Sonntag, 14. Oktober 2012

Ausgesöhnt - Aufholarbeiten und Mantel nähen Teil 1

Letzten Sonntag war ich nicht dabei beim Mantelnähtreff. Ich brauchte diesen Sonntag für mich, um nachzudenken und  mir klar zu werden, mach ich weiter oder nicht. Ich kam an diesem Sonntag zu einigen Einsichten, die mir das Weiternähen erleichtern:

Erstens liebe ich SCHWARZ.
Zweitens ist das Dunkelmausgrau-Anthrazit des Wollstoffs eine schwarze Spielart. Ein Schwarz, bei dem ein bisschen Farbe fehlt.
Drittens liebe ich das vorgesehene Viscose-Innenfutter.
Viertens kann ich ein so umfangreiches Projekt nicht halbherzig angehen.
Fünftens ist der Schnitt eingetroffen und wirklich, wirklich traumschön.
Sechstens kann der Mantel nur gelingen, wenn ich mich mit ihm und der ganzen Näh-Aktion auch identifiziere. Will ich das? Wenn ja, dann nur noch Blick nach vorne - der Mantel wird schön!!!!!!!!
Siebtens kann ich mir noch ganz viele Mäntel in rot, gelb, kariert oder melliert nähen. Dieser eine hier schließt andere nicht aus.
Achtens wird es jetzt Zeit, mich soweit mit der Sew-Along-Aktion zu identifizieren, dass ich das "Logo" in die Sidebar hänge.

Nach meinen Sonntags-Einsichten und dem darauf folgenden eindeutigen JA begann ich mit der Aufholaktion, zunächst mit dem Thema der letzten Woche:

Wie bringe ich das Zuschneiden, und schlimmer, das Einlage-Aufbügeln hinter mich?

1. Schnitt rauskopieren, weitestgehend auf die richtigen Maße kürzen (8 cm Länge) und leicht erweitern (4 cm Taille).
2. Stoffe waschen. Ich wasche alle meine Stoffe bevor ich sie vernähe. Auch den Wollstoff. Vorsichtig warm und mit wenig Schleuderumdrehungen.
3. Frage nach der Nahtzugabe klären. Meinem Schnitt liegt eine deutsche Übersetzung der englischsprachigen Anleitung bei.  Wiel hilfreich sie war, schreibe ich euch ein ander mal ...

4. Stoffe schneiden.
5. Einlage aufbügeln.
Fertig, bis jetzt war leicht, warten was noch kommen mag.


Heute gibt es einen Doppeltermin, wir lesen bei Lucy und bei Catherine zu
Kragen und Designentscheidungen (Catherine),  Zusammensetzen und Taschen (Lucy).




Um die Passform einigermaßen prüfen zu können, habe ich den Mantel mit großen Heftstichen zusammen genäht, noch ohne Beleg und ohne Ärmel. Ich möchte nur mal wissen, wie gut ich hineinpasse. Danach nähe ich richtig mit Nahttaschen und ziehe die Heftfäden (rot und gelb!) wieder heraus.
Von "Kragen" bin ich noch weit entfernt und was  Designentscheidungen anbelangt, versinke ich eher in Überlegungen zur Weite und Länge. Die Weite ist eindeutig zu weit, ich fühle mich wie in einem Plumpssack. Nach den Maßvorgaben des Schnittes musste ich in der Taille insgesamt 4 cm zugeben, das sind gefühlte 6 cm zu viel, dabei hatte ich sie so schön gleichmäßg rundum verteilt. Halbzentimeterweise. Genauso halbzentimeterweise muss ich die einzelnen Schnittteile jetzt enger nähen. Ich stelle mir vor, dabei die Heftfäden als Orientierung zu nehmen. Danach probiere und entscheide ich neu. Und danach kann der Kragen kommen, meinetwegen.

Auf dem Foto oben - und allen anderen - ist der rechte Ausschnitt nach innen geschlagen, ist mir bei der Anprobe nicht aufgefallen. Ich war froh, den Mantel mit den Stecknadeln an mir selbst mit den richtigen Abmessungen in der vorderen Mitte geschlossen zu bekommen. Spielt auch keine Rolle, da es mir hier um mein Taillenweitenproblem geht, und das wird einigermaßen deutlich.

Der energische Packegriff zeigt, dass, wenn da was raus käme, ich im Mantel trotzdem noch genügend Weite hätte für Futter und einen eventuell dicken Pullover.


So etwa wie auf diesem Bild hätte ich die Passform gerne. Leicht tailliert. Energisch habe ich die Stoffmenge hinten in der Rücknaht zusammengehalten, um einen Eindruck zu vermitteln, wie der Mantel leicht tailliert aussehen könnte.


Was mir durch das Foto besonders auffällt sind die breiten Schultern. Vielleicht gibt sich das aber auch noch beim Ärmeleinsetzen und füttern, da fallen nochmals einige Zentimeter weg. So überhängend möchte ich sie nicht. Ich verkürze sie jetzt mal noch nicht sondern hefte in nächster Zeit die Ämel ein. Und lass mich am besten wieder fotografieren, auf den Bildern kann man doch so einiges besser erkennen als vor dem Spiegel. Nächstes mal stehe ich dann gerade, schaue, dass der Mantel exakt mittig sitzt und sich nichts nach innen verwurschtelt hat. So sind die Bilder halt lebensecht.

Mit der Länge experimentiere ich bei jeder Anprobe ein wenig. So klein wie ich bin, fühle ich mich mit knöchellang etwas zusammengestaucht. Klar muss noch der Saum abgezogen werden, aber ich denke, der Mantel muss kürzer werden. So Handbreit unters Knie fände ich gut. Die endgültige Entscheidung treffe ich aber erst ganz zum Schluss, wenn alles andere fertig ist und richtig sitzt. Denn eines habe ich auch schon festgestellt, je höher der Mantelsaum umso kühler am Bein.Oder anders: lang macht wärmer.

Wir treffen uns heute zum sonntäglichen Mantelnähtreff bei Cat und Kascha.




Kommentare:

  1. Oh ja, ich muss mich jetzt auch mal am Riemen reißen und das Logo in den Sidebar ist eine gute Erinnerung, das habe ich nämlich bisher auch vergessen. Und dann wird nächste Woche konsequent gearbeitet, damit ich voran komme und im Zeitplan bleibe und das Projekt sew-along seinen Zweck erfüllt.
    Danke für den anstoß und viel Erfolg.
    Ich finde dein Mantel hat Potenzial. Und lieber enger nähen müssen, als feststellen, dass er zu ein geworden ist...
    Katti R.

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  2. Ich finde die Aufteilung der Schnitteile ( Bahnen ? ) und Deinen Mantel insgesamt sehr schön . Du hast recht , dass von der Weite sicher noch das weg kann , was Du zeigst , auch bei den Schultern bin ich momentan Deiner Meinung. Ich würde aber auch erst mit Ärmeln probieren , ob sich was ändert.Die Länge finde ich für einen Wintermantel aber wunderschön und sehr praktisch , die würd ich auf jeden Fall so lassen
    liebe Grüsse Dodo

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  3. Mut hast du! Einen Mantel zu nähen ist sicher sehr schwierig. Wenn er dann fertig ist, haste immerhin ein Einzelstück und bestimmt wird er sehr schön.
    Liebe Grüsse
    Hannelore

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  4. mit deinem Griff in den Rücken sieht man richtig, wie toll der Mantel wird, wenn er fertig ist!
    ich drücke die Daumen, dass mit den Änderungen alles gut klappt!

    LG
    sjoe

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  5. Insgesamt macht der Mantel schon einen ganz tollen Eindruck. Der wird bestimmt gut! Ich würde allerdings auch sagen, dass noch etwas Weite weg kann. Da hättest du dir die Schnittanpassung womöglich sparen können. Und die Schultern scheinen auch zu weit zu sein, aber warte ab, mit eingenähten Ärmeln und evtl. Schulterpolstern kann es ganz anders aussehen. Die Länge finde ich toll.
    LG Rita

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  6. Für Stiefel mit etwas Absatz sieht die Länge doch sehr gut aus. Mit ganz flachen Schuhen könnte es ein Problem werden. Das mit etwas mehr Taille einarbeiten hört sich zwar sehr aufwendig an, aber das lohnt sich bestimmt, auf den Bildern wirkt der Mantel dann gleich viel "weiblicher".
    viele Grüße
    Elke

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  7. Ich bin in etwas so weit wie Du. Habe die Nähte ziemlich eng geheftet und kann beim NÄhen nun etwas rauslassen. Etwas mehr Taillie wird Deinem Mantel gut stehen. Wir ein echtes Traumteil. LG Kuestensocke

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  8. Das mit der Weite wurde ja schon mehrfach genannt - da muss was weg!! Und ich denke, die Länge kannst du so lassen... Im Moment stört das vielleicht auch, weil die Ärmel noch fehlen... Und mit den Ärmeln lässt sich auch dein Schulterproblem sicher lösen...
    Du weißt - ein paar Kilometer das Tal raufgefahren und dein mantel wird direkt an dich angepasst :-)

    Liebe Grüße
    Karin

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  9. Das sieht wirklich schon gut aus, du weisst, was du noch ändern musst und bist mental hervorragend aufgestellt ;-) Also das wird, und dass die Entscheidung für einen Mantel ja nicht ausschließt, später noch alle möglichen anderen Mäntel zu nähen, muss ich mir auch immer wieder sagen.

    viele Grüße! Lucy

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