Samstag, 27. Oktober 2012

Blickwinkel

Versonnen steht der nordöstliche Bauherr an einem Fensterausschnitt seines zukünftigen Heims, die Zimmerleute haben ihre Arbeit beendet, der "Rohbau" steht, ein Haus in Ständerbauweise, ähnlich Fachwerkhäusern. Das gab erneute Gründe, auf das Gelingen anzustoßen. Familienangehörige und Freunde, ich als zufällige "Vertreterin der Nachbarschaft" schauen uns im Dunkeln das aufgestellte Haus an. Die Besucher sind viel zu laut, lachen, Gesprächsfetzen hallen durch die Nacht. Gelegentlich versuche ich sie mit meinem "Psssssst, nicht so laut" für die Stille der Nacht, für die ruhige Umgebung, für die Anwesenheit anderer Nachbarn und deren Recht auf Ruhe zu sensibilisieren.
Der nordöstliche Nachbar und ich stehen an einem der Fensterausschnitte und schauen in die monddämmrige Landschaft. Schön ist das. Die Bodenplatte des Nachbargrundstückes zeigt aber die nahende Wirklichkeit: die Garagenwand direkt am Grenzverlauf des Grundstücks. "Ich bin mal gespannt, wie es aussieht, wenn auf dem Nachbargrundstück die Garage steht. Dann ist es vorbei mit der schönen Aussicht." Er ist noch nicht eingezogen und schon hat er die Landschaft ins Herz geschlossen, bedauert die Beschneidung seiner Aussicht. Sein Schwiegervater stimmt ihm durch brummendes Kopfnicken zu. Ich schaue ihn irritiert an und sage: "Ich bin mal gespannt, wie es aussieht, wenn hier zwei Häuser stehen. Dann ist es vorbei mit der schönen Aussicht auf Garten und Rebberge." Jetzt klinkt sich der zukünftige Schwiegervater ins Gespräch ein: "Das ist ja normal, wenn irgendwo gebaut wird." "So normal wie eine Garagenwand."
zu guter Letzt:

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