Sonntag, 5. Juli 2015

Wie das Nähen zu den Bienen kam

Foto: AMS
Heute ist Tag der Imkerei. Bei uns findet am Imkerheim eine Großveranstaltung statt - also ein großes, stattliches Fest. Und ich bin dabei. Bin sonst gar nicht so vereinstüchtig. Aber die Imker mit ihrer selbstverständlichen Hilfsbereitschaft dürfen nun auch mit der meineigen rechnen.

Foto: AMS
Wir sind unter die Hobby-Imker gegangen. Vor drei Jahren fing die Tochter als Jungimkerin an - mit reservierter Unterstützung der Familie und heftiger Ablehnung meinerseits. Mittlerweile sind wir alle begeistert von unseren neuen "Haustieren", kümmern uns gemeinsam, selbst die Bienenkästen schreinert der Mann für's Leben mittlerweile selbst und meine anfänglich Skepsis und Angst ist großer Begeisterung gewichen. Unerschrocken kann ich mittlerweile vor den offenen Bienenkästen meiner Arbeit nachgehen ohne Hut, Schleier oder Handschuhe. Lediglich der Raucher darf nicht fehlen. Die anfängliche Angst ist wie weggeblasen - der Respekt geblieben!
Wir starteten mit zwei Jungvölkern, geschenkten Ablegern, und haben mittlerweile mehrere gut tragende Völker. Vor zwei Wochen konnten wir unsere erste Tracht diesjährigen Honig schleudern. Sehr lecker.

unsere Bienen im Landeanflug - Foto: AMS
In Ermangelung einer geeigneten Abdeckung habe ich kürzlich für einen der Ablegerkästen eine Haube aus LKW-Plane genäht. Passgenau und ohne Korrekturen. Wenn mir das mal so bei meinen Kleidern gelänge ... Die Tochter jedenfalls war begeistert und orderte für einen neu hinzugestellten Bienenkasten eine weiteres "Sahnehäubchen". Jetzt habe ich also auch die Bienen benäht.

Montag, 29. Juni 2015

voll die Farben!


Ich erzähle euch hier von der Qual zur Wahl:
1. Wahl: die Musterfindung. Viele Grannys habe ich mittlerweile getestet, viele Farbvarianten ausprobiert. Wir werden uns schon noch einigen eines Tages.
2. Wahl: die Farbfindung.  Gestaltet sich als sehr schwierig. Da die Decke ein gemeinsames Projekt wird, sollte jede Häklerin ihr Vergnügen haben, aber auch die Meinungen der Partner an unserer Seite zählt. Nicht gerade einfach. Mir schwebt ein natur-blaues Häkelvergnügen vor, die Tochter wandert eher auf naturbraunen Tönen.
3. Wahl: wer näht die Decke zusammen, wer vernäht die Fäden ... was sich in meinem Augen eher zur Qual erhebt und uns zum Schluss dann noch die Wahl bescheren wird: auf wessen Sofa darf die Decke schlussendlich liegen bleiben?

 
Um die Tage nicht ganz unverhäkelt verstreichen zu lassen und der Entscheidungsfindung einen neuen Impuls zu geben, habe ich zur ultimativen Farbwahl gebeten; meine gesammelten Catanias ausgebreitet zum Wohle der Deckenfarbenfindung! Wenigstens das. 68 Farbnuancen habe ich mittlerweile der Kiste gebunkert. Nicht alle sind mehr zu haben, aber der größte Teil dürfte kein Problem sein.





Kurzerhand habe ich am Wochenende begonnen, Reste zu verhäkeln: Kissen, kunterbunter Bettvorleger oder Badezimmerteppich. Kommt auch ein bisschen auf die fertige Größe an, vielleicht fällt mir dann noch ein anderer Verwendungszweck ein.

angefangenes Muster: Sofie's Garden
und im Anschluss: Sofie's Universe

Donnerstag, 18. Juni 2015

Zeit für grüne Nüsse



Unser Nussbaum trägt dieses Jahr reichlich Nüsse von extrem guter Qualität. Noch ganz ohne schwarze Flecken der mittlerweile auch bei uns verbreiteten (und von mir so genannten) "Walnusslaus". In den letzten Jahren vernichteten ihre Artgenossen unsere Ernten. Zeit also die Gunst der Stunde - in diesem Fall die grünen Früchte - zu nutzen: Dieses Jahr gibt es Walnusslikör.


Dafür hatte ich lange vor dem Regen 10 unreife, grüne Walnüsse geerntet. (Es ist wichtig, dass die Nüsse noch im Juni geerntet werden, damit der innere Kern - die spätere harte Schale - noch ganz weich ist.)


Die Nüsse klein schneiden, das geht fix von der Hand. Aber Achtung: Einmalhandschuhe tragen sonst werden die Finger schnell schwarz durch den austretenden Saft.


Die Nüsse in ein großes Glas füllen. Dazu kommen einige Nelken, Mark und Schale von zwei Vanilleschoten, zwei Zimtstangen und 400 g brauner Kandiszucker. Mit Korn aufgegossen stelle ich das Glas zunächst auf die Fensterbank und später bei schönem, warmem Wetter für vier Wochen draußen ins Gartenregal.

Dienstag, 9. Juni 2015

Mustersuche


Noch nicht sehr lange ist es her, als die die große Tochter vorsichtig anfragte:
ob ich nicht zufällig Lust hätte, mit ihr zusammen eine Decke zu häkeln, sie ein Teil, ich ein Teil. Schließlich häkle es sich im Sommer leichter als (Socken) stricken.
Eine Decke mit vielen, vielen Grannys in den Farben passend zu ihrem oder unserem roten Sofa, wir könnten sie uns ja gegebenenfalls teilen ...
nicht uni, aber auch nicht kunterbunt. So dazwischen.
Und schon waren wir am Farbe aussuchen, Granny aussuchen, am Probehäkeln, am Rechnen ...


Die Idee, gemeinsam eine Decke zu häkeln, die wir uns in der Theorie auch noch abwechselnd auf's Sofa legen werden, fanden wir beide prima. Die Tochter und ich werden also nicht nur harmonisch häkeln sondern auch harmonisch die neue Decke so lange teilen, bis sie auf einem der Sofas liegen bleiben wird. Ich weiß auch schon auf welchem.
So weit, so gut.


Die Entscheidungsfindung mit Farben und Muster gestaltet sich nicht ganz so einfach. Was ihr gefällt, stößt bei mir auf Irritation, umgekehrt ist es ebenso.
Sie wünscht sich einen grünen Rand um jedes einzelne Granny, ich könnte mit einem um die ganze Decke gut leben.
Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich Probe häkle, immer mal wieder ein Granny zur Begutachtung vorlege, nicht nur ihr, sondern auch der Familie. Das ist gleichzeitig auch eine Machbarkeitsstudie. Denn allzu kompliziert dürfen die Muster nicht werden (damit scheidet das erste hier gezeigte schon mal aus), die Tochter ist noch lange kein Häkelprofi, auch wenn sie eine Babydecke mit Bravour gemeistert hat.


Das Muster soll einfach zu häkeln sein. Aber deshalb noch lange nicht schlicht im Aussehen wirken. Die Farben werden im Naturbereich angesiedelt. Rot, gelb und grün sind auf jeden Fall dabei.
Die Muster der bisher gehäkelten Grannys habe ich ganz bewusst alle wieder aufgetrennt und dabei die verbrauchte Fadenlänge vermessen. So denke ich, annähernd die Menge Wolle zu errechnen, die wir tatsächlich verbrauchen werden.


Mal schauen, wie es weiter geht und worauf wir uns einigen können.


Samstag, 23. Mai 2015

elefantös


Die neuen Shirts der Tochter passen erstaunlich vielfältig zu ihrer bestehenden Garderobe. Sah ich gar nicht so vor mir. Im Gegenteil, ich fürchtete lauter Einzelteile zu nähen, die dann ihrerseits nach neuen passenden Teilen ... undsoweiterundsoweiter.
Aber: Glück gehabt oder: gut gewählt, wie man es auch immer sehen mag.



Heute trug sie diese "Uralt"-Hose, die ich ihr vor einigen Jahren genäht hatte und noch gar nicht gezeigt. Ich mag diesen dünnen Stoff aus grünem Feincord mit Blümchen sehr gern. Und tatsächlich stört das Streifenshirt den blumigen Charakter nicht im geringsten, scheint ihn eher zu ergänzen.
Hinten hat die Hose aufgesetzte Taschen, an den Füßen trägt die Tochter lustige Clownspantoffeln und der Sohn spielt auf dem Boden.
Die Hose von vorne ohne Übergewand zu zeigen verbietet sich trotz der schönen, gut gelungenen Gürtelschlaufen. Sie saß eines fernen Tages perfekt, dann war sie ein Zeitlang etwas spack und nun sitzt sie zu lose, es scheint als wäre sie zu groß geraten oder die Tochter sehr schmal geworden. Wechselvolle Zeiten für so ein Hosenleben.



 Mit dem hübschen aktuellen Elefantenshirt gibt es das passende Untendrunter.


Dieser Stoff brachte mich fast an den Rand des Nähwahns. An den Kanten rollte er sich immer und immer wieder ein, unbeeindruckt von Stecknadeln oder Heftfäden. Mehr als sonst musste ich ihn fixieren, sonst hätte ich ihn sicherlich gar nicht zusammen gebracht. Aber jetzt: Ende gut, alles gut.

Das war zwischen Samstaggartenarbeiten und gemütlichem Kaffeeplausch ein kleines Fototreffen. Zum Schluss schnappte sie sich Shirt, Schuhe und Sohn und zog von dannen.



Ich wünsche euch ein schönes Pfingstwochenende.

Samstag, 16. Mai 2015

Kinderkleidung

Zur Zeit nähe ich mit großer Lust und Beharrlichkeit Kinderkleidung im weitesten Sinne:
Röcke, Pullis, Trägertops und ärmellose Longshirts für die Tochter
Shirt für den Vater des kleinen Mannes
Bodies, Pullis, Hosen und Lederschühchen für den kleinen Mann.
Das ergibt eine wohlige Spannbreite von Größe L über S/XS bis zur Kindergröße 86/92.
Höchste Zeit, einiges nachzutragen!

Der erste Akt galt den Shirts, solche mit langen und solchen mit ohne Ärmel und solche, die man hochkrempeln kann:

 
Röcke habe ich jetzt schon zwei genäht...


Den Auftakt machte der braune Kordstoff mit dem schönen Blumenmuster, dem wir zunächst für kurze Zeit den Status des Proberocks verliehen, der mittlerweile aber so perfekt sitzt, dass er 1. nicht nur begeistert in den Kleiderschrank wanderte sondern ich 2. ohne nachzudenken den nächsten Rock hinterher schieben konnte. Fehlt nur noch die Zeit, ihn zu fotografieren.


Die Reste des Stoffes ergaben gerade eben noch eine Krabbelhose für den kleinen Mann, wie immer mit etwas Zuwachs in Länge und Breite und auch wie immer mit genügend Stoff um das Stoffwindepaket herum. 




Shirt aus Ottobre 2/2007
Rock Norma aus Ottobre 5/2010
Krabbelhose angepasster Schnitt aus Ottobre 3/2013
Body Regenbogenbody von Schnabelina

Freitag, 15. Mai 2015

weiter so?

Es tat ganz gut, eine zeitlang eine - wenn auch unterbrochene - Blogpause einzulegen und dabei etwas Abstand zu gewinnen vom PC, vom Internet, vom Blog. Für mich zu klären, was richtig wichtig und was es weniger ist. Wie aktiv ich wieviel Internet möchte.

Ganz so einfach und eindeutig lassen sich diese Fragen nämlich gar nicht beantworten.
Ganz aufgeben mag ich den blog (noch) nicht, eher moderat meinem Leben anpassen und deshalb wird es die ein oder anderen Einschnitte und Veränderungen geben. Ich habe gute Vorsätze gefasst und werde zukünftig zwar weiter, wenn auch weniger regelmäßig schreiben, rein nach Lust und Laune und nicht mehr so diszipliniert. Dabei gäbe es mittlerweile so viele Sachen - genähte, gehäkelte, gestrickte, gewerkelte ... - dass ich eigentlich schon wieder eine ganze Menge zeigen könnte; aber: Vorsatz gefasst und Eile mit Weile, vielleicht gar nicht zeigen muss? - oder doch aber erst irgendwann, also stark zeitversetzt.

Letztlich gilt also: weiter so, aber anders! Gelegentlich posten, ohne allzuviel Zeit zu investieren. Und in Folge dessen wahrscheinlich keine Anleitungen mehr schreiben, sie sind wahre Zeitfresser.
Eine Überlegung ist auch, die Kommentarfunktion abzuschalten. Ich kommentiere (hauptsächlich aus Zeitgründen) kaum selbst noch auf anderen blogs und würde euch somit entbinden, dies bei mir zu tun. Das wäre nur fair. Gelegentliche leichte Ansätze dazu verfolge ich hin und  wieder.
Außerdem möchte ich meinen manchmal regen email-Verkehr einschränken. Bisher war ich bei Anfragen immer mehr als behilflich, habe Unterlagen herausgesucht, eingescannt oder auch mal recherchieren geholfen. Diesen Service stelle ich ein.
In meinen posts verlinke ich schon immer Quellen so sie mir bekannt sind bzw. ich sie genutzt habe. Um dann - LESEN KÖNNEN HILFT! - nicht nur einmal in den Kommentaren gefragt zu werden "... wo findet man denn die Anleitung?", was wieder zu Ergänzungen, Reaktionen, Antworten meinerseits führte. Die Praxis mit Verlinkungen halte ich natürlich bei, die des nochmaligen Antwortens gebe ich auf. Aber ich kann - damit ein link als link noch deutlicher wird - die Farbe dafür entsprechend ändern. Mein Zugeständnis an schnelles lesen und noch schnelleres klicken.

Auch auf Anfragen nach Sockenstricken, Zaubersäckchen, Blumenkinder oder was weiß ich kann ich auf Dauer nicht mehr so ausführlich eingehen. Es ist noch nicht lange her, da ließ ich mich per email wieder einmal dazu verleiten, lang und breit zu erklären, wie ich was stricke. Aus den Antwortschreiben konnte ich erkennen, dass meine durchaus ausführliche und differenzierte email gar nicht richtig gelesen wurde, sonst wären die folgenden Fragen und Reaktionen nämlich gar nicht erst aufgetaucht. Dazu ist mir dann doch meine Zeit zu schade. Ich baue ab heute vermehrt auf die selbständige Recherche einer jeden Leserin, ich nahm mir ja auch die Zeit dafür und mit etwas Geduld wird man in aller Regel in den Weiten des www fündig. Ich muss nicht alles was ich handarbeite oder zeige, erklären und begründen müssen.
Was meine eigenen Anleitungen betrifft, so habe ich veröffentlicht, was ich veröffentlichen möchte. Manches mag auch ich nicht teilen, so wie ich auch keine Hefte mehr verleihen möchte oder Schnittmuster. Auf diese Weise kam mir schon manch gutes Buch abhanden, von Schnittheften ganz zu schweigen. Allerdings betrifft dies nun tatsächlich nur meine guten Vorsätze und hat zunächst nichts mit dem blog zu tun.
Das hört sich jetzt für die ein oder andere vielleicht mächtig negativ an, aber auch der mitunter oberflächliche oder noch schlimmer: patzige Umgang im Netz und manche unverfrorene email veranlassen mich, die Bremse zu ziehen. Nach längerem In-mich-hinein-hören stellte ich fest, dass es genau die aufgelisteten Punkte sind, die mir eine gewisse Verdrossenheit bescheren. Das muss nicht sein. Und deshalb appeliere ich an mich, bei meinen Vorsätzen tatsächlich konsequent zu bleiben.
zu guter Letzt:

Auf die in meinem Blog verlinkten Seiten habe ich keinerlei Einfluss - weder auf deren Gestaltung noch auf die Inhalte. Für den Inhalt der von mir verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Dies ist eine private Website, ich untersage jegliche Weitergabe meiner persönlichen Daten. Von mir eingestellte Bilder dürfen erst nach Rücksprache ausschließlich für private Zwecke verwendet werden.