Mittwoch, 30. November 2011

heut trag ich eine kleine Maus ...




... zu einem neuen Erdenbürger und seiner lieben Mama. Wie gut, dass diese Verabredung auf einen MeMadeMittwoch fällt.


Da liegt sie jetz ganz entspannt in meinem Arm und wartet auf das Foto.


Immer wieder gerne schenke ich zur Geburt eines Kindes, zu Weihnachten oder Geburtstagen ein Kuscheltuch. Am liebsten mit einem Mäusekopf.



Der Kopf aus Frottee ist herzhaft ausgestopft mit Füllwatte, Augen und Nase sind aufgestickt . Somit ist die Maus waschbar, ein Umstand, den es bei kleinen Kindern besonders zu bedenken gilt. Eine beschenkte Mama hat es in ihrer Not kurzerhand einmal als Spucktuch eingesetzt - nach der Wäsche war die Maus "stell dir vor, wieder fast wie neu".




Das Baumwollstöffchen wird innen mit Fleece gefüttert
und ist dadurch schön kuschelig weich.


Ich habe diese Art Kuscheltuch schon vielfach verschenkt und auch schon einen Kuscheltuch-Nähkurs gegeben. Die Mütter, Tanten oder Omis waren immer ganz begeistert, ich nehme an, die beschenkten Kinder auch.

Natürlich ist das nicht das alleinig-Selbstgenähte an diesem Tag.
Ich konnte mich nicht entscheiden zwischen Temperatur und Wohlgefühl, zwischen Landschick und warm angezogen, zwischen Hose, Kleid und Rock.



letztlich bleibt es bei Rock und Shirt.Und einem unterbelichteten Bild.

Heute sind wir alle wieder bei Catherine versammelt. Danke.

Montag, 28. November 2011

Mein Weihnachtskleid - mutig bin ich, schneide zu ...





Die gute Nachricht vorab: Ich habe mich definitiv für Stoff und Schnitt entschieden! Und bleibe nun dabei.
Advance und schwarzer BW-Leinen. Gefüttert mit schwarzer Streublümchen-Viscose. Von diesem Stoff habe zwar so viel, dass es für ein Kleid reichen könnte. Ich aber nicht weiß, ob ich daraus tatsächlich ein Kleid haben möchte.



Normalerweise kopiere ich mir meine Schnitte, auch wenn dies dann mit etwas mehr Arbeit verbunden ist. So bleibt mir der Originalschnitt erhalten, und ich kann eventuelle Veränderungen später nachvollziehen bzw. habe immer das Original für verschiedene Varianten.
Und so packte ich meinen Advance-Schnitt aus - und erlebte eine Überraschung: er war bereits ausgeschnitten, original ausgeschnitten, sehr ordentlich, lauter leicht zerknitterte Einzelteile in der Tüte. Ist ja auch eine "Antiquität" und darf von daher Gebrauchsspuren aufweisen.



Hauchdünn ist das Papier des Schnittes und muffig roch es beim Glattbügeln. Gut abgelagert wie ein altes Buch. Es weist zu meiner Irritation jedenfalls auf den ersten Blick keinerlei Nahtlinien für Abnäher oder so etwas wie eine Fadenlauflinie auf. Nichts - gar nichts! Ein durch und durch unbedruckter Schnitt mit einer Vielzahl verschieden großer Löcher.
Lesen sollte man können! Am besten natürlich die Nähanleitung und noch besser vor dem Zuschnitt. "English is a window to the world" sagte Herr Stöver im Kult-Tatort "Undercover-Camping".



Also öffnen wir mal das Fenster:
Die unterschiedlich großen Löcher in diesem Schnitt haben unterschiedliche Bedeutung. Die drei großen weit auseinander liegenden in der Mitte sind der Fadenlauf. Außerdem gibt es noch kleine Einkerbungen als Passzeichen am Rand und die Abnäher sind - hallo, ich bin voll durchgestiegen - mit den kleinen Löchern markiert. Andere wiederum bedeuten Stoffbruch. Hah, English is a window to the world, wie recht der Mann doch hat. Den Fadenlauf habe ich einfachheitshalber durch die Löcher in den Schnitt eingezeichnet, die Einkerbungen und weiteren Löcher durch Nahtzahlen markiert, die Teile beschriftet.


Einzig dieser in einer Klammer stehende Satz lud mich zum Rätseln ein: Seam allowance on all edges is 1/2 inch.
 Bedeutet dies eine Feststellung, dass die Nahtzugaben bereits mit einem halben Inch berechnet sind oder eine Aufforderung, die Nahtzugabe dazu zu geben?
Aber auch diese Frage ist geklärt. Zum einen durch Abmessen der Einzelteile und Vergleichen mit meinen Maßen. Und zum anderen durch fast schon einen Warnhinweis an anderer Stelle:


Es handelt sich  hier also um einen All-Inclusive-Schnitt.

Beim Aufstecken habe ich mir ordentlich mit einer Stecknadel den Finger zerstochen, sozusagen der Ritterschlag für einen Schnitt, denn "Blut ist ein ganz besonderer Saft" - um beim Zitieren zu bleiben.

Und jetzt kann's losgehen mit dem Schneiden. Und dann mit dem Nähen. Darauf freue ich mich am meisten.

Wer wohl in dieser Woche noch zugeschnitten hat? Bei Cat und Kascha treffen sich die Weihnachtskleid-Schneiderinnen. Danke an Catherine für die Organisation.

Sonntag, 27. November 2011

Advent - Zeit des Wartens

Heute morgen las ich in der Badischen Zeitung einen Leitartikel zum Thema Advent und Weihnachten, einen Artikel, den ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte:

Der Advent als Zeit des Wartens: Glühwein mit Gefühl

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine stressfreie, geruhsame Adventszeit. Ich für meinen Teil werde sicher einen Gang rausnehmen aus der allgemeinen vorweihnachtlichen Geschäftigkeit. Ein Versuch wie jedes Jahr, der mir aber jedes Jahr auch besser gelingt.

Samstag, 26. November 2011

Weihnachtswichtel unterwegs

DREI (!) Tage ohne Internet und schon stellt sich das Gefühl ein, keine Verbindung zur (Außen)-Welt mehr zu haben.
Ein Bagger hatte unbeabsichtigt beim Aufreißen unserer Straße das Kabel durchtrennt. Knapp an der Stelle, wo es den Mast trifft. Wir haben Überlandleitung. Den Baggerfahrer trifft keine Schuld. Es war unsachgemäß und ungesichert verlegt. Wollt ihr was über den "Service" der Telekom wissen? Fragt lieber nicht! Abhilfe versprochen wurde täglich - gekommen ist dann tatsächlich auch irgendwann einer, der die beiden Enden wieder zusammen fieselte. Ich glaube, wir sind jetzt ein "rotes Tuch" für die Telekom. So oft haben wir im Wechsel angerufen. Echt nervig, solche Kunden wie wir!
Fast war's ja wie in alten Zeiten, also in den ganz alten, so ohne Telefon. Wie damals, als gelegentliche Ferngespräche der Verwandtschaft bei unseren Nachbarn im Flur eintrafen - sehr kommunikativ, alle hörten mit! Das war noch echte Nachbarschaftspflege ...


Aber der unfreiwillige Blog-Surf-Stop hat mir nähfreie Abende und ausführliche Mittagspausen beschert. Und so fand ich mich zur Abwechslung mal in meiner "Bastelstube" - also  meiner umfunktionierten Nähecke:
Fast jedes Jahr verschenke ich in der Weihnachtszeit von meinen Weihnachtswichteln. Ich glaube, mittlerweile sind die ganze Verwandtschaft und viele meiner Freundinnen beschenkt.
Dieses Jahr bin ich etwas früher dran als gewöhnlich - das Wichtelpärchen tritt die Reise ins Bloggerland an als voradventliches Geburtstagsgeschenk.


Bei uns stehen die Wichtel in der Adventszeit entweder auf dem dekorierten Tisch oder am Fenster. Sie sind putzig klein, 9 und 10 cm bis zur Mützenspitze. Die Arbeit ist vergnüglich, es ist von allem was dabei: Nähen, häkeln, stricken und viel KLEBEN. Ich habe immer wieder meine  Freude daran.

Mittwoch, 23. November 2011

kein Regensonntagsofatag



Kein Regensonntagsofatag und trotzdem genäht.
Keinerlei Verpflichtung, keine Mutter, Schwiegermutter oder sonstige Verwandtschaft sind gute Vorausetzungen, mal wieder den Pfaden des Stoffbergs zu folgen, um ein Beutestück ins Nähzimmer zu tragen. Dieses mal war es ein ziemlich großes: 3 Meter Walkloden. Herbst-Mantel-Aktion für die Tochter.



Das Schnittmuster wieder ein von ihr ausgegucktes auf dem Stoffmarkt. Einzelschnitt: riesengroßer Kragen und Asymmetrie durch deutlich längere Vorderteile.
Nach meinen Erfahrungen mit Größenangaben haben wir uns für die wahrscheinlichste - Größe 38 - entschieden. Kam auch fast hin. Jedenfalls in der Länge, die sich ja am leichtesten korrigieren lässt.



Um nicht unnötig Stoff zu verschneiden und um einigermaßen zu wissen, wo eingehalten, gekürzt oder sonstwie geändert werden muss, habe ich aus drei-Euro-Fleecedecken znächst ein Probeteil genäht. Etwas schludrig wie ich zugebe - also nichts gesäumt oder abgenäht und enden tun die Teile auch wie der Stoff grad mal so reichte -, aber es ging ja auch nur ums Schnittgrößentesten im oberen und mittleren Bereich. Da der Fleecedeckenmantel einigermaßen gut passte und nur wenig korrigiert werden musste, konnte ich an einem nicht-verregneten Sonntag den Walkloden in Angriff nehmen.



Auch hier ging fast alles glatt. Walk unterscheidet sich stark von Fleece, und obwohl der Schnitt derselbe ist, die Änderungen vermerkt und übertragen mit berücksichtigt wurden - der "Mantel in echt" war um einiges weiter als der "Probierer".  Besser so rum als zu eng. Diese Änderungen waren schnell behoben und nun passt er perfekt.



Der Mantel ist schon einige Zeit fertig und wird fleißig getragen.
Am liebsten auch von mir - aber er ist dafür zu groß. Oder ich bin dafür zu klein! Wie man's nimmt.
Das "schludrige Probierstück" wurde übrigens zum Bade-Morgenmantel ernannt. Ich hätt's ahnen müssen!

was gibt's sonst am MeMadeMittwoch? Schauen wir doch mal bei Catherine vorbei ...

Montag, 21. November 2011

Mein Weihnachtskleid wird - schwarz?

Nach meinen eigenen Vorgaben für mein Weihnachtskleid wird mir immer klarer, der Stoff müsste eigentlich SCHWARZ werden. Schwarz ist edel und alltagstauglich, in unserem Fall sogar hundehaartauglich. Damit wäre die Farbwahl ja schon fast geklärt.



Wenn ich am Wochenende nicht mal wieder den Stoffberg bestiegen hätte! Dort fand ich zwei Stoffe, die mir außerdem zusagen könnten. Auch wenn sie nicht schwarz sind.
Beide vom Stoffmarkt, der eine hellbraun-beige mit eingenähten Spitzen und Borten, der andere etwas rustikaler in dunklem braun mit weißen Marmorierungen. Meine Tochter meint: sieht aus wie Spinnwebe. Von beiden ist genügend vorhanden um ein Kleid zu nähen. Wobei der Spitzen-Borten-Stoff schon sehr dünn ist, ich müsste nicht nur Leggings sondern eher schon Ski-Unterwäsche drunter tragen. Nein, da komme ich mir fast lächerlich vor. Der darf bitte bis zum Sommer warten und ruft nicht schon jetzt ICH ICH ICH!



Bleibt braun-rustikal mit Spinnweben oder nicht vorhandenes Schwarz.
Halbherzig machte ich mich diese Woche auf die Suche nach schwarzem Stoff in diversen mir hier herum bekannten Geschäften und durchwanderte schließlich auch noch das Internet.
Hätt' ja eigentlich gleich bei Stoff und Stil reinschauen können. Aber nein, das Gute kommt wie immer zuletzt. Die Wahl hatte ich zwischen einfachem schwarzem Stoff und solchem mit Stil. Hah, ein Weihnachtskleid  "mit Stil" und Blumen, da schluck' ich doch glatt das Poly des Materials. Den einfachen schwarzen Baumwoll-Leinen habe ich aber vorsorglich gleich mitbestellt. Wenn sich Schnitt Advance mit der georderten Stoffmenge von "Stil mit Blumen und Poly" zufrieden gibt, bekommt er den schönen Stoff. Sonst disponier' ich noch mal um und vernähe die schwarze BW-Leinen-Mischung. Bis zum ersten Scherenschnitt gebe ich ihm Zeit sich anzupassen.



Und da ich schon mal am Bestellen war, musste gleich noch ein Schnitt mit, da konnte ich nicht widerstehen:



was mich jetzt keinesfalls bei meiner Entscheidungsfindung irritiert, da ich ihn nämlich als Nach-Weihnachtskleid nähe. Und die anderen meiner Wahl sicher auch in den nächsten Wochen und Monaten. Denn genau dazu habe ich mir diese Schnitte einmal gekauft.



Damit habe ich die Stofffarbe also eben geklärt und wenn man es genau nimmt, so ganz nebenbei auch die Schnittwahl . Ganz offensichtlich komme ich über Stoff und Farben schneller zu einem Schluss als bei der reinen Frage nach dem richtigen Schnitt.

Wir sehen uns bei Cat und Kascha.

Samstag, 19. November 2011

Klappe die dritte

Puhh, das dritte und letzte Bubenhemd in diesem Jahr!



Irgendwie steckt in diesen Hemden der Fehlerteufel. Besonders hier. Angefangen hat es damit, dass ich zu meiner "alten Sünde" - dem Hemd ohne Steg - zurückgekehrt bin. Leider habe ich es erst bewusst wahrgenommen, als der Kragen schon fix und fertig eingenäht war. Was weiter nicht schlimm ist, jetzt endet die Knopfleiste halt ein Stück untendran. Das Hemd wird wahrscheinlich sowieso eher offen getragen:



Ich war nicht recht konzentriert bei der Arbeit. Wahrscheinlich steckte mir noch meine Berlin-Fahrt mit allem drum und dran in den Knochen. Die Bahn hatte gnadenlos Verspätung, erst wegen der polizeichlichen Suchaktion eines "Verwirrten", wie uns der Zugbegleiter erklärte, und dann gab es auch noch eine stundenlange Umleitung (mit der Bahn!!!). Es stimmte also alles: der Anlass war ein trauriger und die Bahn gab gleich auf der Hinfahrt ihr Bestes!
Wieder daheim drängte das verdrängte Geburtstagsbubenhemd. Und in mir breitete sich Nähunlust aus.
Wobei, stimmt nicht ganz, Lust auf Rock hatte ich schon. Damit belohnte ich mich gleich als das Hemd fertig war. Aber den kennt ihr ja schon. Der MeMadeMittwoch lag vor dem HemdMadeSamstag.



Nun schreibe ich noch einen Brief an meine Nichte, einen Fehlerteufelbrief mit Rätsel, zu etwas muss das Fehlerteufelchen ja gut sein. Und dann geht beides ab zur Post. Ich konzentrier' mich auch ganz arg auf die richtige Adresse ...

Mittwoch, 16. November 2011

mein erster Römö



Vor einigen Wochen war mal wieder Stoffmarkt in Karlsruhe.
Meine Freundin Karin samt ihrer nähbegeisterten Tochter und ich trafen uns, um uns einen Wintervorrat an Stoffen zuzulegen. Nicht nur Nähen ist ein gesellschaftliches Vergnügen - auch Stoffe horten, man beflügelt sich ja so sehr gegenseitig, dass einen nur der Blick in den Geldbeutel irgendwann zum Innehalten ermahnt. Stoffkaufrausch. Andererseits muss man die Gelgenheit ja auch nutzen! Wer weiß schon so genau, ob der Stoffmarkt wieder kommt?
Bis zum nächsten gemeinsamen Nähtermin - unser ehemals nähfreier Mittwochnachmittag (nMn) ist mittlerweile einem Montag gewichen  - wollte ich nicht warten und habe den vorgesehenen Rock schon mal genäht. Hindert mich ja niemand daran, noch einen und noch einen zu nähen. Meinen Kleiderschrank zu rocken. Wobei meine Liebe fast eher den Kleidern gilt. Jedenfalls was das Nähen betrifft. Kleider nähe ich leidenschaftlich - und trage bevorzugt Röcke. Irgendwie verquer.



Der Rockschnitt ist ein Römö. Mit den seitlichen  Abnähern hatte ich meine liebe Not, sie kommen mir immer noch verquer vor, nach einiger Korrektur waren sie schließlich auch nicht mehr "tütig" - jetzt sitzt der Rock sehr gut.
Und sieht man mal davon ab, dass ich ihn zunächst viel zu groß zugeschnitten hatte, war er letztlich schnell genäht. Mit den Größenmaßen habe ich immer wieder so meine Probleme. Karin hatte mich einmal genau vermessen, weil die Maße ja beim Selbermessen nie genau stimmen. Wir hatten da gewaltige Abweichungen, und manchmal frage ich mich aber doch, ob Karins "Maßnahme" nicht vielleicht geschönt ist, aber vielleicht stimmt ja auch etwas mit meiner Selbswahrnehmung in diesem Punkt nicht? An diesen Karin-Maßen hatte ich mich leider nur oberflächlich orientiert. Schnitt ausgemessen, mich versucht nachzumessen, Folie um mich rumgepackt - und den Schnitt für passend empfunden. Jetzt weiß ich's besser, denn  das Ding war zu groß: 12 cm zu viel in der Weite. Was bedeutete, dass ich den Rock nicht etwa mühsam auftrennen musst, ich konnte ihn getrost auseinander schneiden, immer der Naht entlang. Das Schnittmuster jetzt in Größe M herauskopieren, neu auflegen, wieder zusammen nähen - und endlich passt alles. Und macht mich schlank - komplimentierte der Mann für's Leben.


Heute sind wir alle bei Catherine versammelt. Danke.

Montag, 14. November 2011

Mein Weihnachtskleid - die Qual der Wahl mit dem Schnitt

Zu Weihnachten und meinem Geburtstag beschenke ich mich regelmäßig selbst. Das sind dann garantiert keine Verlegenheits-Geschenke, sondern solche, die ich mir gewünscht habe. Nach Weihnachten machen wir bis in den Januar hinein "die Schotten dicht" - also Ferien daheim - und jeder darf in dieser Zeit seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. In der Regel nähe ich mir in dieser Zeit total entspannt ein Kleidungsstück.
Dieses Jahr geht's andersrum. Auf die Idee, sich zu Weihnachten ein Kleid zu nähen, bin ich bisher nicht gekommen, aber jeder Vorwand soll mir recht sein.
Der Weihnachtskleid-Sew-Along bei Catherine erscheint mir als ideale Ergänzung zum wöchentlichen MeMadeMittwoch und die Motivation steigt natürlich gewaltig mit der gemeinschaftlichen Nähaktion.




Ich bin mir auch schon im Klaren, wie mein Kleid aussehen soll: Schlicht, unifarben, umwerfend schön, festlich und alltagstauglich soll es sein, gelegentliche Hundehaare dürfen den Gesamteindruck nicht schmälern falls der Hund an mir vorbei streift oder - schlimmer noch - an mir hochspringt. Und leicht zu Nähen soll es natürlich sein: zwei Kinder-Bademäntel - Entschuldigung: zwei Kinder-Kuschelmorgenmäntel - müssen eingeplant werden, versprochen ist versprochen, und das eigentlich schon viel zu lange.

Andere Geschenke - in Gedanken schon fertig, in Wirklichkeit noch nicht einmal den Stoff besorgt - werde ich schwuppdiwupp in Kaufgeschenke umwandeln. So gewinne ich Zeit für mein Weihnachtskleid und kann hoffentlich total entspannt zwischendurch die Morgenmantel-Kuschelnaht einplanen.

Allerdings fängt mein Vorhaben gleich schon mit einem Handicap an: Ich kann heute keine Schnittentscheidung präsentieren. Denn noch tanze ich um vier Schnitte herum:

Zum einen käme Butterick B5030 in Betracht. Auf dem Verpackungsbild gefällt mir besonders die unifarbene Variante. Melleni hat sich dieses Kleid genäht und an einem MeMadeMittwoch gezeigt, es sieht weitaus schöner aus als hier abgebildet.


Simplicity 7197 ein schönes, schlichtes Kleid, der Schnitt liegt hier schon etliche Zeit, es wäre eine gute Gelegenheit, endlich einmal dieses Projekt umzusetzen. Die Ärmel müssten länger werden aber ich frage mich, ob es mit etwas dickeren Stoffen auch so schön fließend wirkt.


Für dieses schlichte Kleid liegt hier schon lange ein Vorhaben aus grünem Stoff, mit dieser Wahl wäre die Entscheidungsfindung inclusive Stoffwahl bereits erledigt, ich bräuchte mich weder um Schnitt noch Stoff zu kümmern und hätte viel Zeit für anderes - aber will ich ein grünes Kleid zu Weihnachten? Ich glaube nicht.



Advance 6121. Mein momentaner Favorit. Einerseits schlicht aber je nach Stoff durchaus weihnachtlich-präsentabel. Ohne Schleife, mit noch längeren Ärmeln als rechts und mutmaßlich ohne die Auflschläge wegen der Alltagstauglichkeit.

Immer diese Entscheidungen! Ich habe so sehr die Qual der Wahl, dass ich mir jetzt überlegt habe, nacheinander die Schnitte zuzuschneiden in der Hoffnung auf Klärung meiner Nählust.
Oder ich sichte meinen Stoffberg, kaufe notfalls einen weiteren Stoff und der flüstert mir leise ins Ohr: ich will ein Advance-Kleid werden.

Was nähen die anderen? Ein Blick zu Cat und Kascha bringt Einblicke ...


Freitag, 11. November 2011

Sankt Martin 2011




tragt in die Welt nun ein Licht ...




Mittwoch, 9. November 2011

Häkeln on the rocks



Endlich ist mein umhäkeltes Tuch fertig genäht - das ist kein Widerspruch. Gehäkelt war es nämlich schneller als fertiggestellt bzw. in diesem Fall genäht. Ich sollte besser nichts zur Seite legen - nur weil gerade eben mal nicht der passende Faden eingefädelt ist und irgendwann ja auch wieder weiß an die Reihe kommen wird. Oje, das hat schon so manches Nähschicksal beeinflusst.



Dabei hatte ich extra mein Häklezeugs mit in den Urlaub mitgenommen. Für abends wenn wir entspannt ein Glas Rotwein tranken und Pläne schmiedeten für den folgenden Tag oder auch für gemütliche Zeiten unterwegs, wie z. B. ein Picnic bei schönstem Wetter mit stürmischem Mistral. Eine Runde häkeln statt Mittagsschläfchen hat durchaus Erholungscharakter.
Mein Häkelmutti-on-the-Rocks-Foto habe ich für diesen Post extra in Auftrag gegeben. Wozu reist man auch mit bestausgestatteten Hobbyfotografen?




Der Post wird etwas länger und wollte letzte Woche schon eingestellt werden. Aber 1.war er noch nicht ganz fertig, da noch ohne Bild von mir mit Schal, 2. war ich am Mittwoch auf der Rückreise aus der Hauptstadt mit weit und breit nirgends kein Internet und 3. hatte ich den Schal auch noch zu Hause liegen lassen - und posten ohne zu tragen, nein, das mach' ich nicht. Auch nicht, wenn vorgepostet.

Also, vorposten mit entsprechend Zeit macht's möglich, dass es dieses mal etwas mehr wird, denn ich hänge gleich noch eine Kurzanleitung mit Fotos an.
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Aber jetzt kommt erst mal ihr:





Dieses mal habe ich die Borte direkt an das Tuch gehäkelt, nicht später angenäht. Dafür brauchte ich im Stoff Stiche, Schlaufen oder Löcher, irgendwo muss die Häkelnadel ja einstechen können. Ich habe mich für Stiche entschieden und diese mit der Nähmaschine genäht.


Damit ich eine solide Naht bekam, in die ich mit der Häkelnadel einstechen konnte, hatte ich zunächst einmal zwei Fäden parallel aufgespult. Wenn die Spule in der Spulenkapsel ist, laufen die Fäden gut zusamen ab.


Oben wird auch mit doppeltem Faden genäht. Dafür wie für die Zwillingsnadel einfädeln, dann aber beide Fäden durch das Öhr einer normalen 80er-Nadel ziehen.


Den Saum hatte ich ca. 1 cm umgeschlagen und dann mit sehr großen Stichen abgesteppt. In meinem Fall (Bernina) war das Stichlänge 5. So komme ich gut mit einer 2er-Häkelnadel durch die einzelnen Stiche durch und kann eine Runde feste Maschen häkeln. Unterschiedlich lange Stiche habe ich vorher an einem Stückchen Stoff ausprobiert, denn ein Stich sollte der Länge einer festen Masche entsprechen.
Bei mir gab es auf den ersten 20 cm nähen etwas Garngewurschtel. Das habe ich aufgetrennt, danach lief die Maschine perfekt über den Stoff. Also immer erst testen (das sag ich hauptsächlich zu mir!).



So jetzt häkeln, häkeln, häkeln.

Wenn es genug Häkelrunden sind, sieht es nicht gerade schön aus auf der Rückseite:



Deshalb muss noch das Stückchen Saum umgeschlagen und festgesteppt werden.


Perfekt. Von vorne ordentlich, von hinten auch.



Die Häkelborte ist direkt am Rand des Stoffes bzw. am Saum.

Dieses Bild zeigt im Detail, wie die Maschen jetzt am Rand erscheinen. Und man sieht auch genau die langen Stiche, in die sie eingehäkelt sind. Ich habe für das Foto die Häkelspitze etwas gezogen, sie liegt in echt dichter an.


Jetzt brauche ich nur noch das passendeShirt zum Schal, dieses hier ist nicht das optimale - dafür passt es um so besser zum heutigen Grau-Nebel-Tag und für ein schnelles Foto am frühen kühlen Morgen war es gerade recht.


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