Mittwoch, 31. August 2011

Sonntagskleid



Heute vertritt mich meine Tochter - nicht beim Nähen, aber beim Benähtwerden:
Lange musst sie danach immer wieder einmal nachfragen, aber bei dem Sommer? Ich war wenig ambitioniert, ein Spaghettiträgerkleid zu nähen.
Ein Sonntag ohne Verpflichtungen, die Erinnerung an eine Woche mit sonnig heißem Wetter und dazu Lust zu nähen - das war die Mischung, die dieses Kleid endlich begünstigte.
Den Schnitt habe ich von einem vor langer Zeit gekauften Kleid - leicht vergrößert - abgenommen. Es passt schon längst nicht mehr und wurde vor Jahren ausrangiert, liegt hier aber noch (mahnend) als Vorlage.
Stretch macht das neue Kleid etwas dehnbarer als das Original und so schmiegt es sich sehr schön an den Körper an.



Den Ausschnitt  habe ich dieses mal mit einem Beleg verstürzt. Und Stoff bügeln dürfen vereinfacht auch so manches - ich wusste gar nicht, dass ich mal so gerne bügeln würde, fast  habe ich mich danach gesehnt, nach der großen Enthaltsamkeit mit allen ihren Schwierigkeiten beim letzten Kleid.



Auch hier habe ich wieder Schieber und Ringe in die Träger eingenäht, damit die Länge gekürzt werden kann, sollte der Stoff trotz Einlage nachgeben.
Und kaum ist das Kleid fertig, schon kommt wieder schönes Wetter - wenn auch nur als kurzer Zwischenstop, Zeit genug für ein Foto.
Außerdem - habe ich mir erklären lassen - kann man dieses Kleid mit Jäckchen, Shirt oder Pulli und auch über Hosen ...







 MeMadMittwoch, ein Dank an Catherine -

hier seid ihr einen Klick weit von den anderen entfernt

Dienstag, 30. August 2011

Ein Schatz für Piraten-Jakob

Jakob, du alter Seeräuber, du glaubst ja gar nicht, was wir erlebt haben.
Wir hatten nämlich ein Riesenglück, als wir diese alte Schatzkarte fanden:



Weißt du, ganz sicher waren wir uns nicht, ob da wirklich ein Schatz vergraben war an der Stelle mit dem Kreuz. Aber um es herauszufinden, mussten wir uns eben auf die Suche machen. Stell dir vor: eine echte Schatzsuche.

Ich bin mir fast sicher: andere Piraten haben diesen Schatz vergraben.  Meinst du nicht auch?
Aber zum Glück wussten wir das nicht,sonst hätten wir  uns vielleicht gar nicht getraut. Mit Piraten ist nämlich nicht zu spaßen! Das wissen wir. Und wenn es gar "die Wilde 13" gewesen wäre - nicht auszudenken!
Aber so machten wir uns auf die Suche. Mit Gummistiefeln, Regenjacke, Proviant und einer Schaufel zogen wir los. Schau, immer dieser roten Spur auf der Karte nach.



Und dann fingen wir an zu graben. 100 Meter tief. So tief, wie noch nie ein Mensch an einem Tag gegraben hat.
Dort stießen wir auf etwas hartes, das sah aus wie der Deckel einer Kiste, ganz arg dreckig und verrostet. Unser Schatz!!! Der Schatz der Piraten!!!

Schwer war die Kiste - bestimmt voller Gold!!

Aber wir haben es geschafft, sie aus ihrem Versteck herauszuholen. Und gleich nach Hause getragen. Klar haben wir das tiefe Loch wieder zugeschüttet und einen Baum drauf gepflanzt. Und alle Spuren verwischt bevor wir zurückgingen  Schließlich soll niemand darauf kommen, dass wir die Schatzräuber waren. Und jetzt sieht es so aus, als hätte da nie jemand gegraben.

Daheim haben wir die Kiste ersteinmal geputzt und dann einen Schlüssel gesucht, um sie aufzumachen:


Gold und Edelsteine sind darin



Und Muscheln, schau mal, so viele Muscheln! Ich glaube, der Schatz muss eine Zeitlang unter Wasser versteckt gewesen sein.



Und dann diese seltsamen Zapfen und stacheligen Zweige, das sind bestimmt Andenken an irgendeine Reise zu einer unbekannten Insel.




Hey! - Die Piraten sind ja lustige Leute, schau mal, die haben sich Notproviant in die Kiste gepackt.!

Sonntag, 28. August 2011

Kindernähkurs

Zwischen Kleid nähen, MeMadeMittwoch und Bloggerfrust ein kurzer Bericht von meiner Nähfront:



Jedes Jahr gibt es hier im Ort ein großes und breitgefächertes Ferienangebot für Kinder. Dazu zählen im zweijährigen Wechsel mit der Kinderstadt die Themenwochen: Musik und Theater, Technik und Wissen, Natur und Sport sowie Kreatives Handwerk.
Jede Themenwoche besteht aus in sich abgeschlossenen Tagesveranstaltungen. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren.
Zusammen mit zwei Freundinnen und drei Praktikantinnen hatte ich für die letzte Woche - Kreatives Handwerk -  einen Taschenworkshop angeboten.
Gar nicht erstaunt war ich, dass der Kurs gleich nach Erscheinen des Ferienfreizeitangebotes voll ausgebucht war. Für mich ein Zeichen wie gerne Kinder  kreativ und handwerklich arbeiten, buchstäblich mit ihren eigenen Händen etwas er-schaffen. Um so mehr bedaure ich,  dass in BW an Gymnasien keine Zeit für solche Stunden oder einzelnen Aktionen besteht. Die Kinder würden es sicherlich danken. 
Aber zurück zu meinem Taschenworkshop:
15 Kinder - 13 Mädchen und 2 Buben - wollten sich eine Tasche nähen. Wir teilten die große Gruppe auf: etwa die Hälfte der Kinder durfte schon mal Stoff auswählen, zuschneiden und mit dem Nähen beginnen, die anderen wurden von den Praktikantinnen betreut und stellten schönen Schmuck wie Jojos, kleine Stoffblüten oder Kordeln für die Tasche her.

Vorweg genommen kann ich euch sagen: Es hat alles bestens geklappt und jedes Kind hatte zum Schluss seine eigene Tasche.



Leider ging einem der beiden Jungs schon am Morgen gar nicht gut. Die Taschenteile hatte er zwar noch zugeschnitten und die Taschenklappe mit meiner Hilfe genäht. Aber zur Mittagszeit musste ihn seine Mutter doch abholen. Ich versprach ihm, die Tasche fertig zu nähen.Im Verlauf der Woche werde ich sie "ausliefern" können.




Erstaunt hat mich, wie gut die Organisation funktionierte, mit welcher Ruhe wir arbeiten konnten und mit wieviel Hingabe so manches Kind seine Tasche nähte. Nur wenigen Mädchen fiel es schwer, da mussten wir "Großen" etwas nachhelfen. Und oftmals reichte das bloße Erklären nicht und wir übernahmen die ein oder andere "Hilfsarbeit". Zwischendurch wurde das Mittagessen in Eigenregie gekocht und in einer sehr kurzen Pause verspeist. Erstaunlich, wie schnell Kinder mit dem Essen fertig sein können.
Insgesamt war es ein sehr harmonischer, überhaupt nicht anstrengender Tag. Und im Nachhinein stelle ich fest, es macht große Freude mit 15 Kindern 7 Stunden lang in sengender Hitze völlig entspannt zu nähen.
Wichtig zu merken für das nächste mal: immer genügend Nähmaschinen-Nadeln dabei haben.


Und hier noch einige rückblickende Eindrücke:
- Mädchen sind nicht zickig und Buben nicht unbegabt. Das mal vorneweg.
- Nähen ist nichts Geschlechtsbezifisches. Buben erfassen mitunter schneller als Mädchen, können mit Stoff und Maschinen umgehen, als hätten sie schon immer genäht.
- Mädchen sind kommunikativer und meistern trotzdem ihre Arbeit. Es zeigen sich also im Alter von 7 bis 12 Jahren schon erste Multitasking-Anlagen.
- Beständiges Kommentieren der Arbeit erleichtert vielfach das Verständnis.
- Manche Nähmaschinen brauchen gutes Zureden.
- Nicht alle Nähmaschinen sind zickig. Manche sind auch bockig! (Ich nehme an dieser Stelle die Mädels ausdrücklich in Schutz, an unseren mitgebrachten Maschinen gab es nämlich keinerlei Probleme.)
- Man sollte immer vor Beginn nochmal einen Blick ins Ferienprogramm werfen! Ich hatte mich voll verkalkuliert: der Kurs ging von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr und nicht wie von mir angenommen bis 17.00 Uhr. Wahrscheinlich gab mir diese gefühlte Stunde mehr an Zeit die gewisse Entspanntheit, die man für solche Projekte braucht, so dass alle total relaxed fertig werden konnten.
 

Freitag, 26. August 2011

für den kleinen Uni-Tag



an manchen Tagen
- meint meine Tochter -
lohne es sich nicht, den Rucksack für die Uni zu packen:



Klausuren-Tage
Besprechungs-Tage
oder nur zwei Stunden Vorlesung



da reiche es, eine Tasche zu packen mit
Stiften
Block
Thermoskanne
Wasserflasche
Handy
Geldbörse, Bahnticket



und an manchen Tagen den Lap
zum Arbeiten in freien Stunden oder in der Mittagspause

das alles
passt in eine Laptoptasche

klar -
da schon mal im Taschenrausch
dann gleich zwei



eine mit Schäfchen und eine in blau
(aktuell für die große Reise der Freundin eine für Globetrotter)



Mutter näht was Tochter gerne hätte

nimm's als
Kompliment
sagt sie ...

Mittwoch, 24. August 2011

ein Blogspot-Hänger

seit einigen Tagen stelle ich fest, dass mein Blog nach dem letzten Post in den Linklisten anderer Blogs nicht  aktualisiert wird. Weiß der Geier, warum. Ich habe verschiedenes probiert, ihn verschoben, ein neues Datum gegeben, habe  kopiert, gleich oder später einstellen lassen - nichts. Jetzt versuche ich auf diesem Weg meinem Post über die Hürde zu helfen ...

Kleid mit Gelinggarantie




Meine "Gelinggarantie" heißt Karin und lebt gemütliche 40 Autominuten von mir entfernt talaufwärts. 40 Minuten Über-Land-Gondelei zum perfekten Kleid.



Stoff und Schnitt vom Stoffmarkt in der Kreisstadt schienen im Augenblick des Kaufs nicht die große Herausforderung zu sein. Die kam erst mit dem Nähen, mit der Beschreibung und der Auseinandersetzung mit den ungewöhnlichen Teilen. Ich heftete zunächst alles nach Gutdünken, Logik, Inspiration und Bauchgefühl. Da merken die Profis unter uns schon gleich: die schriftliche Anleitung war nicht perfekt. Als es schon fast wie ein Kleid aussah, kamen Anprobe und das endgültige Zusammennähen. Danach die Herausforderung: Einfassung des Ausschnitts und Spaghettiträger. Sechs scheinen es zu sein, schaut man sich das Bild an, vier sind es in Wirklichkeit, irgendwann wird auch das klar. Wieder eine Hürde weniger.
Einzige Änderung meinerseits war das Teilen der Träger hinten. Tochter wollte gerne Schieber und Ringe - für alle Fälle, dem nachgiebigen Jersey traue auch ich zu, dass er sich im Laufe der Zeit noch streckt, Vlieseline hin oder her.



Im Bitte-nicht-bügeln-Stoff lag das größte Übel. Gecrashter Jersey steht zwar auf Platz 1 in der Liste der ultimativen Urlaubsgarderobe. Denn je mehr er sich irgendwo in der Reisetasche knuddelt, um so besser für ihn und bitte-nicht-bügeln kann außer für Urlaubszeiten auch im Alltag auf jeden Fall als Vorteil gewertet werden.
Ich schweife (ab) und deshalb zurück zu Schnitt und Kleid.
Wie schon so oft, wenn ich mich festgefahren, fast schon festgebissen habe, weiß Karin Rat. So schnell, so logisch und oft so einfach: darauf hätte ich auch kommen können - im Nachhinein jedenfalls. Nur, was sich sonst durch telefonische Beratung unter" normalen" Bedingungen eventuell hätte lösen lassen, brauchte bei diesem Stoff eine geübtere Hand als die meine.



Also halbfertiges Kleid gepackt samt Stoffresten, alle hell- und mittelblauen Garne dazu, Schnitt nicht vergessen und ab zum Nähen mit Karin. Alle die Teile, auf denen der Blick  hängen bleibt, wenn dort was nicht ganz stimmt. Kleine Unregelmäßigkeiten innerhalb der Kleiderstoffmengen lassen sich ja vergleichsweise leicht kaschieren, der Ausschnitt aber, der hat oberste Priorität, der muss (dick unterstrichen) ordentlich sein. Ist er jetzt, denn alles stimmt, sitzt, passt und macht das Kind glücklich. Ein Dank nochmal an die helfende Hand.



War zum Glück ein Kleid mit Gelinggarantie!

Samstag, 20. August 2011

Ottobre-Shirt in rot

Dem Sommer entgegen, dachte ich und nähte mir ein Kurzarmshirt. Er wird schon noch kommen. Und kaum ist es fertig, schon wird es wärmer.



Mein Lieblings-Ottobre-Schnitt mit dezent rotgestreiftem Blümchen-Jersey vom Stoffmarkt. Jeans vom Secondhandladen und Schuhe vom SSV, den es ja angeblich nicht mehr gibt. In die hatte ich mich sofort verliebt, rot und Lack, leichter Absatz und passende Größe. Die Firma mit der grünen Schachtel garantiert außerdem bequeme Standfestigkeit. Und da eine große Rabattaktion beim Einkaufstag bis 24 Uhr mit Modeschau und Feierlaune sie so unverschämt günstig machte, wollten sie sich einfach nicht mehr ausziehen lassen. Ich musste sie nehmen!
Seither hüte ich sie in ihrer grünen Schachtel. Heute durften sie erstmals raus, das Wetter macht's möglich.



Und dann bitte ich doch noch einen Blick auf mein neues Uhrenarmband zu werfen. Rot! ist die Farbe meines Sommers. Der sich ja gerne zurückhaltend in grau hüllt. Aber ihr dürft noch mehr sehen von meiner Uhr. Nicht nur wegen der Farbe:



Sie ist ein Geschenk vom Mann für's Leben. Ich  bin zwar fast immer ohne Uhr unterwegs. Absolut zeitlos könnte man meinen. Dabei gibt es bei genauerem Hinschauen soviele Uhren unterwegs: in Auslagen, im Auto, am Parkautomat .... Ich war noch immer einigermaßen pünktlich. Aber ich liebe sie trotzdem. Und ziehe sie gelegentlich an. Zumal jetzt mit dem schicken neuen Lederband.
Ohne Uhr bin ich sogar schon einmal mit dem Zug nach München gefahren zu einer Ausstellung - ich hatte sie trotz guter Vorsätze einfach vergessen. Die Macht der Gewohnheit. Und den Zug zurück tatsächlich auch ohne (eigene) Uhr pünktlich erreicht.

Dienstag, 16. August 2011

veraltete Rechnungen

Jetzt als ich die Mittelteile meiner Decke zusammengenäht habe und als alle Grannys für drumrum fertig sind, jetzt fällt mir auf, dass mit meiner Berechnung etwas nicht stimmt. Ein Denkfehler vom letzten Jahr sprengt mir meine Häkeldecke. Die Wolle wird knapp und ich beginne mit dem Zählen von vorn:
3 Mittelstücke in der Länge = 3 x 104 Maschen = 312
2 Mittelstücke in der Breite = 2 x 104 Maschen = 208

10 Grannys sollen - die Ecken nicht mitgezählt - in der Länge drum herum. Sie haben ein Seitenlänge von 36 Maschen. Macht eine insgesamte Seitenlänge von 360 Maschen.



312 habe ich in der Längeder Mittelstücke, brauche dort also nur noch 48 Maschen, was bei 4 Stäbchen  pro Runde 12 Runden um die großen Grannys ausmacht.
In der Breite werden mit diesen 12 Runden auch 48 Maschen zugenommen, macht zusammen mit den vorhandenen 208 (aus der Breitseite der Mitteldecke) 256. Diese 256 teile ich nun durch die Seitenmaschenzahl der kleinen Grannys:
256 : 36  = 7,1. Die Eins nach dem Komma kann ich gut verschmerzen, sie wird einfach irgendwo mit eingenäht.

Sodele, das bedeutet :
2 x 10 Grannys in der Länge
2 x 7 Grannys in der Breite
4 Grannys für die Ecken
= 38 Grannys für die Umrandung
Mir schwirrt der Kopf, aber noch überblicke ich, was ich meinte. Und soweit hatte ich - theoretisch - die Decke errechnet und gehäkelt.

Der Denkfehler zeigte sich jetzt beim Zusammennähen durch die Ecken der Mittelstücke. Diese musste ich - damit keine Löcher entstehen - mit mindestens 2 Stäbchen behäkeln.
Diese löcherfüllenden Stäbchen muss ich aber auch in den kleinen Grannys berücksichtigen. (Versuche, die Reihen runterzurechnen z. B. auf 9 scheiterten an der Breite, da bliebe dann ein halbes Teil übrig.) Bleibt mir also nichts anderes übrig als weitere Runden zu häkeln, häkeln, häkeln ...
 und vorher neu zu rechnen:
1 kleines Granny hat 36 M Seitenlänge, dazu 2 M für die Ecken, macht 38.
10 Grannys in der Länge machen 380 Maschen.
312 Maschen  habe ich, 380 brauche ich, macht 68 Maschen Zunahme.
68 : 4 (Maschen Zunahme pro Runde) = 17 Runden, eine entfällt durch die zwischengeschobenen Stäbchen in den Mittelstücken, also 15 Runden.

Kommt ihr noch mit, ihr die ihr bis hierher durchgehalten habt? Ich zeig euch mal die Skizze, wie ich mir die Decke gedacht habe, dann wird es weniger theoretisch:



Aber eine Rechnung steht noch aus, die Breite, meine Kontrolle für richtiges Denken:

1 Granny hat 36 Maschen, dazu 2 für die Ecken = 38.
7 x 38 = 266 Maschen.
Gegenprobe: Wenn ich die oben errechneten 15 Runden häkle komme ich auf 15 x 4, also 60 Maschen. Zuzüglich die 208 (von de rBreite der Decke) ergibt eine Breite von 268. Die teile ich nun durch die 38 Maschen der kleinen Grannys und habe 7,05 Grannys. Stimmt, so viele habe ich. Jetzt kann ich beruhigt noch einige Runden weiterhäkeln. Und hoffen, dass die Wolle reicht.




Uns allen zur Belohnung nach so viel Hirnarbeit habe ich die Anleitung der Mittelstücke fertig geschrieben und bei den Granny-Mustern eingestellt, man kann sie prima als Kissenrückseite nehmen. Und natürlich in jeder beliebigen Größe aufhören oder selbst inspiriert von so vielen Stäbchen bis zu einer Riesendecke weiterhäkeln.



rotes Probeteil

Das schwarze Jäckchen meiner Tochter, das ich gerne bei diesen Temperaturen über Kleidern und Röcken trage, wollte ich nachnähen. Kopieren und mir dann gaaaaaaanz viele davon nähen, in allen Farben. Soweit der Plan.



Obwohl es eins zu eins umgesetzt ist, genau vermessen, hundertmal kontrolliert und nachgebessert stimmt irgendetwas nicht. Es ist zu eng. Knöpfe zu geht nur mit Luftanhalten.



Ich vermute es liegt am Stoff. Klar, einen Schuldigen muss ich finden. Aber im Ernst: das schwarze Dreibuchstabenmarkenwestchen ist aus Jersey und mein rotes Kopierteilchen aus Sommersweat. Nun lässt sich Sommersweat weit weniger dehnen als Jersey, egal wie dick der ist und darin liegt vermutlich der (Denk)Fehler. Ich hätte mehr Weite geben müssen oder einen anderen Stoff nehmen. Dann ist der Stoff also unschuldig, ich nehme alles auf meine Kappe und gelobe Besserung und erkläre mein rotes Jäckchen zum Probeteil. Denn Probeteile sind wichtige Lernstücke. Ihnen gesteht man gerne nähtechnische Fehler oder Denkfehler zu, die man am Originalstück dann vermeiden möchte. Und ich habe hier verschiedenes gelernt. (Auch dass man manches manchmal besser kauft als näht.) Aber ich gebe so schnell nicht auf, ich probiere weiter. Das nächste nähe ich aus Jersey. Mal schauen, was es da zu lernen gibt.



Und mein Probeteil trage ich nur mit Knöpfe auf. Daheim. Und im Garten. Oder gegen Zug im Auto.
Aber jetzt brauche ich unbedingt und sofort ein Kleid mit Gelinggarantie sonst werde ich nähdepressiv. Denn zu viele Probeteile sind gar nicht gesund.

Freitag, 12. August 2011

über den Wolken ...

lieber Wettergott,
wie geht es dir da oben über den Wolken? Ich nehme an, du hast einen herrlichen Sommer, durchgehend Sonnenschein und bist urlaubsgebräunt. Was uns hier unten betrifft so frage ich mich, warum du dir den Blick auf die Erde beständig bewölkst und nur gelegentlich durch einige Lücken zu uns hindurchblinzelst. Magst uns nicht mehr sehen? Oder nur noch gelegentlich? Hast du keine Lust mehr auf deinen Job? Urlaub? Midlifecrisis? Oder gehörst du ganz einfach zu den Egomanen und willst nicht mit uns teilen? Der Himmel ist so weit und blau, der reicht doch für uns alle!
Komm mich gerne mal besuchen, du bist herzlich eingeladen. Ich zeige dir unseren Sommer: Den Sommer von ganz unten. Gerade mal bis hinter Nachbars Haus reichte heute morgen der Blick, der Rest war wolkenverhangen oder war es schon der Anbeginn des Herbstes mit ersten Nebelfeldern? Aber wahrscheinlich willst du das gar nicht sehen. Sitzt auf deiner Schönwetterwolke, drehst Däumchen und lässt dir die Sonne auf den Bauch scheinen.
Und stellst mich dabei vor fast unlösbare Probleme: ich sollte dringend im Garten Unkraut hacken, reiße aber nur die nasse Erde aus. Auch würde ich gerne die letzten Salatsetzlinge setzen, Feldsalat säen - der Stichtag 15.8. rückt immer näher - und später Wintergemüse ernten, aber der Regen ist ein Freund der Schnecken und was die nicht schaffen fault durch die Nässe. Die Tomaten frieren trotz Tomatenhaus, die Auberginen ducken sich vor Kälte und auch die Gurken bräuchten mehr Wärme. Sie machen deinen Wolken Konkurrenz, nein, keine Sorge: die Farbe kommt vom Mehltau.  Und dann die Wiese, herrjehmineh, schau sie dir an: gemäht schon seit Wochen nicht mehr: der Boden zu nass!
Vielleicht hast du dieses Wetter ja auch geschickt damit ich mich voll legitimiert an die Nähmaschine setzen kann statt im Garten zu graben. Dafür sollte ich dir danken. Für die wenigen Tage scheinbar anhaltender Wärme entschloss ich mich ein Kleid zu nähen, das blieb aber - dank baldiger Abkühlung - liegen, dafür begann ich mit einem warmen Jäckchen für das Kleid, damit ich selbiges auch würde tragen können. Klar, sonst friere ich im Sommer.
Was denkst du, wie es weitergeht: kann ich mir noch ein sommerliches Kleid nähen (in Klammer: lohnt sich das überhaupt noch?) oder sollte ich mich lieber schon auf Herbst einstellen? Ist der Sommer gelaufen?
Hör mal, ich mach dir einen fairen Vorschlag: dreh statt der Däumchen an den entsprechenden Stellschrauben und schick uns etwas Sommer. Dann nähe ich mir noch ein Kleid. Das rote mit den weißen Blümchenpunkten. Und du darfst es als erster sehen.

Mittwoch, 10. August 2011

Kleid-mit-Jäckchen-Post

Zu meinem Streublümchenkleid und passend zur meist üblen Wetterlage dachte ich mir ein kleines Jäckchen zu nähen. In La Mia Boutique 6/2011 fand ich einen Schnitt für ein Bolerojäckchen, klein und eher eng anliegend.



Mein italienisch ist eher dürftig und beschränkt sich auf das allseits bekannte Musik- und Koch-Vokabular und so war's ein Glück, dass der Schnitt sich mehr oder weniger selbst erklärt. Michou hätte ihre Freude mit diesem Brustabnäher, tütig und sehr spitz verläuft er und endet irgendwo. Passend dazu habe ich auch noch die Einfassung versemmelt, also die Covernaht ist mir ausgerechnet vorne an einer Stelle etwas verrutscht, was bei näherem Hinsehen und vor allem Darauf-aufmerksam-machen gleich jedem auffällt, der nahe genug kommt und genau genug schaut. Also sag' ich's keinem.



Fazit: für abends auf dem Sofa  und bei schlechtem Wetter daheim rum geht's gerade eben. Ich bin da etwas streng, denn mich stören die Fehler immens. Außerdem kann ich mich so voll legitimiert an ein neues wagen.
War ja auch eigentlich nur ein Probeteil. Das "richtige", "echte" nähe ich mir noch, setze dabei die Abnäher wohin sie gehören und überlege mir eine andere Einfassung. Vielleicht ein Beleg oder die Methode von Elke, mit der ich mich sowieso noch vertraut machen wollte. Aber das muss ich erst üben.
Aus dem Rest des Stoffes versuche ich das nächste Probemodell: das schwarze Jäckchen aus dem Kleiderschrank der Tochter wollte ich schon längst kopiert haben - jetzt kommt es dran solange ich noch rotes Garn auf allen Maschinen habe.



Das sonnige Wetter täuscht leider nur einen Sommertag vor, wir haben Spätherbst bei 21°C.

Sonntag, 7. August 2011

Mittelstücke

Die Mittelstücke meiner Zwei-Sommer-Decke sind komplett fertig, zusammengenäht und schon mit einigen Runden umhäkelt.
Danach kommt die Runde Grannys dran. Auch sie sind alle bereits gehäkelt - ein Riesenstapel!

Die Mittelstücke meiner großen Decke haben sich ursprünglich aus einem der Grannys entwickelt als ich mir für's erste Kissen eine gehäkelte Rückseite wünschte.


Alle sechs Mittelstücke sind etwa 40 x 40 cm groß. 4 Stück wurden im letzten Jahr, die restlichen beiden in diesem Sommer fertig. Dabei musste ich mich wieder einmal durch meine Aufzeichnungen wurschteln und durch stures Abzählen schließlich die letzten beiden Mittelstücke rekonstruieren. Man sollte halt nie halbe Decken auf die Seite legen.



Mit der (letzjährigen) Berechnung der anschließenden Runden geht es mir nicht unähnlich. Was habe ich mir nur gedacht? Das muss ich noch entschlüsseln. Aber, was ich eigentlich erzählen wollte ist was anderes:  als ich nämlich alle 6 Innenteile endlich beisammen hatte und auch schon verwahrt und vernäht, entdeckte ich in meinem Strickkorb ganz unten unter einem noch nicht fädenverwahrten Sockenberg  . . . . . . .  ja, genau, ein fast schon fertiggehäkeltes weiteres Teil. Mannomann, Augen auf beim Deckenhäkeln!!! Aber das Garn kann ich sicher noch gut gebrauchen, denn die Wolle schwindet in den großen Runden schneller, als mir lieb ist. Ich fürchte, ich muss die siebte Innenfläche, also die neu aufgefundene, aufribbeln. 55 Knäuel kamen mir ja mal so viel und auf jeden Fall ausreichend vor und jetzt bibbere ich fast mit jeder Runde und rechne und wiege die Reste bedenklich und hoffe, dass die Wolle reicht. So ein Dussel aber auch, dass ich im Nachhinein noch etwas davon gefunden habe. Die Größe entspricht zweieinhalb Knäuel, nicht schlecht, oder?




Zum Schluss dieser Arbeit werde ich wieder einmal aufschreiben, was ich im einzelnen gehäkelt habe. Für zukünftige Kissenrückseiten, für eventuelle weitere Decken und damit das mühsame Entziffern endlich aufhört.
Wenn Interesse besteht, kann ich gerne die Anleitung ins Netz stellen.



die andere "K"-Frage

"Anonym hat gesagt…

    Hallo Friederike,
    lese Deinen Blog wirklich riesig gerne.....
    ..aber warum trägt Du unter Röcken immer diese (blöden) Leggings ??
    Sie machen Deine Beine doch dick und kürzer aussehend - meine Meinung, "nichts für ungut" wie man in HH sagt
    Herzliche Grüße Sibylle G." 

Hallo Sibylle G.,
da meine Haus- und Hoffotografin augenblicklich nicht greifbar ist, muss sich der Kleid-mit-Jäckchen-Post noch etwas gedulden und ich kann die Zeit nutzen, um deine mittlerweile zum zweiten mal im Kommentarfeld gestellte Frage zu beantworten. Zunächst dachte ich ja, sie freundlich zu ignorieren, da du sie aber hartnäckig wiederholst, antworte ich dir mit einer Gegenfrage: weshalb sind Leggings unter Röcken - beim zweitenmal war's übrigens ein Kleid - blöd, und dieses blöd auch noch in Klammern? Sind Leggings mit blöd in Klammern weniger blöd, eingeschränkt blöd, wird blöd in Klammern relativiert oder sind vielleicht nur einige blöd und andere nicht? Ich versteh' die Klammern nicht und empfehle für "blöd" und anderes Vokabular immer wieder gerne Reinhold Millers Buch Leichter lernen, Von der Beschimpfung zum fairen Gespräch.
Offenbar findest du, dass Leggings meine Beine "dick und kürzer" aussehen lassen. Danke für die Fürsorge aber ich glaube ich weiß ganz gut, wie kurz und dick ich bin: Größe minus 100 minus 10%, die vor-BMI-Idealfigur-Berechnung, geht bei mir exakt auf. Du siehst, ich kenne  mein Erscheinungsbild.
Wenn ich deinen Kommentar richtig interpretiere, gefallen dir Leggings - zumindest an mir - unter Röcken nicht. Ist dein gutes Recht und ich hatte es bereits zur Kenntnis genommen, es bedurfte also keiner Wiederholung. Oder hattest du etwa erwartet, dass ich meinen Kleidungsstil ändere?
Ich freue mich über Kommentare, lese sie alle meist mit Vergnügen, besonders wenn sie fair, sachlich und freundlich oder geistreich sind, "nichts für ungut" wie man im Schwarzwald sagt.

Mittwoch, 3. August 2011

aus den Resten der Shirts

Aus einigen Restestoffen meiner Shirts wurden Tops, tragbar sowohl an heißen Tagen als auch das ein oder andere mal wenn es kühler wird als Unterhemdchen oder Unterziehshirt - also heute mal wieder. Obwohl ich glaube, dass die Welt da draußen nur so kühl aussieht. Denn wenn ich vor die Türe trete verlangt das schwüle trübe Wetter doch eher nach Tops ...


Hier gibt es ein  ResteSpaghettiträgerteilchen vom ersten Knotenshirt

und ein Reste-Achselshirt vom zweiten Knotenshirt, das ich mir für die Gartenarbeit genäht habe. Ich wundere mich immer noch, dass das Stückchen Stoff tatsächlich für beide Vorhaben reichte, und einige Mitbewohner wundern sich bisweilen auch, was ich irgendwann einmal für Stoff gekauft habe. Aber - sage ich in solchen Fällen - im SOMMER darf man blumig tragen.


Und noch einn letztes Spaghettiträgertop, dieses mal ganz dem Them entsprechend von einem Reststück Stoff,  das ursprüngliche Shirt stammt aus dem letzten Sommer:



Zum Schluss noch Einblicke in mein aktuelles Nähen: Wenn die Tochter nicht mehr nachbestellen kann, was sie gerne trägt - und sei es für untendrunter  - fragt sie ganz einfach bei Mutter nach - und die misst, entwirft, verwirft,   überlegt sich ein Hausfrauenpatent bzw. eine Hobbyschneiderin-Einfachmethode zum Gummieinnähen und findet zum Schluss einen einigermaßen brauchbaren Schnitt in einem Ottobre-Heft - der wird dann aber nicht mehr benötigt ...


Die rote Untendruntershort - Slipboxer für Damen - war gekauft und diente als Vorlage, sie ist aus recht festem Jersey. Darum konnte ich gut die gestreiften Stoffreste  aus den Mützen und Buffies verwenden.


Montag, 1. August 2011

Streublümchen-Kleid



Den letzten nähfreien Mittwochnachmittag verbrachte ich mit meiner Freundin C. bei Karin. Dort fand auch die erste Anprobe meines Kleides statt nach vorheriger ausführlicher telefonischer Beratung. Ich bekam fast einen Lachanfall als ich mich im noch nicht angepassten ersten Heftversuch des Kleides sah: einem Plumpsack ähnlich kam es mir vor.



Aber Karin steckte geduldig alle Nähte nach und danach ging es ans Übertragen auf die linke Seite, ans "richtige" Zusammennähen, Besprechen der Länge, Einnähen des Reißverschlusses  usw.  - das kennt ihr ja alle. Und sie vesorgte mich mit guten Ratschlägen für's Fertignähen daheim: liebe Karin, danke, die Sache mit dem Saum hat hundertprozentig so geklappt, wie von dir beschrieben. Er legte sich wirklich ganz von allein.
Bei einer der letzten Anproben entschied ich mich die Ärmel wegzulassen. Im Schnitt sind sie ähnlich wie Puffärmel  aber mit Falten, wobei sich mir nicht ganz erschließt, wo die Falten sein sollen: irgendwo zwischen den Passzeichen - aber wieviele, in welcher Breite und welche der (mehreren) Passzeichen hierfür gelten, all das muss ich enträtseln sollte ich ein zweites Kleid mit Ärmeln nähen. Dieses Streublümchenmodell bleibt ärmellos, es gefällt mir so besser. Und es ist SOMMER. Passenderweise hat es für heute einmal aufgehört zu regnen, ich dachte schon, es werden Fotos mit Regenschirm - aber das Jäckchen aus dem Schrank meiner Tochter gebe ich bei diesen Temperaturen erst wieder her wenn ich mir ein eigenes genäht habe.



Schnitt und Stoff zu diesem Kleid kaufte ich übrigens zusammen auf dem letzten Stoffmarkt. Wenn ich auch manchmal schon über die ausführlichen Anleitungen bei Burda gestöhnt habe, da Schritte erklärt werden die sowieso klar (also mir klar) sind, dann habe ich mit diesem Schnitt ein Kontrastbeispiel gefunden. Die Kürze der Anleitung lässt sich in etwa so zusammen fassen: Kaufen Sie Stoff und nähen Sie ein Kleid.
Hab ich dann ja auch gemacht.



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zu guter Letzt:

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