Dienstag, 31. Mai 2011

Bubenhemd

"Hose gekauft, Hemd genäht."




Auf diesen kurzen Satz lässt sich mein Geburtstagsgeschenk bringen.


Hemd einmal von vorne und einmal von hinten fotografiert.



Die Hose ist Größe 116 - eine sehr kleine Größe 116 und auch noch beim Discounter erstanden, das Hemd in 104/110 fällt dagegen verhältnismäßig groß aus. Der Stoff war vom Stoffmarkt und sieht jetzt, da das Hemd genäht ist, erst so richtig nach Bubenhemd aus. Zum Glück habe ich noch ein bisschen davon,  ich möchte noch ein zweites nähen. Es sieht einfach zu putzig aus in dieser kleinen Größe.



Manche Stoffe brauchen einen Schnitt um zu wirken und um aus einer gewissen Anonymität herauszutreten. Andere wirken für sich. Vielleicht ist das ja auch überinterpretiert. Aber vorher erschien mir das Stöffchen eher nichtssagend. Und jetzt bin ich ganz begeistert (und möchte es am liebsten mal wieder nicht hergeben ...)  Mein Schnitt hier stammt von Farbenmix: Bjärn, ein gut zu nähender einfacher Kinderhemdenschnitt. Beim letzten Hemd hatte ich einen Stehkragen gewählt und mich mit den Karos von den Passenteilen fast hinterdacht. Dieses mal gab's kurzerhand einige Änderungen: die Passe und das Vorderteil sind in einem Stück geschnitten und dann mit einer Knopfleiste ergänzt. Die Ärmel sind sommerlich eingekürzt, das Foto etwas unscharf.
So werde ich es auch beim nächsten machen. Bis auf die Sache mit dem Foto.


Sonntag, 29. Mai 2011

Reise-Utensilo

Beutel trifft Utensilo - so etwa kann man meinen Versuch nennen, beides auf einen Nenner zu bringen.


Die Idee ist Strümpfe, Leggins, Socken, zarte Dessous u.a. sicher verpackt in Reisetasche, Koffer oder Rucksack zu transportieren. Im Urlaubsziel angekommen - bei mir sind es meist nur wenige Tage - wird das obere Drittel des Beutels nach außen umgestülpt und so entsteht ein dekoratives Behältnis. Nichts hasse ich mehr als Gekruschdel in irgendwelchen Beuteln oder - noch schlimmer - all die kleinen Teile in Schränke oder Kommoden fein säuberlich zu stapeln, da fangen die freien Tage ja fast wie ein Umzug an. Zukünftig möchte ich nur noch - ruckizucki - meine Beutel aufstellen:




Als Grundschnitt nahm ich einen ganz normalen Utensilo-Schnitt, wie ich ihn schon oft genäht habe.  Dieses mal habe ich zusätzlich einen Tunnel für eine Kordel eingenäht, so dass sich das Utensilo einfach wie ein Beutel zuziehen lässt. Die Schabracke oder das feste Vlies im Innern ist nur so weit aufgebügelt, dass es gerade eben mit der unteren Naht des Tunnels noch mitgefasst wird.  Für alle Fälle. Ich bin nicht so sehr der ordentlichste Dauerbügler und manchmal lösen sich die Einlagen. Zum Beispiel beim Fehlernähen und Wiederauftrennen und beim Hin-und-Herwenden deswegen. Aber man braucht sie im Gegensatz zum nur-Beutel für die Standfestigkeit. Ihr merkt schon, dass ich nicht so ganz konzentriert bei der Sache war? Grund ist, dass das Teil noch unbedingt fertig werden musste, damit es mit mir auf eine wenige-Tage-Reise gehen kann.
Eile mit Weile, oder - wie meine Mutter früher gerne sagte - "mach halt langsam wenn's bressiert" - ein Satz,  der mir als Kind in seiner scheinbaren Widersprüchlichkeit  aberwitzig erschien, aber ein Satz, den ich mit den Jahren immer besser verstehen lernte und an den ich mich das nächste mal "wenn's bressiert" hoffentlich erinnere ...



Dienstag, 24. Mai 2011

Gute-Laune-Kasper


raus


aus der Tüte


gleich wieder


rein in die Tüte


danach



auch noch


im Kreis herum


wieder rein in die Tüte

und raus aus der Tüte


a never ending story ...

Sonntag, 22. Mai 2011

Schnurblumen-Jäckchen

Genau so ein Jäckchen sollte es werden, wie es da hing auf dem Stoffmarkt in Karlsruhe:


Zunächst musste der Stoff in Bergen von Stoffen in nähbegeisterten Frauen gefunden werden - das ging noch einigermaßen schnell, den zuständigen Verkäufer finden und sich schließlich als Kaufwillige zwischen all den kaufwilligen Damen durchzusetzen war dann schon etwas schwieriger. 
Aber tragen wir nicht alle gern zum Glück unserer Kinder bei?


In Ermangelung eines Schnittes rechnete ich kurzerhand: einmal die Länge plus die Länge der Ärmel plus Kragen, bzw. - da die Musterung längs zur Stoffkante verläuft - einmal die Breite von Vorder- und Rückenteil plus einmal die Breite der Ärmel plus Kragen macht - der Stoff liegt doppelt breit - etwa 1,50 m. Dazu dann noch etwas Stoff für unvorhergesehenes oder - falls genügend übrig bleiben sollte - eine Tasche. Zwei Meter Stoff also.



Mit dem Nähen fingen die Probleme an. 
Nein, eigentlich schon vorher. Denn das Jäckchen sollte - bitteschön -  doch etwas länger werden als das vom Stoffmarkt und somit stimmte schon das Maß von einmal die Breite von Vorder- und Rückenteil nicht mehr, ich war jetzt bereits auf der anderthalbfachen Breite!
Und - auch bitteschön - die Ärmel sollten länger werden, "ich hab' eigentlich immer längere Ärmel" - das war Änderungswunsch Nummer zwei. Beide Wünsche hätte ich gerne auf dem Stoffmarkt gehört - lange genug standen wir schließlich an, da hätte man das durchaus besprechen können ...


Zunächst dachte ich ja, ich bräuchte nur den Kragen eines Jackenschnittes abzurunden, den wir auf dem Stoffmarkt dann noch fanden und der uns als logische Grundlage für diese Jacke erschien. Aber von wegen. Die seitlichen Abnäher im Vorderteil  sahen wie Spitztüten aus. Außerdem war die Jacke oben zu weit und unten zu eng, trotz genauem Abmessen - so sehr verschnitten konnte ich mich doch wohl nicht haben?
Ich hatte zum Glück zunächst zwei Probeteile genäht. Trotzdem gab es noch mehrere Änderungen. Zum Beispiel erschien der gesamte Ausschnitt zu groß und der Kragen legte sich nicht schön. Alle meine Hefte durchsuchend, fand ich ihn schließlich in einem Uralt-Brigitte-Sonderheft von 1998. Den habe ich genommen, die Ecken abgerundet, den Ausschnitt am Vorderteil, das mittlerweile auch schon ausgetausch war, angepasst und nun legt er sich tatsächlich rundum sehr schön, der Ausschnitt ist nicht mehr zu weit - es macht Spaß, irgendwo doch noch das richtige Ersatzteil herzubekommen!



Das Jäckchen hat mittlerweile ein neues Vorderteil mit angepasstem Ausschnitt,  ein verbreitertes Rückenteil,  der Kragen wurde ausgetauscht und abgeändert - nur die Ärmel, hoffte ich, würden weiterhin und "nur" verlängert reinpassen.
Nach soviel Herumexperimentieren blieb zeitweise die Lust zu Nähen auf der Strecke; trotzdem - oder auch gerade erst recht - wurde es schließlich fertig.
Damit uns die Erinnerung keinen Streich spielt, hatte Karin ja das Jäckchen für uns auf dem Stoffmarkt auf alle Fälle fotografiert.
Eine gewisse Ähnlichkeit besteht tatsächlich.



Ach so: ein kleines Täschchen könnte es aus den Resten noch geben, eines für Schlüsselbund, Geldbeutel und Handy. Was braucht man auch mehr?


und wegen Elke und ihren lieben Kommentaren schalte ich nun also tatsächlich die Kommentarfunktion wieder ein, ich hoffe, sie nutzt die Gelegenheit ...

Mittwoch, 11. Mai 2011

Kapuzen-Shirt



Manchmal  verändert der Stoff noch vor dem Nähen meine Vorstellung von dem, für was er eigentlich vorgesehen war. Manchmal nur ein kleines bisschen. Wie hier.
Gekauft hatte ich diesen Stoff für ein erstes Kurzarmshirt in diesem Jahr. Luftig, eventuell sogar eine Tunika sollte es werden.



Mit den Tunikaschnitten konnte ich mich so gar nicht anfreunden, ständig spukte mir die Vorstellung von Umstandsmode im Hinterkopf herum. Dabei finde ich diese Kleidungsstücke - ob Tunika oder Umstandsmode - (an anderen) sehr schön.
Auch fand ich den Stoff mit seinem Grau auf einmal viel zu dunkel für Kurzarm. Und das Muster zu groß! Auch hatte ich zuviel Stoff gekauft und der Verschnitt tat mir leid, was mache ich denn blos mit den Resten, das gibt nichts mehr, morgens ist es immer so frisch, da kann ich Langarmshirts viel mehr gebrauchen, überhaupt gibt es mehr kühlere Tage als heiße ...



Schließlich wurde aus der Tunika ein Langarmshirt, und weil genügend Stoff vorhanden gleich eines mit Kapuze.
Und als wolle mir das Wetter zu meiner Wahl gratulieren, erschien es gestern, als ich die Fotos machte, mehr als trübselig. Meine Haus- und Hoffotografin steht mir diese Tage leider nicht zur Verfügung und so wurde das Teil wieder an meine praktische Freiluft-Fotowand gehängt. Ganz nach dem MeMade-Motto habe ich es heute morgen gleich angezogen und auch schon auf den Wochenmarkt ausgeführt.
Aus den Resten gab's dann noch ein Stirnband für den es-könnte-doch-etwas-kühl-an-den-Ohren-ziehen-Hundespaziergang in der Frühe und auch für heute-müsste-ich-eigentlich-dringend-die-Haare-waschen-Tage, die es auch bei mir gelegentlich gibt, die mir aber keinen Stress machen, denn seit ich das Sprichwort "was du heut' nicht kannst besorgen, das verschieb' doch gleich auf morgen" für mich gefunden habe, geht es mir entspannter.
Und gleich nach meinem neuen Lebensmotto zeige ich das Stirnband ein anderes mal.

Dienstag, 3. Mai 2011

Maienreigen




Komm, lieber Mai und mache
die Bäume wieder grün.
Und laß uns an dem Bache
die kleinen Veilchen blüh`n!
Wie möchte ich doch so gerne
ein Veilchen wieder seh´n,
ach, lieber Mai wie gerne
einmal spazieren geh´n !

  Ach wenn's doch erst gelinder
und grüner draußen wär.
Komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten dich gar sehr!
O komm und bring vor allem
uns viele Veilchen mit,
bring auch viel Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit !


Text: Christian Adolf Overbeck
Liedkomposition: Wolfgang Amadeus Mozart




dies ist mein Beitrag zum Kreativtag "Flower Power" bei seelenruhig.
zu guter Letzt:

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