Mittwoch, 8. Juni 2011

zurück aus Berlin

Eben nach Hause gekommen, lasse ich mich noch ganz schnell fotografieren und zeige, in welchen Kleidern ich den heutigen Tag verbrachte. Gleich ziehe ich mich um und fange an zu kochen.



Kurz vor meiner Reise nach Berlin hatte ich mir dieses Shirt genäht, das
a) farblich zu meinem neuen (Secondhand)Rock passen sollte
b) etwas figurbetont ausfallen durfte
c) mit dem ich mich von pölsterchenverdeckenden Schlabberoberteilen verabschieden wollte und das
d) ein kleinwenig, wenn auch nur wirklich ein klitzekleinwenig abweichen sollte von den "normalen" Schnitten.



Total motiviert kopierte ich ein Ottobre-Shirt aus Heft 2/2007, das mit dem kleinwenigen Gekräuselten vorne am Ausschnitt (aber ohne Puffärmelchen). Um sicher zu gehen, dass das Teil auch nicht zu eng wird, legte ich einen passenden Schnitt zur Kontrolle auf. War ich bisher über meine Ottobre-Shirt-Größen irritiert, so steigerte sich bei diesem Schnitt die Irritation zum Entsetzen:  44! Normalerweise trage ich 38 - nur so zur Information. Und außerdem hatte ich gerade eben - ich schwör's - zwei Kilogramm abgenommen.



In einem Sonntagnachmittag-Nähanfall nähte ich das Shirt noch rechtzeitig vor der Abfahrt. Zwischen Auftrennen und Neunähen packte ich nebenbei meine Reisetasche. Nur kein Druck - Sensibelchen wie meine Maschinen vertragen so etwas nicht! Nach dem 8., 9. oder 10. Versuch - irgendwann habe ich aufgehört zu zählen - klappte dann sogar die Covernaht am Halsausschnitt. So kurz vor dem Perforierzustand des Bündchenstreifens. Aber nur weil ich irgendwand bedrohlich leise vor mich hinmurmelte: Wenn es jetzt noch einmal schief geht, hole ich die Zwillingsnadel!! Was ein Glück, dass Covermaschinen gute Ohren haben.



Für kühlere Tage habe ich mir mittlerweile ein kleines vorne zu bindendes Jäckchen genäht, den Schnitt hatte ich von einer gekauften Sweatjacke frechweg abgenommen bevor sie getragen, gewaschen und womöglich verzogen war.
Rundum glücklich macht mich das Shirt noch nicht. Obwohl es sich zugegebenermaßen ganz wunderbar tragen lässt: besonders an den warmen Tagen, wo es nicht so sehr eng anliegt.Was aber das ist es ja, was ich eigentlich wollte: Punkt b) figurbetont. Ich denke, ich kopiere den Schnitt für's nächste mal in Größe 42, nähe es noch einmal und hoffe, dass sich die Schnittgröße von Shirt zu Shirt doch noch in Richtung 38 bewegt!



Zu den Leggins wollte ich auch noch was sagen (aber dann höre ich auf - ich muss noch kochen):
Bei Catherine hatte ich die Kombination von Rock/Kleid mit Leggins das erste mal bewusst wahrgenommen. Gesehen hatte ich das natürlich schon vorher, zum Beispiel bei meiner kleinen Nichte. Da dachte ich: praktisch, aus Leggins wächst man nicht so schnell heraus wie aus Strumpfhosen. Und wenn sie nicht so knallbunt gemustert sind wie die Sportleggins meiner Tochter in Grundschulzeiten, sieht das ja recht gut aus.

Dann sah ich eine entfernt-Bekannte mit halber Wahrnehmung aus den Augenwinkeln - ich fuhr gerade an ihr vorbei, was die halbe Wahrnehmung erklärt. Aha, Leggins unter Röcken sind also keine Frage des Alters (sie ist deutlich älter als ich) sondern offenbar so selbstverständlich, dass mein Entschluss reifte, das auch zu wollen, nein, das auch zu tragen. Ich liebe Röcke, ich liebe Kleider aber den Preis der ungeliebten Strumpfhosen mag ich nur ungern bezahlen!



Und ich bin ein Beinahe-Modemuffel, Jeans und Shirt reichen mir in der Regel und so wollte ich auf alle Fälle schon im Vorfeld etwas Klarheit: beim Kauf der Leggins versuchte ich zu erkunden, wie die Landmeinung zu Leggins kombiniert mit Röcken denn so im allgemeinen  ist - alltagstaugliche Landmode oder doch eher ein Großstadtprojekt? Da kein Erstaunen feststellbar, startete ich einen ersten Versuch in der nahen Kreisstadt: Leggins an, Rock drüber. Augen zu und auf die Rolltreppe.
Danach kam mein kleines Schwarzwaldstädtchen an die Reihe.
Das leise Lächeln im Gesicht meiner Tochter, die mir zufälligerweise auf dem Weg ins Städtchen entgegenkam, habe ich geflissentlich übersehen. Kommentiert hat sie nichts. Andere auch nicht. Geschaut haben sie teilweise schon. Das erste mal war's Überwindung. Mittlerweile habe ich mich gewöhnt und vielleicht komme ich ja doch noch aus den ewigblauen Hosen raus - gefallen tät's mir.
Und in Berlin - ich sag's euch - da hat überhaupt keiner geguckt. Weder auf Rock noch auf Leggins.












Ein KLICK zu euch ...

Kommentare:

  1. Also, ich bin ja ganz klar FÜR Leggins unter Röcken, allein schon aus gesundheitlichen Gründen bei kühlerem Wetter! Und ich lebe hier ja auch in einer Kleinstadt, aber auf die Idee, daß mich jemand schräg anschauen würde, weil ich "ungewöhnliche" Beinkleider trage, wär ich bisher noch nie gekommen ... Und "landtauglich" ist diese Mode ja auch noch: sie schützt beim Radlfahren vor unerwünschten Einblicken. Also, mir gefällt Deine heutige Kombination sehr gut!

    Christel

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  2. Anonymous8.6.11

    Ich finde dein outfit auch sehr schön.

    LG Annett
    annett-pusteblume.blogspot.com

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  3. Das Covermaschinen gute Ohren haben, habe ich auch schon gemerkt. Aber sie haben leider auch ein verdammt schlechtes Gedächtnis. Was habe ich mich letzte Woche geärgert. Jetzt kommt sie erst mal zur Therapie...
    Dein Outfit finde ich gut. Bei uns sind Leggins unter Röcken auch im ländlichen Bereich keine Seltenheit.
    Viele Grüße
    Julia

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  4. Wenn's scheee macht... -.o
    Mal im Ernst: trag', was Du willst, Dir gefällt und worin Du Dich wohl fühlst. Im Zweifelsfalle gewöhnt man sich daran, dass Du schon mal 'etwas anders' gekleidet bist, als der Rest der Kleinstadt - who cares?
    Greets,
    Liese

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  5. Dein Outfit ist klasse, ich bin aber der Meinung, dass Du durchaus die 42 nähen solltest, das Shirt ist wirklich reichlich!
    Mir ging es mit Leggings anfangs wie Dir, aber mittlerweile mag am liebsten unter jeden Rock eine passende Legging. Das ist sowas von praktisch und gibt mir (100% Hose) einfach ein gutes Gefühl. LG, Simone

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  6. Ich finde es auch super, besonders mit dem Jäckchen. Leggins unter Kleidern sind jetzt nicht so meins, aber es sieht in deiner Kombination schön aus...
    LG
    A.

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  7. Einer muss ja mal den Anfang machen und wer weiss...vielleicht gibts demnächst auch im Städtchen Leute mit Leggins.
    Sieht nämlich richtig gut aus.
    GLG
    Elke

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  8. Leggings unter Kleidern, finde ich auch klasse, denn sonst ist es mir oft zu kalt und es wäre doch schade, wenn Kleider und Röcke nur im Winter mit Stiefeln getragen werden würden. Also einfach machen. Bei Heike http://haikele-made.blogspot.com/2011/06/sein-eigenes-ding-machen.html gibt es übrigens Link zu einem interessanten Blog. Ich weiß, ein Dorf oder eine Kleinstadt ist nicht New York, aber trotzdem!
    LG Rita

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  9. Du siehst klasse aus, da gibt es nix zu meckern. Das shirt aber unbedingt kleiner nähen. Kannste Dir leisten.
    Liebe Grüße Marion

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  10. Anonym29.7.14

    Seit Leggins wieder "in" sind, trage ich die nur noch zum Rock. Erstens sind die viiiiiel bequemer als Strumpfhosen; und bei Rock ohne was drunter hab ich immer den Eindruck, dass einem alte Männer auf die Beine starren...! )-: Eine Legging hilft hier prima - jeder sieht hier gleich: Drunter schauen zwecklos! Also bei mir gibts Röcke nur noch mit Leggins, damit fühl ich mich pudelwohl.
    -Karin aus Berlin -

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