Immer wieder rätsele ich an meiner wirklichen Kleidergröße. Gehe ich Shirts und Hosen kaufen, dann ist es meist die 38. Bei Leggins fallen sie bei einer Firma klein und eng aus - da ist 40 bis 42 angesagt - bei einer anderen Marke hatte ich bei Größe 36 noch das Gefühl, sie enger nähen zu müssen. Dass das nicht einheitlich ist, aber auch!
Bei den Schnitten geht es ähnlich zu. Da messe ich mich aber penibel aus (bzw. lasse messen) und berechne den Schnitt nach den angegebenen Größentabellen.
Und so kommen wir zu meinem aktuellen Rock:
Ein-Burda-Dreiviertel-Tellerrock mit zusätzlichen Falten im Rückenteil, und einer kleineren und sehr großen Falte im Vorderteil. Die große liegt über der kleinen. Sieht einer Kellerfalte nicht unähnlich und sollte leicht diagonal auslaufen. Seitennahttaschen bietet er noch, darin ein seitlicher Reißverschluss. Das Titelbild hatte mich damals verführt, dieses Burdaheft zu kaufen und auch heute begeistere ich mich für diesen Rock (auf den Fotos).
Den Verdruss mit dem Reißverschluss in der Seitentaschennaht vorausahnend, habe ich kurzentschlossen dem rückwärtigen Teil eine Mittelnaht verpasst und darin den Reißverschluss versenkt.
Nun zu den Maßen. Meine Hüfte entspricht der Größentabelle nach Größe 38, die Taille - da schweige ich lieber. Unüberbrückbar erschien mir die Differenz von Taille zu Hüfte, wie sollte ich die vielen Zentimeter auf einem so kurzen Stück unterbringen? Ich machte dem Schnitt einen Vorschlag: einigen wir uns auf etwa halbem Weg bei Größe 40!
Meine Freundin warnte mich: Burdaschnitte fallen tendenziell eher größer aus, sie würde an meiner Stelle auf keinen Fall Größe 40 nehmen! Aha. Also 38. Notfalls, dachte ich mir, kann ich die Weite noch mit den Falten regulieren. Also nehme ich 38! Und das penible Nachmessen des fertigen Schnitts bestätigten meine Entscheidung.
Rechtzeitig zur ersten, zweiten und dritten Anprobe - die Falten lagen mir etwas zu bauschig, da musste ich nachkorrigieren - war ich wohl geschrumpft. Also regulierte ich die Weite mit den Falten - wenn auch anders als ursprünglich gedacht: ich baute eine dritte ein. Und dann wieder aus. Denn ich schrumpfte und dehnte mich - und immer wieder passte ich die Form an.
Als der Rock irgendwann einigermaßen gut saß und mir das ständige vorsichtige raus und rein steigen mit Stecknadeln vor dem Bauch reichte, hatte ich beschlossen, nur einen Beleg zu schneiden und keinen Größe-LLL-Bund zu nähen. Dieser Rock darf auf der Hüfte sitzen.
Mit dem Beleg hat es dann nicht geklappt, durch die zusätzlichen Falten verzog er sich immer wieder, wollte einfach nicht da sitzen bleiben, wo ich ihn hingenäht hatte.
Der zweite Versuch endete auch unglücklich - er war ein 3 cm breiter Bund mit Untertritt, Knopf und Knopfloch. Daraufhin saß mein Rock nicht mehr auf der Taille - klar bei Rock mit Bund - und lag auch nicht mehr so schön an wie bisher, die Falten sprangen wieder auf, dabei hatte ich gedacht, diesen Kampf gewonnen zu haben. Falten mit Sprungfedern - kennt ihr die auch?
Nun hat mein Rock - habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich für die Auftrennweltmeisterschaft trainiere? - ein etwa 1 cm breites Bündchen: einen Schrägstreifen habe ich dafür um die Nahtzugabe gelegt und innen fest gesteppt, wie ich es sonst bei den Ausschnitten der Shirts mache. Dieser Ein-Zentimeter-Bund verträgt sich natürlich nicht mit Untertritt, Knopf und Knopfloch. Also musste der Reißverschluss wieder raus und bündchen-bündig eingepasst werden. Erst viel später kam mir dann die Idee, Häkchen und Öse zu verwenden. Da war er aber schon ausgetrennt und ich bei den Vorrundenspielen derAuftrennweltmeisterschaft ...