Mittwoch, 31. Oktober 2012

Kugelig und rund


Früh morgens, wenn es draußen schon hell ist, sehe ich Frostreif über dem Schuppendach und auf der Wiese. Aha, wie wird der Tag? KALT! Sonnig kalt, bedeckt kalt, neblig kalt, schmuddelwetterkalt, regenkalt oder nur kalt?



Ganztagstauglich soll meine Kleidung für heute sein und so entscheide ich mich für meinen warmen roten Winterwalkrock. Mindestens einmal die Woche wollte ich mehr Röcke tragen, seit ich sie aus dem hintersten Winkel hervorgeholt habe. Und einmal pro Woch spiegelt in etwa mein Verhältnis Rock zum Kleid.



So viel zur Rockwahl. Dann das Shirt. "Irgendwie so kugelig und rund" sähe ich aus in Rock mit Shirt. Wie liebe ich solche Bemerkungen. Ich habe heute aber meinen großzügigen Tag und bin offen für die familiäre Meinungsvielfalt. Wer sollte mich sonst hinweisen auf Untragbares,  auf ein  "kugelig und rundes" Erscheinungsbild? Also wechselte ich nach diesem Kommentar der H.u.H.-Fotografin ganz schnell das Oberteil,  um danach im falschen Weißabgleich zu landen:



Da es mich so schrecklich friert, jetzt ganz schnell rein ins Warme:


Um zu schauen, was die anderen heute so tragen, denn auf dem MeMadeMittwoch-Blog gibt es noch viel mehr Röcke und Kleider zu sehen.
Grüße und Dank für diese Plattform gehen mittwochs gerne an das MeMadeMittwoch-Team., heute an Frau Julia.
Shirt: abgemacht von einem Kaufshirt

Montag, 29. Oktober 2012

Wieviel Murks ist erlaubt?

Vielleicht hätte ich gestern doch nicht die geschenkte Stunde am Abend noch aus dem Tag quetschen sollen. Oder mich mit dieser einen bescheiden und nicht mehr und mehr davon verlangen.
Die erste Stunde nähen ging nämlich ganz gut, ich habe die Markierungen übertragen, alle vier Ärmel geschlossen und gebügelt, Stütznähte in die Futterteile genäht. Bis auf Schulter- und Seitennaht ist fast alles  vorbereitet für das große Ineinanderschieben. Wenn alles passt, werde ich doch noch zum Finale mit dem Mantel fertig.
Alles passt aber nicht. Gestern abend stand ich vor zwei Futter-Vorderteilen, nähte sie zusammen und wunderte mich, was das jetzt hätte werden sollen. Wo das jetzt wohl hingehören könnte. Zwei geheimnisvolle Teile. Sahen ihrgendwie seltsam aus.  Jeweils eines der zusammengenähten Teile war auch viel zu lang! Aber für was hat man heutzutage gute Scheren! Das Problem war schnell gekürzt. Ratzfatz abgeschnitten, ohne lange nachzudenken. Jetzt hätte es passen können, sah aber immer noch ungewöhnlich aus und ich konnte beim besten Willen keinen Sinn in dieser neuen Kreation erkennen.
Bis ich merkte was für einen Murks ich genäht hatte, vergingen noch einige Minuten. Aber dann war klar: Die Stücke waren falsch zusammen genäht, und wenn ich es richtig überschlug, fehlten nun zu allem Überfluss auch noch diese ratzfatz abgeschnittenen Teile. So ein Mist aber auch. Sie waren also gar nicht zu lang. Sie waren wohl tatsächlich genau richtig lang!!
Wäre ich meine Freundin, würde ich spätestens jetzt einen Lachanfall bekommen - da ich aber ich bin gab es diesen  nicht. Statt dessen einen tiefen Seufzer, Kopfschütteln, dann Brille auf, alle Lampen an, Lupe positionieren, Nähte trennen. Und zur Belohnung die abgeschnittenen Teile wieder annähen. Die letzten Nähte gestern abend. Das Vorderfutter ist jetzt etwas kürzer - wie gut: der Mantel muss nämlich keineswegs knöchellang werden.

Bilder vom Geschehen gibt es keine, denn Bilder von Pfusch und Murks weigere ich mich zu fotografieren.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Mantel füttern und Ausreden basteln



Letzten Sonntag war ich ja schon einigermaßen zerknittert, weil mir die Woche wegflutschte und ich zu kaum einem Stich an die Nähmaschine gekommen bin. Die wenigen Stunden "Leerlauf" vom Alltagskram habe ich mit Vorarbeiten für mein Waldorf-Bastelmutti-Ehrenamt ausgefüllt, dann waren sie weg. Die geschenkte Stunde heute hätte ich allzu gerne genutzt, allerdings schien es mir, als würde sie sich im  Minutentakt auflösen. Sie ist spurlos verschwunden, eingeholt vom sonntäglichen Müßiggang, von allerlei Arbeit, vom Erholen der verkürzten Tage der Sommerzeit.
Reicht das jetzt als Ausrede, dass ich keinen Stich genäht habe?
Aber ich habe das Futter zugeschnitten, oder war das schon die Woche davor? Peinlich, peinlich, das ist tatsächlich eine Woche her und ich habe mich schon einmal damit gebrüstet so weit gekommen zu sein!!!
Dann ist ja tatsächlich gar nichts mantelmäßiges geschehen in den letzten sieben (!!!) Tagen. Heidebim aber auch, das wird knapp mit der Zeit. Jetzt muss ich allmählich Vollgas geben. Sonst steuere ich noch voller Schwung ins Thema der nächtsten Woche - dabei gibt es so viel anderes zu tun und ein paar Tage wegfahren möchte ich auch noch. Ich krieg die Krise!
Es ist wie es ist, alle Teile liegen nähbereit hier und wenn es mir gelingen sollte, diesem Tag von seiner geschenkten Stunde einige Minuten abzutrotzen, dann fange ich heute abend vielleicht noch an, das Futter zusammen zu nähen.
Bilder folgen bei Gelegenheit.  Großes Nadel- und Faden-Ehrenwort: sollte ich zum Nähen kommen, werde ich genauestens berichten und auch fotografieren.
Wie man gekonnt sein Futter näht und einsetzt sowie alle Mäntel ohne Ausrede schaue ich mir jetzt bei Catherine und Lucy an, wahrscheinlich wart ihr alle megafleißig.


Samstag, 27. Oktober 2012

Blickwinkel

Versonnen steht der nordöstliche Bauherr an einem Fensterausschnitt seines zukünftigen Heims, die Zimmerleute haben ihre Arbeit beendet, der "Rohbau" steht, ein Haus in Ständerbauweise, ähnlich Fachwerkhäusern. Das gab erneute Gründe, auf das Gelingen anzustoßen. Familienangehörige und Freunde, ich als zufällige "Vertreterin der Nachbarschaft" schauen uns im Dunkeln das aufgestellte Haus an. Die Besucher sind viel zu laut, lachen, Gesprächsfetzen hallen durch die Nacht. Gelegentlich versuche ich sie mit meinem "Psssssst, nicht so laut" für die Stille der Nacht, für die ruhige Umgebung, für die Anwesenheit anderer Nachbarn und deren Recht auf Ruhe zu sensibilisieren.
Der nordöstliche Nachbar und ich stehen an einem der Fensterausschnitte und schauen in die monddämmrige Landschaft. Schön ist das. Die Bodenplatte des Nachbargrundstückes zeigt aber die nahende Wirklichkeit: die Garagenwand direkt am Grenzverlauf des Grundstücks. "Ich bin mal gespannt, wie es aussieht, wenn auf dem Nachbargrundstück die Garage steht. Dann ist es vorbei mit der schönen Aussicht." Er ist noch nicht eingezogen und schon hat er die Landschaft ins Herz geschlossen, bedauert die Beschneidung seiner Aussicht. Sein Schwiegervater stimmt ihm durch brummendes Kopfnicken zu. Ich schaue ihn irritiert an und sage: "Ich bin mal gespannt, wie es aussieht, wenn hier zwei Häuser stehen. Dann ist es vorbei mit der schönen Aussicht auf Garten und Rebberge." Jetzt klinkt sich der zukünftige Schwiegervater ins Gespräch ein: "Das ist ja normal, wenn irgendwo gebaut wird." "So normal wie eine Garagenwand."

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Vorbereitungen

Die Vorbereitungen zu meinen Blumenkinder-Kursen sind in der Regel ganz einfach: ich besorge die "Zutaten" und nähe ein Probemodell. Die teilnehmenden Frauen - fast schon ein Frauenstammtisch - sind mittlerweile so versiert, dass ich mir überlegt habe, das Kursangebot auslaufen zu lassen, sie benötigen eigentlich keine Hilfen mehr. Allerdings macht nähen in Gesellschaft  viel mehr Spaß und manchmal kommen ja auch Neulinge hinzu.



Ganz anders die Kurse im Waldorfkindergarten mit den "Bastelmuttis". Sie haben den hauptsächlichen Zweck, zum Adventsbasar ein reichhaltiges Angebot präsentieren zu können. Deshalb bin ich auch dieses Jahr wieder an zwei Vormittagen mit dabei. Einmal nähen wir Pilzkinder und später im November dann noch Eiskristallmädchen.



Bei den Pilzkindern konnte ich auf die Vorlagen meines letzten Kurses zurückgreifen. Das erleichtert die Vorbereitungen. Denn anders als in den Abendkursen schneide ich die Einzelteile weitestgehend zu, nähe auch schon die Kleidchen mit der Nähmaschine vor und stopfe die Köpfe. Trotz dieser Vorarbeiten bleibt jedes mal noch genug zu tun mit der individuellen Fertigstellung jedes einzelnen Blumenkindes. Ich freue mich immer wieder am Erscheinungsbild vieler gleicher Blumenkinder, die dann letztlich doch ganz unterschiedlich aussehen.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

zur Abwechslung mit Rock

Heute habe ich mal einen Blick auf meine Sommergarderobe geworfen. Ich sollte sie auf den Speicher wegräumen bis zum nächsten Jahr, kann mich dazu aber noch nicht entschließen. Es muss noch ein bissele kälter werden, dann vielleicht. Auf den hinteren Plätzen meiner Kleiderstange habe ich bei dieser Aktion die Röcke entdeckt. Weit nach hinten geschoben, so dass sie kaum mehr zu sehen waren. Die armen. Auf die letzten Plätzen wurden sie zusammengedrückt. Das haben sie wirklich nicht verdient. Deshalb durften sie jetzt mal nach vorne auf Platz eins der Kleiderstange und ich fange heute damit an, sie gelegentlich zu tragen.
Da ich mit dem Fahrrad unterwegs sein werde, starte ich erst gar nicht den Versuch, die Shirts (es sind zwei!!) in den Rockbund zu stecken - sie rutschen nach kürzester Zeit wieder heraus. Also lassen wir das.





Die Jacke ist übrigens dringend nötig - ich bin extrem verfroren.




Rock, Kleid oder Hose? Was die anderen MeMadeDamen heute tragen erfahrt ihr wie immer mittwochs auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Danke an Catherine und ihre Mitstreiterinnen für diese Plattform - jeden Mittwoch. Heute mit Frau Kirschenkind.

Montag, 22. Oktober 2012

Pilzkinder



Obwohl ich gerne Blumenkinder nähe, habe ich um Pilzkinder bisher einen Bogen gemacht. Sie gefielen mir nie so richtig.
Aber jetzt habe ich mich dran gewagt und dabei nicht auf eine Vorlage zurückgegriffen, sondern selbst das Kleidchen, Kragen und einen vergleichsweise großen Hut - die Kappe - entworfen.
Rotkappe, Steinpilz, Maronen- und Hexenröhrling - sie alle standen gedanklich Pate und natürlich auch der Fliegenpilz in seinem leuchtenden Rot.


Sonntag, 21. Oktober 2012

Mantel nähen - Teil Zwei

Nun ja,  ich will mal ehrlich sein: es gibt nicht viel neues im Mantel-Abenteuerland. Kaum ausgezogen nach den Fotos von letzter Woche, habe ich den halbfertigen Mantelrohling schön zusamengelegt und dann auf die Seite geschoben. Dort liegt er noch heute. Angesichts der Schönwetterlage und diverser Gartenaufräum- und Mähaktionen konnte ich mich bisher nicht aufraffen, das warme dunkle Wollpaket aus der Ablage zu holen um weiter zu arbeiten.



 Ich war aber nicht ganz untätig - bin ich ja sowieso nie, nur eben auf anderen Baustellen. Wenigstens ein ganz klitzekleinwenig bin ich vorwärts gekommen: für das Mantelabenteuer habe ich tatsächlich das Futter zugeschnitten und da ich - ganz schlau! - das Schnittmuster ja nicht verändert hatte sondern in Taillenhöhe nur eine Markierung angebracht - in rot: + 1/2 cm mit Pfeil an die entsprechende Stelle -, war es ein leichtes, genau dort diesen halben Zentimeter wieder auszulassen.
Das ist für diese Woche mein Teil 2 vom Mantelnähen, ich stecke also noch in den Mantelnäh-Kinderschuhen. Zu mehr hat es nicht gereicht. Zeitlich. Dafür war ich gestern bei strahlendem Sonnenschein auf dem Stoffmarkt und habe - ja, was denn wohl??? ... Genau, den ganzen Tag!
In der kommenden Woche möchte ich jetzt aber endlich meinen Mantelrohling den schmaleren Gegebenheiten anpassen, also trennen und enger nähen bzw. erst enger nähen und dann trennen. Eigentlich dürfte es mich freuen, dass ich weniger beleibt bin als angenommen und hoffe, dass es bei diesem Akt nicht zu einer vorgezogenen Krise kommt, diese ist thematisch schließlich erst in 14 Tagen vorgesehen.Und ein bisschen möchte ich mich mühen in der Spur zu bleiben. Beim Nähen und beim Posten.

Und nun zum Mantelnähtreff bei Lucy und schauen, wie weit die anderen schon sind.


Donnerstag, 18. Oktober 2012

No-Name-Socken-Abstimmung



Drei Sockenpaare brauchte ich dieses mal bis ich mein neues Sockenmuster so hatte, wie ich es mir vorstellte. Jetzt ist es fertig. Fertig und in der Teststrick-Phase. Die übernimmt die bewährte Crew von Karin, Marion und Susanne. Mit ihnen ist es eine Lust, die Probestrickphase zu erleben, emails hin und her zu schicken, Fehler auszumerzen, Verständnis geprüft zu bekommen, um bessere, unmissverständliche Formulierungen zu ringen.Sie finden jeden Fehler. Und dieses mal sind es mehr als ich dachte: Denkfehler, Flüchtigkeitsfehler, Übertragungsfehler, Verständnisfehler. Ich bin euch drei richtig dakbar für dieses wertvolle Stück Arbeit.
Wie die Entwicklung war von ersten Versuchen bis zum fertigen Muster schreibe ich ein anderes mal.
Ein weiterer schwieriger Akt ist es jetzt, einen passenden Namen zu finden.


Damit ihr euch gute Gedanken machen könnt, gibt es hier einen Blick von hinten, vorne und von der Seite:








Ich habe mir schon ein paar Namen überlegt, komme aber zu keinem Schluss und während die drei Damen Fehler finden, bitte ich zur Abstimmung.

auf Zackenkurs
Zick-Zack-Band
Bandolino
Zackenband
Winkel des Lebens
Drachenband
im Zackenland

Diese Namen habe ich mir überlegt, bin aber offen für was ganz was anderes. Falls ihr einen Vorschlag habt, könnt ihr ihn gerne in den Kommentar schreiben, die Abstimmung findet ihr in der Sidebar.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

zur Abwechslung mit Sonnenschein



Heute strahlt tatsächlich die Sonne - einer der wenigen Goldener-Oktober-Tage.
Und es soll noch besser kommen: bis 20° ab morgen bis zum Wochenende. Sonnig-warme Tage für die Gartenarbeit und am Samstag schönes Wetter für den Stoffmarkt-Besuch.
Für heute strahle ich mit der Sonne um die Wette, denn ich kann noch einmal eines meiner herbstlich umgerüsteten Sommerkleider tragen. In Muster und Farbe passend zum Herbstlaub.

Immer wieder mittwochs strahlt die Sonne bei den MeMadeMittwoch-Damen auf dem MeMadeMittwoch-Blog.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Ausgesöhnt - Aufholarbeiten und Mantel nähen Teil 1

Letzten Sonntag war ich nicht dabei beim Mantelnähtreff. Ich brauchte diesen Sonntag für mich, um nachzudenken und  mir klar zu werden, mach ich weiter oder nicht. Ich kam an diesem Sonntag zu einigen Einsichten, die mir das Weiternähen erleichtern:

Erstens liebe ich SCHWARZ.
Zweitens ist das Dunkelmausgrau-Anthrazit des Wollstoffs eine schwarze Spielart. Ein Schwarz, bei dem ein bisschen Farbe fehlt.
Drittens liebe ich das vorgesehene Viscose-Innenfutter.
Viertens kann ich ein so umfangreiches Projekt nicht halbherzig angehen.
Fünftens ist der Schnitt eingetroffen und wirklich, wirklich traumschön.
Sechstens kann der Mantel nur gelingen, wenn ich mich mit ihm und der ganzen Näh-Aktion auch identifiziere. Will ich das? Wenn ja, dann nur noch Blick nach vorne - der Mantel wird schön!!!!!!!!
Siebtens kann ich mir noch ganz viele Mäntel in rot, gelb, kariert oder melliert nähen. Dieser eine hier schließt andere nicht aus.
Achtens wird es jetzt Zeit, mich soweit mit der Sew-Along-Aktion zu identifizieren, dass ich das "Logo" in die Sidebar hänge.

Nach meinen Sonntags-Einsichten und dem darauf folgenden eindeutigen JA begann ich mit der Aufholaktion, zunächst mit dem Thema der letzten Woche:

Wie bringe ich das Zuschneiden, und schlimmer, das Einlage-Aufbügeln hinter mich?

1. Schnitt rauskopieren, weitestgehend auf die richtigen Maße kürzen (8 cm Länge) und leicht erweitern (4 cm Taille).
2. Stoffe waschen. Ich wasche alle meine Stoffe bevor ich sie vernähe. Auch den Wollstoff. Vorsichtig warm und mit wenig Schleuderumdrehungen.
3. Frage nach der Nahtzugabe klären. Meinem Schnitt liegt eine deutsche Übersetzung der englischsprachigen Anleitung bei.  Wiel hilfreich sie war, schreibe ich euch ein ander mal ...

4. Stoffe schneiden.
5. Einlage aufbügeln.
Fertig, bis jetzt war leicht, warten was noch kommen mag.


Heute gibt es einen Doppeltermin, wir lesen bei Lucy und bei Catherine zu
Kragen und Designentscheidungen (Catherine),  Zusammensetzen und Taschen (Lucy).




Um die Passform einigermaßen prüfen zu können, habe ich den Mantel mit großen Heftstichen zusammen genäht, noch ohne Beleg und ohne Ärmel. Ich möchte nur mal wissen, wie gut ich hineinpasse. Danach nähe ich richtig mit Nahttaschen und ziehe die Heftfäden (rot und gelb!) wieder heraus.
Von "Kragen" bin ich noch weit entfernt und was  Designentscheidungen anbelangt, versinke ich eher in Überlegungen zur Weite und Länge. Die Weite ist eindeutig zu weit, ich fühle mich wie in einem Plumpssack. Nach den Maßvorgaben des Schnittes musste ich in der Taille insgesamt 4 cm zugeben, das sind gefühlte 6 cm zu viel, dabei hatte ich sie so schön gleichmäßg rundum verteilt. Halbzentimeterweise. Genauso halbzentimeterweise muss ich die einzelnen Schnittteile jetzt enger nähen. Ich stelle mir vor, dabei die Heftfäden als Orientierung zu nehmen. Danach probiere und entscheide ich neu. Und danach kann der Kragen kommen, meinetwegen.

Auf dem Foto oben - und allen anderen - ist der rechte Ausschnitt nach innen geschlagen, ist mir bei der Anprobe nicht aufgefallen. Ich war froh, den Mantel mit den Stecknadeln an mir selbst mit den richtigen Abmessungen in der vorderen Mitte geschlossen zu bekommen. Spielt auch keine Rolle, da es mir hier um mein Taillenweitenproblem geht, und das wird einigermaßen deutlich.

Der energische Packegriff zeigt, dass, wenn da was raus käme, ich im Mantel trotzdem noch genügend Weite hätte für Futter und einen eventuell dicken Pullover.


So etwa wie auf diesem Bild hätte ich die Passform gerne. Leicht tailliert. Energisch habe ich die Stoffmenge hinten in der Rücknaht zusammengehalten, um einen Eindruck zu vermitteln, wie der Mantel leicht tailliert aussehen könnte.


Was mir durch das Foto besonders auffällt sind die breiten Schultern. Vielleicht gibt sich das aber auch noch beim Ärmeleinsetzen und füttern, da fallen nochmals einige Zentimeter weg. So überhängend möchte ich sie nicht. Ich verkürze sie jetzt mal noch nicht sondern hefte in nächster Zeit die Ämel ein. Und lass mich am besten wieder fotografieren, auf den Bildern kann man doch so einiges besser erkennen als vor dem Spiegel. Nächstes mal stehe ich dann gerade, schaue, dass der Mantel exakt mittig sitzt und sich nichts nach innen verwurschtelt hat. So sind die Bilder halt lebensecht.

Mit der Länge experimentiere ich bei jeder Anprobe ein wenig. So klein wie ich bin, fühle ich mich mit knöchellang etwas zusammengestaucht. Klar muss noch der Saum abgezogen werden, aber ich denke, der Mantel muss kürzer werden. So Handbreit unters Knie fände ich gut. Die endgültige Entscheidung treffe ich aber erst ganz zum Schluss, wenn alles andere fertig ist und richtig sitzt. Denn eines habe ich auch schon festgestellt, je höher der Mantelsaum umso kühler am Bein.Oder anders: lang macht wärmer.

Wir treffen uns heute zum sonntäglichen Mantelnähtreff bei Cat und Kascha.




Freitag, 12. Oktober 2012

noch mehr Bündchen

Den lochmusterartigen Strickbündchen habe ich in letzter Zeit abgeschworen und stricke zur Zeit lieber festere, griffigere Muster für die beginnende Herbst- und Wintersaison.
Grundmuster ist dabei 2 rechts -2 links, was sich gut variieren lässt z. B. hier in 2 kraus rechts-2 links.






oder hier

in leichter Veränderung 3 kraus rechte und 2 linke Maschen.

Zugegeben, die Muster sind etwas linkslastig, aber sie gefallen mir sehr gut und für das kurze Stück nehme ich auch die weniger geliebten linken Maschen hin.


Ausdrucke mit Muster und Bild gibt es in den nächsten Tagen in meiner Sockenbündchenmuster-Sammlung.


Mittwoch, 10. Oktober 2012

oh, ist schon wieder Regen-Mittwoch?

Ich spezialisiere mich zur Schlechtwetter-Fotografin. Nein, stimmt nicht, ich lass' ja fotografieren - die Spezialisten stehen hinter der Kamera. Aber ich spezialisiere mich, den Schirm richtig zu halten.

Knotenkleid herbsttauglich - Kleid mit Schirm - bis zum nächsten Regenmittwoch ...


Heute wieder mal ein geliebtes meiner Knotenkleider. Es bietet sich an für die Tage der Herbstzeit, muss man doch zwingend ein Shirt drunter ziehen.
Es ist das Kleid, das aus der Reihe tanzt, dazu zur Irritation der Tochter auch noch Leggins, die munter mittanzen, aber sowas von aus der Reihe, da staunt sie nicht schlecht.
Ihren Kommentar erspar ich euch, nur so viel:  Schwarz wär besser, meint sie. Nun gut, ein ander mal. Hauptsache ist ja, dass es mir gefällt. Ich hab noch mehr so Dollefarbenleggins, sie wird weiter staunen oder sich gewöhnen.

Und ihr, auch schon in fortgeschrittener Herbststimmung?
Hier geht's lang zum MeMadeMittwochs-Blog.
Dank und Grüße an die Organisations-Crew und ich wünsche Melleni einen guten Start!

Montag, 8. Oktober 2012

Wenden in drei Zügen

Es geht nicht ganz ohne Verdruss, wenn auf dem Nachbargrundstück gebaut wird und die Verhältnisse so eng sind wie bei uns. Erfahren wir rechtzeitig, dass die Straße gesperrt wird - z. B. wegen der Anlieferung der Fertiggarage des nordwestlichen Nachbarn - können wir entsprechend reagieren und die Autos gegebenenfalls am Ende der Straße parken. Manchmal wird aber auch ohne viel Nachzudenken die Straße blockiert. Lastwagen sehen in unserer Ministraße aus wie Schwertransporte mit Überbreite. Baggerfahrer nutzen sie zum Wenden, Fahren, Baggern weil die Grundstücke durch den Bachverlauf und den angrenzenden Rebberg eng begrenzt sind.
Einer der Baggerfahrer, ein Freund des nordöstlichen Bauherrn,  ist ein wahrer Künstler. Bestimmt hat er schon im Kindesalter seinen Baggerführerschein gemacht und sich in Fortbildungen jetzt zum Baggerobermeister qualifiziert. Er fährt und baggert mit seinem großen Gerät mindestens so exakt wie einige von uns nähen und  hätte in einer der "Wetten dass ..."-Sendungen beste Gewinnchancen gehabt. Zum Beispiel mit blindem Einhand-Einfädeln einer Nadel mit Hilfe der Baggerschaufel. Einzige Bedingung: er braucht genügend Treibstoff: Sprit für den Bagger - Cola für sich. Ohne dieses zuckersüße Getränk läuft nichts und seine Laune liegt im Keller. Mit genügend Flaschen im Vorrat vollbringt er aber richtige Baugrubenwunder.
(Kürzlich erzählte ich einer Bekannten von ihm, ohne seinen Namen zu nennen. Der entfuhr ihr dann spontan. Sie kennt ihn und hatte eine ganz eigene Geschichte parat: Bei einer Skifreizeit stand er an einem dieser Getränkestände vor ihr und orderte eine Cola. "Groß oder klein?" war die Frage der Bedienung. Die Antwort eine Gegenfrage: "Seh' ich aus wie ein kleines Cola?")

Ganz anders einer der helfenden Kollegen. Nachbarschaftshilfe im erweiterten Sinne war es, als einer der "Kumpels" des nordöstlichen Bauherrn mit seinem Traktor nebst Anhänger eines Samstags zum Aufräumen und Wegfahren gefällter Bäume und ausgegrabener Wurzeln auftauchte.  Ist ja schon nett, solche Freunde zu haben. Wenn sie sich in ihrer Hilfsbereitschaft aber übernehmen, kann es schon mal schief gehen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Da das Grundstück zu begrenzt für Bagger und Schlepper mit Anhänger ist, musste die Aufladeaktion von der Straße aus erfolgen. Mit den üblichen uns Anwohnern bekannten Behinderungen. Was müssen an einem Samstagnachmittag auch so viele Autos auf dieser Miniaturausgabe einer Straße fahren! Der Traktor-Freund versuchte immerhin sein bestes, jonglierte vorwärts und rückwärts, wurde genötigt zur Seite zu fahren und musste einmal sogar wenden - was für eine Zumutung! Genau in unserer Hofeinfahrt fand sie statt, die Zumutung: Weil da ja am meisten Platz ist, oder man ihn sich machen kann.  Die Straße ist hier dank unseres zurückgesetzten Tores am breitesten und so wollte er rückwärts in unseren Hof hinein- um vorwärts wieder hinauszufahren. Wenden in drei Zügen. Soweit die Theorie. Was man in der Fahrschule zum Beispiel auch beim Einparken lernt, wollte ihm einfach nicht glücken. Und ZACK! hing er in unserer Hecke, und nochmals ZACK! zersplitterte er Teile unseres Holzzauns.
Ein beiläufiges Knirschen - Absplitterung am Hausnummernschild.

Samstag, 6. Oktober 2012

Tagetesgelb und Farn so grün

Nachdem auf vielen blogs über selbstgefärbte Wolle zu lesen war, wollte ich auch.



In meinem Garten finden sich noch neben Tagetes und Farn dunkelrote Stockrosenblüten, rosa Röschen, Brennessel, Nachtkerze, Ringelblumen, Zinnien, Sonnenblumen, Lavendel, Garten-Fuchsschwanz, Malven. Als Farbverstärker dachte ich an Schwarztee, Rotbuschtee, Früchtetee und Rote Bete.
Karin war so lieb, mir eine Kurzanleitung des Färbevorgangs zu schreiben, so dass ich die Gläser aus dem Keller holen, mich nur noch um Wolle, Pflanzen, Essigessenz und Alaun zu kümmern brauchte und mich nicht durch Foren und Anleitungen mühen.





Für alle, die die Zeit der Herbstblüten und einiger Oktober-Sonnentage noch nutzen wollen, hier Karins Kurzanleitung, die ihrerseits wohl in einer ravelry-Gruppe fündig wurde und bei der ich mich herzlich bedanke.

- in einem Glas mit ca. 1 l Fassungsvermögen 1 Essl. Alaun auflösen 
- einen Wollstrang 15 Minuten in Essigwasser baden, damit er sich schön aufplustert
 
 
 
- Blüten, Gräser, Kräuter, Zwiebelschalen usw. zusammen mit dem Strang in das Glas schichten.
 
 
 
- Alles mit Regenwasser (ist besonders weich aber nicht zwingend notwendig)
aufgießen und zum Schluss noch einmal 1/2 Essl. Alaun zugeben.
- Glas gut verschließen und ab in die Sonne. Nach 14-21 Tagen kommt der
weltbeste Strang aus dem Gurkenglas.
 
 
 
 
Der fertige Strang wird nochmal 15 Minuten in Essigwasser (also Wasser mit einem guten Schuss Essigessenz, nicht in der puren Essenz baden!) gebadet
zum Fixieren und dann kommt er ins Wellnessbad mit Wollwaschmittel. Alles anschließend gut ausspülen und trocknen.
 
Alaun gibt es in der Apotheke.



Lustig sind die Wollstränge mittlerweile in ihren Gurkengläsern schon anzuschauen. Sie liegen seit einigen Tagen darin und färben so langsam vor sich hin. Für mich ist es das hauptsächliche Gefühl, Sommer und Herbst zu konservieren.




Wenn ich im Winter dann die Wolle verstricke, sehe ich wahrscheinlich Bilder der üppigen Blumenpracht in meinem Garten vor mir und spüre die warmen Strahlen der Herbstsonne.



Ich hoffe auf einen spätsommerlichen goldenen Oktober, der mir die Sommer- und Herbstfarben in die Wolle bannt und suchte dafür auf Nachbars Südseiten-Balkon das sonnigste Plätzchen.


 

Und weil ich aktuell vom Tücher-Strickfieber befallen bin, lasse ich der Wolle genügend Zeit, sich einzufärben.

Freitag, 5. Oktober 2012

Der Kategorische Imperativ - oder wie gehen wir miteinander um?

Als ich das Blogger-Manifest gestern bei Michou las, hätte ich es am liebsten gleich unterschrieben. Habe es statt dessen mitgenommen. Aus Solidarität, aus Ärger, aus Frust, weil sich mal wieder aktuell was angestaut hat, weil ich gerade einen angefangenen Post über respektvollen Umgang miteinander hier liegen habe, weil das Blogger-Manifest ausdrückt, was ich denke, was ich fühle.

Dabei habe ich eigentlich wenig Grund zur Klage. Aber ich habe erlebt - zweimal erlebt - dass Bloggerinnen auf Grund bösartiger sich immer wieder wiederholender Kommentare diese anfangs löschten, schließlich aber die Kommentarfunktion still legten. Das gibt ein bisschen Schutz.

Ich habe auch gelesen, wie andere sich öffentlich wehrten. Das befreit nur einerseits. Selbst will man niemanden verletzen aber den Dreck auch nicht mit sich rumschleppen. Was also tun? Ich gehöre eher zu den wehrhaften Damen, habe, als ich mich einmal angegangen fühlte, öffentlich reagiert.
Ich kann also  als Gegenmaßnahme zu unfreundlichen Bemerkungen diese löschen, die Kommentarfunktion abschalten oder öffentlich antworten. Aber ich kann böse Worte - diesen abgeschossenen Giftpfeil - letztlich nicht mehr ignorieren, ich habe in mir ganz innen drinnen keine Löschtaste, Giftpfeil-Wunden verheilen schlecht. Und manche davon werden mit klammheimlicher Lust verschossen.

Mit meinem eigenen  Kommen­tieren bin ich vorsichtiger und recht sparsam geworden, was schade ist. Frei raus ist mir lieber und, wie ich finde, auch ehrlicher. Sehr oft bleibe ich zurückhaltend. Vor Jahren habe ich einmal eine Blog­gerin frei raus mit einem von mir als Kompliment gedachten Kommentar verärgert — bis heute ist mir unver­ständlich, wie das passieren konnte, ich habe mich entschuldigt. Kriti­sches sage ich unge­fragt gleich gar nicht, ich muss nicht überall meinen Senf dazu geben wenn mir eine Naht krumm erscheint, ich finde, dass der Ausschnitt nicht richtig sitzt oder das Karo verrutscht ist …
Dann ziehe ich lieber nichtkommentierend weiter, maße mir nicht an, darüber zu urteilen, wenn ich doch sehe, welche Freude das in meinen Augen handwerklich nicht ganz so perfekte Teil auslöst, welchen Stolz. Solche Fälle motivieren mich, es selber besser zu versuchen. Meine Arbeiten sind auch nicht unbedingt handwerklich so perfekt.

Ich habe also einerseits wenig Grund mich zu beklagen, mühe mich selbst, fair mit anderen umzugehen und bin trotzdem an manchen Tagen leicht angesäuert. Wie geht das?
Ich bin ein hilfsbereiter Mensch. Im virtuellen wie tatsächlichen Leben. Fahre schon mal spät abends eine junge Dame vom Bahnhof an ihr Hotel, weil gerade ich aber kein Taxi am Bahnhof wartet, führeTouristen in unserer Stadt an nicht einfach zu findende Sehenswürdigkeiten, parke älteren Damen das Auto aus ("Sie, entschuldigen Sie, können Sie Auto fahren? Auch rückwärts?"), fahre dem Vater des nordöstlichen Nachbarn bei einem Wolkenbruch hinterher, lade ihn samt seinem Gehwägelchen ein, damit er schnell nach Hause kommt und sich mit der angeschlagenen Gesundheit nicht noch unterkühlt. Was vergeb' ich mir schon dabei, es macht mir nichts aus - ich halte es gerne mit dem Pfadfinderspruch: Jeden Tag eine gute Tat. Mindestens.

Im virtuellen Leben bin ich nicht viel anders. Teile gerne, helfe weiter.
Damit sind wir schon mitten drin in einem gewissen immer wieder auftretenden Dauergrollen. Angefangen hatte der Ärger vor vielen Jahren, als ich die ersten Häkelherzen veröffentlichte. (Weder Idee noch ursprüngliche Anleitung stammen von mir, ich verlinkte selbstverständlich die Herkunft). Damals war ich noch in einem Häkelforum aktiv und bot auf Nachfrage gerne an, die Anleitung zu verschicken. Eine der Damen hatte es besonders eilig, drängelte, setzte mir zu, warum die Anleitung noch nicht da sei, was das so lange dauere undsoweiter. Eigentlich hätte ich den Kontakt spätestens hier kappen sollen, aber ich schickte ihr trotz ihrer Frechmail die Anleitung - und das war's dann aber auch schon: Keine Rückmail und kein Danke. Sie ließ sich auf ihrem Blog mit den Häkelherzen feiern und schrieb nicht, woher sie die Anleitung bekommen hatte.
Diese Anfangsgeschichte meines Bloggerinnenlebens zieht sich letztlich wie ein roter Faden durch die email-Anfragen. Wie oft werde ich angefragt, helfe gerne, höre nichts.

Noch weitere Belege? Ganz aktuell kann ich folgendes erzählen:
Bei meiner Bitte um Teststrickerinnen für ein Sockenmuster wollte eine Damen teilnehmen, die von Sockenstricken wenig Ahnung hatte, die aber gerne das Muster testen wollte. Ich war skeptisch, dachte aber: schick's ihr, Muster testen ist auch nicht schlecht. In einem Extrapost schrieb ich noch einmal ganz klar,  dass ich die Kunst des Sockenstrickens voraussetze, dass es sich hier nicht um eine Anleitung "Wie stricke ich Socken" handelt, sondern um Muster von Bündchen, Schaft, Ferse und Oberfuß. Die letzte Mail besagter Dame hatte diesen Schlussatz: Schade, daß es nicht eine komplette Sockenstrickanleitung geworden ist, dann hätte ich mich auch noch am Sockenstricken versucht. So reicht es leider nur für Stulpen. Besonders das "leider" hat mich geärgert. Die Wette war aus meiner Sicht schon vorher klar und Stulpen sind doch auch nicht schlecht. Ich habe ihr daraufhin in einer freundlichen email ein oder zwei schöne allgemeine Sockenstrickanleitungslinks aus dem Netz gemailt - den Rest ahnt ihr wohl schon: Keine Rückmail und kein Danke.

Das war aber nicht das letzte eigentümliche Gebahren, das ich erfuhr. Kürzlich erhielt ich eine Anfrage  - "...bin vergeblich auf der Suche ..." - nach einem bestimmten Granny. Ich kannte es nicht, schrieb also entsprechend zurück. Aber es gefiel mir gut, ich konnte mir vorstellen, es in meine aktuelle Decke miteinzubeziehen. Also machte ich mich auf die Suche, fand die Anleitung und schickte der anfragenden Dame den link. Was kam war weder Rückmail noch ein Danke.

Manche Anfragen sind in einem so unfreundlichen, patzigen Ton geschrieben, da mag auch ich nicht mehr und ignoriere diese mittlerweile.
Andere Anfragen sind einfach nur dumm. Statt selbst zu lesen, einem link zu folgen oder vielleicht einige posts zurückzublättern, wird gleich zur virtuellen Feder gegriffen und eine email verschickt. In der Regel helfe ich auch - obwohl mit ein bisschen Eigeninitiative und Recherche die Frage hätte geklärt werden können. Aber es juckt mich dann schon in den Fingern hinzuschreiben: Lesen hilft!

Das dickste Ding erlebte meine Freundin, die auf Nachfrage mehrere von ihr erstellte Anleitungen kopierte, verschickte und nach etlichen Tagen schließlich noch nachfragen musste, ob denn überhaupt die Post angekommen sei. Sie wurde nur unfreundlich angepampt.

Ja heidebim aber auch, muss so ein Verhalten sein? Bin ich denn - hinter blog und email - nicht ein Mensch aus Fleisch und Blut, der sich ärgert, der sich freut?
Ich finde, so kann man nicht miteinander umgehen. Ich hatte meinen blog angefangen zu schreiben weil ich auf Gleichgesinnte hoffte. Dieser Wunsch ist im großen und ganzen in Erfüllung gegangen, aber auch wenn ich mich in einem öffentlichen  nicht geschützten Raum im Internet bewege, ist das kein Freibrief für schlechtes Benehmen.
Als Konsequenz aus dem Erlebten war ich schon drauf und dran, nicht mehr weiterzuhelfen, nichts mehr rauszugeben. Damit bestrafe ich letztlich all die, die freundlich und fair mit mir umgehen, die selbst hilfsbereit sind. Das möchte ich nicht. Also werde ich zukünftig auch die schwarzen Schafe wohl oder übel weiter bedienen (müssen). Ich kann da im Vorfeld nicht unterscheiden. Aber vielleicht liest ja die ein oder andere von ihnen diesen Post, erkennt sich und ändert ihr zukünftiges Verhalten. Damit wäre schon viel gewonnen. Merkwürdigerweise handelt es sich bei meinen Klagen hauptsächlich um Nichtbloggerinnen, die aus der Anonymität heraus auch leichteres Spiel haben. Was nur bedeuten kann, dass Bloggerinnen einen fairen Umgang untereinander zu schätzen wissen.


Kants Kate­go­ri­scher Impe­rativ, das wär's, daran müssten wir uns orien­tieren: "Handle nur nach derje­nigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allge­meines Gesetz werde." — was ich für mich ganz einfach formu­liere:
Was ich nicht will, das man mir tu, das füg' ich keinem andern zu.
So einfach.
lieben Gruß, Friederike

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Blogger-Manifest

 Text kopiert mit freundlicher Erlaubnis von Michou loves Vintage


"Es gibt kein äußeres Zeichen der Höflichkeit, das nicht einen tiefen sitt­lichen Grund hätte. Die rechte Erziehung wäre, welche dieses Zeichen und den Grund zugleich überlie­ferte."
von Johann Wolfgang von Goethe
(28.08.1749 — 22.03.1832)

Wir haben, wenn wir uns umschauen, eine Blog­land­schaft entstehen lassen, die viel­fältig, bunt und abwechs­lungs­reich ist. Wir haben Blog­ge­rinnen, die sich unterscheiden:

Große und Kleine, Dicke und Dünne, Graue und Bunte, Junge und Alte. Und all dieje­nigen dazwi­schen. Manche nähen, andere stricken, einige tun beides, wieder andere können noch mehr. Es gibt Bilder, die sprechen und Texte, die malen. Es gibt die Ausschwei­fenden und die sich Kurz­fas­senden.

Aber wir unter­scheiden uns nicht nur, wir sind uns auch einig in vielen Dingen:
Wir lieben unser Hobby. Wir sind stoff– und/oder woll­süchtig. Wir suchen Inspi­ration, wir teilen sie. Wir machen uns Gedanken über unsere Kleidung und finden anderes dennoch wich­tiger. Wir schreiben Blogs und wir lesen sie. Wir suchen Rat und gewähren Hilfe. Und von Zeit zu Zeit ärgern wir uns:
Über uns und einen dummen Fehler. Über unseren Fehlkauf. Über eine falsche Entscheidung. Über unsere Familie, Kollegen, den Auto­fahrer, der uns die Vorfahrt genommen hat.

Im virtu­ellen Raum ärgern wir uns auch — manchmal. Wenn das Postfach mit Spam zuge­müllt wird. Wenn die Schuhe in 39 ausver­kauft sind, weil man eine Minute zu spät geklickt hat. Wenn das Schnäppchen bei ebay uns vor der Nase wegge­schnappt wird.
Oder wenn es unseren Blog, den Blog der virtu­ellen (oder ganz und gar realen) Freundin angeht. Wenn die Höflichkeit nicht gewahrt wird. Ganz klar: über manche Kommentare ärgern wir uns.
Das kann ein kleiner, flüch­tiger Ärger sein, weil eine von uns gestellte Frage zu klar beant­wortet wurde.
Das kann ein größerer Ärger sein, wenn man von einer anonymen Person übelst beschimpft worden ist.

Es kann aber auch ein stetiger Ärger sein, der immer wieder an uns nagt. Nichts wirklich Schlimmes, Bösar­tiges, aber eben doch bissig. Ein Kommentar, der unge­fragt und unhöflich abge­geben wird. Der klein macht, der traurig macht, der unsicher macht. Immer und immer wieder. Der uns zweifeln lässt: an dem Selbst­ge­machten, an unserem Spie­gelbild, an unseren Talenten. Der manchmal ins Schwarze trifft. Oft aber daneben.

Auch unser eigenes Verhalten macht uns dann zu schaffen: sollen wir einen solchen Kommentar wortlos löschen (was uns irgendwie feige vorkommt)? Sollen wir ihn igno­rieren (was wir zumindest gedanklich ja nicht tun)? Ihn ernst nehmen, darauf antworten, eine — unge­wollte — Diskussion in unserem Blog, unserem Tagebuch lostreten? Einen gemeinen Kommentar zurück schießen? Was immer wir tun, wir fühlen uns nicht wohl.

Und warum? Nicht, weil jemand viel­leicht den Finger auf den rich­tigen Punkt gelegt hat oder seine — von unserer eigenen Auffassung abwei­chende — Meinung kund­getan hat. Sondern, weil der Kommen­tator unhöflich war und von Unhöf­lichkeit ist unsere Welt zu voll. Nur, was ist unhöflich?
Es ist unhöflich, einer Mitblog­gerin die eigene Meinung unge­fragt und ohne Bitte, Danke, Darf ich aufzudrängen.

Es ist unhöflich, einer Strick­an­fän­gerin zu sagen, wie verzogen, krumm und schief ihr erstes Werk ist.

Es ist unhöflich, einer runden Blog­gerin mitzu­teilen, dass sie mit ihrer Figur doch besser auf dieses oder jenes verzichten solle.

Es ist unhöflich, eine große Blog­gerin zu fragen, ob sie sich in den hohen Schuhen nicht wie eine Giraffe fühlt.

Es ist unhöflich, unge­fragt mehr als einen Link in einen Kommentar zu setzen.

Es ist unhöl­flich, einen Kommentar abzu­senden, der kaum lesbar ist, weil Dinge wie Recht-, Groß– und Klein­schreibung als unwichtig erachtet werden.

Es ist unhöflich, eine Diskussion zu erzwingen.
(All dies sind Beispiele von verschie­denen Kommen­ta­to­rinnen auf verschie­denen Blogs.)

Es ist — kurz gesagt — unhöflich, sich nicht wie ein Gast zu benehmen.

Gerne kommt die Ausrede, dass wir uns mit unserem Blog, mit Text und Bild ja in die Öffent­lichkeit begeben hätten und deshalb nun auch alles gelten lassen müssten — wer das nicht könne, müsse halt das Bloggen beenden.
Ja. Bloggen ist öffentlich. So öffentlich wie das Einkaufen gehen, das im Kaffeehaus sitzen, das Busfahren. Aber ist es deshalb in Ordnung, durch die Straßen zu rennen und jede Frau anzu­halten, die den eigenen Ansprüchen nicht genügt?
"Hallo, Sie da! Also Orange ist ja mal gar nicht ihre Farbe, ziehen Sie das bitte aus, Sie sind hier schließlich in der Öffent­lichkeit. Und Sie da hinten, ja Sie: ähm, enger Rock? Bei Ihrem Hintern? Also raus hier, ich will unge­stört Bus fahren …" Geht nicht? Stimmt, geht nicht.

Man kann auch kommen­tieren, ohne ein Mindestmaß an Höflichkeit zu verlieren. Oder ich kann den Weg über eine persön­liche Mail wählen, wenn ich das Gefühl habe, jemanden mit meinen Tipp einen echten Gefallen zu tun. Ich kann kurz anfragen: "Darf ich etwas dazu sagen, auch wenn ich anderer Meinung bin?"
Oder ich kann meine Meinung für mich behalten, wenn ich merke, die Blog­gerin ist mit dem Gezeigten glücklich und fühlt sich wohl; ja, ich kann sogar in mich hinein­grinsen, wenn es mir gar nicht gefällt. Wir sind unter­schiedlich und haben einen unter­schied­lichen Geschmack — das müssen wir respek­tieren, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Ich kann sogar helfen, kriti­sieren und ehrlich sein — und dabei meine Höflichkeit bewahren. Ich muss mich immer dem Ton, den Gebräuchen meiner Gast­ge­berin anpassen. Die eine Blog­gerin fragt: "Was kann ich tun? Steht mir dies, steht mir das?" Die Andere hingegen berichtet nüchtern, was sie mag, was nicht. Wieder Andere mögen es lieb und sanft — ich als Kommen­ta­torin und Mitblog­gerin belasse es dabei. Blogs, die ich lieber anders hätte als sie sind, besuche ich nicht mehr. Blogs, die ich liebe, behandele ich mit Freund­schaft. Blog­ge­rinnen, die ich gut kenne, bekommen mich unge­schminkt. So einfach kann das sein.

Wir möchten unsere Blog­land­schaft genauso bunt und viel­fältig erhalten, wie sie ist. JEDE soll ihren Platz finden können. Aber bitte bemühen wir uns ALLE jederzeit um Höflichkeit.

Wenn du das genauso siehst, steht es dir frei, diesen Text auf deinem Blog zu veröf­fent­lichen — weiterhin auf ein schönes Mitein­ander :-)



Mittwoch, 3. Oktober 2012

Simplicity-Schnitt zum zweiten

Ich noch mal mit dem Kleid von vorletzter Woche.
Weil es sich zu einem Lieblingskleid mausert und andere auf ihren Platz verweist, muss ich noch ein bisschen von meinem neuen Simplicity-Kleid schreiben. Mittlerweile sind zwei Wochen um seit ich es das erste mal zeigte, aber meine Begeisterung hält ungebrochen an.
Dank der morgendlichen Kühle bin ich jetzt doch vermehrt zu Leggins zurückgekehrt und stelle dabei fest, dass ich lieber mit als ohne gehe. Ich fühle mich "mit" angezogener, "ohne"natürlich nicht nackt, aber auch nicht vollständig gekleidet. An ganz heißen Tagen mag das Ohne ja angehen, aber sobald ich nur leicht fröstle fühle ich mich unwohl.
Untendrunter also Leggins, dann noch ein Hemdchen, Leibchen - was für ein herrliches Wort, welche Assoziationskraft da drin steckt - oder Shirt und obendrüber ein Jäckchen, schon ist mein neuer Liebling herbsttauglich.



Der Schnitt macht (mich) erstaunlich schlank. Was ich nicht von allen meinen Kleidern behaupten kann, ist mir mit diesem gelungen. Das ist eine ganz besondere Kategorie, besonders für kleine Menschen, damit sie nicht breit wie lang wirken. Es passte zwar nicht ganz auf Anhieb aber mit nur wenigen Korrekturen sitzt es an den wichtigen Stellen richtig, ich brauche nichts zurecht zu knuddeln, was ich hasse, wenn eine Hand beständig den Sitz des Kleides (höchst unauffällig) korrigiert.
Ausgeschnitten hatte ich Größe 40 inclusive Nahtzugabe. Das war letztlich zu groß.  In den Seitennähten des Oberteils musste ich etwa 6 cm insgesamt enger nähen, besonders unterm Arm wäre es sonst flattrig geworden.
Statt den Folienschnitt nochmals in Größe 38 rauszukopieren habe ich den vorhandenen entsprechend bearbeitet, ihn enger gemacht und mit vielen Bemerkungen versehen. Seltsam fand ich schon, dass obwohl ich die richtige Größe gewählt, im Detail die nötigen Anpassungen gemacht und die 1,5 cm Nahtzugabe berücksichtigt habe ein zu weites Oberteil heraus kam. Der Ausschnitt ist grenzwertig tief geraten oder ich bin zu kurz für Fertiggrößenschnitte, ganz so offenherzig mag ich es eigenlich nicht. Für ein Sommerkleid kann ich das durchgehen lassen, für den Herbst ziehe ich ein Jäckchen drüber udn ein Shirt drunter.
Gut sitzende Kleider sind schon ein Grund genug, mit einem Schnitt in die Wiederholung zu gehen, ein schlank machender gut sitzender und leicht zu nähender noch viel mehr.  Wer hätte das gedacht - da ordere ich dicke Bücher und teure Schnitte und so ein dünnes Heftchen wie "Meine Nähmode" bietet mir ein gutes Kleid mit hohem Zufriedenheitsfaktor.

Den Reißverschluss habe ich übrigens von der hinteren in eine Seitennaht versetzt - sehr zu empfehlen, man kommt so besser dran.

Viele schöne selbstgemachte Kleidung an der Frau gibt es immer mittwochs - auch am Tag der deutschen Einheit - auf dem MeMadeMittwochBlog.

Montag, 1. Oktober 2012

frisch eingetroffen - Victorian Lace Today

Stricken ist eine Leidenschaft, die sich mit Sockenstricken bei mir besonders ausgeprägt zeigt. Aber selbst die ausgedachten, von mir selbst entwickelten Muster verhindern nicht in dem Maße das Ansteigen des Sockenberges wie zunächst erhofft. Er wächst und wächst.

Letzte Woche beschloss ich, mich vermehrt auf ein neues Gebiet zu begeben: Ich werde zwischen den Sockenmustern ab und zu Tücher stricken und machte mich deshalb auf die Suche nach dem ultimativen Strickbuch dafür. Bei aller Liebe zum www - ich halte gerne ein Buch in der Hand.
Ich wurde fündig. Nach vielen gelesenen Buchbesprechungen beim großen www-Buchhändler war die Entscheidung nicht mehr schwer: Victorian Lace Today von Jane Soweby, 196 Seiten, fotografiert von Alexis Xenakis. Letzten Freitag bestellt, heute kam es bereits an.

Ich bin gespannt.





Muster für 40 Schals und Tücher. Nicht alle treffen meinen Geschmack, manche sind mir zu romantisch, andere zu nüchtern. Aber es gibt ganz viele, die ich gerne nachstricken möchte oder mir wie den schönen Schalkragen gut zu einem Kleid vorstellen kann.



Das Stricken selbst fällt mit den Strickschriften sicherlich leichter als mit ausformulierten Beschreibungen, auch wenn mein englisches Strickvokabular allmählich schon stark erweitert ist. Ein weiterer Pluspunkt also noch bevor ich auch nur eine Masche angeschlagen habe. Großformatige Fotos erleichtern außerdem das Verstehen. Und glaubt man den gelesenen Rezensionen, sind die Anleitungen fehlerfrei.



Das Buch verbindet Strickbuch mit Bildband. Die Tücher sind in englische Landschaften eingebunden, teilweise drapiert an Vasen, Urnen oder Fenstern. Diese Fotos sind fü mich die am wenigsten gelungenen, wirken auf mich irgendwie sinnfrei und gewollt besonders. Dagegen ergänzen sich die schönen Landschaftsaufnahmen und die stilvollen Aufnahmen der Tücher (und ihrer Damen) aufs beste. Da euch Eindrücke von den Schals sicher mehr interessieren als Landschaftsaufnahmen, fehlen hier die entsprechenden Bilder, aber das Buch ist mit seinen 40 Mustern auf 196 Seiten angelegt - also genügend Spielraum für viele, viele Fotos.






Victorian Lace Today ist ein Buch zum Lesen, Stricken und Träumen, kommt aber durchaus selbstbewusst und modern daher. Ein so schönes Buch in der Hand zu halten wird dem Charme der vorgestelltenTücher voll gerecht. Es informiert ganz nebenbei noch über die Geschichte der Tücherstrickens in England und weckt den Wunsch, jetzt gleich - sofort - Wolle zu kaufen um mit mindestens einem dieser Tücher endlich anzufangen. Viel zu viel habe ich geschrieben - stricken will ich!!






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