Mittwoch, 26. Oktober 2011

nachts sind alle Katzen grau ...

Auf dem letzten Stoffmarkt hatte ich beherzt in den hohen Jersey-Berg gegriffen und angesteckt von der geschäftigen Stimmung um mich herum einen Stoff zu viel und einige zu wenig gekauft.



Die Reaktionen meiner Tochter auf meine Stoffkäufe dienen mir für gewöhnlich als Indikator für gefällt mir (nur) jetzt, wird mir längere Zeit gefallen und wird mir auch noch später wenn ich den Stoff tatsächlich vernähe gefallen. Einmaliges Naserümpfen besagt in der Regel nichts gutes. "Also ich hätte ihn nicht gekauft" ist ein fast schon vernichtendes Urteil. Diese Stoffe werden tatsächlich von mir irgendwann aussortiert. Wobei sie da klar unterscheiden kann, ob das Stoffe für sie oder mich sind.



Der "Stoff zuviel" lag für einige Wochen mitten in den anderen Jerseys. Er entstammt dem Naserümpfen-Modus. Also keine Dauerliebe meinerseits. Trotzdem holte ich ihn gelegentlich unter dem Berg der Jerseys hervor -"ich weiß nicht, ob er mir gefällt und ich weiß auch nicht was ich daraus nähen könnte" -  und legte ihn wieder zurück. Manchmal springt einen ja eine Idee an, wenn man einen bestimmten Stoff sieht, manchmal kauft man Stoff weil er genau der richtige für irgendwas einmal sein könnte und dieses mal? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Ich war mir schon bei der Auswahl unsicher. Gefällt - gefällt nicht - gefällt - gefällt nicht  ...
Da wir noch für einige Tage in Urlaub fahren wollten und ich auf gar keinen Fall mein abgenudeltes Uraltnachthemd mitnehmen mochte, wurde er schließlich zu einem neuen Nachthemd vernäht. Ein Nachthemd in schlichter Form; das bewährte Ottobre-Shirt diente als Grundschnitt, verlängert und mit großem breitem Kragen gegen jegliche Zugluft bei offenem Fenster im Schlafzimmer abgewandelt. Schon seit Jahren nähe ich mir ähnliche Nachthemden, kuschelig, weich, warm, weit, kurzarm für Sommer-Nachthemden und in unterschiedlichen Jersey-Qualitäten für jede Jahreszeit - sie sind mir angenehmer als die gekauften und haben für mich den klaren Vorteil des Kragens. (Früher trug ich Schal im Bett und hatte Bedenken, ich könne mich erwürgen.)



Dieses ist das erste nach dem neuen Schnitt und ich überlege, ob ich es mit Gürtel und Leggings kombiniert auch tagsüber als Hauskleid trage. An Regensonntagsofatagen. Hat doch was: mit dem Hauskleid ins Bett.
Und was sagte die Tochter zum Nachthemd? "Kluge Entscheidung!"
 
Hier geht's zum MeMadeMittwoch - und damit keine Missverständnisse entstehen: ich habe mich mittlerweile angezogen. Leider ist heute kein Regensonntagsofatag.



Sonntag, 23. Oktober 2011

Mitten in Avignon



Wir schlenderten durch Avignon, das Auto geparkt vor der großen Stadtmauer auf einem der selten freien und sehr begehrten Parkplätze. Der Weg führte uns durch's pulsierende Herz der Altstadt direkt zum Papstpalast.  Letztlich, glaube ich, führen alle Wege in Avignon zum Papstpalast. Denn wo wir uns auch bewegten, immer wieder gab es Hinweisschilder als Orientierungspunkte und es ragte schon bald einer der Türme gegen den Himmel.



Die Aussicht vom Domfelsen über die Dächer von Avignon, die Rhône auf der einen Seite und die Durance auf der anderen, weit ins Land hinein war phantastisch.
Von einer Stelle aus konnte man auch die berühmte Brücke Saint-Bénezet fotografieren.




Trotz herrlichem Sonnenwetter blies der Mistral heftig und kalt, sodass es uns nicht lange an einem Punkt hielt. Wir erkundeten die Stadt, machten eine touristische Stadtrundfahrt, hörten den Straßenmusikanten zu und aßen eine Kleinigkeit zu Mittag in einem der schönen Straßencafés. Und immer wieder Fotos.











Wer mit leidenschaftlichen Fotografen reist, lernt geduldig zu warten: das richtige Objektiv muss aus dem Fotorucksack geholt werden - 50er, 90er oder doch Weitwinkel? - Stative aufgebaut, Position und Ausschnitt festgelegt und schließlich geduldig gewartet werden, bis Straße oder Platz weitestgehend menschenleer sind. Wer mit leidenschaftlichen Fotografen reist, spürt die Gelegenheit, die  Umgebung intensivst wahrzunehmen:  Man sieht sich satt, erfühlt den Pulsschlag, egal ob in der Natur oder in einer hektischen Stadt. Dafür hat man alle Zeit und manchmal wird man fündig.



Und sieht mit geschultem Auge die absturzgesicherte Madonna an einer Hausfassade
oder braucht nun dringend ein ganz privates Bild durch eines der Schaufenster. Denn da hängt doch tatsächlich ein KNOTENKLEID.  Wenn das mal kein Foto wert ist?




Mitten in Avignon. In modischem Gelb. Und das rote Knotenkleid außen schaut auf das gelbe Knotenkleid innen - einen persönlichen Kontakt hatten die beiden allerdings nicht, das Geschäft war leider geschlossen.

Auf dem Blog meiner Tochter gibt es noch einige mehr Reiseeindrücke

Danke meinen beiden Reisebegleitern für die schönen Fotos. 
Alle Bildrechte bei Magdalena Schaaf und Robert Severitt.

Samstag, 22. Oktober 2011

Ein Land für Fotografen

Reist man mit leidenschaftlichen (Makro)Fotografen, kommt man mit unzähligen schönen Fotos aus dem Land des Urlaubs zurück.
Einige Urlaubseindrücke - auch als kleine Rückschau für mich  - möchte ich gerne zeigen, denn meist verblassen die Erinnerungn schon bald im Alltag.

Danken möchte noch ich für die vielen lieben Kommentare. Der Vergleich mit einer Monatszeitschrift hat mir gut gefallen und möglicherweise wird es ja das ein oder andere mal eine "Vierteljahresschrift" oder aber ein "Wochenblatt", mal sehen, wohin die Web-Reise mich führt.

Aber  erst kommen die Stationen unseres Urlaubs in Südfrankreich. Wir waren unter anderem in
Roussillon, im Land des Ockers




und im nahe gelegenen Apt:






Einen Tag verbrachten wir in Roque sur Cèze, kauften auf dem Markt in Bagnols sur Cèze Lebensmittel für ein Picknick und Stoff für die Erinnerungs-Tischdecke zu Hause.








Im Gardon bewunderten wir zum wiederholten mal die beeindruckende römische Baukunst - den Pont du Gard:











und besuchten Uzès:









In L'Isle sur la Sorgue warteten die Wasserräder als Attraktion:




 und platanengesäumte Straßen:
.




Wir wanderten in der Umgebung von Fontaine de Vaucluse bei stürmischem Wind über ein hohes Aquädukt







und erkletterten die Burg von St.-Saturnin-lès-Apt bei herrlichstem Sonnenwetter, gnadenloser Hitze und einem makellosen Himmel in einem fast unwirklichen Blau:






Eine unserer Lieblingswanderungen führt durch den malerischen Colorado Provencal bei Rustrel. Ihm können wir nicht widerstehen und so gab es dort auch in diesem Jahr mehr als einen ausführlichen Ausflug:






Das kleine Bergdorf Bonnieux mit dem angrenzenden größten europäischen Zedernwald faszinierte uns genauso wie die herrliche Aussicht weit ins Tal:




Und auf dem Weg zur Falaise de la Madeleine lag noch das Kloster Senanque und ein Abstecher nach Gordes:






 
doch der Mistral blies in diesem Jahr so energisch, dass an eine Grat-Wanderung auch nicht annähernd zu denken war. 


Dieses Jahr wollten wir unbedingt die Tropfsteinhöhle von Thouzon besuchen, der Weg dorthin führte uns an der romanischen Kirche von Le Thor vorbei.








Über die ganze Zeit hatten wir das herrlichste Wetter, zwei Tage fast orkanartigen Mistral, den blauesten Himmel, den ich je gesehen habe und viele wunderbare Ausflüge. Die Bilder geben nur einen kleinen Ausschnitt von all dem Erlebten, ganz ausgespart habe ich zum Beispiel unsere abenteuerliche Anreise, unseren Besuch in Avignon,  der in einem anderen Post wohl noch beschrieben werden wird, unsere Stauerfahrungen durch Großstadt-Ampelanlagen oder die Vielfalt des Pflanzen- und Tierreichs: Schnecken, Fangschrecken, Gottesanbeterinnen und natürlich unser aller Liebling, der Gecko.

Zum Schluss noch ein vertrautes Bild, denn ihn hatten wir auch in diesem Jahr nicht vergessen:



Über all die Jahre steht er unbeweglich und trotzt dem Dornengestrüpp, so dass wir uns fragen, ob er nicht hin und wieder freigeschnitten wird und vielleicht gar als Kunstwerk für Natur und Technik dient?

Auf dem Blog meiner Tochter gibt es noch mehr Bilder ...

Danke an meine beiden Reisebegleiter für die schönen Fotos.
Alle Bildrechte bei Magdalena Schaaf und Robert Severitt.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

der Knip-Knoten

Kurz vor Urlaubsbeginn erschreckte mich ein Blick in den Schrank: ich hab' ja gar nicht genug mitzunehmen - anzuziehen - einzupacken! Es fehlt mindestens ein Kleid! Ein Reisekleid. Unkompliziert, schnell zu nähen, bequem zu tragen, mit Gürtel für abends schick. Ein Kleid "au soleil du sud":  Das KnipKnotenKleid in den Farben des glutroten Sonnenuntergangs.



Ursprünglich wollte ich einmal das Burda-Knoten-Shirt zu einem Kleid verlängern. Vielleicht sogar mit Ärmeln experimentieren. Aber wie so oft habe ich immer wieder das ein oder andere Projekt dazwischen geschoben. Mal fehlte der passende Stoff, mal die Zeit, zum Schluss die Lust am Experimentieren. Was auch sein Gutes hatte, denn im Sommer 2010 fand ich einen KnotenKleid-Schnitt von Butterick. Da war ich meiner Vorstellung schon näher, wenn auch immer noch ohne Ärmel. Die Variante für den Sommer eben.
Im Februar dieses Jahres kaufte ich mir das damals aktuelle Knip-Mode-Heft und darin fand sich nun endlich, endlich, endlich die Vereinigung meiner Vorstellung: Knoten-Shirt als Kleid mit Langarm - das Knip-Knoten-Kleid! Und jetzt war die richtige Gelegenheit, jetzt musste es noch schnell genäht werden. Jetzt, sofort, zwei Tage vor Taschen packen mitten im Reise vorbereiten.



Im Unterschied zum Burda-Knoten ist der Knip-Knoten versöhnlicher: Als ich das Burda-Knotenshirt nähte, scheiterte ich an der Anleitung. Und versuchte es mit Logik. Und machte es gleich mehrmals verkehrt. Wegen der Logik, also der verkehrten. Der Knoten bzw. die Anleitung dazu trieb mich damals in den Fast-Beinahe-Näh-Wahnsinn!



Beim Knip-Knoten weiß ich gleich, ich kann kein holländisch, brauche mich also nicht um die sehr ausführliche Anleitung zu bemühen und schaue lieber - im Internet. Zum Beispiel bei Meike. Sie hat sich  ein sehr schönes KKK genäht und sich dabei auf ihrem Blog mit dem Knoten auseinandergesetzt, was ihr meine volle Bewunderung sichert.  Zum Schluss schrieb sie für uns alle eine anschauliche Anleitung. Es geht bei dem Teil ja eh nur darum zu wissen, wie verdreht das Oberteil genäht werden muss, wo durchgesteckt, wie gewickelt, wo offen gelassen, wie kriegt man das Loch zu und warum die rechte halbe Seitennaht zunächst auf die linke Seite zeigt. Hat man diese Fragen alle zur Zufriedenheit beantwortet, gesteckt und genäht, ist der Rest ein Klacks und ergibt sich - logisch - wie von selbst, fast wie Shirt-Nähen.


Das KKK gefällt mir sehr viel besser als jedes eventuell verlängerte Burda-Knoten-Shirt. Es sitzt auf Anhieb gut, brauchte in der Schnittvorbereitung nur wenige Korrekturen und ist gerade für Urlaubstage nicht zu schlagen. Ich nähe mir sicher noch ein, zwei, drei, viele für die nächsten Urläube und auf jeden Fall noch eins in schwarz.

Bafuß ging ich gestern, da hatte ich die Haus- undHoffotografin grad in erreichbarer Nähe, heute sind lange Stulpen über die Leggings gezogen - bei dem Wetter ...

alle MeMade-Damen sammelt Catherine wie immer hier:
zu guter Letzt:

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