Montag, 25. Juli 2011

die "K"-Frage

Meine Nachbarin stellte mir kürzlich die K(leidungsstil)-Frage: "Sag mal, änderst du deinen Kleidungsstil?" Ich war verdutzt, auch etwas ratlos. Knüpfte diese Frage doch direkt an ein Erlebnis im Winter an, als mich eine Bekannte im Supermarkt fast nicht erkannt hätte so ungewöhnlich schick: Hüftjeans, Stiefel, enges Shirt, Schal bzw. Tuch und offene Walkjacke. "Laufe ich sonst in Lumpen rum?" war meine Gegenfrage, "nein, nein", so hätte sie das nicht gemeint. So ähnlich muss sie es ab er doch gemeint haben, anders lässt sich ihre Frage nicht erklären. Müsig zu erklären, dass ich oftmals zwei Gänge miteinander verbinde: nämlich den mit dem Hund  mit dem zum Supermarkt. Hundi muss  dabei nur kurz im Auto warten - im Schatten und bei leicht geöffnetem Fenster, während ich hurtig (fast schon im Laufschritt, das arme Tier soll mich nicht zu lange vermissen) noch etwas zum Essen besorge. Da ich die Zeiten meist so lege, dass wenig los ist, geht das ziemlich flott. Und dabei wurde ich mehrmals von meiner Bekannten "erwischt". Nur so lässt sich erklären, dass sich mein Hundespaziergangs-Outfit oft mit Regenjacke (knallrot-orange), Jeans und Laufschuhen in ihrem Kopf manifestiert hat. "Ich bin nicht immer in Hundeklamotten, meistens laufe ich 'normal' rum", versuchte ich zu erklären. Aber ihr Blick sagte eindeutig, was sie in Bezug auf mich für "normal" hielt.
Da gefielen mir die Blicke meiner Nachbarin schon viel besser.
Schick fände sie mich in meinem neuen Rock, gut angezogen, ja, Röcke würden gut zu mir passen ... NUR (aha, dachte ich, jetzt kommt was durch die Hintertür), nur der Rock, also der könnte etwas kürzer sein!
Seitdem denke ich immer mal wieder über ihre Frage nach und auch darüber, ob dieser Rock tatsächlich kürzer sein sollte. Und komme zu dem Schluss, dass ich meinen Kleidungsstil nicht geändert habe: Er existierte nur halt hauptsächlich in meinem Kopf, war aber eigentlich immer schon da. Und auch das Bewusstsein, dass das mit den ewig-Blauen kein Dauerzustand sein konnte, egal wie gut kombiniert. Vielleicht war auch ein klein wenig fehlender Mut mit dran schuld, dass ich hauptsächlich Hosen und Shirts bevorzugte. Weil platt auf dem Land usw. ...
Was so auch nicht ganz stimmen kann. Denn im Handarbeitsunterricht in einem längst vergangenen Leben nähte ich "Modemutige" mir einmal einen wadenlangen Jeansrock zu Zeiten als alle anderen noch MINI trugen und erste lange Röcke nur in wenigen Illustrierten zu sehen waren. Das war in den Jahren des Übergangs von MINI, MIDI zu MAXI. Das "Oma-Oma"-Gegackere beeindruckte mich damals keineswegs und nach nur wenigen Tagen war ich nicht mehr die alleinige an dieser Schule, die Länge bevorzugte.
Also mal ehrlich, interessiert mich die Meinung von platt auf dem Land? NEIN! Nachdem dieses Hindernis aus meinem Kopf geräumt war, geht es mir kleidungsmäßig noch besser.
Und meine Röcke dürfen so kurz und so lang sein wie sie wollen.

Kommentare:

  1. Ja, finde ich gut so! Ich muss auch immer wieder feststellen, dass ich mir und meinem Geschmack unbeirrbar treu bin. Ob es grade in ist oder nicht. Egal. Ich greife übrigens in Boutiquen oft spontan zu Sachen , bei denen ich dann feststellen muss: das hast du doch schon! Auch bei Farben brauche ich im Grunde keine Beratung - denn ich weiß recht gut in was ich mich wohl fühle und in was nicht.

    Der Rock braucht eben einfach deine gnaz persönliche Wohlfühllänge. das ist doch auch so bei Halsketten: nur bei einer ganz bestimmten Länge hat man das Gefühl, dass das so richtig ist. Sehr subjektiv.

    Ich schick dir viele liebe Grüße

    Ellen

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  2. So was ähnliches ist mir vorkurzem auch passiert.... auch aufm Land. Ich kam mir ziemlich komisch dabei vor, da man von selbst ja ein Gesamtbild hat und man sich dann wundert wie andere zu so einem evtl. sogar falschem Teilbild kommen aber ändern werde ich trotzdem nichts ... dort trage ich nun mal andere Sachen und das ist auch gut so.
    Lieber Gruß, Muriel

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  3. Naja, besser als wenn jemand sagt, dass der Rock besser länger wäre, oder? Auf jeden Fall gefallen mir Kleid und Rock sehr gut!

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  4. Mir gefällt das kleid sehr schön.
    Seitdem bei mir das Nähen richtig gut klappt und ich konsequent "umgestellt" habe - ich trage praktisch keine Hosen mehr, nur noch Rock und Kleid - werde ich in meiner alten Heimat, ebenfalls auf dem platten Land - regelmäßig angesprochen. Und die Kommentare sind durchweg positiv. Für meinen neuen Stil bekomme ich Komplimente - und da ist auch Jeans + Shirt der übliche Stil.

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