Montag, 8. Oktober 2012

Wenden in drei Zügen

Es geht nicht ganz ohne Verdruss, wenn auf dem Nachbargrundstück gebaut wird und die Verhältnisse so eng sind wie bei uns. Erfahren wir rechtzeitig, dass die Straße gesperrt wird - z. B. wegen der Anlieferung der Fertiggarage des nordwestlichen Nachbarn - können wir entsprechend reagieren und die Autos gegebenenfalls am Ende der Straße parken. Manchmal wird aber auch ohne viel Nachzudenken die Straße blockiert. Lastwagen sehen in unserer Ministraße aus wie Schwertransporte mit Überbreite. Baggerfahrer nutzen sie zum Wenden, Fahren, Baggern weil die Grundstücke durch den Bachverlauf und den angrenzenden Rebberg eng begrenzt sind.
Einer der Baggerfahrer, ein Freund des nordöstlichen Bauherrn,  ist ein wahrer Künstler. Bestimmt hat er schon im Kindesalter seinen Baggerführerschein gemacht und sich in Fortbildungen jetzt zum Baggerobermeister qualifiziert. Er fährt und baggert mit seinem großen Gerät mindestens so exakt wie einige von uns nähen und  hätte in einer der "Wetten dass ..."-Sendungen beste Gewinnchancen gehabt. Zum Beispiel mit blindem Einhand-Einfädeln einer Nadel mit Hilfe der Baggerschaufel. Einzige Bedingung: er braucht genügend Treibstoff: Sprit für den Bagger - Cola für sich. Ohne dieses zuckersüße Getränk läuft nichts und seine Laune liegt im Keller. Mit genügend Flaschen im Vorrat vollbringt er aber richtige Baugrubenwunder.
(Kürzlich erzählte ich einer Bekannten von ihm, ohne seinen Namen zu nennen. Der entfuhr ihr dann spontan. Sie kennt ihn und hatte eine ganz eigene Geschichte parat: Bei einer Skifreizeit stand er an einem dieser Getränkestände vor ihr und orderte eine Cola. "Groß oder klein?" war die Frage der Bedienung. Die Antwort eine Gegenfrage: "Seh' ich aus wie ein kleines Cola?")

Ganz anders einer der helfenden Kollegen. Nachbarschaftshilfe im erweiterten Sinne war es, als einer der "Kumpels" des nordöstlichen Bauherrn mit seinem Traktor nebst Anhänger eines Samstags zum Aufräumen und Wegfahren gefällter Bäume und ausgegrabener Wurzeln auftauchte.  Ist ja schon nett, solche Freunde zu haben. Wenn sie sich in ihrer Hilfsbereitschaft aber übernehmen, kann es schon mal schief gehen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Da das Grundstück zu begrenzt für Bagger und Schlepper mit Anhänger ist, musste die Aufladeaktion von der Straße aus erfolgen. Mit den üblichen uns Anwohnern bekannten Behinderungen. Was müssen an einem Samstagnachmittag auch so viele Autos auf dieser Miniaturausgabe einer Straße fahren! Der Traktor-Freund versuchte immerhin sein bestes, jonglierte vorwärts und rückwärts, wurde genötigt zur Seite zu fahren und musste einmal sogar wenden - was für eine Zumutung! Genau in unserer Hofeinfahrt fand sie statt, die Zumutung: Weil da ja am meisten Platz ist, oder man ihn sich machen kann.  Die Straße ist hier dank unseres zurückgesetzten Tores am breitesten und so wollte er rückwärts in unseren Hof hinein- um vorwärts wieder hinauszufahren. Wenden in drei Zügen. Soweit die Theorie. Was man in der Fahrschule zum Beispiel auch beim Einparken lernt, wollte ihm einfach nicht glücken. Und ZACK! hing er in unserer Hecke, und nochmals ZACK! zersplitterte er Teile unseres Holzzauns.
Ein beiläufiges Knirschen - Absplitterung am Hausnummernschild.
zu guter Letzt:

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