Endlich ist mein umhäkeltes Tuch fertig genäht - das ist kein Widerspruch. Gehäkelt war es nämlich schneller als fertiggestellt bzw. in diesem Fall genäht. Ich sollte besser nichts zur Seite legen - nur weil gerade eben mal nicht der passende Faden eingefädelt ist und irgendwann ja auch wieder weiß an die Reihe kommen wird. Oje, das hat schon so manches Nähschicksal beeinflusst.
Dabei hatte ich extra mein Häklezeugs mit in den Urlaub mitgenommen. Für abends wenn wir entspannt ein Glas Rotwein tranken und Pläne schmiedeten für den folgenden Tag oder auch für gemütliche Zeiten unterwegs, wie z. B. ein Picnic bei schönstem Wetter mit stürmischem Mistral. Eine Runde häkeln statt Mittagsschläfchen hat durchaus Erholungscharakter.
Mein Häkelmutti-on-the-Rocks-Foto habe ich für diesen Post extra in Auftrag gegeben. Wozu reist man auch mit bestausgestatteten Hobbyfotografen?
Der Post wird etwas länger und wollte letzte Woche schon eingestellt werden. Aber 1.war er noch nicht ganz fertig, da noch ohne Bild von mir mit Schal, 2. war ich am Mittwoch auf der Rückreise aus der Hauptstadt mit weit und breit nirgends kein Internet und 3. hatte ich den Schal auch noch zu Hause liegen lassen - und posten ohne zu tragen, nein, das mach' ich nicht. Auch nicht, wenn vorgepostet.
Also, vorposten mit entsprechend Zeit macht's möglich, dass es dieses mal etwas mehr wird, denn ich hänge gleich noch eine Kurzanleitung mit Fotos an.
.
Aber jetzt kommt erst mal ihr:
Dieses mal habe ich die Borte direkt an das Tuch gehäkelt, nicht später angenäht. Dafür brauchte ich im Stoff Stiche, Schlaufen oder Löcher, irgendwo muss die Häkelnadel ja einstechen können. Ich habe mich für Stiche entschieden und diese mit der Nähmaschine genäht.
Damit ich eine solide Naht bekam, in die ich mit der Häkelnadel einstechen konnte, hatte ich zunächst einmal zwei Fäden parallel aufgespult. Wenn die Spule in der Spulenkapsel ist, laufen die Fäden gut zusamen ab.
Oben wird auch mit doppeltem Faden genäht. Dafür wie für die Zwillingsnadel einfädeln, dann aber beide Fäden durch das Öhr einer normalen 80er-Nadel ziehen.
Den Saum hatte ich ca. 1 cm umgeschlagen und dann mit sehr großen Stichen abgesteppt. In meinem Fall (Bernina) war das Stichlänge 5. So komme ich gut mit einer 2er-Häkelnadel durch die einzelnen Stiche durch und kann eine Runde feste Maschen häkeln. Unterschiedlich lange Stiche habe ich vorher an einem Stückchen Stoff ausprobiert, denn ein Stich sollte der Länge einer festen Masche entsprechen.
Bei mir gab es auf den ersten 20 cm nähen etwas Garngewurschtel. Das habe ich aufgetrennt, danach lief die Maschine perfekt über den Stoff.
Also immer erst testen (das sag ich hauptsächlich zu mir!).
So jetzt häkeln, häkeln, häkeln.
Wenn es genug Häkelrunden sind, sieht es nicht gerade schön aus auf der Rückseite:
Deshalb muss noch das Stückchen Saum umgeschlagen und festgesteppt werden.
Perfekt. Von vorne ordentlich, von hinten auch.
Die Häkelborte ist direkt am Rand des Stoffes bzw. am Saum.
Dieses Bild zeigt im Detail, wie die Maschen jetzt am Rand erscheinen. Und man sieht auch genau die langen Stiche, in die sie eingehäkelt sind. Ich habe für das Foto die Häkelspitze etwas gezogen, sie liegt in echt dichter an.
Jetzt brauche ich nur noch das passendeShirt zum Schal, dieses hier ist nicht das optimale - dafür passt es um so besser zum heutigen Grau-Nebel-Tag und für ein schnelles Foto am frühen kühlen Morgen war es gerade recht.