Dienstag, 15. März 2011

Ein Stück Erinnerung


Wenn mich die Aufräumwut packt, schmeiße ich mitunter Dinge weg, die ich kurz darauf verzweifelt suche, weil ich sie gerade jetzt gut gebrauchen könnte und ich weiß genau: in der Schachtel hinter den Büchern müsste eigentlich noch ... oder in der Abstellkammer auf dem obersten Regal ...
Von manchen Erinnerungsstücken möchte ich mich nicht trennen. Die vielen Bilder, die meine Tochter gemalt hat, ihre hübschen Bastelarbeiten, Geschichten und Gedichte. Auch manches Kinderkleid liegt noch auf dem Speicher, die erste selbstgenähte Lederhose genauso wie das Rosenreslie-Kleid. Manchmal hole ich die Sachen hervor oder sie begegnen mir, wenn ich etwas suche; dann erstaune ich für einige Momente, wundere mich, wie die Zeit so schnell vergangen ist oder entziffere köstliche Kinderbriefchen und lege sie schließlich wieder an ihren Platz zurück.






Anfang der 80er Jahre, 1983 oder 1984, fuhren wir immer wieder ins Salzkammergut. Bevorzugtes Ziel Mondsee. Dort war sozusagen unser "Basislager" - im Leitnerbräu.
An einem Wochenende fand in "unserem" Hotel eine Hochzeit statt, eine richtige "Dorfhochzeit". Wer kam, um dem Brautpaar zu gratulieren oder ein kleines Geschenk zu überreichen, bekam einen Teller Suppe. Hochzeitssuppe. Fleischbrühe mit einem dieser für Österreich typischen (Riesen-)Knödel, am wahrscheinlichsten wohl ein Griesnockerl. Hochzeitsgäste - aber auch Hotelgäste - erhielten eine kleine Anstecknadel, ein Blatt mit Erlenzäpfchen geschmückt, mit Bändern und Perlen.



Meines hängt an einem Bücherregal und erinnert mich an ein mir völlig unbekanntes Hochzeitspaar, an  unzählige Fahrten ins Salzburger Land, an meine Liebe zu Mondsee.
Was wohl aus diesem Hochzeitspaar geworden ist? Haben sie Kinder, feierten sie ihre Silberne Hochzeit oder sind sie vielleicht mittlerweile ein getrenntes Paar?
Und wer, außer mir, hat noch diese kleine Anstecknadel aufbewahrt?

Kommentare:

  1. Liebe Frederike,
    wenn ich auf dieser Hochzeit gewesen wäre, hätte ich die Anstecknadel auch noch. Dein Bericht kommt mir soooo bekannt vor. Leider mußte ich mich letztens von vielem trennen. Ich hab auch garnicht hingeschaut, was meine Kinder weggeschmissen haben. Schön fand ich beispielsweise, als meine Enkelin mit ihrer Kindergartenmappe nach Hause kam und ich ihr dann die Mappe von ihrem Vater vorlegen konnte. Ja die Zeit vergeht wie im Flug und in diesem Sinne liebe Grüße
    Anneliese

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  2. Ach, der Mondsee!

    Liebe Grüße
    Michi :)

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  3. Liebe friederike,
    solche Erinnerungsstücke habe ich auch noch,man mag sich nicht trennen,weil dadurch die Erinnerung lebendig bleibt! Eine schöne Idee,das hier mal zum Thema zu machen!
    Lieben Gruß,Ulla

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  4. ich finde es schön, Dinge aufzuheben, die einen an besondere Ereignisse/ Zeiten erinnern, auch wenn man sagt, die Erinnerung bleibt im Herzen. Doch schöner ist es etwas in der Hand zu haben...
    Ich habe für meine Kinder eine Kiste angefangen, da kommen lauter Sachen rein wie erstes Paar Schuhe, besondere Anziehsachen ...... ich hätte mir gewünscht, meine Eltern hätten das auch für uns gemacht. Konnte bei einem Umzug mein erstes Paar Schuhe retten, mein Vater wollte sie wegwerfen!! Empörung!!!!
    Ja, so gibt es bestimmt noch einiges, das auch ich aufhebe, zwecks Erinnerung, und anders das ich wegwerfe, wie Du und es dann später wieder suche..
    Ganz liebe Grüße Uli

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  5. Liebe Friederike,

    Mondsee, was für eine traumhaft schöne Gegend. Da bin ich immer wieder gerne. Ein idylischer See und drumherum Berge. Traumhaft.
    Und diese typischen suppen dort mit Knödel. Ich liebe sie.
    Was für schöne Erinnerungen.
    Dafür alleine lohnt sich das Aufbewahren dieser schönen Kleinigkeiten.

    Liebe Grüße
    Gabi

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  6. Ich bin am Mondsee mal eine Halbmarathon gelaufen..es war mein schönster in meiner Laufzeit..gruß HEike

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  7. Wer kennt sie nicht? Diese "Aufräum-Wut" mit den dann verzweifelten "doch lieber noch aufbewahren-Aktionen"?! :-) Und so sammelt sich von Jahr zu Jahr mehr an und die Blicke des Hausherrn werden sorgenvoller und enden mit dem Ausspruch: "Wenn du so weitermachst, wird das Haus eines Tages im Erdboden versinken!"
    Ach - Männer haben ja gar keine Ahnung! ;-))

    Ich hätte das Anstecksträußchen natürlich auch aufbewahrt!!!!! ;-)

    Lieben Gruß
    Helga

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  8. Vielen Dank fürs Teilen dieser schönen Erinnerung. Dein Beitrag hat mir sehr gut gefallen und mich in eine wundervolle "Erinnerungsstimmung" gebracht. :-)

    herzliche Grüße von Petra, ebenfalls eine Sammlerin (Das Hochzeitspaar von unserer Hochzeitstorte z.b. darf sogar seit fast 10 Jahren im Bücherregal im Wohnzimmer stehen) Das wäre auch mal ein Eintrag wert.

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