Mittwoch, 29. Februar 2012

Mit Cord und Kragen





Mein neues (recht warmes) Cordkleid war mir auf der Reise in die Hauptstadt ein bequemer Begleiter. Mit meinem warmen Unterrock, Thermostrümpfen plus Wollstrümpfen, dicken Winterstiefeln und warmem Mantel mit Schal und Loop trotzte ich dort sämtlichen Temperaturen bis minus 15 Grad und schlenderte genüsslich zu meinen vorgesehenen Zielen.


 Schnitt Simplicity 7275 (schon einmal genäht mit dem engeren Rockteil).
Der Stoff ist ein gedeckt-roter Babycord, eine Erinnerung an eine Fahrt nach Köln vor vielen Jahren mit einer abenteuerlichen Rückreise, da der ICE mal wieder - aber das kennt ihr ja schon, scheint mir trotz nur weniger Bahnfahrten gehäuft zu passieren... Auf dem Weg zu meinem Ziel kam ich rein zufällig an einem Stoffgeschäft vorbei - Glück zum rechten Zeitpunkt!



Die Veränderungen:  Das Oberteil habe ich etwas verlängert bis etwa in die Taille, die Kräuselungen durch Abnäher ersetzt, vom Rockteil nicht ganz die vorgesehene Weite genommen und schließlich noch einen Rollkragen dran "gebastelt". Das kostete mich einige Hirnverrenkungen, sollten doch Armausschnitte, Schulternähte, Kragen und Seitennähte alle verstürzt sein. Mit einigem Nachdenken klappte es schließlich ganz gut und ich musste zum Schluss nur zwei letzte etwa 5 cm große Wendeöffnungen am Hals von Hand zusticheln. Hätt' ich's noch einmal zu nähen, würde ich mir in die Seiten Taschen einsetzen.

Das Kleid geht auch ohne Gürtel (die Mitte wirkt hier etwas zerkautscht da tagelang unterm Gürtel versteckt)



und bei eisigem Wind mit Schnee und warmem Unterrock



Viele schöne Kleider gibt es diesen Mittwoch wieder bei Catherine. Danke für die Organisation.

Montag, 27. Februar 2012

Frühlingsjäckchen Knit-Along - Farbwahl, Musterwahl und Maschenprobe

Beim letzten Treffen musste ich passen, 10 Tage Hauptstadt ...
Deshalb poste ich heute zwei Themen. Mein erster Two-in-one-Post.

Die Woche vor meiner Abreise verlief - was das Frühlingsjäckchen betrifft - so:

1. Ich fand Fotos auf dem PC von einer Jacke meiner früheren Nachbarin, die mir die nötige Entscheidungshilfe zum Aussehen der Jacke gaben.
2. Ich schaffte es nicht mehr Wolle zu kaufen.
3. Ich habe mich für ein Strickmuster von Drops entschieden.
4. Ein supergünstiges original verpacktes Wolle-Schnäppchenangebot von A...Süd  in genau der richtigen Nadelstärke und Gramm- und Meterzahl lag hier noch ungeöffnet.
5. Die Zeit war knapp, ich entschied mich für die Discounterwolle.
6. Dadurch war auch die Farbwahl geklärt.



Natürlich schien mir die Verlockung groß, in der Hauptstadt auf Schnäppchen- pardon, auf Wollejagd zu gehen. Allerdings dauerten mich die 7 Stunden Zugfahrt, die so unverstrickt verstreichen würden und ich schnappte mir das Discounterpäckchen und nadelte daheim schon mal probeweise los.



Die Wolle fühlt sich gut an, wie schnäppchengünstig sie ist, wird sich aber erst nach der ersten Wäsche zeigen. Ich denke da an ein gewisses Sockenpaar für meine Tochter aus Wolle aus demselben Mittelgang, die sich nach der ersten Wäsche so verfilzten, dass selbst ich jetzt Mühe habe, sie anzuziehen. Mit drei Nummern kleineren Füßen. Was das "Schnäppchen" als solches angeht, fühlte ich mich zum Zeitpunkt des Kaufes dank des obersten Schnäppchenjägers in bester Gesellschaft ...

Die Strickjacke meiner entschwundenen früheren Nachbarin habe ich vor etwa zwei Jahren von allen Seiten durchfotografiert. Im Unterschied zu meinem Projekt hat sie lange Ärmel und ist mit wesentlich dickerer Wolle mit vielen zusätzlichen Zöpfen und Mustern gestrickt (aber halt gekauft, ein klarer Nachteil). Und sie wird mit einer Kordel ähnlich einer Wickeljacke geschlossen. Außerdem ist sie mir zu groß.



ausgebreitet sieht sie so aus:




Jetzt fand ich eine Anleitung bei Drops, die sich fast eins zu eins damit deckt. Jedenfalls bis auf die Ärmellänge. Ich hatte die Anleitung aufmerksam durchgelesen und war zunächst etwas irritiert. Was da alles gleichzeitig beachtet werden muss machte auf mich, genau wie die schematische Zeichnung zunächst keinen Sinn. Der ergibt sich hoffentlichSchritt für Schritt mit dem Stricken.



So soll das Jäckchen tatsächlich einmal aussehen:



Früher gehörte ich der Fraktion an, die Maschenproben für überflüssig erklärte und erstmal munter drauf los strickte um dann eventuell doch noch einmal alles aufzutrennen, da zu klein. Früher war in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Zu groß war da nicht das Problem, eher zu eng oder zu klein. Weshalb ich auch wenig auftrennen musste. Heute möchte ich es gerne etwas figurbetonter. Deshalb gibt es neuerdings bei mir die Maschenprobe. Ich habe sie nicht fotografiert, zehn mal zehn Centimeter kraus rechts sind eben wenig spektakulär.
Auf dem Weg in die Hauptstadt kamen allerdings weniger Reihen zusammen als gewünscht.
Die Tage waren schnell um und meine mitgenommenen Bücher* spannender als die krausen rechten Maschen.

* Adriana Altaras, Titos Brille - Die Geschichte meiner strapaziösen Familie
Marie-Sabine Roger, Das Labyrinth der Wörter
Harry Mulisch, Das Attentat

Die Frühlingsjäckchen-Strickerinnen treffen sich bei Catherine. Viele Grüße dorthin und besten Dank für die Organisation.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Ich näh' nicht nur für zwei ...



... ich stricke auch für zwei. Socken, Schals, Tücher, Stulpen und dieses mal eine Weste.
Gestrickt habe ich diese Weste nach einer Anleitung aus Fatto a mano 184 .... für die Tochter mit doppeltem Faden Regia sechsfach und Stricknadeln Nummer fünfeinhalb.



Da es sich bei diesem Garn strenggenommen um Sockenwolle handelt, denke ich, üppige Bäder in der Waschmaschine dürften der Weste nichts anhaben. Ein angenehmer Nebeneffekt - aber nicht der Hauptgrund für diesen Kauf: Die Farbe war einfach das schönste wollige Blau, das wir in der Kreisstadt finden konnten.



Meine Tochter interpretiert die Kurzform des MeMadeMittwoch MMM übrigens ganz in ihrem eigenen Sinn, weder näht noch strickte sie bisher selbst; die größten Teilgebiete überlässt sie gerne mir:   MMM wie MaMaMade. Sie trägt nach wie vor begeistert diese Marke (und kauft leidenschaftlich Stoff und weniger leidenschaftlich fertige Kleidung).



Viele schöne Kleider gibt es am heutigen Mittwoch ausnahmsweise bei Meike.

Sonntag, 12. Februar 2012

Winterferien




Eisige Zeiten.
Winterstarre Kälte, Eiszapfen, Schnee, gefrorene Seen, Bäche und Flüsse. Wie herrlich wärmend wirken dagegen eine heiße Tasse Tee mit etwas Gebäck, Gemütlichkeit bei Kerzenschein. Lasst euch nicht unterkriegen. Was ist euer "Rezept" gegen die Kälte?

Mittwoch, 8. Februar 2012

die rustikale Variante

heute nachmittag trage ich meine alltagstaugliche Rustikal-Variante des Weihnachtskleides.



Mit dicken Stiefeln, warmen Woll-Leggins über  Thermoleggins, Shirt und Unterrock, Jäckchen drüber lassen sich auch minus fünfzehn Grad einigermaßen gut überstehen. Und heute war es ja gar nicht mehr so eisigkalt. Nur minus sieben!

Wer ist noch dabei am MeMade-Mittwoch?
Klick zu Cat und Kascha.

Montag, 6. Februar 2012

Frühlingsjäckchen Knit-Along - Strickinspiration



Rechtzeitig vor den ersten warmen Frühlingssonnenstrahlen lädt Catherine ein zum "Frühlingsjäckchen Knit-Along". Das erste Treffen beschäftigt sich mit dem Thema der Inspiration, von der ich mir nicht sicher bin, ob ich was davon abbekommen habe oder nur gut handwerken kann - ganz in der Tradition meiner Vorfahren, durchweg gute Handwerker in verschiedenen Gewerken, die Frauen in der Regel begnadete Handarbeiterinnen.
Wie liegt also mein Fall?
Ich mag sehr gerne zum einen die Bücher von Kim Hargreaves und liebe die Seite von DROPS. Außerdem liebäugle ich mit den Büchern von  Jane Waller und Susan CrawfordA Stitch in Time 1 und 2 und Vintage Gifts to Knit. Ich lese mich gerne durch blogs, Zeitschriften und Internetseiten - und hin und wieder bleibe ich an einem besonders schönen Teil hängen und beschließe: Irgendwann mache ich das auch! So addieren sich auf meiner Vorhabensliste Teil um Teil. Aus all diesen formt sich - vielleicht - eine Vorstellung.
Mit den Büchern von Kim Hargreaves hat eine neue Sammelwut begonnen. Gestrickt habe ich aber noch nicht danach. Bei Drops werde ich bei jedem Besuch erneut fündig, ich besitze eine ganze Reihe links, die ich noch abstricken möchte, eine neue Leidenschaft: ich bin Linksammlerin.
Drops liegt klar im Vorteil: ein Jäckchen habe ich gerade zu Ende gestrickt, noch nicht die Fäden verwahrt oder gar zusammengenäht. Aber ganz klar in Führung, denn nun kommt schon ein zweites.
In diesem Fall haben sich meine Vorstellungen eines weiteren Frühlingsjäckchens beim Stricken des letzten herauskristallisiert. Ein Jäckchen mit dreiviertel Ärmeln hätte es werden können, doch das Stricken mit zeitlichem Rahmen ließ mich nach einem kürzeren Modell suchen.  Ich möchte auf alle Fälle fertig werden. Deshalb verschiebe ich dieses Projekt und startete die Suche nach einer kurzen Weste. Das Angebot ist groß, die Vielfalt verlockend. Meine Liste wird schon wieder länger: zum Beispiel durch  eine  erste kurze Weste,  eine zweite kurze Weste, eine kurze Weste, die mit 8erNadel  und  eine, die mit 9er-Nadeln  bestimmt schnell gestrickt sind und schließlich noch eine kurze Weste im "Brombeermuster", ich glaube, es ist das Jäckchen auf Catherines Einladungskärtchen.
 
Farblich bin ich auch noch zu haben und lasse gene auf mich zukommen, was für Wolle in welcher Farben ich in der nahen Kreisstadt finde. Mal schauen, ob ich diese Woche noch Zeit dafür finde. Internetshops bleiben für mich nach wie vor die zweite Wahl. Ich schau' nicht nur mit den Augen, ich "schaue auch mit den Händen", muss fühlen und Farben "in echt" ansehen können.
Es bleibt also spannend für mich, die Anleitungen liegen gedruckt vor mir. Ich werde mich entscheiden müssen.

Weitere inspirierte Frühlingsjäckchen-Strickerinnen versammeln sich bei Catherine. Danke.

Samstag, 4. Februar 2012

WARM

Bei diesen eisigen Temperaturen fiel es mir in den letzten Tagen fast ein bisschen schwer, Röcke und Kleider auch außerhalb der Wohnung zu tragen, den Walkrömö mal ausgenommen.
Thermoleggins, Stiefel mit Einlagen, Shirt, Jäckchen drüber, Schal oder Loop um den Hals und Mantel an - so ein Wärmepolster dürfte eigentlich keine Probleme mehr bereiten. Und trotzdem friere ich! Das Röckchen ist die Schwachstelle, da für diese Temperaturen einfach zu dünn. Jede Isolierung ist nur so gut wie ihre schwächste Stelle, sagt mein Bruder der Architekt.


 
Stimmt. Die schwächste Stelle ist der dünne Wollstoff. Problem erkannt - Problem gebannt, das Kleid warm unterfüttert mit einem Unterrock.



Aus Fleece. Nicht gerade ein Figurschmeichler und auch nicht so sehr geeignet für fließende Eindrücke. Aber unbedingt geeignet für Temperaturen ab etwa minus 5 Grad wie zur Zeit.


Natürlich trägt er etwas auf. Ich wirke zwar nicht matronenhaft, auch noch nicht so breit wie lang aber doch gut gepolstert. Proportionierter gibt es erst wieder bei wärmeren Temperaturen.



Das Kleid haftet etwas am Fleece, fällt nicht ganz so elegant wie ohne Unterrock. Doch letztlich ist die Optik gar nicht so übel. Gut gewärmt unten drunter kann ich mein neues Lieblingskleid - mein makelloses neues Lieblingskleid - auch jetzt noch anziehen.
Und wie begegnet ihr den eisigen Temperaturen?

Mittwoch, 1. Februar 2012

Gouvernantenhaft

Eigentlich sollte ich immer die Schnitte, die ich kaufe, auch gleich umsetzen. Lege ich sie erstmal zur Seite, staple ich irgendwann anderes darauf: Hefte, Schnittmuster, Bücher, Flickwäsche. Und schwuppdiwupp ist das Projekt aus den Augen und ein nächstes sowieso schon lange im Sinn!
So auch hier.
Dank Mellenis Post (und andere bei z. B. Cat und Kascha und EbenJulia) fiel mir aber der Schnitt ganz unten wieder ein - aber halt, er war mittlerweile sogar schon in einem Ordner abgeheftet, da musste ich wohl zwischenzeitlich aufgeräumt haben. Also schon fast aufgehoben statt nur aufgeschoben.



Wie beinahe auch beim Stoff, denn der liegt mittlerweile schon ein Weilchen - ein paar Jährchen, aber was macht das schon bei einem wirklich guten Stoff? -  und hat einige Schlaffalten. Ihn hatten meine Tochter und ich einmal vor Jahren in Strasbourg gekauft, und er sollte ursprünglich eine winterwarme Hose werden. Danach lange nichts und jetzt ein Kleid. Ein Reisekleid für Berlin. Warm und bequem für unterwegs im Zug. Gouvernantenhaft empfinde ich den Schnitt, er ist die engere Wahl von Simplicity 7275 , die mit dem rückwärtigen Gehschlitz.

Der Schnitt benimmt sich weitaus unperfekter als der  zuletzt genähte Vogue 8404. Das Kleid wurde zu meiner Reise im Oktober ein erstes mal fertig , ich hatte es sehr sorgfältig genäht und zwischendurch auch immer wieder sowohl das Rockteil als auch das Oberteil anprobiert.  Bei der letzten Anprobe musste ich feststellen, dass der Halsausschnitt zu weit ist: das Kleid fiel mir fast über die Schulter, und hinten stand die Naht ab, was nicht am Reißverschluss lag sondern am Zuviel an Stoff und Weite. Nichts ist gemeiner als fertige Teile wieder auftrennen zu müssen!



So ein schön passgenau zusammengenähtes Kleid, genau auf die Karos geachtet, versäubert mit 4 Fäden Overlock, genäht für gute Haltbarkeit mit engem Stich, ein Stoff, bei dem man leicht die falschen Fäden zieht, das Nähgarn kaum zu erkennen ist - auch nicht mit Lupe.

Vom Stoff, der noch übrig war dachte ich damals schon über eine Hose nach. Zum Glück mag ich keine karierten Hosen nicht. Also schlich sich in den Kopf die Idee mit einem Rock. Karierter Rock. Mit Falten? oder ohne? mit Schlitz? Zum Glück fand ich nicht den mir passend erscheinenden Schnitt, ich brauchte keine Assoziation mehr zum Stoff - ich brauchte Stoff für ein neues Oberteil.



Und da ich schon mal dran war, habe ich den rückwärtigen Reißverschluss in die Seitennaht verlegt, wo ich ihn weitaus bequemer öffnen und schließen kann. Die hintere Rocknaht habe ich passgenau - karogenau - zusammengenäht und auch beim Reißverschluss ist es mir gelungen, zumindest die "Streifenoptik" beizubehalten:



Da ich ja seit dem Weihnachtskleid-Sew-Along meine Liebe zum "Event-Nähen" entdeckt habe, wird aus dem Reisekleid jetzt das Geburtstagskleid und ich nähe mir - natürlich - noch ein Extra-Hauptstadt-Bahnreisekleid.
Zum Trost darf es aber trotzdem seine Reise antreten, unter neuem Namen und mit etwas Verspätung, aber immerhin.

Viele schöne Kleider gibt es wie immer am Mittwoch bei Cat und Kascha.

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