Donnerstag, 23. Dezember 2010

Frohe Weihnachten


Gibt es einen Weihnachtsmann?
(Quelle: SWR1 2009)

1897 schrieb die achtjährige Virginia O'Hanlon einen Brief mit dieser für sie so wichtigen Frage an die 
New York Sun.
Natürlich glaubte sie an den Weihnachtsmann, er hatte sie noch nie enttäuscht:  „Als aber weniger glückliche kleine Jungen und Mädchen sagten, es gäbe keinen Weihnachtsmann, wuchsen Zweifel in mir. Ich fragte meinen Vater, und er war bei diesem Thema etwas ausweichend. Es war in unserer Familie üblich, bei Unsicherheiten bezüglich der Aussprache eines Wortes oder bei Zweifeln an historischen Fakten an die ‚Frage und Antwort’-Kolumne der Sun zu schreiben. Vater sagte immer: ‚Wenn es in der Sun steht, stimmt es auch’ - und das beendete jeden Disput. ‚Ich werde einfach an die Sun schreiben und die echte Wahrheit herausfinden’, sagte ich zu Vater. Er antwortete: ‚Leg los, Virginia. Ich bin sicher, die Sun wird Dir die richtige Antwort geben, wie sie es immer tut’" (Virginia O'Hanlon , 36 Jahre nach der ersten Veröffentlichung ihres Briefes).




Virginias Brief wurde an den Redakteur Francis Church weitergeleitet, Sohn eines Baptisten-Pastors und seit 20 Jahren Redakteur bei der Sun. Mit besonders heiklen Themen war er als Kommentarschreiber vertraut und so wollte er den Brief der achtjährigen Virginia wahrheitsgemäß und „frei von Scheinheiligkeit und Heuchelei“ beantworten. Er schrieb einen der bemerkenswertesten Kommentare der Zeitungsgeschichte.

 1949 wurde die New York Sun eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Virginias Brief und Francis Churchs Antwort aus dem Jahre 1897 jedes Jahr zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung zu lesen:




"Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der Sun steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?" 

Die Sache war dem Chefredaktor Francis Church so wichtig, dass er selber antwortete - auf der Titelseite der Sun

"Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht mehr glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein. "Ist das denn auch wahr?" kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.
Frohe Weihnacht, Virginia. Dein Francis Church." 



Die Antwort von Francis Church war eine absolute Sensation und wurde zum berühmtesten aller jemals geschriebenen Kommentare.

FROHE WEIHNACHTEN




mit diesem Beitrag öffnet sich das letzte Türchen von Ellens Kreativ-Adventskalender 2010

Kommentare:

  1. Oh wie schön! Wünsche Dir eine lichterfüllte Weihnachtszeit. Griessli Cornelia

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  2. Weihnachtsstress?! Was ist das???
    Ich sitze hier (noch faul) im Bademantel - habe ein gemütliches Frühstück hinter mir... schaue nun erst noch hier ins letzte Türchen, bevor ich noch ein paar Vorbereitungen für unser Heiligabend mit allen Kindern und all unseren Eltern treffe. Ist das nicht wunderbar? Draußen schneit es nun ... mein Liebster ist unterwegs und macht die Runde - d.h. die bestellten Sachen abholen im Hofladen, beim Fischhändler..........

    und ich: finde hier noch einen wunderbaren Text, den ich heute abend vorlesen möchte. Ich danke dir sehr dafür und wünsche dir und deiner lieben Familie ein schönes harmonisches Fest!

    Danke für dieses besonders schöne letzte Türchen!

    Ellen

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  3. Vielen Dnak für diese schöne wahre Geschichte..auch ich sitze entspannt beim Frühstück und freu mich darauf später meine Familie zu sehen..lGHeike

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  4. Eine wunderschöne Geschichte, die ich meiner achtjährigen Tochter noch mitnehmen werde (die schon bei den Großeltern ist).
    Danke und herzliche Grüße,
    Malou

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  5. Dagmar24.12.10

    Liebe Friederike,

    ein wunderschöner Beitrag zum letzten Kalendertürchen - herzlichen Dank !
    Dir und Deiner Familie ein vom Weihnachtsmann mit Freude erfülltes Herz und eine schöne Zeit !

    Ellen, eine gute Idee, die ich gerne aufgreifen will: diese Geschichte heute abend vorzulesen !

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  6. Danke für diese schöne Geschichte. Für uns war der Glaube unserer Kinder an den Weihnachtsmann wichtig, macht er doch einen so großen und wichtigen Teil der Kindheit aus, eben genau wie Märchen und alle nicht greifbaren Dinge , die nur in der Kinderphantasie existieren (wirlich nur in der Kinderphantasie?)Ich mußte schmunzeln, mein Ältester hat versucht den Weihnachtsmann zu fangen - zum Glück ist ihm das nie gelungen, nicht auszudenken, er wäre bei uns hängen geblieben.
    Ich wünsche Dir ein schönes Fest mit dem Weihnachtsmann:-)
    Ina

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  7. Die Geschichte finde ich immer wieder soo schön und doch so wahr!!
    Wünsche Dir alles Liebe und Gute und viel Freude im neuen Jahr, Rita;)

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  8. Diese Geschichte nimmt einem doch die letzten Zweifel. Danke dafür. Dir und deiner Familie, liebe Friederike, wünsche ich besinnliche Stunden.

    Alles Liebe,
    Ulrike

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  9. Anonym24.12.10

    Liebe Friederike,

    was für eine schöne Geschichte am Heilig Abend. strahl Ich wünsche dir und deiner Familie ein frohes Weihnachten und alles Liebe und Gute für 2011.
    Alles Liebe
    Petra

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  10. Mit Tränen in den Augen habe ich deinen Post gelesen. Vielen lieben Dank für dieses schöne Weihnachtsgeschenk!

    Einen gesegneten heilig`Abend wünsche ich dir.

    Herzlichst, Vilma

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  11. Liebe Friederike!
    Danke für diesen wunderschönen Text, zu Weihnachten bin ich immer ein bisschen sentimental und es sind schon ein paar Tränen gekullert.
    Frohe Weihnachten dir und deiner Familie und eine guten Rutsch ins Jahr 2011!
    Liebe Grüße
    Michi :)

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  12. Wunderbar!
    Genau der richtige Text für den 24. Dezember und eigentlich auch für jeden weiteren Tag im Jahr...
    Danke dafür!
    Liebe Grüße, Sabine

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  13. Liebe Friederike,

    diese Geschichte ist immer wieder aufs Neue schön.

    ich wünsche Dir und Deinen Lieben schöne, besinnliche Weihnachtstage.

    Liebe Grüße
    Gabi

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