Genäht habe ich es an einem gemeinsamen Näh-Nachmittag im August mit nebenbei noch Schnittanpassung und Nähhilfe für ein Shirt meiner Freundin. Also ein nähtüchtiger, zufriedenstellender Tag mit einem zufriedenstellenden Ergebnis für mich.
Meine Freundinnen und ich treffen uns regelmäßig gelegentlich (ist kein Widerspruch) zum gemeinsamen Nähen. Schwierig ist es fast immer, einen gemeinsamen Termin zu finden. Aber wenn der dann steht, dann lege ich alles was sich in diesen Tag drängeln möchte wenn möglich auf einen anderen. Ja, ich weiß, beim letzten mal musste ich von heute auf morgen nach Berlin.
Verabredet hatten wir uns dieses mal schon einen Monat vorher, genügend Zeit also, sich auf ein neues Projekt einzustellen. Aber dann kam es, wie es oftmals kommt, wenn man erst zuviel Zeit und plötzlich dann doch zu wenig davon hat. Denn zunächst konnte ich mich nicht entscheiden, was ich nähen wollte. Schwieriger Fall, denn ohne konkretes Ziel lässt bei mir die Lust am Nähen nach. Ein zugeschnittenes Kleid wartet hier zwar (immer) noch, doch bei dem handelt es sich um den Härtetest meiner Fähigkeiten: ich habe es großzügig abgeändert, außerdem ist der Stoff flutschig-luftige Viscose. Nicht so das Richtige, um mit eingeschränkten Mitteln ein Kleid zu nähen, denn meistens vergesse ich etwas: Maßband, Schere oder Kopierrädchen plus Papier, zum Glück noch nie die Nähmaschine - kleiner Scherz.
Montag wollten wir uns treffen, Sonntag wollte ich mich endlich entschieden haben und alles vorbereitet. Hahahah!!
Sonntag war - ich weiß nicht mehr warum - der Teufel los bei uns - eigentlich glaube ich war es der großeVerwandtschafts-und-Familien-Kaffeetreffen-Sonntag, bei dem man länger sitzen bleibt als vorgehabt, da es gerade so gemütlich ist und die Gespräche mit den Schwägerinnen so anregend, die Kinder spielen, der Kuchen schmeckt ... ich merke, ich schweife ab! Ich kam also auch an diesem Tag zu keinem Schluss oder gar Vorbereitungen. Montag morgen immer noch keine Vorstellung. Dann drängte die Zeit: welcher Schnitt, welcher Stoff, welches Garn - immer diese Entscheidungen. Montag in der verkürzten Mittagspause - wir wollten uns bereits um 13 Uhr trefffen - habe ich dann den lange gehüteten und eigentlich für ein Herbstkleid zur Seite gelegten Stoff schnell auf dem Boden ausgebreitet, den Schnitt aufgelegt, rundum ritsch-ratsch zugeschnitten, sehr zügig aber doch sehr ordentlich, jaja, das geht - lieber wollte ich zu spät kommen. Ich liebe Schnitte mit integrierter Nahtzugabe! Und wenn es schnell gehen muss auch solche, die bereits erprobt sind.
Also alles prima - ich habe gepackt und war pünktlich noch vor den anderen am vereinbarten geheimen Nähort. Genauso zügig ging es mit dem Nähen weiter. Ich verhalf einer Freundin nebenbei noch zu einem neuen Shirt, sie mir im Gegenzug zum vergessenen Bügeleisen.
Trotz Anpassungen und Nähberatung für's Freundinnen-Shirt bin ich fast fertig geworden. Der Saum fehlte und ein Ärmel musste daheim noch eingesetzt werden. Und die Knöpfe - Entscheidungen, Entscheidungen:
Aber wie lange das dann noch warten musste, ist eine andere Geschichte.
Jetzt kommen noch zwei Bilder von hinten mit dem Bindeband und der Demonstration der Bewegungsfreiheit: eines mit Hohlkreuz, eines mit baumumarmenden Stoffbuckel im Rücken aber ohne Bild - das dürft ihr euch denken - und dann noch eine Schräglage, besser schief als stoffbucklig:
liebe MeMadeMittwoch-Crew, ich freue mich, dass die Zeit des Wartens um ist, dass ihr gemeinsam weitermacht, dass Cat auf diese Weise entlastet wird, der MMM aber bestehen bleibt. Ich wünsche uns allen eine gute gemeinsame Zeit von Zeit zu Zeit.
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Das Kleid ist Schnitt Simplicity 4758.











































