißig:



Steinpilz
Rotkappe
Fliegenpilz
Birkenpilz
Hexen- und Maronenröhrling


sie alle waren rechtzeitig vor dem Basar fertig geworden.

Mittwoch, 28. November 2012

Novemberkleid

Regenbild mit Schirm. Nicht so ungewöhnlich am MeMadeMittwoch. Ungewöhnlich war, dass ich den Schirm zunächst nicht fand. Da muss es in letzter Zeit einige trockene Tage gegeben haben. Der Mann für's Leben muss noch üben, den Schirm zu dirigieren um mit ohne Kopf zu fotografieren. Die H.u.H.-Fotografin beherrscht diese Technik perfekt.


Genäht habe ich dieses Kleid im April. Schon dort nannte ich es "Novemberkleid". Wegen des Stoffes. Er ist so dunkel wie das Laub im November und das stilisierte (Blumen)Muster erinnert stark an Nebelschwaden. Das Kleid war eigentlich als "Probierer" für ein  anderes gedacht, erstaunlicherweise ziehe ich es aber immer wieder gerne an. Die Leggins sind ein gewollter Kontrapunkt - ich hätte vor ein, zwei, drei Jahren nie gedacht, dass ich mal quietsch-türkise Leggins freiwillig anziehen würde. So ändern sich die Zeiten und mit ihnen der Geschmack  - oder der Mut.
Der Stoff sollte ursprünglich eine Sommerhose werden, eine mit Gummizug und angenehmer Weite. Dann habe ich ihn zunächst mangels Lust auf Hose zur Seite gelegt, um ihm schließlich eine neue Widmung zu verpassen: ein Probekleid. Dazu musste ich, nicht ganz dem Schneider-Einmaleins folgend, den Stoff quer verwenden, den Fadenlauf also im rechten Winkel zum ursprünglich verlaufenden. Er hat nämlich, schaut man in der Vergrößerung genau hin, kleinste Biesen. Sie verlaufen quer zum Fadenlauf, bei einer Hose hätte das gut so gepasst, aber bei diesem Kleid mit vorderer Mittelnaht war mir es zu heikel, dass die Biesen nicht passgenau aufeinander treffen. Das wiederum hätte mich so sehr gestört wie verlaufendes Karo.  Also musste ich zu dem kleinen Trick greifen. Jetzt gehen die Biesen von oben nach unten. Kleiner Nebeneffekt: längs macht etwas schlanker als quer.

Für noch mehr schöne Kleider geht es hier entlang- mittwochs treffen sich die fleißigen Schneiderinnen auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Lieben Gruß an Frau Wiebke, die für heute die Moderation übernommen hat.

Der Schnitt ist Simplicity 4456, als dünnes Sommerkleidchen habe ich es hier schon mal gezeigt. 

Dienstag, 27. November 2012

"Schnäppchen"-Schnitte und Weihnachtskleid-Sew-Along

Immer mal wieder auf der Suche nach schönen Kleiderschnitten stellte ich im Oktober fest, dass
Vogue-Schnitte stark reduziert waren und ich nicht widerstehen mochte. Tagelang schlich ich um diverse Online-Shops herum. Soll ich - soll ich nicht? Will ich - will ich nicht? Brauch ich - brauch ich nicht?
Gründe für's Habenhabenwollen finden sich leicht, da brauche ich nicht lange nachzudenken. Stärkstes Argument: der Mantelschnitt war 17,50 Euro teuer, dafür bekäme ich jetzt fast zwei!
Also habe ich mich gegen alle Vernunft durchgesetzt und kurz vor knapp ein paar wenige bestellt. Letzte Woche kamen sie. Irgendein Verwechslungsfehler ließ mich warten. Jetzt bin ich wieder auf der Suche. Dieses mal in Regal und Ordnern. Nach dem richtigen Schnitt und dem richtigen Stoff. Und wie es der Zufall so will, steigt bei Katharina ein Weihnachtskleid-Sew-Along. Thema des ersten Nähtreffens ist:



Weihnachtskleid-Sew-Along 2012 Teil 1: Motivation und Link-Sammlung
Was mag ich anziehen, lieber ein Kleid oder ein schickes Hosenoutfit? / Wo kriege ich den Schnitt her? / Wer hat eine Idee für einen tollen Blusenstoff? / Ich weiss schon was ich nähe und zwar das hier. / Kennt jemand einen Schnitt für so etwas? / Ich habe einen tollen Schnitt gesehen, den muss ich Euch unbedingt zeigen. / Ich weiss noch garnicht was ich nähen soll.



Ich weiß schon fast was ich nähen möchte:  ein rasend-schickes Kleid, das Aah- und Ooh-Begeisterungsstürme hervorruft und gleichzeitig soll es (natürlich) sehr bequem sein. Warm hätte ich es gerne und fleckenresistent in der Farbwahl - das Weihnachtsmenu mit Schürze servieren möchte ich mir ersparen.  Das wären die wichtigsten Vorgaben. Vielleicht kommen andere im Verlauf des Posts noch dazu.

Voll motiviert habe ich meine Schnittmuster und Stoffe, die in Frage kommen könnten, fotografiert. Vielleicht kann ich so erfühlen, ob was genau in Frage kommen könnte, vielleicht werde ich mir selbst widersprechen, vielleicht werde ich zum Schluss ganz was andres nähen oder zwei - mal schauen. Ich habe so viele schöne Kleiderschnitte, nicht jeder eignet sich zum Weihnachtskleid, aber es bleiben noch genügend für eine Qual der Wahl.




 Vogue 1254:


Festliche Weihnacht stelle ich mir in diesem Kleid vor, die Sache mit dem Menueservieren könnte ich zur Not anderen Familienmitgliedern überlassen. Üppig essen darf ich darin wahrscheinlich nicht, so figurbetont wie das Kleid erscheint.Dafür denke ich noch einen Stoff suchen zu müssen.



Vogue 1169:

Noch festlicher wird es mit Vogue 1169, allerdings friere ich jetzt schon beim Anblick des weiten Ausschnittes und der kurzen Ärmel. Deshalb nur halb geeignet - aber immer noch in der engeren Wahl - allerdings- Stoffsuche auch hier.


McCalls 4769

So stelle ich mir Weihnachten vor: so rot wie das Kleid rechts unten. Und mit langen Ärmeln.
Dieses Kleid erscheint feminin, bequem, schick und kann sicher auch für Winterspaziergänge rustikal uminterpretiert werden, es ist ein geheimer heißer Favorit.


 Vogue 8685:

Der nächste geheime heiße Favorit heißt Vogue 8685. Bequem, lässig, schick, weich, anschmiegsam: Ich liebe Jerseykleider. In ihm wären wohl die bequemsten Weihnachten möglich.

  


Ich glaubte bis gerade eben, dieses Kleid unbedingt nähen zu müssen, die Langarmversion, bin mir aber mittlerweile nicht mehr ganz so sicher, obwohl ich einen schönen Stoff dafür hier liegen habe - ich schwanke, und denke nach.



Kleid aus der neuen "Meine Nähmode", Modell 49

Dieses Kleid aus der aktuellen Meine Nähmode könnte auch ein Weihnachtskleid werden wollen. Oder eher ein Silvesterkleid? Nächste Woche treffe ich mich mit Karin, ein kleiner Abstecher zum Schwarzwälder Stoffhaus macht mir die Entscheidung vielleicht leichter, falls ich dort noch einen entsprechenden Jersey finde und mich noch nicht festgelegt haben sollte. Nähen möchte ich es mir auf jeden Fall, jetzt oder später.

 - - - - -

Winterwarme Stoffe habe ich einige in meinem Stoffregal liegen, zu Kleid und Weihnachten sollten sie noch passen. Der geblümte fühlt sich an wie Velours, er hat eine angerauhte Oberfläche. Mir gefällt er gut. Im Unterschied zum schwarzen Weihnachtskleid 2011 bekäme mein diesjähriges Weihnachtsoutfit reichlich Helligkeit.
Allerdings ruft noch keiner der Schnitte dringend nach ihm:



Der karierte Stoff überlegt sich zur Zeit ob er Vogue 8280, 1169 oder 1254 werden möchte. Ich kann ihm weder in seiner Wahl widersprechen noch momentan bei der Entscheidung helfen:





Dieser winterwarme Stoff blieb vom letzten Winter-Stoffeinkauf liegen. Was ja nicht gegen ihn sprechen muss. Das Kleid, das ich damals in ihm sah, ist heute nicht mit in der Auswahl, aber vielleicht ruft ja noch irgendein anderer Schnitt danach - noch höre ich allerdings nichts.
Sollte ich mich für ihn entscheiden, wird das Kleid also wahrscheinlich ein völlig anderes werden (müssen):




Zwei meiner am längsten gehüteten Stoffe sind diese beiden. Sie sind relativ dünn und müssten auf jeden Fall gefüttert werden um sie einem verfrorenem Menschen auch nur annähernd als Weihnachtskleid attraktiv erscheinen zu lassen. Gefallen tun sie mir immer noch sehr, nicht umsonst umsorge ich sie mit besonderer Wachsamkeit:



Winterwarmer Jersey in GRAU. Damit wollte ich eigentlich das Titelbild-Modell aus Meine Nähmode mit dem Wasserfallausschnitt nähen. Kleine Umbesetzungen sind aber immer möglich und so überlege ich jetzt, diesen Schnitt mit Modell 49 aus MeineNähmode oder Vogue 8685 zu kombinieren. Edles Weihnachtsgrau - das hätte was:



Jetzt wo ich Schnittmuster und Stoffe so aufgelistet vor mir sehe, fällt mir die Entscheidung kaum leichter als zuvor. Aber bis Sonntag habe ich ja Zeit  um in Gedanken schon mal Modelle mit Stoffen zu kombinieren. Von den Farben her gibt es eher gedeckte Weihnachten, von den Schnittmustern her ist noch alles drin von besonders aufwendig und präsentabel bis hin zu (sau)bequem.

Noch mehr Schnittmuster-Vorschläge, Stoffe und Entscheidungen gibt es auf dem Weihnachtskleid-Sew-Along-Sammelpost bei Katharina / Sewing addicted.
Vielen Dank für die Sew-Along-Organisation.

Sonntag, 25. November 2012

Ziel erreicht!


 
Geschafft! Rechtzeitig zum "Großen Finale" ist auch mein Mantelprojekt beendet.
Die Knopflöcher haben mich die letzten Nerven gekostet, Schweißausbrüche und Herzrasen verursacht, aber all das ist vergessen in der großen Begeisterung meines Wintermantel-Finales.

Und wie vielseitig er ist - wie toll er sich kombinieren lässt! Ich bin mächtig beeindruckt - von mir natürlich, aber auch vom Mantelschnitt, von meiner gestressten Ausdauer, von Karins unendlicher Geduld, vom richtigen Kauf des warmen Stoffes im letzten Jahr (er wärmt obwohl der Stoff nur 15 Euro gekostet hat, ich kann es kaum glauben, das Viscose-Futter stammt vom Maybachufer, Berlin, für nur 4 Euro den Meter)), von der Farbe, mit der ich dieses Jahr leicht haderte, von meiner Nähmaschine - nein, von der nicht, die ließ mich bei den Augen der Knopflöcher im Stich!

Mein(!) Mantel passt zu Kleid, Rock und Hose, mit und ohne Stiefel

und zu Schals aller Art.



Ich kann den Kragen aufstellen,



das Revers dazu noch hochklappen,



zeige natürlich gerne seine schönste Seite



bei nicht ganz so kaltem Wetter, nämlich das schöne Innenfutter

und werde ihn sicher gerne offen tragen



oder lässig mit Händen in den Taschen.



Er versteht sich jetzt schon bestens mit meiner neuen Handtasche




und auch mit der meiner Tochter -


das ganze natürlich wahlweise mit und ohne Schal, mit hochgestelltem Kragen und Revers oder nur einem davon

undsoweiterundsoweiter - ein Mantel also mit viel Potenzial für ein immer wieder anderes Erscheinugnsbild.


Nach anfänglichem Probelaufen, schneller Aufholarbeit, praktischer und telefonischer Hilfen meiner Freundin Karin, verschiedener Krisen mit zuletzt nervenaufreibenden Knopflöchern bin ich nun froh dieses Projekt beenden zu können.
Ein nächstes wartet nämlich schon: die Tochter möchte, bräuchte, bittet - und dann ist da noch mein Weihnachtskleid nebst zugehörigem Sew-along.
Danke sagen möchte ich noch einmal den beiden Organisatorinnen Lucy und Catherine für ihren Sew-Along, für die Verlinkungsplattform auf ihren blogs und die vielen Informationen, die sie zusammen gestellt haben.

Die anderen fertigen Mäntel gibt es hier zu sehen, das Große Finale kann beginnen.






Freitag, 23. November 2012

drei Schnitte - ein Kleid




Wenn sich dieVorstellung eines bestimmten Kleides bzw. eines bestimmten Schnittes im Kopf wie festgenagelt über eine lange Zeit hält, wird es Zeit die Umsetzung zu planen. Bei mir war die Vorstellung ein Kleid mit V-Ausschnitt, eventuell mit Wickeloptik-Oberteil, schlankmachender Taille durch viele Abnäher, lange Ärmel, weitschwingendem Rock und das ganze bitte aus winterwarmem Jersey.  Mein Kleid hier ist aus Romanit-Jersey, den ich vor mehr als einem Jahr für 4 Euro den Meter im Schwarzwälder Stoffhaus in Schramberg kaufte.
Ideen, wie ich diesen Wunschschnitt umsetzen könnte, hatte ich einige, doch dann kam mir der Zufall zu Hilfe - das Titelblatt des neuen Heftes "Meine Nähmode" versprach eine Näh-, Schnitt- und Konstruktionsgrundlage.



Ausschließlich wegen dieses Kleids hatte ich mir das Heft gekauft. Und wurde nur halb enttäuscht - man kann auch sagen: halb beglückt. Das ist Ansichtssache, denn Foto und Schnittzeichnung überzeugten mich mehr als die tatsächlichen einzelnen Schnittteile. Besonders das Rockteil missfiel mir: zu viele breite Falten, die bedrohlich aufzuspringen scheinen, besonders im Rückenteil an nicht vorteilhafter Stelle - oh ja, ich habe rechtzeitig Julias Post zu diesem Schnitt gelesen.



Also musste ein neues Rockteil her. Ein bewährtes. Weit schwingendes. Schmal anliegendes. Simplicity 7275.
Das war Änderung Nummer eins.
Dieses Rockteil liegt schön an und es wirft keine Sprungfederfalten.
Dann fanden die Ärmel des Original-Meine-Nähmode-Schnittes keine Gnade. Zu weit. Und bitte keine Falten oder Abnäher am Handgelenk, höchstens ein klein wenig gepufft am Oberarm, so wie beim Onion-Knotenkleid.
Das war Änderung Nummer zwei.



Weitere Änderungen betrafen die Passform. Zuerst musste ich laut Schnittmustermaße an jedes Seitenteil im Taillenbereich 1 cm zugeben, daraufhin konnte ich aber wieder 2 cm heraus nehmen. Wieso so oft die angegebenen Maße nicht mit meinen übereinstimmen verstehe ich nicht, werde mich aber beim nächsten Nähtreffen von Karin von ihr neu ausmessen lassen. Es ist vollkommen unwahrscheinlich, dass ich so viel abgenommen haben könnte, das müsste ich doch sehen! Wahrscheinlich stimmt mein Kleider-Schönheitsideal nicht mit dem der Schnittkonstrukteure überein. Jedenfalls habe ich das Kleid in der kritischen Taillenzone zweimal enger genäht: einmal die dazugegebenen Zentimeter wieder abgezogen und dann noch einige weitere in der hinteren Mittelnaht und an den Seiten. Jetzt liegt es taillentechnisch schön an und ich kann immer noch ganz gut ohne Reißverschluss rein und raus schlüpfen.



Das Kleid ist letztlich leicht zu nähen. Ich erlaube mir an vielen Stellen großzügigen Dilettantismus - also leichten Pfusch - aber nicht am Ausschnitt, die vordere Optik muss stimmen. Deshalb bin ich froh, dass der Faltenwurf  im Vorderteil ordentlich sitzt. Schnitt und Nähanleitung sind hier richtig gut und die Falten stimmen genau überein. Sie legen sich fast von selbst in die richtige Richtung. Einzig beim Einschieben des rechten Vorderteils ins linke musste ich nachlesen, wie dieses Detail genäht wird. Dieser Punkt verdient einen positiven Vermerk: gutes Anleitungsdetail. Ansonsten näht es sich, wie sich so ein Jerseykleid halt näht: ich habe es wie bei allen neuen Schnitten erst zusammen geheftet und die Passform kontrolliert, um es dann über die Overlock zu ziehen.

So weit so gut. Ganz ohne zu Nörgeln geht es aber nicht, womit wir beim "So-làlà"-Punkt angelangt wären:
Wie schon in früheren Meine-Nähmode-Hefte empfinde ich den Schnittbogen fast schon als Zumutung. Verwöhnt von Einzel- oder auch großzügigen Mehrgrößenschnitten nervt mich diese Vielzahl von Strichen und Linien ein ums andere mal mehr. Ich komme mir beim Verfolgen der einzelnen Linien vor wie auf einer Forschungsreise, verliere so manches mal den Weg in diesem Dschungel und lande dann in völlig anderen Kleiderteilen.
Dazu kommt, dass in der Übersicht der Schnittteile leider die mitunter wichtigen Passzeichen und Falten fehlen. Im Strichgewusel des Schnittbogens gehen sie fast völlig unter, ich musste mehrmals suchen, rein aus dem Wissen heraus, an welcher Stelle ein Zeichen sein müsste.

Zum Beispiel gibt es Passzeichen für die Taillenblenden am Rock- bzw. Oberteil. Und es gibt Falten im Rock, hinten wie vorn, Passzeichen an Ärmeln und Armausschnitten. Ich vermisse sie hier in der Kurzübersicht, habe sie letztlich aber alle gefunden - ich musste ja nur an unbekannten Stellen nach wichtigen Markierungen schauen!

Hätte ich - ja, hätte ich! - also, hätte ich die Anleitung gleich zu Beginn noch vor dem Herauskopieren des Schnittmusters durchgelesen, dann hätte ich nicht so viel zu suchen brauchen:  In der Schritt-für-Schritt-Anleitung sind die Passzeichen gut zu sehen. Aber wer macht schon den  zweiten vor dem ersten Schritt?

Und weil ich dank der Passzeichen schon mal dran war, habe ich eigens für diesen Post die Nähanleitung genauer angeschaut - Gebrauch habe ich ja wie gesagt kaum davon gemacht. Sie zeigt die wichtigen Nähschritte auf, kann aber, da sie themen- und modellweise vorgeht - also Vorderteile von Modell 30 bis 34, dann die verschiedenen Besätze, Rock und Taillenblenden - für weiteres Suchen sorgen.


Aber zurück zu meinem Kleid.
So làlà war am Mittwoch auch deshalb, weil mir der Ausschnitt zu weit war. Das Kleid drohte von der Schulter zu rutschen. Da habe ich gestern kurzerhand nachgebessert; den Beleg abgetrennt und die hintere Mittelnaht nochmals verjüngt. Jetzt liegt der Ausschnitt schöner an.



Die abfallende Schulternaht - auf dem Foto mit der Rückansicht oben gut zu sehen - habe ich auch um einen Zentimeter angehoben, auch sie sitzt jetzt besser:


Die Halsbelege hatte ich nur umgebügelt und mit kleinen Handstichen an den Nahtzugaben punktuell festgenäht. Richtig bügeln ist ganz wichtig, das Teil hält tatsächlich seine Form.

Ein echter Kritikpunkt für mich ist das vordere Erscheinungsbild. Schauen wir uns das Titelblatt an, so können wir sehen, dass die Taillenblende die Ansatznaht Oberteil-Rockteil verdeckt.


Ich hatte die gültigen Passzeichen gefunden, habe die Taillenblende richtig gelegt, ausprobiert, ob zu viel Spannung oder zu wenig - auch hierfür hatte ich geheftet und musste leider feststellen, dass im wirklichen Leben das Teil nicht an besagter Stelle bleiben mag. In der Theorie ja, in der Praxis nein, da ich ständig in Bewegung bin und dadurch die Blende verrutscht.



Entweder ich höre auf mich darin zu bewegen oder es wird eines dieser Kleider, die immer wieder in Form gezuppelt werden wollen - wie lästig. Oder aber ich stichle mit wenigen blauen unsichtbaren Handstichen das Taillenband noch an die Naht. Ein ander mal ...

Insgesamt - bei aller Nörgelei, die sich in meinem Fall ja hauptsächlich auf die Nähanleitung und das Schnittmustergewusel bezieht - bin ich zufrieden mit dem Kleid. Eigentlich ist es kein "So-làlà"-Objekt, sondern ein gut sitzendes, bequemes, nicht auftragendes Kleid. Meine Mühe und meine Änderungen haben sich gelohnt. Ich kann in Serie gehen ... Olàlà!
Nachdem ich mit diesem Schnitt durch alle Änderungen durch bin, möchte ich mir jetzt noch die Wasserfall-Variante nähen und dann noch ein Kleid mit ebensolchem Vorderteil, doch gekräuselt statt Falten gelegt. Ich bleibe bei Jersey, bzw. Romanit. Das Kleid kann man nach den Angaben im Heft auch aus nichtelastischem Stoff nähen,  benötigt dann aber einen Reißverschluss.

Nach den vielen Details nun zum Schluss noch ein Bild vom ganzen Kleid:


Rockteil Simplicity 7275
Ärmel: Onion-Knotenkleid
Rest-Kleid und Vorlage: Nr. 30 Meine Nähmode 4/2012

Mittwoch, 21. November 2012

Vorstudie

Ich habe es tatsächlich geschafft, mir seit Sonntag ein neues Kleid zu nähen. Der Mantel ist zwar immer noch nicht ganz fertig, die Wäsche blieb liegen und die Wohnung gehört geputzt, aber was soll's - ich habe ein neues Kleid. Und bin relativ zufrieden damit. Also so làlà.




Warum dieses Kleid doch einen ganz kleinen Unzufriedenheitsfaktor aufweist, wieviele Schnitte ich verbrauchte und warum es sich hier lediglich um eine so-làlà-"Vorstudie" handelt, schreibe ich - demnächst. Mal schauen, wie ich dazu komme. Heute ist erstmal MeMadeMittwoch und mit ihm das erhabene Gefühl eines neuen Kleides.

Für noch mehr schöne Kleider geht es hier entlang - mittwochs treffen sich die fleißigen Schneiderinnen auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Lieben Gruß an Melleni, die für heute die Moderation übernommen hat.



Montag, 19. November 2012

noch mehr Vorbereitungen: Eiskristallmädchen

Eis und Schnee, glitzernde Kristalle, Erinnerungen an Eisblumen an den Fenstern, frostige Kälte, rote Kinderbäckchen waren meine Assoziationen beim Thema Eiskristallmädchen. Diese Vorstellungen versuchte ich jetzt im restwarmen Herbst mit den Farben weiß und silber umzusetzen. Für Kopf und Hände der Eiskristallmädchen nahm ich dafür ein besonders helles Trikot, ein Fehlkauf von vor vielen Jahren - jetzt erweist er sich als nützlich.

Das hier ist mein Ergebnis, Vorlage für die Bastelrunde:




und hier die Eiskristallkinder der "Bastelmuttis", Samstag ist Basar, wir sind rechtzeitig fertig geworden:


Freitag, 16. November 2012

nach Abstimmung und Korrektur






Der Post zu Abstimmung und Korrektur meiner NoNamenSocken hinkt etwas hinterher. Zur Zeit ist zuviel anderes. Andere Posts, andere Interessen als Korrekturlesen und -schreiben. Einige Tage ausspannen.

Ein bisschen kann ich noch zu den Socken erzählen - für einen Namen habe ich mich so nebenbei entschieden.



Am Anfang meines neuen Musters stand die Idee des Zackenbandes.



Daraus ergab sich fast zwangsläufig das vordere Mittelmuster. Die übrigen Maschen überlegte ich in ein kleines hinteres Zackenband einfließen zu lassen, aber erstens hätten die Socken dann kaum "Zug" bekommen (weil nur rechte Maschen) und zweitens konkurierte das hintere Muster zu sehr mit dem vorderen. Insgesamt erschien mir diese Variante überladen. Ich ribbelte auf und entschied ich mich für ein "Streifen"-Muster im rückwärtigen Teil.



Diese Streifen ließ ich in die Ferse übergehen, Karin hatte während des Teststrickens die gleiche Idee und es ebenso gemacht. Sodele, das war mit Mühe und Umwegen Sockenpaar Nummer eins. Es gefiel mir im Bereich der Ristabnahme nicht.



Diese korrespondierte zu schlecht oder gar nicht mit dem Zackenband.



Das schöne, letztlich aber willkürlich gewählte Bündchen wollte ich beim zweiten Sockenpaar passender gestalten., das Zackenmuster auf dem Oberfuß begradigen.



Bei Sockenpaar Nummer zwei sollten also in aller Hauptsache Bündchen und Ristabnahme verändert werden.



Damit dabei der Schaft nicht zu lang wird, habe ich das Muster umgeschrieben und fing nun mit einem ganzen Segment Vordere-Mitte-Muster an.



Das Bündchen änderte ich in Anlehnung an das hintere Streifenmuster, zog diese Streifen sogar bis ins Bündchen hoch, auf dem Foto wird das deutlich:



Um den Schaft optisch nicht zu lang werden zu lassen, habe ich bei diesen Socken die Ferse kraus rechts gehalten.



Die Ristabnahme zeigte sich auf dem richtigen Weg, allerdings war mir dieser Teil noch zu unperfekt und so entschied ich mich für Sockenpaar Nummer drei.



Das sind die, die ihr kennt. Die roten Winkel-Socken. Mit den Änderungen von Bündchen, Ferse und der Anpassung der Ristabnahme bin ich zufrieden. Die Übertragungen der Korrektur-Anmerkungen dauerte  ein bisschen, zwischenzeitlich waren die Tochter und ich ein paar Tage verreist, aber wer die Socken nachstricken will, darf sich ab jetzt melden.
Die Anleitung umfasst das Muster für das Bündchen (plus die Variation von Sockenpaar 2), für den Schaft, die Ferse (plus Variation von Sockenpaar eins), die Anpassung auf den Oberfuß. Ich habe die Socken mit der Herzchenferse gestrickt, das dreiteilige Käppchen ist aber genauso denkbar wie die Bumerangferse. Dies kann individuell entschieden werden, ebenso die Spitzenabnahme. Das Muster ist kostenlos und auf den ersten Blick nicht leicht zu verstehen. Man muss sich einlesen und etwas Geduld mitbringen, dann läuft's aber bald schon ganz von alleine.

Die spannende Frage nach dem Namen habe ich so ganz nebenbei gelöst, weit weg von Zacken, Drachen, Kurven, Ländern und Bändern. Ich nenne sie nach meinem eigenen Favoriten, der im Abstimmungsergebnis im oberen Drittel angesiedelt war: Winkel des Lebens. Doch, der Name hat was, der gefällt mir.

Wer immer das Muster nachstricken möchte, darf mir gerne eine mail schreiben, in der Betreffzeile: Sockenmuster "Winkel des Lebens"



zu guter Letzt:

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