Montag, 28. November 2011

Mein Weihnachtskleid - mutig bin ich, schneide zu ...





Die gute Nachricht vorab: Ich habe mich definitiv für Stoff und Schnitt entschieden! Und bleibe nun dabei.
Advance und schwarzer BW-Leinen. Gefüttert mit schwarzer Streublümchen-Viscose. Von diesem Stoff habe zwar so viel, dass es für ein Kleid reichen könnte. Ich aber nicht weiß, ob ich daraus tatsächlich ein Kleid haben möchte.



Normalerweise kopiere ich mir meine Schnitte, auch wenn dies dann mit etwas mehr Arbeit verbunden ist. So bleibt mir der Originalschnitt erhalten, und ich kann eventuelle Veränderungen später nachvollziehen bzw. habe immer das Original für verschiedene Varianten.
Und so packte ich meinen Advance-Schnitt aus - und erlebte eine Überraschung: er war bereits ausgeschnitten, original ausgeschnitten, sehr ordentlich, lauter leicht zerknitterte Einzelteile in der Tüte. Ist ja auch eine "Antiquität" und darf von daher Gebrauchsspuren aufweisen.



Hauchdünn ist das Papier des Schnittes und muffig roch es beim Glattbügeln. Gut abgelagert wie ein altes Buch. Es weist zu meiner Irritation jedenfalls auf den ersten Blick keinerlei Nahtlinien für Abnäher oder so etwas wie eine Fadenlauflinie auf. Nichts - gar nichts! Ein durch und durch unbedruckter Schnitt mit einer Vielzahl verschieden großer Löcher.
Lesen sollte man können! Am besten natürlich die Nähanleitung und noch besser vor dem Zuschnitt. "English is a window to the world" sagte Herr Stöver im Kult-Tatort "Undercover-Camping".



Also öffnen wir mal das Fenster:
Die unterschiedlich großen Löcher in diesem Schnitt haben unterschiedliche Bedeutung. Die drei großen weit auseinander liegenden in der Mitte sind der Fadenlauf. Außerdem gibt es noch kleine Einkerbungen als Passzeichen am Rand und die Abnäher sind - hallo, ich bin voll durchgestiegen - mit den kleinen Löchern markiert. Andere wiederum bedeuten Stoffbruch. Hah, English is a window to the world, wie recht der Mann doch hat. Den Fadenlauf habe ich einfachheitshalber durch die Löcher in den Schnitt eingezeichnet, die Einkerbungen und weiteren Löcher durch Nahtzahlen markiert, die Teile beschriftet.


Einzig dieser in einer Klammer stehende Satz lud mich zum Rätseln ein: Seam allowance on all edges is 1/2 inch.
 Bedeutet dies eine Feststellung, dass die Nahtzugaben bereits mit einem halben Inch berechnet sind oder eine Aufforderung, die Nahtzugabe dazu zu geben?
Aber auch diese Frage ist geklärt. Zum einen durch Abmessen der Einzelteile und Vergleichen mit meinen Maßen. Und zum anderen durch fast schon einen Warnhinweis an anderer Stelle:


Es handelt sich  hier also um einen All-Inclusive-Schnitt.

Beim Aufstecken habe ich mir ordentlich mit einer Stecknadel den Finger zerstochen, sozusagen der Ritterschlag für einen Schnitt, denn "Blut ist ein ganz besonderer Saft" - um beim Zitieren zu bleiben.

Und jetzt kann's losgehen mit dem Schneiden. Und dann mit dem Nähen. Darauf freue ich mich am meisten.

Wer wohl in dieser Woche noch zugeschnitten hat? Bei Cat und Kascha treffen sich die Weihnachtskleid-Schneiderinnen. Danke an Catherine für die Organisation.

Kommentare:

  1. Schwarzes Baumwoll-Leinen, das Blümchenfutter und so ein schöner Retro-Schnitt... toll! Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis :-)
    LG
    Tiffy

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  2. ich mag deinen Blüchenstoff sehr, kann ich mir gut als Vintagekleid vorstellen, ich freu mich aufs ergebnis!!

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  3. Daniela6.12.11

    Ich möchte hier übrigens mal sagen, dass ich diesen Blog sehr ästhetisch finde - könnten sich einige mal ein Beispiel dran nehmen.
    Leider kann ich sowas seit meiner Schwangerschaft nicht mehr tragen :-(
    Ich war übrigens
    Nabelschnurblut spenden

    Gruß von Daniela

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