Montag, 13. Juni 2011

Kinderkleid-Recycling

 

Während meines Ausflugs in die Hauptstadt fand ich außer für Museen, Berliner Dom und Neue Synagoge Zeit für Frau "Barcomi's" Kuchenparadies, eine Stadtbesichtigungsfahrt auf der Spree, viele Verwandtschaftsbesuche, einen Ausflug nach Potsdam, eine Stadtteilbegehung in Frohnau,  den türkischen Markt am Maybachufer und für viele viele kleine Geschäfte, von denen wir hier platt auf dem Land nur träumen können. Erstaunt haben mich vor allem  die Läden mit selbstgenähter Kinderkleidung, von denen mich die Dollyrocker, die aus noch gut erhaltener getragener Kleidung individuelle Kinderklamotten schneidern, am meisten beeindruckten - Frau Suschna hätte hier ihre helle Freude. Alleine hätte ich viele der "Sehenswürdigkeiten" abseits der allgemeinen Touristenroute natürlich nicht gefunden, aber meine Schwägerin hatte sich eine ganz besondere auf mich zugeschnittene Individual-Besichtigungstour ausgedacht.
Ach ja, bei Frau Tulpe war ich auch - ist ja fast ein MUSS.



Ein Kinderkleiderladen inspirierte mich besonders, den Namen habe ich (verständlicherweise) vergessen, war er doch der Schlusspunkt eines durchaus anstrengenden Tages. Die Schlichtheit der Kleider blieb mir allerdings in Erinnerung. So einfach - so schön. Die Kleidchen sahen aus wie ein verlängertes T-Shirt, waren aus sommerlichen Baumwollstöffchen genäht, oben am Hals und an den angeschnittenen Ärmeln nur mit Gummizug gerafft. Kurze Notiz in der S-Bahn und schon hoffte ich, zu Hause ein neues Nähprojekt in die Tat umsetzen zu können.
Weit gefehlt. So einfach - so schwierig. Shirtschnitte habe ich genug, aber sollte ich sie nun eine Nummer größer nehmen oder in der vorderen Mitte einfach zwei bis drei Zentimeter zugeben? Wie lange sollte das Kleidchen werden? Wie weit, dass es nicht wie ein Plumpsack aussieht aber trotzdem genügend Platz  für's An- und Ausziehen lässt? Das zu benähende Kind lebt leider nicht in verfügbarer Nähe. Was liebe ich Geburtstagsgeschenke, die mir Bauchgrimmen verursachen ...
Als das Kleidersäckchen zum Kleidersack mutierte, in den das Kind zweimal gepasst hätte, beschloss ich, das eben Genähte zu recyceln.



Aus Zeiten als es noch kein Internet, kein Farbenmix oder Mamudesign gab, hatte ich mir vier Neue Mode-Hefte "hinüber" ins virtuelle Zeitalter gerettet. Früher waren sie für mich der Inbegriff der schönen selbstgenähten Kinderkleidung. Längst habe ich alle ehemaligen Burda-Kindermoden-Hefte entsorgt, von den vier Neue Moden-Hefte wollte ich mich nicht trennen und bekam nach dem letzten Umzug mehrere intensive Suchanfälle, weil sie sich zunächst nicht auffinden ließen. Aber nun sind sie alle wieder da - im letzten noch nicht ausgeräumten Karton (einer "Umzugsleiche" auf dem Speicher) zwischen Kochbüchern versteckt fand ich sie.
Leider sind die Hefte ohne Jahreszahl; so kann ich sie nur anhand der Erinnerung zeitlich eingrenzen und tippe auf etwa 20 Jahre, die sie auf dem Buckel haben. Auch wären sie einen eigenen Post wert, auf die Schnelle zeige ich hier kurz, was ich aus diesem Heft vor Jahren schon einmal genäht habe - beim Durchblättern stellte ich fest: gut die Hälfte hatte ich nachgenäht:

die Röckchen links oben, das Kleid rechts oben, der Overall, Hose und Shirt vom Bild links unten und das Kleid mit Jäckchen rechts unten

auch hier waren es alle vier gezeigten Modelle


hier der Stufenrock, das rosa Prinzessinenkleid und das Blüschen auf dem rechten Foto


der Star in Kindergartenzeiten war das asymetrische Cape rechts auf dem Bild.

Aber zurück zu meinem recycelten Kleid. Es ist in Größe 104  und eines der wenigen Teile, die ich zum damaligen Zeitpunkt nicht genäht hatte, mein Kind wuchs schneller aus dem Kleinkinderkleideralter - in diesem Fall aus Größe 104 - raus, als ich mich umschauen konnte.  Es war jetzt erstaunlich rasch genäht und dabei weitaus schneller als die Versuche vorher mit meinem "Einfachkleid".


hier seht ihr nun das Ergebnis meines Recyclings, da der Stoff ja bereits verschnitten war, ging es knapp zu aber mit ein bisschen Rumgeschiebe der Schnittteile ist es mir schließlich doch noch gelungen.


der Armausschnitt ist umgelegt und in der Rocknaht so mitgenäht, er müsste sich also auch nach dem Waschen schön legen (hoffe ich).



hier ist das Kleidoberteil noch von hinten zu sehen, es wird mit einer Knopfleiste geschlossen.



Jetzt nur noch einpacken und verschenken.

Kommentare:

  1. dein recyclings ergebnis ist super klasse geworden.ich habe auch noch ein paar kleider meiner töchter aufbewahrt ;) vielen dank für deine inspiration ;)
    herzliche grüße sonja-maria

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  2. hi, das Kleid ist superschön! Wo hast du die Kinderstoffe her?

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