Samstag, 1. September 2012

mittendrin

Ich fühle mich umzingelt. Von Baustellen. Rechts, links, hüben, drüben, oben, unten - überall um uns rum baut irgendwer. Von morgens bis abends. Einen Wecker für's frühe Aufstehen brauche ich schon lange nicht mehr, diese Investition hätte ich mir sparen können. In aller Herrgottsfrühe gab es gestern ein Gerummse, dass ich hellwach im Bett saß, und überlegte, ob vielleicht auf der Straße ein Unfall passiert sein könnte und wir helfen müssen. Da das Gerummse zwar weniger laut dafür aber anhaltend weiter ging, war bald klar, wer als alleiniger Verursacher in Betracht kam: eine der Baustellen hatte ihren Betrieb aufgenommen.

Die Deutschen, las ich in der Zeitung, sind in Geldangelegenheiten verunsichert und investieren zur Freude der regionalen Handwerker und des Handels vermehrt in Immobilien, in Neues bauen oder Altes renovieren. Alle bei uns. Immer im Kreis rum. Das geht schon seit Jahren so, offenbar investieren die Deutschen ihr verunsichertes Geld schon jahrelang in unserer Nachbarschaft. Vor 25 Jahren zogen wir in einen ziemlich idyllischen Ortsteil, wenig außerhalb der eigentlichen Stadt, geruhsames Leben mit einem vegetarischen Alten- und Erholungsheim auf der einen und einer kleinen Niederlassung der Schwestern vom Göttlichen Herzen Jesu, den Franziskanerinnen, auf der anderen Seite.
Aber nichts bleibt wie es ist, am wenigsten die Idylle, denn in die wollen auch andere.
Zunächst bauten Freunde von uns in unmittelbarer Nähe, dann vergrößerte das Altenheim  aber so richtig, wenige Jahre später folgte das Einfamilienhaus des Altenheimbetreibers. Der brauchte - wegen der Vergrößerung des Heims - irgendwann einen noch größeren Parkplatz für seine Angestellten und eine großzügige Garage für sich. Wieder ein, zwei Jahre später der Anbau eines Pavillons und Umgestaltung des Gartens in einen anregenden Sinnesgarten für alte und demente Menschen. Wegen der Hanglage und wohl auch wegen der Optik, musste der Berg mit riesigen Felsbrocken gebändigt werden.
Westlich von uns wurde ein Haus gebaut, von dessen Entstehung  ich - obwohl sehr nahe - gar nicht viel mitbekam, offenbar eine der sehr seltenen Flüsterbaustellen. Irgendwann stand da ein Kran und war dann auch wieder weg. Danach stand an dieser Stelle ein Haus.
Diesen Sommer steht die Bebauung des Schwesterngrundstückes an, zwei von drei Baugrundstücken sind schon mittendrin ein Haus zu werden. Die Schwestern hatten die Erstellung eines Bebauungsplanes auf ihrem wunderbaren Gartengelände beantragt, deren Umsetzung sich zunächst durch  viele Amtsstuben über Jahre hin zog, aber nun ist es soweit. Zwei der drei Grundstücke sind verkauft und werden bebaut. Wir bekommen jetzt im Norden Nachbarn. Im Süden dagegen reißt ein anderer Nachbar gerade sein altes, schon halb zusammengefallenes Bauernhaus ab.
zu guter Letzt:

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