Sonntag, 30. September 2012

ausgewählt - aber nicht wirklich eine Wahl

Das heutige Thema zum Wintermantel-Sew-Along liest sich folgendermaßen:

Der Stoff für den Traummantel wird ausgewählt oder ist sogar schon da. Mit welchem Futter wird mein Mantel warm genug, welche Knöpfe nehme ich dazu und brauche ich weitere Zutaten?



Den Stoff für meinen Traummantel habe ich nicht gefunden, aber einen akzeptablen Ersatz vom letztjährigen Wintermantelvorhaben. Damals hatte ich mir zwei Wollstoff-Coupons auf dem Stoffmarkt in Karlsruhe gekauft, dazu einen passenden braun-blauen Blumen-Baumwollstoff als Futter.



Vielleicht liegt es an den spätsommerlichen hellwarmen Tagen oder an einer gewissen unentschlossenen Sprunghaftigkeit (ich springe immer noch zwischen den Mantelideen, bin also rückfällig geworden und auf den Fotos sieht es aus, als hätte ich mich für ein Cape entschieden) - momentan tue ich mich mit dem Anthrazit des Wollstoffs schwer. Aber ich fürchte, ich habe keine Wahl. Noch nicht, denn der nächste Stoffmarkt in akzeptabler Nähe ist erst Ende Oktober, bis dahin denke ich mit dem Mantel schon ein Stück weit voran gekommen zu sein. Dabei war ich fleißig auf Mantelstoffschau, z. B. in Straßburg, wurde aber leider nicht fündig. Dann im K-Stadt Karlsruhe und in der Kreisstadt. Fehlanzeige. Entweder sie haben nichts oder es gefällt mir nicht. Ich kann es nicht einmal festmachen, an was es scheitert. Naiverweise stelle ich mir nämlich vor, der Stoff müsste mich finden.



Nun wird der Mantel "alternativlos" anthrazit. Eine Neuerung zum letztjährigen Mantelvorhaben: ich habe mich vom ursprünglich vorgesehenen Futterstoff getrennt. Der wird ein Kleid werden; als Innenfutter, das doch rutschig-flutschig-glatt sein sollte, taugt er nach neuesten Überlegungen doch nicht. Ersatz (ich bin heute voll im Ersatzfieber) wird eine Viscose, die noch vom Maybachufer-Markt stammt, gekauft im März und mir scheint etwas wärmer als dünne Sommerviscosen. Das Muster gefällt mir gut - mein Mantel soll ja hauptsächlich innen schick werden.



Jetzt wird also mein hellfreundlichsommerinspirierter Mantel außen dunkelmausgrau und innen grün mit Blumen. Ich werde ihn so lange nähen bis ich dem ultimativen Mantelstoff begegne, dann werde ich ihn verlassen. Wenn er Glück hat, wird er vorher fertig. Dann darf er bleiben und ich werde ihn gelegentlich tragen. Vielleicht ändert sich ja auch noch meine Farbmeinung, denn im trostlosen grau-weiß des Winters macht er sich wahrscheinlich ganz gut. Und vielleicht wird er so rasent-schick, dass ich gar keinen ultimativen anderen Stoff mehr brauche und ich ihn doch noch lieb gewinne. Warten wir's ab.

Bei Lucy gibt es noch mehr Mantelstoff-Entscheidungen.

Freitag, 28. September 2012

Grippale Auslosung mit leichter Verspätung

Zur Zeit komme ich gar nicht nach mit Schreiben. Ganz viele Ideen und fast fertige Posts hängen in der Warteschleife. Von den Ideen her könnte ich fast täglich einen Beitrag schalten, aber das sprengt den zeitlichen Rahmen. Der Hals kratzt weiter, nimmt mir die Lust am Reden (und Schreiben) und  so bleibt's heute - mit leichter Verspätung - ganz knapp bei der Auslosung der vielen Kommentare.



Zum Glück musste ich nicht entscheiden, wem das Los zufällt - wenn es nach mir gegangen wäre, ihr hättet alle euer Beutelchen gekriegt. Es gab auch keine Zettelchen dieses mal. Ganz unprosaisch habe ich die Gewinnzahl aus 40 mit Random ermittelt, zwei Zahlen von den insgesamt 42 musste ich abziehen wegen eines versehentlichen Dreifachkommentare.

Dieser Kommentar hat gewonnen:
Liebe Friederike!
Ich mache gerne mit,...bin sowieso gedanklich bei dir,weil ich von den Lavendelherzchen nicht loskomme!;-)))
Und die Leserzahl wundert mich nicht!!!
Lieben Gruß,Ulla



Ulla, das Fünfzigerjahremädel mit der Nummer 24 bekommt einen der Beutel. Herzlichen Glückwunsch!
Liebe Ulla, mail mich bitte an und schicke mir deine Adresse.
Da du nicht geschrieben hast, welchen du bevorzugen würdest, habe ich dir diese Entscheidung abgenommen und mich für den weißen entschieden. Solltest du absolut anderer Meinung sein: kein Problem.




Und da nach einer Verlosung immer auch vor einer Verlosung ist, sage ich allen anderen: bis bald mal wieder mit neuem Glück.

Mittwoch, 26. September 2012

Bequemlichkeit in schwarz

Zunächst dachte ich, am heutigen MeMade-Mittwoch gar nicht mitzumachen: wegen Krankheit geschlossen.
Dann dachte ich: ey, die Gelegenheit, mal mein Sonntags-Bequemlichkeits-Kleid zu zeigen; ein echtes Regensonntag-Sofa-Kleid, auch für Sonntage geeignet, an denen es nicht regnet.



Unter der Woche ziehe ich es tatsächlich nicht an, obwohl es gar nicht so übel ist: bequeme Weite, warmer Winterjersey, kleidsames Schwarz, bügelfreier Jersey - hört sich nach einem Alltagskleid an. Und trotzdem mag ich es am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag oder Samstag nicht. Heute ist eine Ausnahme. Ich leide - ich habe Halsschmerzen - zu sehen an meinem rosa Schal.
Sonntags bin ich damit bequem und gleichzeitig einigermaßen ordentlich angezogen, falls doch überraschend Besuch vor der Haustüre steht.
Das Kleid ist nach einem Uralt-Schnitt von Pattern Company genäht und stammt noch aus meiner bloglosen Zeit. Da wir ehrlich zeigen, was wir an Selbstgenähtem tragen, ist es heute mein wenig schickes Bequemlichkeitskleid. Vielleicht sollte ich mal einen Gürtel dazu ausprobieren - andererseits: der schnürt dann wieder so ein ...

Im Moment kann ich mich eh zu gar nichts aufraffen. Meine Verlosung geht noch bis heute abend. Aber nicht einmal die vielen Kommentare verschönern mir heute den Tag. Mal schauen, wie es mir morgen geht. Vor allem möchte ich auch noch gerne bei euch auf dem MeMadeMittwoch-Blog vorbei schauen, wo sich die Damen nicht nur bequem gekleidet sondern hauptsächlich schick versammeln. Danke an das Moderatorenteam, das diese Arbeit übernommen hat.

Dienstag, 25. September 2012

Blick auf die Fernbedienung

Es geht jetzt doch ganz fix voran mit den nördlichen Baustellen. Am Montag letzter Woche wurde bei der nordöstlichen Familie vom Zimmermann die Wände gestellt. Spätabends traf ich die Bauherren im Dunkeln mit einem Glas Sekt in der Hand an, sie luden ein, den jetzt ganz offensichtlichen Fortschritt zu feiern.
Auch für sie war der holprige Beginn der Bauphase mit nicht enden wollenden Behördengängen z. B. wegen der Verlegung und Renaturierung eines kleinen Baches (Auskunft des zuständigen Beamten: Ich kann so eine Eingabe ohne Begründung erstmal einige Wochen liegen lassen ...) in weite Ferne gerückt und aktuellen Problemen gewichen.
Für uns, die wir jahrzehntelang auf bewirtschaftetes Gartengelände unseren Ausblick hatten, dahinter die Rebberge, kommt die Veränderung viel zu schnell. Mein Kopf sagt mir seit Jahren, dass hier Häuser gebaut werden, jetzt wo es soweit ist, hinken Gefühle und Akzeptanz hinterher.
Als sich durch Baggerarbeiten der herrliche Garten in eine Mondlandschaft verwandelte, sah ich vor meinem geistigen Auge ein letztes mal die Schwestern Johanna, Euthymia und Hortensia, wie sie ihr Gemüse pflanzten, hackten, ernteten. Der Blick auf die Baustellen verbietet jede Erinnerungan das was war, das Auge findet dafür keinen Halt mehr - das Grundstück, die Umgebung haben sich verändert:
Der Mutterboden wurde abgetragen, Berge davon aufgetürmt, das Bächlein mäandert mittlerweile zu einem breiten Bachbett ausgebaggert, in den ausgehobenen Baugruben musste der Untergrund verdichtet werden. Lkw um Lkw brachten Fuhren von Kies und Schotter.  Luden ab, fuhren erneut, die Gesteinsmassen wurden mit Kleinbaggern verteilt und schließlich festgerüttelt. Diese Tage waren ein Härtetest. Das Rütteln zum Teil so stark, dass ich schwören könnte, bei uns wackelten die Wände.
Als der Kran aufgestellt war, musste natürlich probegekrant werden, der Radius getestet. Wir saßen gerade auf der Terasse als er langsam auf die stattliche nachbarliche Thuja zuschwebte, in sie hinein fuhr und - nicht knickte, aber die oberen fünf Meter in die Waagerechte bog. Einmal, zweimal, dreimal passierte das. Niemand schien zu bemerken, was dem Baum geschah. Keinen zu interessieren. Ziel war offenbar, den Kran im Kreis zu führen. Egal wie.
Bis ich mich bemerkbar machen konnte, bremste die Thuja den Kran noch so einige male ab. Ich schrie den Kranführer an, er konnte mich bei dem Lärm nicht verstehen, hatte nur seine Fernbedienung im Blick, aber meine überdeutliche Zeichensprache verdeutlichte ihm mehr als Worte, was ich von seiner Aktion hielt und hat so der Thuja mit Sicherheit ihre Spitze gerettet.

Sonntag, 23. September 2012

Nachzügler oder Quereinsteiger



Der Sew-Along bie Catherine und Lucy hat mich daran erinnert: Auf alle Fälle muss ich mir in diesem Jahr einen Mantel nähen!
Das ist aber auch das einzige was definitiv fest steht. Aus welchem Oberstoff, Futter und mit welchem Schnitt weiß ich noch nicht. Von daher kommt mir der Sew-Along bei Catherine und Lucy ganz gelegen: so nebenbei mit viel Zeit zum Denken einen Mantel für den Winter nähen. Die Mädels haben ja so recht, dass sie frühzeitig damit anfangen und uns damit einen Näh-Stubs geben, damit wir keinen fehlenden Mantel zu beklagen haben, wenn es kälter wird. Ging mir schließlich letztes Jahr so und ich habe mir einen gekauft!!!! Second hand, aber trotzdem.

Dafür gab es diesen Übergangsmantel für die Tochter




und das Jahr davor einen schönen A-linienförmigen aus Feincord - auch für die Tochter. Das war dermaßen viel Arbeit, dass ich nach diesem Mantel erst mal von solchen Aktionen genug hatte. Schließlich war die Grundlage eine Bluse, deren Schnitt entsprechend geändert werden musste, die Weite, die Blende, das Futter, der Reißverschluss - ich denke mit Schrecken und auch mit einer gehörigen Portion Respekt daran zurück.





Dieses Jahr also anders. Erstens Mantel, zweitens: für mich!
Vorgesehen hatte ich, an unserem Nähkränzchen mit dem Mantelnähen zu beginnen. Das ist der 6. Oktober und dauert - wenn man mag - einen ganzen Samstag lang. Deshalb wird es Zeit, die Vorbereitungen zu starten. Stoffe sichten oder kaufen, Schnitte abwägen und entscheiden.

Heute geht es um das Thema "Schnittmusterwahl":
Ich habe den Schnitt für meinen Traummantel gefunden. Vorstellung der Schnittmuster. Kurz Entschlossene können jetzt noch locker einsteigen.

Ich gestehe, das Schnittmuster für den Traummantel habe ich noch nicht gefunden. Es stehen in meiner Gedankenwelt aber nur noch drei zur Auswahl:

der Ottobre-Schnitt:



Er gefällt mir gut, allerdings habe ich ihn schon genäht: als Kurzmantel oder lange Jacke wie auf dem Foto rechts für die Tochter. Trotz sorgfältigem Ausmessen und Schnittanpassen musste ich in erheblichem Maße die Nähte wieder auftrennen und das Teil enger nähen. Dunkelblauer Stoff und dunkelblaues Garn waren dabei kein wirkliches Vergnügen. Wenn das Teil anschließend gut sitzt, kann ich mit solchen Aktionen leben, wenn ich aber niemanden habe, der an mir die entsprechenden Korrekturen vornimmt, wird es schwierig. Also vielleicht doch eher nicht ...

Ich liebe Mäntel mit Kapuze un ich liebe Capes. Schon als Kind. Für mich und meine Puppen wollte ich damals schon diese praktisch-schicken Überziehmäntel. Die Liebe ist geblieben, ich habe mittlerweile in schönstem Dunkelblau einen Capemantel - sieht aus wie ein Cape und wärmt - durch raffiniert genähte Innenteile - wie ein Mantel.

Ich habe in den letzten Jahren zwei Capes genäht, einmal als weiten Mantel, einen Schnitt von Burda - auf dem Bild die grüne Version:


Heiß geliebt habe ich aber dieses Cape, ein einfacher Schnitt, der durch seine Einfassungen besonders schön wirkt. Meines war dunkelblau und hatte Lederbesätze, Tascheneingriffe aus Leder, Lederknöpfe und an den "Ärmeln" einen Durchzug mit Lederband, so dass ich die Weite regulieren konnte.


Ich glaube, ich werde es nochmals nähen (müssen), meine Begeisterung für diesen Schnitt wächst mit meiner Erinnerung.
Aber zurück zum Mantel mit oder ohne Kapuze.
In der engeren Wahl habe ich zum Beispiel noch einen Schnitt von Simplicity (2581). Er gefällt mir in der Schnittführung, doch hundertprozentig einig bin ich mit ihm nicht, die Puffärmelchen stören mich daran am meisten. Zur Not könnte ich mich mit ihnen anfreunden, weiß aber nicht, wie lange ich tatsächlich meine Freude daran habe, eigentlich habe ich mich ja jetzt schon daran satt gesehen und würde wohl versuchen, die Kräuselung rauszunehmen. Dieser Schnitt begeistert mich also nur halb und halb, haupsächlich durch die schlanke Silhouette und die einreihige Knopfblende.


Andererseits würde er mir in seiner Schlichtheit - schaut man sich mal nur das Schnittbild an - nicht schlecht gefallen.

Aber ich bin noch nicht fertig, der letzte Mantel meiner Wahl ist Vogue 1266. Auch er gefällt mir gut. Auch mit ihm liebäugle ich schon seit mindestens einem Jahr.





Ich glaube nicht, dass zweireihige Knopfreihen für meine kleine Konfektionsgröße das richtige sind, womit ich den Ottobre-Schnitt jetzt endgültig aus der Liste streiche. Ich fürchte, damit wird ein Mantel zu wuchtig. Und ich so breit wie lang. Der linke rehbraune Vogue-Mantel sticht mir in die Augen und erobert meine Begehrlichkeitszellen. Außerdem fällt mir nichts nörglerisches ein. Das ist als gutes Vorzeichen zu werten.
Schon allein für die Entscheidungsfindug war es wert, diesen Post zu schreiben:
Ich habe jetzt wohl einen Traumschnitt gefunden und muss mir nur noch einen Traummantel daraus nähen.

Bei Cat und Kascha treffen sich die Damen zum Wintermantel- Sew-along.

Freitag, 21. September 2012

327-regelmäßige-Leser-Verlosung

 "'Follower' zeigt eine Liste von Nutzern an, die Ihrem Blog folgen ."
329 sind es augenblicklich, 327 die Zahl, bei der ich meinen alten blog verließ und umgezogen bin. Damals versprach ich, spätestens bei Erreichen dieser Zahl wieder einmal eine Verlosung zu starten.
Lange schien diese "magische" Zahl in weiter Ferne, eine Zeit lang dümpelte sie so vor sich hin, mal ein Besucher mehr, dann wieder einer weniger, manche Zeit stagnierte und stagnierte sie. Doch in den letzten Wochen kletterte der Zähler langsam und stetig aufwärts, blieb dabei aber auch wieder mal hängen - ein letztes mal bei 322.
Nun hat er seine alte Marke getoppt und ist in nur wenigen Tagen über die 327 "follower" hinweggesprungen. Höchste Zeit für die versprochene Verlosung.



Ab Nummer 315 begann ich, mir ernsthafte Gedanken darüber zu  machen.  Nur noch 12 "follower" entfernt vom einst gesteckten Verlosungsziel, ging es plötzlich rasant vorwärts. Eine Idee musste her. Etwas, was von mir gehandarbeitet war. Etwas, was viele oder gar alle gut gebrauchen oder doch wenigstens haben haben wollen.
Zeitweise war dieses Etwas die Idee eines stoffbezogenen Kleiderbügels, dann eine Buchhülle, Fühlingsvögel als Fensterbaumler, ein Taschentuchtäschchen, eine Umhänge-Einkaufstasche, ein Strickbeutel, Nadeltäschchen, PW-Topflappen.
Bei Nummer 321 fiel mein Blick auf meine gerade mit frisch zusammen gelegter Wäsche gut gefüllten Utensilos im KLeiderschrank. Klar, das war's.



Ein Beutel für unterwegs - ein Utensilo für den Schrank, die Kombination von beidem, womit der Einzug in die Ferienwohnung oder das Hotelzimmer beim Bloggertreffen nicht mit langem Einsortieren von Wäsche und Strümpfen in diverse Schränke belastet wird. Ein Reise-Utensilo wie hier schon mal gezeigt.
Nur anders in der Farbe. Und einer, für den man sich entscheiden muss.
Und das geht so:
Ich hatte nach Kleid und Kleiderbügel immer noch ein Stück von dem schönen Landlebenstoff übrig, gepaart mit einem dezenten Rosamuster wurde das schließlich ein sehr schöner Reise-Wäschebeutel.



Und in meinem Stoff-Vorratslager liegen diverse alte Betttücher und Kissenbezüge. Einer davon ist sehr schön weiß in weiß gemustert, ich denke es ist ein alter Damastkissenbezug. Ihn habe ich genommen, mit altem, robustem Leinen gedoppelt und mit einer alten Spitzenborte verziert. "Echt antik", das gute Stück.



Einen dieser beiden Reise-Utensilos werde ich verlosen. Wer einen dieser Beutel gerne  gewinnen möchte, hinterlässt bis zum nächsten Mittwoch, 26.9. einen Kommentar. Da endet die Verlosung.



Welchen ihr gewinnen wollt, schreibt ihr bitte ebenfalls ins Kommentarfeld.
Und dann entscheidet das Los. Viel Glück.

Mittwoch, 19. September 2012

alltags-normales Kleid

In meinen Kleidern fühle ich mich unterschiedlich. Was dazu führen kann, dass ich um Stimmungen auf- oder abzubauen, mir ein bestimmtes Kleid anziehe, dass ich Sonntage gerne im Lummelkostüm verbringe, dass ich mich in einem Kleid unbeschwert fühle - das sind dann meine sogenannten "Jungmädchenkleider" - oder dass ich mich im Gegenteil besonders erwachsen fühle. Manchmal denke ich nicht groß nach sondern greife nach Wetterlage, Lust und Laune (auch eine Aussage), ein anderes mal wähle ich mit Bedacht.
Vorletzte Woche musste ich zum Zollamt. Eigentlich nicht erwähnenswert, denn eigentlich ist das nur noch ein Botengang und hat seinen Schrecken verloren. In den letzten 25 bis 30 Jahren fand eine erstaunliche Entwicklung statt, nicht nur wegen Fusionierungen der Zollämter, der Vernetzung und Nutzung der Datenautobahn oder wegen der EU und ihrem grenzenlosen innereuropäischen Handelsverkehr. Auch menschlich-freundlich wurde es auf den Amtsstuben.  Dein Zollamt - ein Dienstleistungsunternehmen. Bis vorletzte Woche war ich voll des Lobes. Dann brauchte ich wegen einer Ausfuhr zunächst eine Beratung, griff zum Telefon, wählte das zuständige Zollamt an, ließ mich mit der Abteilung Ausfuhr verbinden und fühlte mich um mindestens 20 Jahre in die Vergangenheit zurück katapultiert, als ich mich so manches mal mit Herzrasen und weichen Knien bei den Zollbeamten behaupten musste. Au weia. Ich stellte mich auf Kampf ein und wollte den Kampf aufnehmen.
Und brauchte ein Kleid, in dem ich mich nicht nur wohlfühle, sondern eines, das stärkt und Normalität vermittelt. Eines, von dem ich weiß, da sind keine Fehler drin, das sitzt tadellos, eines das Selbstbewusstein gibt weil selbstgemacht, das aber keine Show macht sondern alltäglich normal wirkt.  Starkes Kleid für starken Auftritt und alltagsnormal für einen  alltäglich normalen Vorgang.
Ich entschied mich für das Simplicity-Kleid, eines meiner Lieblingskleider, eines, in dem ich sozusagen "wohne". Leggins, Shirt, Jäckchen. So:



Vom zuständigen Spediteur ließ ich mich noch kurz über das "normale" Procedere informieren, der sollte mir nur kommen auf seiner Zollamtsstube! In Gedanken überlegte ich mir schon mal, ob ich mir nicht aus der "Einfuhr" Hilfe holen könnte oder beim Vorstand, der mir vor Jahren bei einer Beschwerde über die Telefonistin - das ist Ihr Aushängeschild, Herr Vorstand, die Eingangstür, wenn die sich nur unwillig oder unfreundlich öffnet, ist das ärgerlich und immer eine Geschichte wert: meine Geschichte, Ihr Ruf  - so oder ähnlich lief das damals und der Vorstand bat mich, falls irgendetwas wieder einmal sein sollte,  mich an ihn zu wenden.

Jetzt war es also soweit. Und der Vorstand mittlerweile in Ruhestand.
Er wäre - was ein Glück! - auch gar nicht vonnöten gewesen. Denn, zurück in der Gegenwart, bin ich in der Ausfuhrbehörde im Jahre 2012 empfangen worden, sogar einigermaßen freundlich. Wenn auch sparsam kommunikativ so doch ohne Kampf.



Völlig entspannt schau ich jetzt was sich auf dem MeMadeMittwoch-Blog an alltagsnormaler Kleidung so tut. 

Montag, 17. September 2012

Versorgungsstränge

Im November letzten Jahres, als immer klarer wurde, dass das Gartengrundstück tatsächlich zu Bauland würde, als unter den vielen Bewerbern zwei ernsthafte Interessenten ihren unbedingten Kaufwillen zeigten, musste das Gelände noch erschlossen werden. Was bedeutete, dass das Gartenland nun mit Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen versehen werden sollte. Was bedeutete, dass wir über die Wintermonate mit einigen Unannehmlichkeiten zu kämpfen hatten: Die Versorgungsstränge sollten durch die Straße geführt werden. Dazu musste diese natürlich aufgerissen und tief genug ausgebaggert werden. Was sich hier wie die Behinderung im normalen Straßenbau anhört, war für uns etwas einschneidender. Die "Straße" ist so breit, dass gerade mal ein Auto darauf fahren kann, ein langsamer Lkw geht auch noch. Zwei sich entgegenkommende Fahrzeuge müssen verhandeln, wer darf vorwärts und wer muss rückwärts.
Wir und alle betroffenen Nachbarn wurden angeschrieben, damit wir unsere Autos - so wir sie in den nächsten Wochen und Monaten denn benötigten - am besten etwas abseits der querenden Landstraße parken sollten. Gegebenenfalls auch auf dem Parkplatz der Tagungsstätte. Letzteres erwies sich als unmöglich, weil gerade in diesen Wochen heftig getagt wurde - so heftig, dass es sogar um die zusätzlichen Straßenparkplätze eng wurde.
Wer allmorgendlich zur Arbeit musste, hatte es nicht leicht. Ein schmaler Pfad neben der aufgerissenen Straße blieb uns Fußgängern. Dunkel, manchmal rutschig durch Eis, Schnee oder Regen, erwies es sich am besten, mit schwerem Schuhwerk bis zum Auto zu stapfen um dieses dann dort mit den mitgenommenen eleganteren oder auch nur saubereren Schuhen zu tauschen. Taschenlampen kamen zum Einsatz, denn das zugefrorene Schlüsselloch für's Auto wollte gefunden sein. Alles schien sich an manchen Morgen gegen mich verschworen zu haben: Eisregen und Auto frei kratzen ohne Licht. In der einen Hand den Fensterkratzer, in der anderen die Taschenlampe, im Nacken den Zeitdruck.
Einer der angehenden Bauherren hielt regelmäßigen freundlichen Kontakt zu uns und bedauerte die Belästigungen, was zum positiven Erleben dieser Zeit gehört. Genau wie die Baustellenmannschaft, die regelmäßig das Gespräch suchte, uns in die Widrigkeiten des Straßenbaus einweihte, in wetterbedingten Stillstand, in die Schlechtwettergeldregelung und in familiäre Sorgen. Waren die Temperaturen gar zu eisig, brachte ich auch schon mal Kaffee vorbei. Die Arbeiter ihrerseits waren darauf bedacht, uns nicht auch noch beim Queren der Baustelle zusätzlich zu behindern, sie rückten mit ihrem schweren Gerät jedes mal zur Seite oder hielten die Baggerschaufel so lange in der Luft, bis wir sicher an ihr vorbei waren.  Und: sie boten uns ihre Unterstützung an: Sprudelkästen oder schwere Einkaufstaschen wurden an die Haustüre gebracht oder andersrum die vollen Mülleimer über die Holpergasse zur Straße.
Es war mit diesen Einschränkungen eine Zeit des ein stoisch-friedliches Miteinanders der unmittelbar betroffenen angrenzenden Nachbarn und der Straßenarbeiter. Was schließlich dazu führte, dass die Straße über die Weihnachtstage zugeschüttet und im weiteren Verlauf in zwei getrennten Abschnitten wieder aufgegraben wurde. Zumindest wir konnten so bis zu unserem Haus fahren und auch unsere nächstliegenden Nachbarn bei uns parken lassen.
Im Nachhinein bin ich mehr als erleichtert, dass in diesen ersten Wochen und Monaten keiner von uns Weganrainern  den Notarzt, den Krankenwagen oder gar die Feuerwehr rufen musste. Nicht auszudenken!!!!

Samstag, 15. September 2012

Landleben-Kleiderbügel

Auf der Suche nach einem Kleiderbügel für mein Landleben-Kleid fiel mir ein Holzbügel in die Hand, der seine beste Zeit schon hinter sich hatte.



Alle anderen Bügel waren bereits besetzt und statt eines Neukaufs dachte ich über eine Verschönerungsaktion nach.
In die Mitte habe ich noch zwei kleine Blümchen und Blättchen aus Filz mit einer Perle genäht. Ein einfaches Schleifchen hätte es auch getan, mir gefiel es so aber besser. Außerdem lenkt es ab ...



... denn der Bügel hat eine ungewöhnliche Rundung, meine alle anderen sind wesentlich flacher ausgeführt. Das machte es etwas schwieriger mit dem Stoffbezug und bei genauem Hinsehen finden sich auch kleine Fältchen - bedingt durch die Krümmung.



Wenn das Kleid auf dem neuen Landleben-Kleiderbügel auf der Kleiderstange hängt, ist mir das aber so ziemlich pieps-wurscht-schnurz-egal und ich freue mich daran. Wer auch ganz dringend einen Bügel bräuchte, sind die beiden Butterick-Wasserfallkleider, das originale und das nachgemachte. Sie rutschen zu gerne von welchem Bügel auch immer und bringen mich mit ihrer laissez-faire-Haltung auf die abstrusesten Ideen - zuletzt jetzt die, doch noch zwei Kleiderbügel zu umnähen - oder jedem Kleid sein Kleiderbügel?
Die Anleitung dazu gibt es hier.

Mittwoch, 12. September 2012

I'm singing in the rain

In den heißesten Tagen des diesjährigen Sommers stellte ich fest, dass ich kaum Heißeste-Tage-Kleider besitze. An jedem meiner Kurzarm-Kleider war irgendetwas nicht so heißwettertauglich: zu dunkel, zu fest der Stoff oder zu durchscheinend und nur mit Unterkleid oder Leggins tragbar, zu viel Stoff, zu wenig, zu kurz, zu lang ...



Wenn die Lust auf ein neues Kleid und der Unzufriedenheitspegel mit den vorhandenen steigt, finden sich immer Gründe, warum gerade diese nicht tragbar sind und ein neues her muss.
Ein Hauptgrund war, dass auch ich schon lange das Heft mit dem schönen Simplicity-Kleid hier liegen habe - viele Mitglieder der MeMadeMittwoch-Gemeinde sind begeistert davon. Den Schnitt war lange schon rauskopiert und an meine Maße angepasst  und auch Stoff hatte ich in üppigen Mengen im blumigsten Rot, das ich bei meiner Überraschungsfahrt in die Hauptstadt auf dem Maybachufer-Markt finden konnte. Mit 4 Euro das Meter schon fast gehobene Preisklasse. Jetzt habe ich noch Stoff für ein weiteres Kleid übrig: einmal richtig zugeschlagen klappt es dann auch mit dem Nähen auf Anhieb!



Erstaunt war ich, wie schnell sich das Kleid nähen lässt. Vom Zuschnitt bis zur Fertigstellung war ich an einem Nachmittag durch. Schön finde ich an diesem Schnitt, dass durch die integrierte Nahtzugabe das Ausschneiden ohne langen Aufenthalt zügig vonstatten geht. Es ist der von mir ohnehin am wenigsten geliebte Teil des Nähens.
Ich hatte das Kleid zunächst mit großen Stichen zusammengeheftet, danach Probe getragen, mir seitlich noch einige Zentimeter abgesteckt und danach alle Teile erst richtig zusammen genäht und versäubert. Klar ist das ein bisschen mehr an Arbeit, aber die Vorgehensweise hat sich bewährt: falls der Schnitt nicht ganz gut sitzt, kann ich recht leicht korrigieren und durch die großen Stiche an den entsprechenden Stellen schnell auftrennen. Der Nachteil ist, dass ich "Kreuzugnspunkte", wie z. B. rückwärtige Mitte trifft Taillennaht, auf jeden Fall noch einmal trennen muss. Aber das geht echt zügig.



Sommerliche Bilder gibt es allerdings keine mehr. Das macht nichts, das Kleid eignet sich auch für die Kombination mit Leggins, Shirt und Jäckchen.  Die wenigen gut gewärmten Tage, an denen ich es "ohne" hätte tragen können, habe ich fotomäßig verschwitzt und den ganzen heutigen Tag auf besser Wetter gewartet. So gibt es eben jetzt kurz vor Toresschluss Regenschirmbilder.

Mal schauen, wieviel lezte Spätsommerinspiration bei den anderen Damen des MMM zu sehen ist: hier geht's lang.

Montag, 10. September 2012

voll daneben

RUMMS - da ist sie wieder, die Baustelle. Wie lange ein Abriss aber auch dauern kann. Jahrelang stand das Gebäude unbewohnt, im angrenzenden Hühnerhof gab es noch einige wenige Hühner, die gelegentlich mit ihrem Hahn ausbüchsten und die Gegend erkundeten. Ich war ihnen nur halb gewogen, köstlich fand ich, wie sie im Pulk bei uns im Hof und Garten herumspazierten, weniger köstlich allerdings, wenn sie mit ihrer Dauerscharrerei Setzlinge ausrissen und wie selbstverständlich meinen Salat aufpickten. Lecker, so ein zartes Salatblatt. "Dafür könntet ihr wenigstens ein Ei hier lassen" schlug ich ihnen vor, leicht angenervt, was gelogen ist: ich war stinksauer. Ich hätte sie zeitweise auf den Mond schießen können!
Die Hühner gibt es auch ganz ohne mein Zutun nicht mehr. Was bleibt, ist die Erinnerung an ihre Besuche und die ist positiv. Was mich wundert, aber vielleicht ist sie so, weil wieder einmal ein Stück vermeintlich "heile Welt" verloren gegangen scheint.
Der alte Hof stand also allein, unbewohnt mit angrenzendem unbewohtem Hühnerhof und fiel langsam vor sich hin. Jetzt wurde behördlicherseits angeordnet: Das Ding muss weg. Ordnungsgemäß abgetragen und entsorgt.
RUMMS - sie tragen ab und entsorgen. Morgens, mittags und abends. Sie entsorgen bis nichts mehr da ist vom alten Hof, und das braucht Zeit. Vorgestern - Samstag - war es halb neun (abends), wir saßen draußen beim Abendessen und sind danach ein wenig sitzen geblieben im Gespräch. Es war ein so schöner lauer Spätsommerabend. Das fanden wohl auch die Nachbarn.
"Benuz die Zeit als sie da ist den sie ist kostbar und edel" - der Spruch einer alten Wanduhr kommt mir in den Sinn. Sie haben ihre Zeit genutzt. Um halb neun fuhr der letzte Lastwagen des Tages, kurz davor das letzte RUMMS!

Samstag, 8. September 2012

Weekend-Socken - mehrfach getestet



Als ich vor einiger Zeit vorsichtig für Teststricken eines Sockenmusters anfragte, wusste ich noch nicht, in was für ein Neuland ich mich begeben würde. Klar, dachte ich, verschick' das Muster und warte auf Resonnanz. Ganz so war es nicht - aber doch auch sehr ähnlich.
Emails gingen hin und her, mit Karin gab es ein ausführliches Telefonat, ich bekam Bilder von angefangenen und fertigen Socken, Hinweise auf Tippfehler, Anregungen zum verständlicheren Aufbau der Anleitung - und viel Lob.

erste Anprobe in pink von Bettina - Himbeereis


Die freundlichen mails mit mir teils völlig unbekannten lieben Menschen hat mich doch sehr berührt und ich habe mich immer wieder über Meldungen und Zwischenberichte gefreut. Ich danke euch, ihr lieben Sockenstrickerinnen.

Socken stricken, Muster entwerfen - das ist die eine Sache. Sie bei anderen wachsen und kommentiert zu erleben, sie fernab zu begleiten war eine spannende Erfahrung für mich und so bin ich total angespornt und schreibe schon die nächsten Socken - aber davon ein anderes mal.

Weekend in red -Socken von Marion - Kunzfrau

blaue Socken von Susanne - Sinaida

in Altrosa von Anne-Mette


Das Muster ist fertig ausgabebereit. Für eine Download-Funktion hat blogspot nicht vorgesorgt - oder ich habe sie nicht gefunden - bei ravelry hat es bei mir immer noch nicht KLICK gemacht, ich verstehe zu wenig Computerenglisch, und so biete ich den Weg der email-Kommunikation an. Wer immer das Muster gerne haben möchte, schreibt mir einfach eine email, ich schicke es gerne zu. Es ist kostenlos.

Wichtig ist mir noch zu betonen, dass es sich hier nicht um eine allgemeine Anleitung "Wie stricke ich Socken" handelt. Ich setze voraus, dass Anschlagen der Maschen, Ferse, Ristabnahme und Sockenspitze geläufig sind.

Donnerstag, 6. September 2012

frisch eingetroffen

als am Dienstag die Versandbenachrichtigung vom Amazon kam, das von mir schon lange bestellte und herbei gesehnte Buch "Gertie's New Book for Better Sewing" sei vom Logistik-Zentrum nun verschickt, befiel mich eine gewisse Unruhe - ähnlich der als Kind wenige Tage vor Geburtstagen oder Weihnachten.





Die Freude, Erwartung aber auch die Befürchtung einer Enttäuschung war demnach groß bei mir.

Eigentlich wollte ich nur eben mal so schnell, nach dem ersten begeisterten Durchblättern und einem sogleich einsetzenden enormen Nähbegeisterungsschub schon beim gestrigen Nachmittagskaffee, meine absoluten Favoriten zeigen, aber - eigentlich - sind sie das alle. Deshalb hier eine willkürliche kleine Auswahl, grad mal so aufgeschlagen und drauf los fotografiert. Mach ich sonst nie!

Vor lauter Aufregung und Gespanntsein habe ich die erste Fotoserie voll versemmelt, zu viel gewackelt, ich glaube, ich war im Unterzucker-Aufregungs-Modus.








Neben den schönen Modellen gibt es (natürlich) auch ausführliche Nähberatung und ausgearbeitete Anleitungen von Grundschnitten und deren Variantonsmöglichkeiten.
Wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich das Buch und natürlich die Schnitte (!!!!) genauer studieren - und mich entscheiden, was ich als erstes nähen möchte.
Ein dicker Umschlag fiel gleich beim Auspacken aus dem Buch heraus und darin sind - tataaaaa!!!! - die Schnitte:



Im Moment zählt, dass das Buch da ist, ich einen Super-Super-Super-Bleistiftrock gesehen habe und damit kann ich schon mal sagen: ALLES IST GUT. Fast alles: denn ich muss jetzt dringend - aber sowas von dringend - Stoff(e) kaufen.


Für diese beiden Teile würde ich mich am liebsten gleich an die Nähmaschine setzen ...

Nachtrag am 9.9.2012

Während ich noch am Lesen und Übersetzen war, hat Julia - fleißig, fleißig - bereits eine Bluse aus diesem Buch genäht. Nur, was  sie schreibt, klingt leider nicht sehr schmeichelhaft. Mein Schwung ist nach dem Lesen dieses posts erstmal gebremst. Bevor ich jetzt irgendwelche Stoffe verschneide und mich ärgere, werde ich das Buch als Inspirationsquelle nutzen aber erstmal warten, ob es auch Erfolgsmeldungen gibt. Oder mir - noch besser - größere Mengen Stoff kaufen, um notfalls ein Teil zweimal nähen zu können.

Beim ersten Durchblättern war ich noch so begeistert! Aber bereits beim zweiten, ausführlicheren Betrachten hatte ich einige Irritationen bei den Fotos, zu Textirritationen war ich noch gar nicht vorgedrungen, wusste also zu dem Zeitpunkt noch nichts vom Selbstkreieren eines Kragens. Die von Julia nachgenähte Peter-Pan-Bluse, im Buch gleich mehrfach abgebildet und auf einem Foto von hinten fotografiert vermittelt nicht gerade den Eindruck von Professionalität mit dem abstehenden Stück Knopfleiste, das unter den Kragen müsste und dessen Foto ich auf jeden Fall neu gemacht hätte. Aber ich will mal nicht zu kleinlich sein und das Buch tiefer fallen lassen, als es verdient. Schließlich kann man so etwas, genau wie ein zu eng geratener Rock mit presswurstartiger Wulst in der Taillengegend, auch sympathisch finden, weil das Buch mit solchen Bildern vielleicht vermitteln möchte: Perfektion ist anderswo, hier aber wird selbst genäht.
Bis ich nicht selbst etwas daraus genäht habe, kann ich nicht wirklich urteilen, wie gut Schnitte und Beschreibungen tatsächlich sind.

Die Peter-Pan-Bluse stand bei mir ganz oben auf der Nähenwollen-Liste - jetzt werde ich sie erst mal liegen lassen und wenn ich viel Zeit habe den Schnitt ganz genau in meine Maße umsetzen. Außerdem würde ich gerne die Knopfleiste vorne haben. Für hinten sind meine Arme zu kurz geraten.
Der Bleistiftrock war Nummer zwei meiner Buch-Nähvorhaben. Soll ich oder nicht? In "Meine Nähmode" gibt es ebenfalls einen schönen Bleistiftrock, außerdem liegt hier noch Beignet von Colette. Julia hat sich jedenfalls schon entschieden. Sie näht einen zweiten (anderen) parallel zum Gertie-Bleistiftrock.

Mittwoch, 5. September 2012

mit dem Fahrrad unterwegs

In den heißesten Tagen des Sommers nähte ich mir noch schnell ein Kleid, das ich heute gerne gezeigt hätte. Aber der Blick zum Himmel - ihr versteht?




Das Foto, das Kleid und ich müssen auf bessere Zeiten warten und kommen dann vielleicht schon nächste Woche (spät)sommerlich daher. Bei der erstbesten Gelegenheit (= mindestens 25 Grad warm) werde ich nämlich zum Fotoshooting bitten. Aber bis dahin müsst ihr mit dem schon einmal gezeigten Schnittquelle-Kleid vorlieb nehmen, das sich auch ganz ausgezeichnet zu Leggins tragen lässt. Es ist ein Rundum-Alltagskleid, das ich dieses Jahr sehr gerne getragen habe. Wie viel Alltag damit möglich ist, zeigen die Bilder: ich bin gerade auf dem Weg einzukaufen. Mit Fahrrad.
Da es sich so schnell und einfach nähen lässt, ebenfalls in einer Kurzversion als Shirt alltagstauglich ist, kann ich diesen Schnitt mit guten Gefühl weiter empfehlen. Er sitzt sehr gut und auch meine Freundin ist mit ihrem Shirt zufrieden. Ich werde mir voraussichtlich noch eine Herbstversion davon nähen. Mit längeren Ärmeln.



Der Herbst lässt grüßen.
An manchen Morgen letzte Woche dachte ich allerdings, er hätte uns übersehen und wir seien direkt vom nicht dagewesenen Sommer ins November-Dezember-Nebelwetter gefallen. Aber mit leichtem Jäckchen drüber und Leggins drunter lassen sich diese Zeiten gut überstehen.


Noch sommerlich oder bereits herbstlich - hier zeigen die anderen MeMadeDamen was sie heute tragen.

Kleid: Schnitt Ajaccio von Schnittquelle - hier schon mal gezeigt
Bindejäckchen und Alltags-Einkauftasche: Schnitt selbstentworfen

Montag, 3. September 2012

Sehnsucht nach der heilen Welt

Als die Welt um uns herum noch idyllisch war, lebten in naher Nachbarschaft einige Schwestern der Franziskanerinnen. Sie wohnten in einer großen Villa mit einem riesigen Obst- und Gemüsegarten. Der Mann für's Leben kannte einige noch aus seiner Kindheit - Schwestern werden meist uralt.
Mit den Schwestern hatten wir ein freundliches Verhältnis, mit einigen sogar ein freundschaftliches. Schwester Friedeswita, die frühere Köchin, war eine herzensgute Frau. Immer konnte ich sie in ihrer Küche besuchen. Sie schenkte uns von ihren frischgebackenen Apfeltaschen und Hefehörnchen, die besten Apfeltaschen und Hefehörnchen, die ich je gegessen habe. Sie hat mir ihr Rezept vermacht, aber ich behaupte, ihre waren trotzdem besser. Das Rezept bestand aus einem Grundrezept mit einer Variation: 10 Gramm mehr Butter für Sonn- und Feiertage. Mit den Gartenschwestern war der Kontakt auch sehr intensiv: Setzlinge von hüben nach drüben, herrliche Salate oder Schalen voller Erdbeeren im Tausch z. B. mit Azaleenzweigen zur Beschmückung des Maialtars. Die Oberinnen wechselten und mit ihnen die Intensität der Beziehung. Viele der Schwestern starben über die Jahre, jüngere kamen keine nach, sollten junge Frauen ins Kloster eingetreten sein, gab es drängendere Projekte, an deren Stelle sie versetzt wurden.
In den letzten Jahren, als nur noch ganz wenige Schwestern hier lebten und das Haus kurz vor seiner Auflösung und einem eventuellen Verkauf stand, gab es nochmals eine sehr herzliche und innige Beziehung zu einer Schwester. Schwester Hortensia war Krankenschwester und pflegte einige ihrer Mitschwestern. Zum Ausgleich für diese anstrengende Tätigkeit brauchte sie etwas Bewegung und frische Luft. Nach und nach eroberte sie sich das Gartengelände, pflanzte Blumen, baute Kartoffeln und Gemüse an, einen große Himbeerhecke wuchs der seitlichen Haustür gegenüber und auch der Tausch von Salat und frischem Obst belebte sich wieder. Nachdem alle Schwestern auf andere Einrichtungen des Klosters aufgeteilt waren, hielt Schwester Hortensia in dem großen und leeren Gebäude Haus und Hof zusammen, bis auch sie wehen Herzens ins Mutterhaus übersiedelte. Wir hielten den Kontakt bis zu ihrem Tod.
Die Villa wurde nicht verkauft. Aber umgebaut und grundlegend renoviert. Neben einer schönen Wohnung in einem Seitenflügel ist dort hauptsächlich ein Tagungsgebäude entstanden. Der Nutzgarten ist jetzt Bauland.

Samstag, 1. September 2012

mittendrin

Ich fühle mich umzingelt. Von Baustellen. Rechts, links, hüben, drüben, oben, unten - überall um uns rum baut irgendwer. Von morgens bis abends. Einen Wecker für's frühe Aufstehen brauche ich schon lange nicht mehr, diese Investition hätte ich mir sparen können. In aller Herrgottsfrühe gab es gestern ein Gerummse, dass ich hellwach im Bett saß, und überlegte, ob vielleicht auf der Straße ein Unfall passiert sein könnte und wir helfen müssen. Da das Gerummse zwar weniger laut dafür aber anhaltend weiter ging, war bald klar, wer als alleiniger Verursacher in Betracht kam: eine der Baustellen hatte ihren Betrieb aufgenommen.

Die Deutschen, las ich in der Zeitung, sind in Geldangelegenheiten verunsichert und investieren zur Freude der regionalen Handwerker und des Handels vermehrt in Immobilien, in Neues bauen oder Altes renovieren. Alle bei uns. Immer im Kreis rum. Das geht schon seit Jahren so, offenbar investieren die Deutschen ihr verunsichertes Geld schon jahrelang in unserer Nachbarschaft. Vor 25 Jahren zogen wir in einen ziemlich idyllischen Ortsteil, wenig außerhalb der eigentlichen Stadt, geruhsames Leben mit einem vegetarischen Alten- und Erholungsheim auf der einen und einer kleinen Niederlassung der Schwestern vom Göttlichen Herzen Jesu, den Franziskanerinnen, auf der anderen Seite.
Aber nichts bleibt wie es ist, am wenigsten die Idylle, denn in die wollen auch andere.
Zunächst bauten Freunde von uns in unmittelbarer Nähe, dann vergrößerte das Altenheim  aber so richtig, wenige Jahre später folgte das Einfamilienhaus des Altenheimbetreibers. Der brauchte - wegen der Vergrößerung des Heims - irgendwann einen noch größeren Parkplatz für seine Angestellten und eine großzügige Garage für sich. Wieder ein, zwei Jahre später der Anbau eines Pavillons und Umgestaltung des Gartens in einen anregenden Sinnesgarten für alte und demente Menschen. Wegen der Hanglage und wohl auch wegen der Optik, musste der Berg mit riesigen Felsbrocken gebändigt werden.
Westlich von uns wurde ein Haus gebaut, von dessen Entstehung  ich - obwohl sehr nahe - gar nicht viel mitbekam, offenbar eine der sehr seltenen Flüsterbaustellen. Irgendwann stand da ein Kran und war dann auch wieder weg. Danach stand an dieser Stelle ein Haus.
Diesen Sommer steht die Bebauung des Schwesterngrundstückes an, zwei von drei Baugrundstücken sind schon mittendrin ein Haus zu werden. Die Schwestern hatten die Erstellung eines Bebauungsplanes auf ihrem wunderbaren Gartengelände beantragt, deren Umsetzung sich zunächst durch  viele Amtsstuben über Jahre hin zog, aber nun ist es soweit. Zwei der drei Grundstücke sind verkauft und werden bebaut. Wir bekommen jetzt im Norden Nachbarn. Im Süden dagegen reißt ein anderer Nachbar gerade sein altes, schon halb zusammengefallenes Bauernhaus ab.
zu guter Letzt:

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