Mittwoch, 30. Mai 2012

Vom Jäckchen über Rock zum Kleid



Auch als letzte kommt man mal ins Ziel: mein  105er- Kleid ist fertig. Sieht man mal davon ab, dass ich die ein oder andere Unzufriedenheit nochmals ändern möchte, kann ich es jetzt schon tragen.
Das Positive vorneweg: es ist sehr luftig, für den Sommer geeignet.



Anders ausgedrückt: für meinen Geschmack fast ein bisschen groß geworden. Trotz genauem Maß nehmen, trotz fortwährender Anprobe. Mit Stecknadeln war es enger - oder mir war wohler mit der Weite, kann auch sein.
Wie dem auch sei, es ist mir zu weit und ich werde wohl die Seitennähte auftrennen - was mit gefüttertem Oberteil nicht ganz so schnell zu machen sein wird wie gewünscht.



Das Oberteil ist mir auch etwas zu weit, genauer: zu weit ausgeschnitten, doch da kann ich mir mit einem Top helfen. Oder ich trenne es vorne nochmals auf, nehme das Oberteil enger und bekomme dadurch einen geschlosseneren Ausschnitt.
Leider kommen die feinen weißen Blüten auf den Fotos nicht  recht raus, aber das ist bei diesem Kleid im Augenblick mein kleinstes Problem.

Her geht's zum Mittwochstreff bei Cat und Kascha.

P.S. Wer einen Bezug zur Überschrift erwartet hat, dem sei gesagt:  ich hatte einen sehr schönen und sehr langen Post über diesen Stoffkauf, mein Vorhaben damit - nämlich zuerst ein Jäckchen, dann einen Rock (Crepe von Colette Pattern) und zum Schluss, auf der Suche nach der größtmöglich vorhandenen Stoffmenge jetzt dieses Kleid - geschrieben, wollte einen Absatz daraus löschen und - ZACK!!! - war alles weg. ALLES! Meine Rettungsversuche waren zu spät, da das ... - ich sags jetz nicht  - schon gespeichert hatte. Nicht ärgern.
Weg ist Weg. Oder freundlicher ausgedrückt mit Hermann Hesse: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne."

Dabei fällt mir ein: Ich könnt's ja mal mit einem Gürtel probieren ...

Montag, 28. Mai 2012

Mein blass-beiges Sommerkleid



Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich sozusagen als Nachzüglicher mit Melleni und Arlett das Kleid 105 einer Knip-Beilage nähe. Mein Kleid ist auch  fast fertig. Für dasFoto habe ich es mit Stecknadeln zusammengefügt
Ich bin keine große Anleitungsleserin. Manchmal wäre es schon sinnvoll gewesen, ich hätte zuerst gelesen, aber es gibt auch Fälle, wo es richtig war, nach eigenem Kopf zu nähen, besonders wenn lesen nicht der Verständigung dient. Das Kryptische mancher Anleitungen wäre ein eigener Post wert.
Bei diesem Kleid schien es mir zunächst fast erforderlich der Anleitung zu folgen, da sich aus Zeichnung oder Schnitt selbst mangels Nahtzeichen nicht ergibt, was wie wohin gehört.
Meine Knip-Beilage ist in Niederländisch geschrieben (bei einem deutschen Vertrieb bestellt, ich hoffte auf eine deutsche Ausgabe), was eine Verständigung noch schwieriger macht, wenn keine erhellenden Zeichnungen mitgeliefert werden.



Beispielsweise wollte ich wissen, ob die Falten im Rock genäht oder nur gelegt sind - da fallen mir mit Schreck die Sprungfederfalten eines meiner Röcke ein, deren Anleitung weder Karin noch ich zu interpretieren wussten - und so bat ich Melleni um Hilfe: sie hat die deutsche Ausgabe und schickte mir Fotos der Anleitung. Danke für die Mühe, aber eine Erhellung war das leider nicht. Zu den Falten steht da:



"Rock und Rockfutter Faltenlinien in Pfeilrichtung rechts auf rechts umschlagen und bügeln und Faltentiefe an der OK befestigen. Rechte Seitennaht ..." Super! Danke!
OK heißt mutmaßlich Oberkante - aber wie soll ich da die Faltentiefe befestigen? Also nochmal die Frage: Falten absteppen oder nicht? Melleni hat sich, wenn ich die Fotos richtig interpretiere für's Absteppen entschieden (hat sie, ich habe sie gefragt), Arlett für's Legen. Die Fotos im Heft könnte man auch als Zusammennähen deuten. Aber gut, das ist jetzt künstlerische Freiheit. Nur leider zieht sich diese künstlerische Freiheit fort und fort, leider keine vernünftigen Erklärungen. Zu den Ärmelchen, meiner nächsten Frage, lese ich
einmal
 und später noch
 
Zugegebenermaßen habe ich mir für meine Verhältnisse ziemlich lange überlegt, was gemeint sein könnte und wieso ich die Ärmelkappen an den rückwärtigen Halsausschnitt steppen soll. Lachen, ärgern, selber machen?
Lachen und selber machen!
(einige Fragen zu so manchen Unklarheiten hat Arlett auf ihrem Blog dankenswerterweise ausführlich beantwortet.)

Schließlich habe ich angefangen, das Kleid zu nähen. Zuerst im Kopf, dann an der Nähmaschine. Dabei tauchten andere Hindernisse auf, aber die waren leichter zu lösen als die der Anleitung. Mit praktischem Verstand und logischem Denken kam ich ganz anders zu Ergebnissen.
Ausschlaggebend für die Stoffwahl jetzt - er liegt schon ein paar Jahre - ist Meikes Blütenmai. Sonst hätte ich vielleicht uni genommen, oder - keine Ahnung ... Denn dieser hier reichte tatsächlich nur ganz knapp und gut kalkuliert. Das war also der erste Knackpunkt. Mit Geduld bekam ich die einzelnen Teile alle aufgelegt.


Aber ich wollte aus unterschiedlichen Gründen statt der Belege das Vorderteil lieber doppeln. Die Belege hätte ich zwar noch irgendwie aus den Resten rausquetschen können, aber sie kamen mir etwas "mager" vor, und ich fürchtete, dass es sie nicht an ihrem Platz halten würde. Also habe ich mit einem zweiten Stoff das Oberteil noch einmal zugeschnitten.



Den Kragen konnte ich auf diese Weise gut zwischenfassen und hatte somit auch keine Versäuberungs-Probleme an der rückwärtigen Halsnaht.



Das Armausschnitt-Problem habe ich auch durch Verstürzen gelöst, im oberen Armausschnitt ist das Ärmelchen - die Ärmelkappe - eingepasst, am unteren Rand das Futter dagegen verstürzt. Eine Lösung, mit der ich zufrieden bin.



Im Nachhinein denke ich, ich hätte step-by-step-Fotos machen sollen, aber ich kann jetzt noch auf diesen beiden Bildern  verdeutlichen, wie die Ärmellösung aussieht. Beim oberen Foto habe ich von außen versucht, in den Ärmel hinein zu fotografieren  um die Naht zu zeigen, beim unteren Bild das Innere nach außen gekehrt und den Armausschnitt von innen fotografiert.
Die Rundung werde ich auf jeden Fall noch auf der Außenseite absteppen.


An der Blende entlang habe ich das Futter dann doch noch mit einem schmalen Reststreifen Oberstoff ergänzt - so viel der Rest eben noch hergab, deshalb auch nicht ganz akurat geschnitten - auf das Futter genäht und die doppelte Lage dahinter abgeschnitten, damit es nicht zu dick wird. So kann auf keinen Fall der Futterstoff herausblitzen.


Ich nehme mal an, dass bis zum MeMadeMittwoch das Rockteil an das Oberteil genäht, der Reißverschluss noch eingepasst und das Kleid gesäumt wird. Ob sich der Aufwand lohnte, ob ich es viel trage, es sich gar zu einem Lieblingskleid mausert oder ob ich mich nicht zu blass darin fühle wird sich wohl erst in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.
Hier geht es zum Pfingstmontagtreffen bei Meike.

Samstag, 26. Mai 2012

Nähen in der Mittagspause

Gestern in der Mittagspause - ein schnelles Geschenk für ein Baby, dem jüngsten Kind der weitreichenden Familie:
 
Was zunächst aussieht wie zwei aufeinander genähte Stücke Stoff


dann von beiden Seiten wie ein Bumerang mit Klettstücken ohne Ecken und Kanten




entpuppt sich schließlich als ein Wendelätzchen:




 Sind die Fische bekleckert, kommt die andere Seite dran. So einfach wie praktisch.

Mittwoch, 23. Mai 2012

So-gar-nicht-meine-Farben-Kleid

Überraschenderweise habe ich mir auf dem letzten Stoffmarkt einen lilablumigen Jersey gekauft, von dem ich wusste, das sind so ganz und gar nicht meine Farben. Und trotzdem sah ich mich gleich in meiner neuen Eroberung, eine der wenigen auf dem letzten Stoffmarkt, in einem neuen Knotenkleid gewandet, mit dreiviertellangen Ärmeln,  rosa Top darunter, türkis, dunkelgrün, grau, weiß oder schwarz. Bis auf wenige Ausnahmen auch nicht so wirklich "meine" Farben.



Vielleicht war der Kauf die Folge von zu wenig Angebot in "meinen" Farben. Dazu kam, dass meine Freundin zwei oder drei dieser Coupons für sich bereits beiseite gelegt hatte und ich dadurch erst auf den Stoff aufmerksam wurde. Ich bin ja nicht frei davon mich inspirieren zu lassen, schaue gerne, was andere schön finden und entscheide, ob ich das nur schön finden kann oder auch haben muss. Dieser Stoff war eindeutig "auch haben muss"!
"Das gibt ein Ausreißer-Modell", rechtfertigte ich mich vor mir, es muss nicht alles kombinierbar sein. So ein  "Eyecatcher" in meinem Kleiderschrank. Ein Einzelstück. Ein Kleid "außer der Reihe"!



Ein Kleid, nach dem ich immer wieder gerne greife ist es tatsächlich geworden, was sicherlich auch am schönen Schnitt liegt. Zum Kombinieren untendrunter - zwingend erforderlich bei Knotenkleidern - bleibt mir bisher nur ein schwarzes Top oder Shirt. Ein leicht rosa Shirt hätte ich auch noch zu bieten, fast weiß. Ein Auftrag an mich, mir noch ein paar Kombinierteile für's Ausreißer-Modell zu nähen, die wiederum kombinierbar mit vielen anderen Kleidern sein sollten, womit dann der Ausreißer kein Ausreißer mehr wäre. Und ich nicht mehr außer der Reihe tanze.



Schön ist auch die Geschichte, die mir an einem Sonntag kurz nach Fertigstellung des Kleides passierte. Wir wollten Bekannte besuchen, es war nicht besonders warm und ich entschied mich für schwarzes Top, lila Knotenkleid und schwarzes Bindejäckchen, Leggins und - in Unterschied zu diesem Bild - schwarze Schuhe. Meine Freundinnen waren sehr angetan von dieser Kombination.
Wir fuhren also zu den Bekannten und ich wurde - noch vor einem "Guten Tag" oder "Wie war die Fahrt?" begrüßt mit: "Wie schick siehst du denn aus!" (Keine Frage, ein Ausruf!) und weiter: "Du bist doch keine 20 mehr!" War das jetzt ein Kompliment?

Wer kauft sonst noch "außer der Reihe"?

Mal bei Catherine schauen, was die Damen heute so tragen.
Und bittet beachtet den farblich passenden Blumenhintergrund. Extra für den Blütenmonat Mai bei Meike.

Montag, 21. Mai 2012

Vom Sack zum Kleid

Ein weiteres Posting über mein derzeitiges Lieblingskleid Nummer eins. Ich möchte noch ein bisschen darin schwelgen aber auch was zu unseren Schnittänderungen schreiben, so lange Kleid und Erinnerungen aktuell sind.



Gleichzeitig - oh, ich liebe 2-Fliegen-mit-einer-Klappe-Posts (noch besser sind 3-Fliegen-mit-einer-Klappe-Posts) - möchte ich so ganz nebenbei Meikes Nähfragezeichen dieser Woche beantworten:



"Näh-Chinesisch"
Näht ihr nach fremdsprachlichen Anleitungen und Schnittmustern? Übersetzt ihr diese oder wie geht ihr vor?

Es wird also mal wieder länger hier.
In der Regel schaue ich mir nicht an, in welcher Sprache ein Schnitt geschrieben ist, meist reicht ein Blick auf die technische Zeichnung und ich weiß, ob er sich mir erschließt oder nicht. Wenn ja, nähe ich "blind" drauf los. Sonst übersetze ich. Holländisch kann ich nicht. Wäre schwierig geworden beim Knip-Knoten-Kleid und noch schwieriger beim Onion-Knoten-Kleid. Beim KKK hatte ich aber eine schön ausformulierte Nähanleitung bei Meike gefunden, ich brauchte keinerlei Übersetzungshilfe. Beim OnionKnoten war's nicht ganz so einfach. Da gab es nur Text und keine hilfreichen Zeichnungen. Obwohl das Kleid bei weitem leichter zu nähen ist als das KKK brauchte ich doch länger bis der Knoten in meinem Kopf platzte. Seitdem nähe ich auch dieses "blind".
Mit englischen bzw. amerikanischen Anleitungen geht es mir nicht anders.



Schwierig war beispielsweise der Schnitt vom "Weihnachtskleid", er war mein erster unbedruckter, bis dahin wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt: hauchdünnes Papier mit einigen verschieden großen Löchern und Eckchen. Sah teilweise aus wie "angefressen".



Ich stocherte ein Weilchen im Nebel bis auch der letzte Groschen bei mir fiel und mir klar war, welches Löchlein in welcher Größe was zu bedeuten hat, was Passzeichen, Fadenverlauf oder Abnäher markiert und was einfach nur altersbedingte Materialermüdung. Die weiteren Schnitte dieser Art, z. B. das blaukarierte Anne-Adams-Kleid oder auch Simplicity 4758 meisterte ich daraufhin souverän. Ich übertrage die Schnitte zum Arbeiten auf Folie und zeichne dabei gleich alle Fadenverläufe oder Abnäher ein, wobei ich mich auch an der Bebilderung orientiere. So brauche ich mich nicht jedesmal wieder neu einzudenken oder Fachvokabular zu übersetzen, Leo sei dank kenne ich mich da mittlerweile ganz gut aus;  meine Nähaktionen ziehen sich nämlich manchmal ein Weilchen hin.


In englisch, französisch, schwedisch, holländisch oder dem "chinesisch" mancher Burda-Anleitung bin ich mittlerweile einigermaßen geübt: ich übersehe geflissentlich was da geschrieben steht und nähe, wie ich es für richtig halte, die Sprache hat mich also noch nie davon abgehalten, einen Schnitt auszuprobieren. Mit den Schnitten aus einem japanischen Buch möchte ich es ebenso machen. Allein zu Angaben der Größe - wie sehen Brust-, Taillen- und Hüftweite in japanischen Schriftzeichen aus? - würde ich mir einen Beilagenzettel wünschen.
Im aktuellen Fall - ich nähe in Begleitung Kleid 105 aus einer Knip-Beilage - bin ich dankbar, dass Melleni das deutsche Heft besitzt und mir Übersetzungshilfe leistete und sie und Arlett geduldig Fragen beantworten. Das spart Zeit. Die Teile erschließen sich nämlich nicht von selbst, jedenfalls nicht auf den ersten Blick.


So, zurück zu den Änderungen meiner Schnittteile.
Wir machten es mit dem Schnitt tatsächlich so, wie man es in Burda-Anleitungen oder vielen anderen Heften sieht:



nur dass hier nicht ein bisschen raus musste, sondern im Oberteil im Schulter-Brustbereich zunächst einmal ausgemessene 8 cm.



Also falteten und klebten wir im Vorderteil parallel zum Fadenlauf im Schulterbereich je 2 cm, rausschneiden wollten wir nicht, um möglicherweise doch nochmals Breite nachgeben zu können. Im Rückenteil genauso, parallel zur hinteren Mitte, dem Stoffbruch.


Vergleich von Original-Schnitt und angepasster Neu-Ausgabe
Wir orientierten uns bei der wegzurechnenden Menge einmal an meinem Brustumfang und an der Schulterbreite. Richtung Taille, zum Rockansatz hin gaben wir etwas zu, bzw. rechneten nicht ganz so viel weg. Einmal an mich dran gehalten sah man sogleich, dass der Armausschnitt noch viel zu weit war, diesen verkleinerten wir. Und wir kürzten die Länge, sonst hätte sch die Taillennaht Richtung Hüfte befunden.

erste Anprobe
 
Nachdem es so aussah, als könnten die Maße stimmen, habe ich den Stoff zugeschnitten und mit großen Heftstichen alle Teile provisorisch aneinander genäht, damit wir noch zu zweit eine letzte Korrektur vornehmen konnten. Die war nötig, denn das Kleid schien uns immer noch ein Tick zu weit zu sein. Das war zwar im Vergleich nur noch eine minimale Veränderung, aber Karin steckte mir auf beiden Seiten nochmals gut 1 cm ab, also insgesamt 4 cm, die nochmals raus mussten.
Auf dem Bild kann man es sehen.


Der Rest war dann ein Klacks. Zu Hause trennte ich die Heftstiche auf, reduzierte die Seiten- und Ärmelweite und nähte das Kleid erneut zusammen. Dieses mal mit Beleg und Versäuberung. Die neuen Maße übertrug ich noch auf den Schnitt.



Auf den ersten Blick erscheint es etwas viel an Aufwand für ein einziges Kleid. Und es hört sich - jetzt, wo ich den Text nochmals lese - einfacher an, als es letztlich war. Der Schnitt beinhaltet nämlich rundum knappe 1,5 cm Nahtzugabe. Die galt es bei allen Anpassungen immer mit zu berücksichtigen.
Da es sich für mich aber nicht um irgendeinen Schnitt handelt, sondern ich ihn schon lange bevor ich ihn besaß zu meinem Lieblingsschnitt erklärte, kann der Aufwand gar nicht groß genug sein. Einmal richtig Zeit und (Karins) Können investiert erlauben mir problemlose Wiederauflagen dieses Kleides.
Ich habe bei unserer Nähaktion wieder viel gelernt, in aller Hauptsache: mich trauen. Aber auch, dass es sich zu zweit fröhlicher nähen lässt, man sich in Wissen und Können gut ergänzen kann und dass es sich mit einem zusätzliche Händepaar  besser abstecken lässt, als wenn man alleine vor dem Spiegel rumturnt.

Der Stoff hat die Auftrennerei und manche Fehlstiche gut mitgemacht, innen ist von außen nicht gut zu unterschieden und so kam es zu mancher Verwechslung. Er ist aus fester Baumwolle und erinnert in seiner Struktur im Bereich der Blümchen an Seersucker. Also auch noch bügelfreundlich, kurzes Drüberrutschen mit dem Bügeleisen reicht, glatter wird er nimmer.
Dass es ein Blumenmusterkleid wurde, ist eher Zufall. Dieser Stoff gefiel mir von allen angebotenen am besten.
Gekauft hatte ich 2,50 Meter. Das war über den Daumen gepeilt und stellte sich als zuviel heraus.

Samstag, 19. Mai 2012

MÄHEN ...


... statt nähen

Mit diesen Aussichten auf ein anderes kreatives Gestalten
verabschiede ich mich in ein arbeitsreiches Wochenende.


das Foto ist schon ein bisschen älter
- ich mittlerweile auch -
aber es trifft die Situation genau ...

Mittwoch, 16. Mai 2012

"Why this is the finest pattern you can buy"



Das also ist das Kleid, dessen Schnitt ich mir Montag vor einer Woche von Karin auf den Leib messen ließ:
Simplicity 4758. Jetzt wurde es endlich fertig und erfüllt gleich dreierlei:
- es ist recht kleidsam, sitzt gut und lässt trotzdem viel Bewegungsspielraum - also ein phänomenaler Schnitt, mit dem ich - ich habe es schon im vorigen Post angedeutet - glatt zur Seriennäherin mutiere
- ich hatte zum Zeitpunkt des Stoffkaufs noch nichts von Meikes Frühlings-Blümchenkleider-Sammelleidenschaft geahnt, mir aber dort schon zielsicher einen Blumenstoff ausgesucht. Das Kleid kann also durchaus als mein erstes aktuell genähtes "Blümchen-Monat-Mai"-Kleid durchgehen. Zum Montagstreffen war es leider noch nicht fertig, aber heute wird es nachgereicht und auch verlinkt
- und es kann rechtzeitig zum MeMadeMittwoch ausgeführt werden.



Mit Jäckchen sieht es an so kalten Tagen mit geblitztem Regen so aus:



und von der Seite so:




Ich freue mich auf viele schöne, blumige Kleider wie immer am MeMadeMittwoch bei Cat.

Montag, 14. Mai 2012

Erlebnisnähen mit Karin

Die Einladung
Karins Einladung kam per email: 
Heute Morgen habe ich daran gedacht, dass es wirklich mal wieder toll wäre, wenn wir uns einen Nähmontag ... gönnen würden.  Der 7. Mai wäre z.B. prima. Da fährt ... auf Abschlussfahrt nach Berlin und ... ist sicher bis 18 Uhr in der Schule, da hätten wir Zeit ohne Ende!!!!!
 
Die Verabredung
Unsere Verabredung scheiterte fast an einem weiteren Näh-Treffen am Wochenende davor, zweimal dicht nacheinander wollte ich keinesfalls in "Haus und Hof" ausfallen, zu viele Vorarbeiten, zu viele Nacharbeiten. Dann kam alles anders, ich konnte eine Arbeit verschieben, hatte plötzlich montagfrei und das Treffen am Wochenende stellte sich als eine terminliche Verwechslung heraus. 
 

Stoff und Schnitt, mein Nähvorhaben
Ich hatte einen Schnitt in Amerika gekauft, etwas zu groß (mit Karins o.k.wegen der Veränderungen) und recht schwer zu bekommen, da echt retro und antik. Seine Ankunft erhoffte ich noch vor unserem Nähtreffen. Sonst würde ich mit Karins Hilfe eine Runde Dessous-Nähen einschieben. Aber im Verlauf der Woche kam der Schnitt tatsächlich an und so konnte ich eine email an Karin schicken:
Dessous-Nähen müssen wir - oder ich - verschieben: Der Schnitt ist da!!!
Blieb die Frage nach dem Stoff zu klären. Nicht, dass ich keinen hätte, aber ich könnte ja auch die Gelegenheit nutzen, bei Karin "um die Ecke" im "Schwarzwaldstoffe" zu stöbern um mir dort einen schönen Stoff zu kaufen!

Die Fahrt
Aufstehen früh wie immer. Der Blick nach draußen: regenverhangen, ideales Nähwetter.
Frühstücken, aufräumen, Schnitt, Teekanne (ganz wichtig!) und Einkaufslisten für das Leben fernab der Nähmaschine in meinen Korb packen. 
Abfahrt halb neun. Zuerst zur Klostermühle, ich bringe frisches Holzofenbrot und Datschkuchen mit.
Ein kleines Bremsmanöver lässt die Thermoskanne kippen, mein Tee flutet den Beifahrersitz. Erste Hilfe mit Papiertaschentücher. 
Dann noch zum Discounter. Für den täglichen Bedarf und zwei dreiteilige Kleinkinder-Sets, für Klein-H. und L4. Beide in den Größen 98/104. Das Mädchenset ist gleich gefunden, die Bubenkombi in reicher Zahl nur (noch) in den Größen bis 86, morgens um kurz vor neun! Aber egal, auf dem Weg zu Karin liegt ein zweiter Discounter.
Zwischenstop bei einem Drogeriemarkt, Teppichschaum kaufen um den Sitz zu retten. 
Ich friere und stelle die Heizung an, das Wetter sieht grollend aus.
Im Auto riecht es nach frischem Brot, aber auch "wenn's so sauber wie gekocht sein soll".
Nächster Halt und mangels Parkplatz ziemlich wildes Parken beim zweiten Discounter, wieder kein Glück. L4, du musst deinen Geburtstag verschieben ...
Ich dümple hinter Lastwagen her. Bei einem der letzten Treffen kam mir die 40minütige Überlandfahrt entspannend vor, heute nervt sie mich und ich beschließe, das nächste mal fahre ich Bahn.
Weiterfahrt: Hausach, Wolfach, zwei Tunnel. Nach dem Tunnel sieht das Wetter meist anders aus als vor dem Tunnel, behaupte ich. Richtung Schwarzwald reißen die Wolken auf, es scheint ein herrlicher Tag zu werden und meine Tunneltheorie sich zu bestätigen. Ich fahre durch den ersten, keine Wetteränderung, dann halt beim zweiten. Und tatsächlich: nach dem zweiten Tunnel fängt es an zu tröpfeln. So war das nicht gemeint! 
"Priml" zitiere ich in Gedanken Kommissar Kluftinger (oje, in letzter Zeit habe ich wohl zu viele Allgäu-Krimis gelesen).
Aber - um bei Zitaten zu bleiben - es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommt: In Vorderlehengericht fängt es an zu gießen. Erster Tunnel Schiltach ohne Regen, zweiter Tunnel Schiltach: leichtes Getröpfel, auf nichts ist mehr Verlass, scheint ein unruhiger Tag zu werden!
  
Das beinahe Ende eines kaum begonnenen Nähtages
Ich treffe Karin und sehe einem erfolgversprechenden Nähtag entgegen- das Wetter ist mir jetzt wurscht, ich friere auch nicht mehr. Wir fahren wegen meines feuchten Beifahrersitzes mit ihrem Auto in den Stoffladen, suchen, beraten, begutachten, werden fündig. Dann ein SOS-Anruf auf Karins Händi für mich, meines liegt in meinem Auto, mal wieder der Akku leer. Meine Stimmung kippt, für einen kurzen Moment sieht es aus, als müsste ich ("alternativlos") nach Hause fahren. Aber: es gibt immer Alternativen. Und die macht sich auf den Weg zu Karin. Wir auch, durchatmend die gute Laune zurückgewinnend, mit Stoff und dem Vorsatz: das wird ein wunderbarer Tag. Wir reinigen den Beifahrersitz und trocknen ihn mit einem Föhn. 
 


Die Änderung des Schnittes
Während ich das Auto föhne, wäscht Karin unsere Stoffe in einem Kurzprogramm und schmeißt sie anschließend gleich in den Trockner. So kann ich noch am Nachmittag mit Nähen beginnen!
Ich kopiere meinen teilweise zu großen Schnitt, lasse mich von ihr ausmessen und die tatsächlichen Maße auf das Oberteil übertragen. Mehrere Zentimeter müssen im Brustbereich raus, Taille und Hüfte etwas weniger. Sie rechnet und zeichnet, wir kleben und schneiden, wir denken logisch, ziehen die Nahtzugabe ab oder rechnen sie dazu, wandeln inch in cm. Wir packen mich in den Plastikschnitt und kontrollieren den Sitz. 


 


Karin, meine Heldin
So lange ich den mittlerweile trockenen Stoff bügle kocht Karin ein Kleinigkeit zu Mittag. Es ist ein Rundumsorglospaket bei ihr: sie wäscht und trocknet für mich den Stoff, leiht mir Handtuch, Föhn und Nähmaschine, sie kocht, ändert einen Schnitt genau auf meine Maße, zeigt mir ihre vielen schönen Sockenmuster, schenkt mir eine Portion weißen Jersey, leiht mir einen Kleiderschnitt, von dem sie sicher ist, dass der was für mich sei und näht so nebenher Knopflöcher und Knöpfe in ein Hemd ihres Mannes, schneidet sich einen BH zu und näht ihn an diesem Nachmittag auch noch fertig. Ist es nicht wunderbar eine solche (Näh)Freundin zu haben?
Tatsächlich komme ich am Nachmittag noch dazu das Kleid zuzuschneiden und  (mit der Nähmaschine) zusammen zu heften. So können wir gemeinsam noch letzte Korrekturen vornehmen. An den Seitennähten. Jetzt passt es perfekt und es ist genau mein Schnitt. Liebe auf den ersten Blick, schon als ich ihn bei Cat zum ersten mal sah.
Wie lange habe ich ihn gesucht, täglich ein, meist sogar zwei mal bei etsy und ebay geschaut. Dann fand ich ihn endlich - wenn auch zu groß, egal, jetzt passen wir - Schnitt und Kleid und ich - perfekt zusammen. Ich bin begeistert und werde damit bestimmt zur Seriennäherin.

Heimfahrt - wie immer viel zu spät

Wie immer ist die Zeit zu kurz, wenn wir zusammen nähen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Ich mache mich viel zu spät auf den Heimweg, ziemlich plötzlich - oje, der fast verdrängte zweite Einkaufszettel für das Leben fernab der Nähmaschine ... Aber mit Glückshormonen angefüllt bringt mich selbst der sonst nervenaufreibende Feierabendverkehr nicht aus der Ruhe, mal sehen, wie ich durchkomme. Entspannt gondle ich Richtung Heimat. Ich singe.
Die Metzgerei hat bereits geschlossen. Also Spargel ohne Schinken nur mit den Resten von gestern.


Und daheim, was erwartet mich da?

Freundin Inge hat angerufen, der Nachbar seine beiden Prüfungen mit 1 bestanden, der Hund hat seine tägliche Portion Dreck und Haare ins Haus geschleppt, Post von meiner Freundin, später noch eine email mit Fotos von Karin, kochen, essen, Müslimischung backen, sonst gibt es morgen kein Frühstück.
Und für morgen eine Nacharbeitungsliste erstellen: zu allererst die verschobene Terminarbeit, außerdem wartet ein Berg Wäsche, staubsaugen, putzen, Treppe, Bad, Garten, Gewächshaus und das Päckchen an Gabi sollte auch endlich zur Post ... Der ganz normale Alltag also.



 

Freitag, 11. Mai 2012

Lavendelherzen-Anleitung





Zuerst malt ihr ein Herz auf in der gewünschten Größe, dran denken, die Nahtzugabe gleich mitberechnen.
Als Vorlage diente mir das Marken-Herz eines Kauftops. Jedes andere geht auch.


Meines ist knapp 10 cm breit. 



Nun verbindet ihr wie auf dem Foto die oberste Rundung mit einer Geraden und zieht im rechten Winkel dazu an den Seiten eine Gerade, die gerade eben die äußerste Herzseite streift.


Von der Waagerechten bis zur Herzspitze sind es etwa 9 cm bei meinem Herz. Etwas mehr als ein Drittel dieses Maßes wird für den oberen Rand - den "Hals" mit dem hübschen Schleifchen - benötigt.

Ich habe mich für 3,5 cm entschieden. Ihr markiert dieses Maß auch auf den seitlichen Senkrechten. Außerdem müsst ihr noch die äußerste Stelle der oberen Rundung markieren, die Stelle, an der sich die Waagerechte gerade mit der Herzrundung noch trifft.

Jetzt werden wie auf dem Foto zu sehen die einzeln vorbereiteten Markierungen miteinander verbunden. Ich habe die Linien rot gemalt.
So, fehlt noch oberhalb der Umbruchlinie der Umbruch. Dafür wieder 3,5 cm nach oben abmessen plus 1 bis 1,5 cm Zugabe (grüne Linie):

Ihr übertragt für den Umbruch die Punkte der Herzrundung (gestrichelte Linie), zeichnet aber noch 1 bis 1,5 cm Verlängerung dazu (grüne Linie).

Und so sieht die fertige Schablone aus, wenn ihr alle Punkte richtig verbunden gezeichnet habt:



Und jetzt geht's ans Nähen:


Für ein Herz den Schnitt 2 x zuschneiden.


Stoffteile rechts auf rechts aufeinander legen
Seitennähte schließen,


Nahtzugaben zurück schneiden, wer hat, nimmt hierfür die Zackenschere

am Übergang von der Rundung zum angesetzten "Halsteil" - da wo die Stecknadel markiert - bis an die Naht einschneiden
hier kann man es deutlich sehen:

Nun muss gewendet und danach das obere Teil an der Umbruchstelle nach innen geklappt werden. Das funktioniert am besten, wenn man die Umbruchstelle vorher bügelt - auf dem Bild wird es wohl deutlich:


Jetzt wenden und die Öffnung an der Umbruchstelle nach innen klappen, eventuell nochmals bügeln:


mit etwas Lavendel füllen und zubinden:




Die Stoffteile können vor dem Zusammennähen auf vielfältige Weise verziert werden. Genauso denkbar ist es, eine Verzierung mit der Kordel zusammen umzubinden.


Wie immer bei Anleitungen lasse ich die Kommentarfunktion eingeschaltet für Lob, Kritik und damit ihr gegebenenfalls nachfragen könnt.

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